Achtsamkeit wird als Allheilmittel für alle Gestressten gehandelt. Soweit würde ich nicht gehen, aber es ist eine bewährtes Mittel, um den Autopiloten abzuschalten. Der Autopilot läuft leider viel zu oft in Deinem Leben? Dann höre Dir die Folge an und erfahre, wie Du wieder mit Dir und Deinen Bedürfnissen in Kontakt kommen kannst.
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
Vollständiges Transkript · 3.030 Wörter · etwa 15 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo, herzlich willkommen bei reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, die wieder zu Kräften kommen möchten. Wenn das auf dich zutrifft, bist Du hier richtig. Und hier erfährst Du ganz praktische Tipps, Anregungen, bekommst Impulse aus der psychotherapeutischen Praxis und aus dem systemischen Coaching. Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Psychotherapeutin mit 1 Praxis im Kölner Westen.
Ich arbeite seit etwa 20 Jahren als Coach in der Wirtschaft und durfte schon viele Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten. Es ist mir eine Freude, dass Du heute hier bist. Heute beschäftigen wir uns mit der Achtsamkeit. Ein Thema, was dir sicherlich schon in Zeitungen, im Fernsehen, in anderen Podcasts oder Youtube Videos begegnet ist. Achtsamkeit ist schon seit einiger Zeit in aller Munde und wird unter Psychotherapeuten und sicherlich auch unter Coaches als ein Allheilmittel gegen Stress gehandelt.
Und ehrlich gesagt, dieser Meinung möchte ich mich anschließen, weil ich glaube, dass wir mit der Achtsamkeit ein ganz wichtiges Handwerkszeug haben, was uns helfen kann, mit unserem Stress besser klarzukommen. Erst mal würd ich dir gern erklären, was ist Achtsamkeit überhaupt? Achtsam zu sein meint Körperempfindungen, Gedanken und Gefühle und alle anderen Wahrnehmungen, egal ob sie angenehm, unangenehm oder neutral sind, zu erfahren und so zu akzeptieren, wie sie sind. Schwieriger Satz. Also noch mal erklärt, egal welche Empfindungen dein Körper grade hat, egal was Du grade denkst und egal was Du grade fühlst, im achtsamen Sinne sollst Du das wahrnehmen, wie es grade ist Und völlig egal, wie Du es bewertest, ob es angenehm, unangenehm oder neutral ist, sollst Du es so akzeptieren, wie es grade ist.
Es meint also, das Leben tatsächlich so zu erleben, wie es sich vom Augenblick zu Augenblick entfaltet, ohne Wenn und Aber. Das klingt reichlich esoterisch. Es kommt ja auch aus dem religiösen buddhistischen herübergeschwappt als Technik und das spürt man hier 'n bisschen. Allerdings kann man Achtsamkeit ganz handfest in seinem Alltag einbinden und das ist auch das, was ich dir empfehlen würde, wenn Du mit Erschöpfung zu tun hast, Stress zu tun hast oder mit irgendwelchen Problemen wie Ängsten, Traurigkeit, unangenehmen Gefühlen. Yon Kava Zinn, das war ein amerikanischer Biologe, der hat sich die Mühe gemacht und hat die Achtsamkeit aus den buddhistischen Meditationspraktiken rausgelöst und hat sie quasi antireligiös gemacht und das 1.
Mal in ein Programm eingearbeitet, das der Stressreduktion diente. Der ist sozusagen der Vorreiter und deswegen begegnet er dir unheimlich oft in Achtsamkeitszitaten. Zitaten. Für mich ist Achtsamkeit ein Instrument, von dem jeder profitieren kann. Egal, in welcher Situation Du dich grade befindest, selbst wenn es dir ziemlich gut geht, kannst Du es schaffen, mit Achtsamkeit dein Leben an winzigen Stellen noch ein bisschen zu verbessern und vielleicht noch ein bisschen mehr ins Sein zu kommen und raus aus dem Denken.
Und ja, da möcht ich dir jetzt gerne erklären, wie das gehen kann. Der 1. Wichtige Aspekt der Achtsamkeit ist, dass Du es schaffst, im Jetzt und Hier zu bleiben. Was heißt das? Stell dir einen Zeitstrahl vor.
Ich pack dir eine Abbildung dazu auch in die Shownotes von diesem Podcast. Stell dir einen Zeitstrahl vor, den Du aufgemalt hast. Und in der Mitte des Zeitstrahls anckerst Du den heutigen Tag. Ja, Du machst 'n kleinen Strich hin, schreibst den heutigen Tag drunter, vielleicht sogar die Uhrzeit. Nehmen wir einfach mal an, ich geh jetzt von meinem heutigen Tag aus.
Es ist der 20. Januar und es ist im Augenblick 18 Uhr 10. Na ja, so wirst Du auch ein konkretes Datum für dich finden. Wenn Du jetzt jemand bist, dessen Gedanken grade rastlos umherirren, verspreche ich dir, dass deine wenigsten Gedanken bei deinem aktuellen Datum bleiben. Sondern wenn wir uns mit vielen angstvollen Gedanken beschäftigen, wenn Angst dein Thema ist, 8.
Mal darauf, dann springt dein Verstand unheimlich gerne vom Jetzt und Hier in die Zukunft. Weil es nämlich Szenarien ausmalt, was alles Schlimmes passieren kann, wie bestimmte Dinge schiefgehen können. Und das heißt, Du löst dich aus dem aktuellen Augenblick und springst mit deinen Gedanken in die Zukunft. Und der Zeitstrahl ist lang. Du kannst zu allen möglichen Momenten springen und für jedes mögliche Szenario gibt es mindestens noch 100 bis 1000 bis 1000000 Alternativen.
Das heißt, wenn Du ein Mensch bist, der eher mit Ängsten zu tun hast, wirst Du unheimlich viel Zeit in fiktiven Szenarien verbringen, die sich alle in der Zukunft befinden, was ja in dem Wort eigentlich schon drin liegt. Die Achtsamkeit empfiehlt jetzt, kommt zurück ins jetzt und hier. Heute ist ein ganz bestimmter Tag. Es ist eine ganz bestimmte Uhrzeit. Du bist an einem ganz bestimmten Ort.
Ich sitze hier am zwanzigsten Januar ungefähr Viertel nach 6 in meinem Büro im Dachgeschoss unseres Hauses. Ich bin genau jetzt hier. Und wenn ich achtsam bin, bin ich jetzt hier, sehe meinen Rechner, sehe mein Mikrofon, sehe mich davor sitzen und diesen Podcast einsprechen. Und meine Gedanken wandern nicht, was morgen ist, was gleich ab halb 7 stattfinden wird, was in der nächsten Woche passiert, was im nächsten Jahr alles passieren könnte. Der achtsame Geist bleibt tatsächlich hier im Jetzt Und hier.
Solltest Du eher mit Depressionen, Traurigkeit zu tun haben, eher Schuld und Scham deine Themen sein, dann vermute ich, gehen deine Gedanken unheimlich oft in die Vergangenheit. Auch Du wirst, wenn dir viele Gedanken durch den Kopf sausen, nicht im Jetzt und Hier sein, wie es die Achtsamkeit empfiehlt, sondern Du wirst Situationen, die längst passiert sind, die längst vergangen sind, wieder und wieder durchspielen. Zum Beispiel bestimmte Situationen, in denen Du dich aus deiner Sicht nicht so verhalten hast, wie es eigentlich in Anführungsstrichen richtig gewesen wäre. Was hättest Du alles noch tun können? Was hättest Du alles noch sagen können?
Was hast Du vergessen? Was hättest Du noch tun müssen? Der Verstand springt aus dem Jetzt und Hier in die Vergangenheit und geht bestimmte Situationen wieder und wieder durch. Selbst Situationen, die manchmal schon jahrelang zurückliegen. Wenn wir eher von Schuld, Scham und Traurigkeit reden, sind das natürlich keine positiven Situationen.
Sowohl die Angst, wenn sie in die Zukunft guckt, als auch die eher depressionsgefärbten Gedanken, die in die Vergangenheit gehen, sind keine hilfreichen Gedanken, sind keine positiven Gedanken, die deine Ressourcen aufladen, sondern es sind alles Gedanken, die dich weiter ja, in die unangenehmen Gefühle hineinführen. Und deswegen ist die Achtsamkeit eine gute Möglichkeit, sich zu fokussieren, nämlich auf das Jetzt und Hier. Und häufig ist das Jetzt und Hier für die meisten Menschen weder bedrohlich noch beschämend, weil Du sitzt jetzt vielleicht grade auf deiner Couch oder Du sitzt grade in der Bahn oder Du sitzt in einem Arztzimmer, wo auch immer. Aber im Jetzt und Hier gibt's für viele Menschen gar keine Bedrohung und es gibt auch keinen Grund, traurig zu sein oder sich zu schämen. Also wäre der 1.
Aspekt der Achtsamkeit, dass Du es schaffst, deine Gedanken einzufangen und immer wieder deinen Fokus zurückzulegen auf das Jetzt und Hier. Der 2. Aspekt der Achtsamkeit meint, dass Du dich von deinem Geist ein wenig löst und in eine Beobachterposition gehst. Das heißt, Du guckst dir an, was grade passiert und in welcher Situation Du bist. Und ich empfehle dir, es so zu tun, als würdest Du neben dir stehen.
Du löst dich aus der Situation, wo Du gefangen bist in deinen Gedanken und in deinen Gefühlen. Du trittst neben dich und schaust dir an, was grade da ist, Was grade passiert sowohl im Außen als auch, was das in deinem Inneren mit dir macht. Das beschreibst Du. Du kannst es dir selber vor dem inneren Auge beschreiben. So wie ich das grade getan habe und gesagt habe, guck, ich sitz jetzt hier in meinem Büro.
Ich spreche diesen Podcast auf. Ich bin wie immer ein kleines bisschen nervös. Das wäre eher eine Betrachtung nach innen. Doch ich habe einen recht ruhigen Sonntag gehabt heute und deswegen bin ich in soner Mischung zwischen Entspannung und Aufgeregtheit. Und das kann ich mir anschauen, indem ich mir vorstelle, dass ein Teil von mir neben mir steht und guckt, wie ich hier sitze und was ich hier mache und was das mit mir macht.
Und das solltest Du auch tun. Du solltest aus dir raustreten in dem jetzigen Moment und beschreiben, was eigentlich grade Sache ist im Außen wie im Innen. Und das, was Du da siehst, das, was dein beobachtender Teil dort sieht, ist zu akzeptieren. Damit sind wir schon beim dritten Punkt der Achtsamkeit. Es ist zu akzeptieren, denn Du kannst die Dinge im ersten Augenblick nur akzeptieren, wie sie sind.
Das heißt, wenn grad etwas passiert ist, was dazu geführt hast, dass Du mit unangenehmen Gefühlen zu tun hast in deinem Inneren, dann gilt es, das erst einmal zu akzeptieren, bevor Du dir überlegst, wie Du eine Veränderung einleiten kannst. In Köln hier sagt man und ich mag das sehr gerne, es ist, wie es ist. Das hört sich im kölschen Dialekt noch 'n bisschen anders an, aber das kann ich nicht. Es ist, wie es ist. Das meint eine vollständige Akzeptanz und Annahme von dem, was grade ist.
So, jetzt muss ich mich einmal räuspern. Meine Stimme wird ganz dunkel. Der 4. Aspekt der Achtsamkeit knüpft direkt daran an, weil dieser beobachtende Teil von dir, der sich das von außen anguckt, ist ein neutraler Beobachter. Das heißt, in der Achtsamkeit bewerten wir nicht, was grade passiert.
Das, was Du beschreibst aus deinem beobachtenden Anteil, wird nicht mit Worten belegt wie gut und schlecht, sondern es bleibt auf der beschreibenden Ebene. Und da kann es zum Beispiel sein, dass Du für dich feststellst, ich habe vorhin eine Whatsapp abgesetzt an jemand, der mir sehr wichtig ist. Ich hatte gehofft, dass er mir antwortet und das hat er bisher noch nicht getan und das macht mich unruhig und traurig. Und so bin ich jetzt grade in meiner Wohnung. Ich bin unruhig und traurig, weil ich keine Antwort auf meine WhatsApp bekommen habe, obwohl es schon 30 Minuten her ist, dass ich sie geschickt habe.
Und wir neigen dazu, ganz oft dann in einem nächsten Schritt Gedanken dranzuhängen, die zum Beispiel heißen, ah, das ist doch Quatsch. Ach, der könnt dir ja dies und jenes gemacht haben, die Person oder der ist bestimmt grad im Kino, der kann nicht antworten. Also das ist Quatsch, wäre die Bewertung. Oder wir werfen uns vor, wie kannst Du dich von so was aus der Ruhe bringen lassen? Das kann doch nicht wahr sein.
Ne, jetzt hast Du eine Whatsapp geschrieben, kriegst nicht sofort eine Antwort und sofort verhagelt dir das wieder die Laune. Oh Gott, das kann doch wohl nicht wahr sein. Und so fangen wir in einem nächsten Schritt, wenn wir unachtsam sind, ganz oft an, mit uns zu reden. Wir machen uns für das, was grade da ist, verantwortlich. Wir machen uns fast fertig und wir sagen uns, dass das alles so nicht gut ist.
Es kann natürlich auch sein, dass Du dich positiv bewertest, aber da Du hier auf dem Podcast für alle Erschöpften bist, geh ich mal davon aus, dass eher so ein ja, destruktiver Selbstdialog eher dein Thema ist. Hör auf damit. Sei achtsam und beurteile die Dinge sowohl, die im Außen als auch die im Innen sind, nicht. Du musst nicht überall Etiketten drauf kleben, die gut und schlecht heißen. Richtig und falsch.
Diese ja, dieses duale System, nach dem wir häufig bewerten, das bringt uns nicht weiter und es bringt ganz viel Gefühl in unseren in unser Gefühlsleben hinein, was überhaupt nicht notwendig ist und meistens schlechte Gefühle. Ich hatte den Unterschied zwischen sauberen und schmutzigen Leid schon mal in 1 vollständigen Folge erklärt und die kannst Du dir vielleicht einfach noch mal anhören. Ich glaub, es ist Folge 5 oder so. Sauberes Leid versus schmutziges Leid heißt die. Weil genau das meint das.
Wenn wir in diesen destruktiven Selbstdialog eintreten, dann holen wir uns ganz viele Gefühle an Bord. Und die Achtsamkeit meint, wir tun das nicht, sondern wir verbleiben auf 1 beschreibenden Ebene. Und das, was wir beschreiben, akzeptieren wir so, wie es ist. Es ist, wie es ist. Und da stoppen wir den Prozess.
Wir stoppen es einfach an dieser Stelle. Und wir versuchen, unseren Geist mit anderen Dingen anzufüllen. Dinge, die uns in andere Welten entführen, wie zum Beispiel 'n gutes Buch, 'n Film, Rätsel, die wir lösen, Spaziergänge, die wir machen, Freunde, die wir treffen. Du lernst über die Achtsamkeit, die guten Momente richtig, richtig auszukosten und Du lernst das, was Du dir an unnötig schlechten Gefühlen in dein Leben holst, zu reduzieren. Und das ist auch der Grund, warum ich sage, jeder kann von Achtsamkeit profitieren.
Und wenn jetzt die Frage ist, wie, ne? Ach so, vielleicht noch ein kurzer Satz zu, die meisten denken, Meditation hat mit Achtsamkeit ganz viel zu tun. Ja, natürlich, man kann Meditation, achtsame Meditation, man kann das durchführen und verknüpfen. Aber es reicht auch schon, wenn wir im Alltag achtsam mit uns sind und es schaffen unseren Autopiloten, der so oft läuft, wir sind nämlich mit unseren Gedanken dann gar nicht da, auszuknipsen. Ich würd dir dazu tatsächlich jetzt gerne mal eine ganz, ganz kurze Geschichte vorlesen, die Du vielleicht schon mal gehört hast, aber die so gut ist, dass man sie eigentlich wieder und wieder hören kann.
Und es ist eine Geschichte von einem Mönch. Ein erfahrener Mönch wurde von einigen Novizen gefragt, viel beschäftigt bist Du, doch jederzeit gesammelt. Was ist dein Geheimnis? Der Mönch antwortete, wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich.
Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich esse, dann esse ich und wenn ich spreche, dann spreche ich. Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten, das Gleiche tun wir auch. Wie kommt es, dass Du glücklich bist, in all dem wir aber nicht? Er antwortete, vielleicht ist dies hier der Grund.
Wenn ihr steht, dann geht ihr schon. Wenn ihr geht, dann lauft ihr schon. Wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel. Diese Geschichte birgt auch die Lösung, zu der ich dich einladen möchte. Ich möchte dir, ja vorschlagen, dass Du anfängst, Achtsamkeit im Alltag zu üben.
Das heißt, fange deine Gedanken ein und tue die Dinge mit deiner vollen Aufmerksamkeit. Ja, tue sie mit deiner vollen Aufmerksamkeit. Und es gibt Tätigkeiten, die bieten sich dafür an, insbesondere alle Tätigkeiten, wo viele Sinne beteiligt sind. Das Duschen ist zum Beispiel eine Tätigkeit. Warum lassen sich Himmels willen alle möglichen Menschen Regen duschen in ihr Badezimmer einbauen?
Weil es wunderschön ist, von einem Regen ja, beregnet zu werden. Das verbinden wir alle mit unheimlicher Entspannung. Aber wie viele Menschen trotten unter ihre Regendusche, ziehen schnell ihr Duschprogramm durch und tappern dann wieder raus? Mal ehrlich, egal ob Regendusche oder normale Brause, das kann mit allem sein. Ich würde dir empfehlen, egal was für eine Dusch Du hast, ich würde dir empfehlen, dich beim Duschen einfach mal auf das Erlebnis duschen einzulassen.
Spüre, wie das Wasser auf deinen Kopf und auf deine Schultern trifft. Rieche an deinem Duschgel. Nimm wahr, wie das Duschgel riecht. Wenn Du dich eincremst, nimm die Berührung mit deiner Haut wahr. Höre das Wasser.
Höre, wie es plätschert, wie es unten aufschlägt, wie's in den Abfluss fliegt fliegt. Versuch mit allen Sinnen in dem Moment nur in der Dusche zu sein. Im Jetzt und Hier, genau in diesem Duschvorgang. Das Gleiche kannst Du mit dem Zähneputzen praktizieren. Das Gleiche kannst Du mit dem Kochen praktizieren.
Auch kochendes Zubereiten von Essen ist eine unheimlich sinnvolle Tätigkeit, angefüllt mit Sinneseindrücken, wenn wir uns die Zeit nehmen, das Ganze zu genießen und es achtsam zu tun. Es gibt auch Übungen zum achtsamen Gehen. Wenn wir uns wirklich einmal bewusst machen, wie wir einen Fuß vor den anderen setzen, wie wir abrollen, wie sich vielleicht der Boden unter den Füßen anhört, wenn Du Schuhe anhast, die klackern oder wenn Du durch 'n Schnee gehst, wo's eher knirscht, dann kannst Du aus dem Gehen eine Achtsamkeitsübung machen. Und immer, wenn Du irgendetwas tust und mit deinen Gedanken ganz woanders bist, kannst Du dich wieder einfangen und dich im Jetzt und Hier verorten. Und das ist insbesondere dann ein 1 ganz sinnvolle Trainingseinheit, wenn dein deine Gedanken zu negativen, angstbesetzten Themen oder zu traurigen, schuldbesetzten Themen in die Zukunft oder in die Vergangenheit wandern.
Ich fasse noch mal zusammen, Achtsamkeit. Achtsamkeit heißt, im Jetzt und Hier zu bleiben. Aus 1 Beobachterposition wahrzunehmen, was grade los ist und zwar dich herum und in dir drin. Und das Ganze anzunehmen und zu akzeptieren. Insbesondere den oft zu automatisierten Bewertungsprozess zu unterbrechen und in 1 neutralen, beobachtenden, beschreibenden Haltung zu bleiben.
Du kannst das besonders gut praktizieren, wenn Du all deine Sinne öffnest, wenn Du dich auf Tätigkeiten konzentrierst, wo Du dir all deine Sinne zu Nutzen machen kannst. Zum Beispiel das Duschen, das Gehen oder das Kochen. Du kannst auch standardisierte Achtsamkeitsübungen machen. Sehr gerne. Es hilft dir, deinen Autopiloten zu unterbrechen und mit dir selbst besser in Verbindung zu treten, zu spüren, was mit dir grade los ist, dich selber kennenzulernen, wieder kennenzulernen, denn diese Verbindung gab es mal, aber irgendwo ist die verloren gegangen.
Probier's aus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Achtsamkeit dir nicht hilft. Ich kann mir vorstellen, dass das Training am Anfang vielleicht etwas schwerfällt. Ich werd auch noch eine Übung dazu aussprechen in 1 Folge. Es gibt auch schon tolle Übungen in anderen Podcasts dazu.
Ja, und das war's für heute. Ich hoffe, ich konnte dem Thema Achtsamkeit ein bisschen dieses esoteres Spirituelle nehmen, was ihm immer noch anhängt, weil das ist es nicht. Es ist ein ganz wertvolles Instrument, was Du ganz schnell und einfach in dein Leben bringen kannst und mit Training vermehren kannst, sodass aus einem kleinen Schneeball schnell eine riesige Achtsamkeitslawine wird, die durch dein Leben läuft. Und das kann dir bei der Bewältigung deiner Erschöpfungszustände natürlich 1 a helfen. Ich sage tschüs an dieser Stelle.
Danke, dass Du hier warst. Wenn es dir gefallen hat, teil diese Folge doch mit anderen, damit sie in die Welt kommt und bis zum nächsten Mal. Tschüs, deine Sabine.
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