Und hier kommt eine Übungsfolge zum Thema Achtsamkeit. Für dich habe ich eine kurze Geschichte und zwei Übungen aufgesprochen. Damit möchte ich dich für mehr Achtsamkeit in deinem Alltag gewinnen. Es geht um Multi-Tasking, genauer um den Schaden von Multi-Tasking. Und es geht um Gefühle und deinen achtsamen Umgang damit. Sicher eine Folge, die du mehr als einmal hören kannst. Und denke daran: Achtsam zu leben ist eine Haltung, keine Methode.
Leg los. ich freue mich auf dich! Deine Sabine
Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
Vollständiges Transkript · 1.575 Wörter · etwa 8 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo. Herzlich willkommen bei reif für die Couch, den Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Psychotherapeutin in Köln, systemischer Coach, hoste diesen Podcast und möchte dir heute weitere Impulse zum Thema Achtsamkeit geben. Achtsamkeit als die Lebenshaltung, die dich freier, glücklicher und gelassener machen kann.
Die dir hilft, in deine Kraft zu kommen, deine innere Mitte stärkt. Und ich könnte noch weitermachen, weil Achtsamkeit so viel für dich tun kann. Ich starte die Geschichte heute oder ich starte den Podcast heute mit 1 kleinen Geschichte. Die les ich dir nun vor, dauert weniger als eine Minute. Ein erfahrener Mönch wurde von einigen Novizen gefragt.
Viel beschäftigt bist Du, doch jederzeit gesammelt. Was ist dein Geheimnis? Der Mönch antwortete, wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich sitze, dann sitze ich.
Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich spreche, dann spreche ich. Da fielen ihm die Fragensteller ins Wort und sagten, das Gleiche tun wir auch. Wie kommt es, dass Du glücklich bist in all dem, wir aber nicht? Der Mönch antwortete, vielleicht ist dies hier der Grund.
Wenn ihr steht, dann geht ihr schon. Wenn ihr geht, dann lauft ihr schon. Und wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel. Eine sehr schöne Geschichte, wie ich finde, die auf den Punkt bringt, wie unachtsam ja, ich, Du und ganz viele Menschen da draußen leben. Und das noch klarer auf deine eigene Situation anzuwenden, lad ich dich zu 1 kleinen Übung ein, in der ich dich bitte, dir mal bewusst zu machen, wie abwesend Du eigentlich wirklich bist.
Vielleicht hast Du jetzt nicht sonen ruhigen Moment, vielleicht aber doch. Erstell doch mal schriftlich oder geistig eine Liste mit all deinen Aktivitäten, die Du vom auf, vom Zeitpunkt des Aufwachens bis jetzt erledigt hast. Diese Liste kann, je nachdem, wie spät es ist, mehr oder weniger viele Tätigkeiten enthalten. Du kannst natürlich auch bündeln, aber Duschen, Zähneputzen, Kaffeetrinken sind bestimmt dabei. Und wenn Du diese Liste angefertigt hast für dich, frag dich doch mal, für wie viele der dort aufgelisteten Tätigkeiten kannst Du wirklich sagen, dass Du sie ganz bewusst und geistig präsent ausgeübt hast.
Das würde heißen, dass Du jede dieser Tätigkeiten ganz allein ausgeführt hast und ohne Ablenkung. Andersrum mal negativer gefragt, wie viele Dinge hast Du gleichzeitig getan? Hast Du vielleicht, während Du Zähne geputzt hast, die Spülmaschine angestellt oder die Waschmaschine angestellt oder dabei aufgeräumt? Hast Du, während Du unter der Dusche standest, vielleicht deine Einkaufsliste oder deine To do Liste für den Tag bearbeitet im Kopf? Also welche Dinge hast Du getan, aber während Du sie getan hast, an etwas ganz anderes gedacht.
Und das ist das, was der Mönch in seiner Geschichte so schön zusammenfasst. Und halt mich nicht für weltfremd. Es geht nicht darum, stets nur eine Sache gleichzeitig zu tun. Das ist in unserem Alltag, in deinem Alltag bestimmt nicht möglich. Wir tun Dinge gleichzeitig und das ist auch gut so.
Nur hin und wieder und bei bestimmten Tätigkeiten sollten wir uns, ja, mentale Auszeit nehmen, wo wir uns wirklich, wirklich nur auf eine Sache konzentrieren. Denn unser Stresssystem reagiert sofort, es ist wie eine Entlastung, eine massive Pause, wenn wir uns zum Beispiel nur aufs Duschen konzentrieren. Deswegen kannst Du Duschen für dich zu 1 Regenerationsphase am Tag machen. Und das gibt dir wiederum die Kraft, in ganz vielen anderen Situationen Multitasking zu zeigen. Ich lade dich nun zu 1 weiteren Übung ein.
Es ist ja eine Übungsfolge und es geht diesmal darum, Emotionen achtsam wahrzunehmen. Also Du solltest eine bequeme Position einnehmen, eine für dich ganz bequeme Haltung finden. Probier ruhig mal aus, ruckel deine Schultern und deinen Kopf zurecht, schüttel dich noch mal durch. Und wenn Du eine für dich gute Position und Haltung gefunden hast, dann lass Ruhe einkehren. Du kannst die Augen schließen oder mit deinem Blick zu einem Fixpunkt wandern.
Und Du weißt, dass die nächsten Minuten dir gehören, deiner Regeneration und deiner Entspannung dienen. Gehe mit deiner Aufmerksamkeit zu deine deinem Atem. Versuch nicht, ihn zu beeinflussen. Ganz gleich, ob der Atem schnell oder langsam fließt, ob er tief oder flach ist. Achtsam sein heißt, alles einfach so zu lassen, wie es jetzt grade ist.
Weil alles in Ordnung ist, so wie es jetzt grade im Moment ist. Und Du beobachtest einfach nur, wie dein Atem fließt und strömt. Spür noch mal nach, wo Du Kontakt mit dem Stuhl, der Unterlage, dem Sofa hast und fühle noch mal nach, spüre nach, wie Du getragen wirst. Du darfst dich entspannen. Du bist jetzt ganz sicher.
Und nun denk mal an eine Situation aus der letzten Woche. Eine Situation, in der deine Gefühle stark aktiviert wurden. Das können angenehme oder unangenehme Gefühle sein. Es muss nur eine Situation sein, die deine Gefühle geweckt hat. Was genau war diese Situation?
Stell dir die Szene wie in einem Film noch mal vor. Und dann tauche in diese Szene ein wie ein Schauspieler, der dort eine Rolle innehat, der mitspielt. Du bist Du in dieser Szene und frag dich aus dieser Position heraus, was hörst Du? Was siehst Du? Beschreib mal.
Und was hast Du in der Situation gefühlt? Was wurden da für Gefühle aktiviert? Vielleicht kannst Du die Gefühle benennen. Vielleicht kannst Du aber auch eher beschreiben, was auf der körperlichen Ebene passiert, wie dieses Gefühl sich körperlich in die ausbreitet. Gib dem Gefühl einen Namen.
Und vielleicht formulierst Du noch mal wie es sich anfühlt. Wo in deinem Körper spürst Du dieses Gefühl? Und ich hoffe, Du bist eingetaucht in die Szenerie. Du bist Teil dieser Szene. Du erlebst die Situation noch einmal.
Welche körperlichen Reaktionen sind spürbar für dich? Allein durch deine Erinnerung, durch das Eintauchen wird das Gefühl mit Sicherheit reaktiviert, sodass Du auch jetzt und hier zumindest in Anteilen dieses Gefühl spüren kannst. Und das lass bitte zu. Nutze deine Erinnerung, dieses Gefühl wiederzubeleben, wiederzuerwecken. Lass es einfach zu.
Das Gefühl darf entstehen und Du gibst dem Gefühl Raum. Es ist nur ein Gefühl. Du musst nichts tun. Du musst nichts verändern. Du beobachtest das Gefühl einfach und gehst auf die beschreibende Ebene, so wie wir's eben gemacht haben.
Wie fühlt es sich an? Wo spürst Du's im Körper? Was hat das Gefühl ausgelöst? Was löst es bei dir für einen Verhaltensimpuls aus? Und das darf einfach so sein.
Das Gefühl und alles, was Du spürst, weil Du weißt, Du musst jetzt nichts tun. Du musst nicht handeln. Du kannst einfach mit diesem Gefühl sein. Und vielleicht verändert sich das Gefühl jetzt auch schon, wird stärker oder schwächer. Vielleicht tauchen auch neue Körpersensationen auf.
Vielleicht verändern sich die Gedanken, die mit dem Gefühl und der Situation einhergehen. Und Du darfst ein Stück weit aus dich heraustreten, neben dich treten und dich anschauen und beobachten. Dich beobachten dich mit dem Gefühl. Denn diese Fähigkeit hast Du, aus dir herauszutreten und dir aus 1 externen Perspektive das Ganze anzuschauen. Du greifst nicht ein, Du verharrt in der Position des Beobachters und Du schaust neugierig und forschend, was passiert.
Gefühle sind spannend, denn Gefühle kommen und Gefühle gehen. Gefühle ändern sich sekündlich. Gefühle können uns bedrängen. Gefühle sind lehrreich. Gefühle sind wie ein Kompass für uns.
Sie geben uns Informationen, mit denen wir Situationen anders gestalten können. So gestalten, dass es uns mehr entspricht. Die Natur hat dir Gefühle mitgegeben, weil Du Gefühle zum Überleben brauchst. Gefühle sind so wichtig. Sie gehören zum Leben dazu.
Gefühle sind dein Kompass. Und mit diesem Wissen und dieser Erfahrung, in dieser Situation Gefühle reaktiviert zu haben, Gefühle wieder erlebt zu haben und Gefühle aus der Distanz betrachtet zu haben, kannst Du dich langsam von der Erinnerung lösen. Und vielleicht spürst Du wieder hinein ins Jetzt und Hier, nimmst die Geräusche dich herum wahr, nimmst wahr, wo Du Kontakt mit dem Fußboden, dem Sofa, dem Stuhl hast Und fängst langsam an, Zehen, Hände, Finger zu bewegen und lös dich, lös dich aus. Diesen meditativen Zustand verabschiedetst dich mit dem Wissen, dass Du dich von deinen Gefühlen distanzieren kannst. In deinem Tempo Kommst Du zurück und schaust aktiv und munter in den Tag und in das, auf das, was jetzt noch zu erledigen ist.
Eine ganz wichtige Übung war das heute, wenn es darum geht, achtsam zu sein, denn der achtsame Umgang mit unseren Gefühlen ist in jeder Minute, jeder Sekunde des Tages möglich. Und grade wenn Gefühle aktiviert werden, ist es sehr wichtig, innezuhalten, zu schauen auch aus 1 distanzierten Position, aus der Beobachterposition zu schauen, was will mir dieses Gefühl sagen? Welche Botschaft bringt es mit? Ja, ein weiterer Punkt zum Thema Achtsamkeit. Und wenn dir das gefallen hat, wenn Du dir mehr Anregungen wünschst, würd ich mich freuen, wenn Du in meine Facebook Gruppe bekommst.
Die heißt ACT act, 3 große Buchstaben, das Leben lieben. Und hier geht's vor allen Dingen Impulse aus der Akzeptanz- und Commitmentherapie, die noch etwas über das Thema Achtsamkeit hinausgehen und noch etwas mehr Inhalte, ja, andere Inhalte vermitteln in schöner Form mit schönen Bildern und schönen Texten. Ich würd mich freuen, wenn Du da dazu kommst. Für heute ist die Folge beendet. Wenn sie dir gefallen hat, freu ich mich über deinen Kommentar, über eine Bewertung oder über irgendeine Form der Kontaktaufnahme.
Oder ich seh dich in der Facebookgruppe. Das wäre wunderbar. In diesem Sinne sag ich für heute tschüs. Deine Sabine.
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