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Stress Folge 109 · 7. Januar 2021 · 39 Min
Cover: Aufschieberitis. Interview mit der Expertin Catrin Grobbin

Aufschieberitis. Interview mit der Expertin Catrin Grobbin

0:00 39 Min

Worum geht's?

Catrin hilft Menschen dabei, weniger aufzuschieben, sich mehr zu entspannen und persönlich zu wachsen. Procrastination oder leidvolles Aufschieben: Wir schauen auf Ursachen und teilen mit dir die besten Tipps für schnelle Selbsthilfe. Höre, was anderen geholfen hat und nimm neue Impulse für dich mit in Jahr 2021. Für einen gelungenen Start ins neue Jahr.

Hier mehr Infos zu Catrin:

www.catringrobbin.de

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Vollständiges Transkript · 6.882 Wörter · etwa 34 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo, herzlich willkommen bei Reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Psychotherapeutin aus Köln mit eigener Praxis systemischer Coach und heute ist mein Thema Aufschieberitis. Und weil ich selber eine Tendenz zum Aufschieben habe, habe ich mir eine Expertin eingeladen, nämlich Katrin Grubin aus Hamburg, die sich genau mit dem Thema schon seit vielen Jahren auseinandersetzt und schon vielen Menschen dabei geholfen hat. Ja, Aufgaben, die sie gerne aufschieben, was ja zu 1 leidvollen Erfahrung werden kann, in Angriff zu nehmen und ja, entspannter zu leben.

Ich freue mich sehr und hoffe, dass das Interview grade zum Jahresstart für dich eine Motivation ist, mit der Du beschwingt mit guten Vorsätzen ins Jahr 20 21 startest. Viel Freude mit dem Interview. Die Kontaktdaten von Katrin findest Du natürlich in den Shownotes. Guten Morgen Katrin. Wie schön, dass Du bei mir im Podcast bist.

Ich freu mich. Guten Morgen Sabine. Danke, dass Du mich eingeladen hast. Ja, ich hab grad in der Anmoderation kurz was zu dir gesagt, aber ich fänd's spannend. Du bist Expertin für das Thema Aufschieben.

Wie bist Du das geworden? Warum ist das dein Thema? Erzähl mal. Ja, das man sucht sich ja solche Themen nicht zufällig aus, ne. Also ich bin dazu gekommen, während ich, also vielleicht erst mal, ich kenn das Thema selber auch aus eigener leidvoller Erfahrung, so aus Schule und aus dem Studium und hab aber da mich wenig mit befasst.

Ich hab das immer nur erlitten, so da also bemerkt, so oh, ich bin wieder spät dran und jetzt muss die Nacht dran glauben und dann habe ich ein Thema gesucht für meine Abschlussarbeit, für meine Diplomarbeit damals und hatte das Gefühl, das ist doch 'n gutes Thema. Während ich gerade dachte, ich schieb ja schon 'n bisschen auf, ich müsste jetzt mal die Abschlussarbeit anfangen, dachte ich, das ist doch 'n gutes Thema, ne. Mit 'ner Freundin zusammen saßen wir im Studentenwohnheim am Kaffeetisch und dachten, das ist spannend. Da will ich mehr zu wissen. Und dann hab ich eine kleine Interviewstudie gemacht und Leute befragt, wie's ihnen denn mit dem Aufschieben geht und als letzte Frage hab ich sie auch nicht ganz uneigennützig gefragt, was denn ihre Tipps und Tricks sind, wie sie ins Arbeiten kommen.

Und damit hat das alles angefangen. Okay und sag mal, was sind Tätigkeiten, die Du heute noch aufschiebst? Also Ist das? Auf jeden Fall. Also ich schieb viel weniger auf als früher, weil ich natürlich a in 'ner viel entspannteren Situation bin, weil Studium ist ja was anderes, als wenn man dann die Arbeit macht, die einem richtig Spaß macht.

Und ich hab natürlich ganz viel gelernt über die Auseinandersetzung. Aber ich bin ja auch ein Mensch und das heißt, ich schieb auch gern mal Dinge auf, wo ich keine Lust zu habe oder die vielleicht auch mir nicht ganz so wichtig sind. Ja, also Steuererklärung ist immer wieder auf der Liste, wobei ich da auch Fortschritte gemacht habe und ich hab ja auch noch eine Doktorarbeit, die jetzt aber wirklich dieses Jahr fertig werden wird. Da hab ich zwischendurch auch richtig Pausen gemacht, aber auch Phasen immer mal, wo ich denk, ach nö, da hab ich jetzt nicht so Lust. Ich muss noch ganz viele andere Dinge tun, dann mach ich jetzt lieber die anderen Dinge.

Keller ausräumen, also aufräumen, so die Klassiker, die hab ich auch durchaus noch auf der Liste und leb da ganz gut mit, muss ich sagen. Das finde ich superwichtig. Ich hab ja unglaublich viele Klienten, Patienten, die haben sonen Perfektionsanspruch und die denken immer, dieses Aufschieben, das ist so was, das müssen sie komplett loswerden und loslassen. Und ich versuch, denen auch immer zu erklären, das ist letztendlich ja in eigentlich fast jedem von uns, würde ich fast sagen, verwurzelt, ja? Ich schiebe zum Beispiel auch immer mal wieder Tätigkeiten auf, so wie Du auch, auch die Steuererklärung gehört bei mir dazu.

Und man darf da auch sehr freundlich mit sich sein und sich das bis zum gewissen Teil halt auch erlauben. Es gibt bestimmt krankhafte Aufschieberitis, da werden wir auch gleich noch drüber sprechen, aber das Aufschieben an sich ist Teil der menschlichen Natur und man darf sich das verzeihen. Das wäre so mein erster Appell für heute. Stimmst Du dem zu? Ja, dem stimme ich absolut zu.

Also ich find's auch total wichtig, dass man jetzt nicht das Gefühl hat, also auch Leute, die in mein Coaching kommen, die sollen jetzt nicht den Anspruch haben, dass sie nie wieder irgendwas auf die lange Bank schieben, weil das fände ich auch nahezu unheimlich und auch nicht schaffbar, weil wir einfach Also den meisten geht's ja so, die haben so viel auf dem Zettel. Wir haben so lange Listen, was wir uns alles vornehmen und ich hab's Gefühl, je moderner das Leben wird, umso länger werden die und es ist einfach nicht alles zu schaffen. Wichtig find ich persönlich, dass man schaut, ob 'n Leidensdruck besteht und wo drin der besteht und auch, ne, ob's Konsequenzen von außen gibt, also ob wirklich wichtige Dinge darunter leiden und man da eben Konsequenzen erleiden muss, die jetzt nicht unbedingt sein müssen. Das wäre son Indiz, wo ich sag, da sollte man vielleicht was tun. Aber wenns zum Beispiel nur darum geht, dass der Keller nicht aufgeräumt ist oder dass vielleicht die Wohnung nicht immer picobello ist oder so, dann arbeiten wir da auch eher an anderen Sachen.

Ja, ich helf ja Leuten auch dabei, entspannter zu leben, das ist ja der 2. Teil und dann machen wir eher was dazu, als dass wir jetzt da die Perfektion noch weiter auf die Spitze treiben, denn das finde ich persönlich auch nicht son guten Ansatz. Ja. Sag mal, mit deiner Erfahrung, was sind so die typischen Ursachen, wieso Menschen aufschieben und vor allen Dingen wieso sie manchmal so aufschieben, dass es wirklich eine leidvolle Erfahrung wird? Also es gibt ja unterschiedliche Theorien dazu.

Ich also ob es ein Persönlichkeitsmerkmal wäre oder erlernt oder so und ich bin ein absoluter Fan davon, dass es ein erlerntes Verhalten ist einerseits, weil dann haben wir auch die Möglichkeit, das wieder umzulernen, sonst würde das ja alles keinen Sinn machen. Und dass wir's halt erlernt haben, wenn sich zum Beispiel eine Aufgabe nicht angenehm anfühlt. Also zum Beispiel ich hab Angst vor der Aufgabe oder ich bin verwirrt und weiß nicht, wo ich anfangen soll oder ich bin auch vielleicht 'n bisschen sauer. Ja, bei der Steuer sind so viele Leute so unglaublich sauer und trotzig, weil wir einfach keine Lust dazu haben. Ich nehm mich da nicht aus, ne, das dann macht man noch die ganze Arbeit und dann muss man nachher noch was nachbezahlen.

Das macht einfach keinen Spaß und dann ist es eigentlich auch ja eine ganz natürliche Reaktion, aus der Situation rauszuflüchten. Das können wir bei Kindern beobachten. Wenn die keine Lust haben, im Zweifelsfall werfen die sich einfach auf den Boden und bleiben da liegen oder laufen schnell weg und verstecken sich irgendwo Und das heißt, dass wir in solchen Situationen auch noch mal, das ist meine Sicht, so kindliche Teile rauslassen und und dann uns eine kleine Flucht erlauben, diese Aufgabe nicht weiter angucken zu müssen. Das ist so eine der Haupt nicht nicht das Ganze, aber eine der Hauptursachen, die ich beobachte, auch bei mir selber. Und das heißt ja letztendlich, dass es Lerntheoretisch mir kurzfristig Erleichterung bringt, ne?

Genau. So ist es ja bei den Kindern. Ich versuch was etwas unangenehm auszuweichen. Ich hab Lerntheoretisch kurzfristig eine Erleichterung. Das macht also den Lernprozess hier aus, eine kurzfristige Belohnung und der die mittelfristige Konsequenz, dass es mir vielleicht schadet, die kommt so zeitverzögert zum Aufschieben, dass ich sie damit gar nicht in Verbindung bringe.

Richtig. Da gibt's auch Untersuchungen dazu über also, dass wir Dinge mehr aufschieben, je weiter das, was dann als Konsequenz daraus folgt, in der Zukunft liegt. Weswegen wir eben, wenn dann der Termin näher rückt, dann doch schneller mal ins Tun kommen, weil wir es eher überhaupt im Fokus haben. Also wir arbeiten ja immer daran, sei im Hier und sei im Jetzt. Das ist eigentlich auch gut und wir sind tatsächlich auch so gestrickt, dass wir im Hier und Jetzt sind.

Das heißt, wenn da ein Termin ist, der es in 'nem halben Jahr ist oder weiß nicht, Keller aufräumen ist ja so was für, wenn ich mal hier aussehe oder wenn der Keller dann ganz voll ist, das ist oft so weit weg, dass das einfach noch nicht im Blickwinkel ist und da sieht der Organismus häufig einfach auch noch gar keinen Handlungsbedarf. Und wenn dann ein Termin ist, wenn man dann oben zieht tatsächlich, dann setzt man sich ja oft auch ran und räumt tatsächlich aus, weil man dann besser spüren kann, was es für Konsequenzen hat. Also das das untermauert das, ne, mit diesem Lernen. Ja, das ist verstanden. Ist eigentlich schlau.

Und das macht dann auch das, was Du sagst. Dadurch, dass es ein gelerntes Verhalten ist, kann ich sozusagen umlernen, indem ich ebenso Lerntheoretisch wahrscheinlich mit Belohnungen oder manchmal vielleicht auch mit Bestrafung agiere, richtig? Ja, genau, ich bin absolut mehr der Fan von den Belohnungen, aber ich weiß, ich hab auch immer mal Leute im Seminar, die sagen, nee, Bestrafungen sind für mich besser, Dann muss man natürlich gut auswählen. Aber davor wäre noch ein Schritt, weil ein 1 andere Sache, die ich beobachte, weswegen Leute aufschieben, ist, dass sie einfach zum Teil nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Das heißt, ich muss mir diese Aufgabe, die mich zum Beispiel überfordert, auch erst mal klein aufteilen zum Beispiel.

Das ist was das ist 'n Schritt, der bei ganz vielen fehlt. Die denken dann zum Beispiel, ich ich bleib mal beim Keller, weil das kennt glaube ich fast jeder oder Dachboden oder so. Wenn man da so reinguckt und das hat sich über die Jahre angesammelt, weiß man ja oft überhaupt nicht, wo man jetzt ansetzen soll und es ist häufig die halbe Miete, wenn man schon mal weiß, wo fange ich an, bei welchem Regal oder mein Vorgehen, ich räum alles raus und gucke oder ne, keine Ahnung. Man hat da so Bilder, man müsste alles auf mal machen und wenn man es schafft, die Aufgabe in kleinere Unterabschnitte zu unterteilen, dann verschwindet ja häufig auch dieses Überforderungsgefühl und dann bin ich wieder handlungsfähig und kann mir 'n Plan machen und kann mir für die einzelnen Schritte auch eine Belohnung überlegen. Aber erst mal muss ich ja in son Gefühl von Machbarkeit kommen.

Das ist das, was ich häufig beobachte, dass dann bei vielen der Knoten platzt und sie sagen, ach, wenn ich erst mal angefangen hab und weiß, welche Schritte ich gehen muss, dann ist es eigentlich ja gar nicht so schwer. Ja, das das stößt in mir 2 Gedanken an. Das 1. Ist, dass es gibt ja gerade diese ganzen ja Aufräumtrends, die so in Mode sind, ne. Da gibt's ja, glaub ich, so Dinge, die kommen aus Japan und so weiter, wo es darum geht, wie halte ich mein Haus, meine Wohnung in Ordnung?

Und die machen ja ganz stark diese Portionierung von der Du sprichst ne jeden Tag eine Schublade oder jeden Tag eine bestimmte Ecke und eben diese Überforderung rauszunehmen dass der Berg so groß ist also da findet man das einfach was Du da beschreibst Ja. Und das 2., was in mir losgetreten wird, ist direkt, ich hab 3 Kinder ja auf der weiterführenden Schule und ich vermisse ehrlich gesagt beim Thema Schule, dass meine Kinder das lernen in der Schule. Also auch in der Schule werden Themen häufig nicht nachvollziehbar für Kinder in kleine Lernhappen zerlegt, sodass sie das Gefühl haben, sie können sie gut bewältigen. Das wäre son son Defizit, wo ich denke, Mensch, da könnte man so viel den Kindern in der Schule beibringen. Tun vielleicht auch manche Lehrer, ich muss sagen, über meine 3 Kinder hinweg gedacht, vermiss ich genau diesen Schritt, nämlich wie teile ich mir Lernstoff sinnvoll ein, sodass er mir bewältigbar erscheint und ich auch zuversichtlich mich da durcharbeiten kann?

Ja, das würde ich unterschreiben. Also ich hab ja eher mit den Größeren zu tun. Also ich bin ja an der Universität auch in Hamburg und sehe ja viele Studenten und da hab ich genau deshalb hab ich das auch in meine Trainings reingenommen, weil ich beobachtet habe, dass die überhaupt nicht wissen, wie sie das für sich aufteilen können. Ja, dann frage ich, was ist dein nächster Schritt? Und dann sagen sie, ja, ich schreib jetzt die Hausarbeit.

Sag okay, das ist das große Ziel und wie schreibst Du jetzt? Was machst Du als Erstes? Und dann habe ich oft verständnislose Blicke geerntet mit wie aufteilen Fragezeichen. Und deswegen habe ich da auch angefangen in den Seminaren und ich mach das im Coaching auch oft, den Leuten zu helfen, das kleinzumachen und überhaupt zu gucken, was gehört denn alles dazu? Was muss man alles tun, dieses Ziel zu erreichen?

In welcher Reihenfolge macht es irgendwie Sinn und wo sind noch große Brocken, die man vielleicht noch kleiner machen muss? Das ist tatsächlich was, wo ich auch finde, dass dass das in der Schule gut Platz haben könnte, aber so Sozialkompetenzen und Arbeitskompetenzen sind ja nicht ganz so häufig auf dem Lehrplan leider. Nee, das stimmt. Es geht immer noch viel Wissen anhäufen ne und nicht so sehr Strategien. Ja, aber wenn wir da jetzt anfangen, wir haben ganz anderes Wasser, aber Ursachen, die Du genannt hast.

Ja, sag Du. Gesagt, wenn wir da jetzt anfangen, könnten wir noch mal eine ganz andere Episode aufnehmen, ohne dass ich jetzt Lehrerin bin, aber dazu habe ich auch noch so meine Meinung mit dem Anhäuf von Wissen. Ja. Also wir hatten jetzt 2 Ursachen. Das 1.

Hattest Du gesagt, das ist dieses Lerntheoretische, das heißt, es ist einfach ein gelerntes Verhalten. Ja. Und das 2. War ja letztendlich diese ja strategische Komponente. Das Ding erscheint mir einfach viel zu groß und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Gibt's noch mehr Ursachen, die dir begegnen in deiner Beratungspraxis? Ja, also ich würde die die negativen Gefühle, die wir hatten, oh was ist negativen, die unangenehmen Gefühle noch mit reinnehmen als große Ursache, weil das ist sozusagen fast noch die 1., was ich mich nicht gut fühle, entweder zur Aufgabe oder generell. Generell geht noch mal, Du hast ja eine schöne Podcastepisode aufgenommen, die Nummer 99 und hast da auch über Erschöpfung und Anspruch und so weiter gesprochen. Und das sind, finde ich, auch noch mal 2 Dinge, die oft mit eine Rolle spielen. Also entweder, ich hab mich einfach länger übernommen und bin so nah am Burn out oder auch drin und und will immer noch mehr und kann aber eigentlich nicht mehr.

Dann hast Du ganz schön beschrieben, wie der innere Schweinehund dann eben in Persona anspringt und sagt, so, jetzt ist aber mal Schluss, Pause als Ressourcenmanager sozusagen. Das ist etwas, was ich auch immer mal wieder beobachte, auch bei mir selber. Also wenn ich anfange, was aufzuschieben, gucke ich auch ziemlich schnell erst mal, wie sieht's denn eigentlich mit meiner Arbeitsbelastung aus und ist das realistisch, was ich mir da grad noch aufgeladen habe oder muss ich noch mal 'n bisschen Abstriche machen? Und eben das Thema Erschöpfung oder überhaupt auch noch was anderes vielleicht gerade auch dran ist. Also es gibt ja Zusammenhänge zum Beispiel auch zwischen Aufschieben und oder Prokrastination, der schlimmen Form von Aufschieben und Depression zum Beispiel.

Und ich hab es auch immer wieder in meinen Kursen, gerade wenn ich die über die zentrale Studienberatung anbiete, dass Leute eben entweder schon in Behandlung sind wegen 1 depressiven Phase oder ich ihnen anrate, dass sie da mal 'n Gespräch führen und gucken. Denn wenn ich wenn ich sehr gedrückt bin und mein Energielevel sehr niedrig ist, egal warum, dann ist das natürlich zuerst dran. Also mich dann zu motivieren, da die schlimmsten Dinge noch anzugehen, ist nicht machbar aus meiner Sicht oder aus meiner Erfahrung. Das heißt, ich muss auch gucken, wie ist denn überhaupt mein Zustand? Wie geht's mir körperlich, geistig, seelisch?

Und ist die Ursache vielleicht auch da zu suchen? Das ist auch eine Ursache, die Ja, das ist wirklich komplex, ne? Ja, das ist ja schon. Weil einerseits, wenn ich lange aufgeschoben habe und dann meinen eigenen Ansprüchen gescheitert bin, dann bietet das natürlich Nährboden für eine depressive Episode. Und andersrum, wenn ich in 1 depressiven Episode bin, ist es ein Symptom, dass ich aufgrund der Antriebslosigkeit eigentlich nichts mehr geregelt kriege, ne.

So das Henne Ei Problem son bisschen, man weiß gar nicht eher da, aber es zieht halt oft zusammen auf. Das ist auch was, was ich beobachte in meiner Praxis. Ja. Und dann muss man natürlich auch von beiden Seiten daran, also wenn die depressive Stimmung schon so schlimm ist oder auch körperlich, ne? Manche schicke ich auch zum Arzt und und sag, Mensch, Du siehst so blass aus, lass mal deinen Eisenspeicher checken oder so.

Oder Vitamin-D-Mangel, was wir hier alle im Winter eigentlich haben. Auch das macht müde und schlapp und und fühlt sich eigentlich wie eine Depression an und führt zum Aufschieben. Also das man muss einfach das Ganze, den ganzen Organismus im Zweifel betrachten, wenn's ganz schlimm ausgeartet ist, sage ich mal. Genau, Schilddrüse habe ich auch immer noch aufgeschrieben. Mhm.

Ja. Ja, also jetzt haben wir so auf die Ursachen geguckt von dem Thema und wir haben ja auch vorhin schon ganz am Anfang einen Tipp geteilt, den würde ich gern noch mal wiederholen, nämlich sich selber auch aufschieben erlauben im gewissen Maß, weil's einfach dazugehört und manchmal notwendig ist. Jetzt sind natürlich die Zuhörer total gespannt. Was sind so die wichtigsten Dinge, die Du in deinen Coachings, in deiner Beratung, in deinen Seminaren ja Menschen, die leidvoll aufschieben, mit an die Hand gibst. Also wir fangen eigentlich immer damit an.

Ich kann hier nur spoilern, ne. Ich weiß, dass Du hier keine Beratung machen kannst im Sinne, wie Du das auch anbietest, aber son son paar Tipps wären glaub ich gut. Doch doch natürlich. Deine Zuhörer oder unsere Zuhörer sollen auch Tipps kriegen unbedingt. Also das 1., was wir immer machen ist, dass wir gucken, was sind die Ursachen.

Also bisschen, was wir eben ja auch schon besprochen haben. Also schau einfach mal, was schiebst Du genau auf? Wie sieht es genau aus? Wann tritt es auf? Gibt's bestimmte Uhrzeiten oder Wochentage oder ich weiß nicht was?

Also so Muster und guck mal, ob Du da zum Beispiel was Spannendes herausfindest und auch welche Aufgaben es speziell sind. Also wer aufschiebt und da 'n größeres Thema hat, der neigt dir häufig Wir neigen ja zu Verallgemeinerungen und neigt dazu zu sagen, ich schieb sowieso alles auf, aber wenn Du genau beobachtest, wirst Du feststellen, dass Du gar nicht alles aufschiebst, sondern dass es da bestimmte Muster gibt von Dingen, die eben liegen bleiben und andere Dinge, die ganz leicht gehen. Das ist so der Anfang, finde ich. Dann, was wir jetzt noch gar nicht besprochen haben, ist auch das Thema Motivation. Warum will ich denn diese Aufgabe wirklich tun?

Und will ich die überhaupt tun? Oder warum muss ich die tun, einmal zu gucken, was ist eigentlich das Ziel? Weil wir neigen ja manchmal auch dazu, uns Dinge aufn Zettel zu schreiben, die für uns persönlich eigentlich gar nicht so wichtig sind und dann ist die gute Frage, bleibt der auf bleibt die Aufgabe auf dem Zettel oder was brauche ich vielleicht, eine Motivation zu entwickeln? Wie gesagt, ich bleib noch mal bei den Studenten. Wenn die gar nicht wissen, wohin die wollen mit ihrem Studium, ist es ganz häufig, dass der Abschluss aufgeschoben wird, weil dann bin ich ja fertig und dann müsste ich ja wissen, was ich damit arbeiten will.

Und da gibt's viele gute Gründe, die dagegen sprechen, diesen Abschluss fertigzumachen, weil der Erwartungsdruck von innen und auch von außen so groß ist, dass man dann gefälligst auch sich bei der richtigen Firma bewirbt oder die richtige Tätigkeit aufnimmt, dass es viel besser ist eigentlich und viel überschaubarer, noch im Studentenstatus zu bleiben. Das heißt, schau mal die Aufgabe was für eine Priorität hat die und welche Motivation hast Du eigentlich dafür? Finde ich noch mal ganz wichtig, weil ist ja noch mal ein neuer Aspekt ne? Ja. Es ist nicht nur, dass ich dieser kurzfristigen Tätigkeit ausweiche, weil ich sie als unangenehm oder belastend empfinde, sondern eigentlich weiche ich letztendlich dem Ziel dahinter aus, weil ich mit dem vielleicht tatsächlich ja nicht identifiziert bin oder es nicht klar habe oder es sogar eine unangenehme Konsequenz bedeutet.

Also bei der Steuer zum Beispiel ne, wenn ich die Steuererklärung mache und weiß, dass ich am Ende eine Nachzahlung leisten muss, tue ich ja gut daran, dass möglichst lange aufzuschieben, weil ich der Nachzahlung ausweich. Ja, genau. Also das heißt, Du guckst auf jeden Fall in deiner Beratung immer noch mal weiter und hinterfragst, warum will ich etwas tun beziehungsweise warum macht es vielleicht auch Sinn, etwas eben genau nicht zu tun und auf die lange Bank zu schieben. Genau, ja. Genau.

So und dann kommen die Klassiker, die man vielleicht erwarten würde. Entschuldigung. Hattest Du noch Ja mach ruhig. Ich hätte nur gefragt, was noch? Ja, was noch?

Genau, dann kommen die Klassiker, die man vielleicht erwarten würde. Also natürlich, wenn ich dann genau weiß, was ich tun muss und tun will und die Aufgabe klar hab, kann ich mir die in kleine Abschnitte oder kleine Häppchen unterteilen und dann kann ich mir zum Beispiel immer eine Uhr stellen. Dazu hab ich auch schon eine Podcastepisode gemacht. Ich stell mir eine Uhr auf so und so viel Minuten und dann setze ich mich, komme was da wolle an dieser Aufgabe. So gut ich das eben kann.

Und die 1. Arbeitseinheit besteht häufig darin, tatsächlich da zu sitzen, aufm Stuhl und zu beobachten, wie man keine Lust hat anzufangen. Aber irgendwann fängt man vielleicht doch mit Lesen an oder man nimmt doch mal einen Zettel und sortiert den irgendwie weg, sodass man irgendwie ins Tun kommt. Wenn die Uhr fertig ist, kann man ja entscheiden, ob man dann sagt, so, das war jetzt 'n guter erster Versuch, jetzt ist Pause oder ob man sagt, ach, jetzt bin ich grad drin, ich mach noch mal eine Runde weiter. Das ist 'n guter Trick zum Anfang und wenns nur 5 Minuten ist, einfach mal die Uhr stellen und loslegen, denn wir neigen dazu, dass wir Dinge, die wir angefangen haben, dann doch irgendwie zu Ende bringen wollen.

Also so, dass man das nutzen kann, diesen Sog, dass man dann doch noch 'n bisschen mehr macht, als man so dachte. Das kennt eigentlich auch jeder. Wenn ich erst mal angefangen hab mit Aufräumen, dann macht's ja irgendwann doch auch meistens 'n bisschen Spaß. Ich hab gestern hier 'n paar Ordner leer gemacht und konnt gar nicht wieder aufhören. Meine Tochter stand hier und sagte, Mama, Du hast gesagt, Du bist jetzt gleich fertig.

Sag, ja komm, den einen noch und hab ganz viel altes Zeug ausgeräumt und dachte, das brauche ich nicht mehr und ich nutz jetzt diesen Schwung und hab eine ganze Tüte Altpapier produziert. Ich wollte nur in einen reingucken, ne? Was ist eigentlich hier drin? Und dann hab ich, glaube ich, eine Dreiviertelstunde Altpapier produziert. Das war super, richtig Spaß gemacht.

Also das kann ich zum Beispiel dadurch herstellen, dass ich sag, ich stell jetzt die Uhr und dann fange ich einfach mal an, gucke mal. So. Ja, das finde ich einen ganz wichtigen Tipp, das zu greifen, was man da aufschiebt, sich dafür zu entscheiden, es endlich zu beginnen und sich die Uhr zu stellen und einen Zeitraum zu geben, den man erst mal investiert. Und entweder, ne, wie Du sagst, man verlängert oder nicht, aber es gibt erst mal diesen Zeitraum und ich fang erst mal eine halbe Stunde damit an, den Keller aufzuräumen hab's auch schon gemacht, dass ich eine Uhr gestellt hab und dann hab ich nach der Zeit eingesehen, dass heute nicht der richtige Tag dafür ist. Auch das ist in Ordnung, dass man sagt, ich hab's jetzt versucht.

Mit gutem Gewissen kann ich sagen, heute ist wirklich Es geht heute irgendwie nicht. Mein Kopf macht es nicht mit oder die die Energie ist zu niedrig, dann probiere ich's halt morgen noch mal. Wichtig ist, dass man einfach dann dran bleibt, wenn man sich dafür entschieden hat und es einfach immer wieder versucht, denn es wird auch andere Tage geben, wo das dann funktioniert. Und wenn das alleine nicht geht, dann kommt mein vielleicht wichtigster Tipp und zwar, dass man sich Unterstützung besorgt und das muss jetzt Also es kann natürlich ein Coaching bei mir sein oder bei dir, ne, Unterstützung, aber es kann auch viel einfacher sein, dass man sich jemanden aus der Familie schnappt oder 'n Freund, eine Freundin, irgendjemanden, der dabei sitzt quasi und wenn das virtuell ist, wir haben das ausprobiert, das geht super auch virtuell und einen dabei begleitet, während man das tut, sodass man nicht alleine davor steht. Das ist was, was für viele Leute richtig gut funktioniert.

Also ich mach regelmäßig Co Working Sessions. Ah, okay. Ja, wo man also zusammenarbeitet. Ist für mich auch noch mal 'n Ja, das ist für mich auch noch mal 'n neuer Aspekt. Das heißt, wenn Du zum Beispiel jemanden coacht, online virtuell, Du bietest das ja auch als Onlineberatung an, dann heißt das nicht nur, dass ihr redet und Ursachen erforscht, sondern manchmal wird das sozusagen auch erledigt während Du dabei bist und denjenigen begleitest.

Genau. Genau so. Also das das machen wir natürlich sparsam, jetzt weil die Leute zahlen ja dann auch so im Stundentakt sozusagen, aber was ich also im Coaching häufig mache, entweder ich bleib sitzen, da holen Sie doch schon mal den Ordner. Ich bleib dabei. Finden Sie schon mal schnell den Ordner und klappen Sie ihn schon mal auf Und dann gucken wir, wo ist der 1.

Anfang und dann beenden wir oft auch die Stunde und und dann dürfen die mir oder sollen sie mir eine SMS schicken, wie's dann geklappt hat zu 'ner bestimmten Uhrzeit zum Beispiel. Und wenn ich 'n Gruppenprogramm mache zum Beispiel, dann haben wir richtig Co Working Sessions, wo wir also einfach uns treffen, schönen guten Morgen oder guten Mittag und jeder sagt, was nehme ich mir jetzt vor in diesen anderthalb, 2 Stunden? Und dann arbeitet jeder so, wie er eben kann und will. Wer möchte mit Kamera, wer sich unwohl fühlt, kann ihn natürlich auch ausmachen. Und dann wird am Ende ausgewertet, so 10 Minuten vor Schluss, okay, was Wie hat's geklappt?

Und wenn zwischendurch Fragen sind, dann bin ich da. Also das sind so 2 Dinge, die ich viel mache, die Leute ins Tun zu kriegen, weil es manchmal Es geht einfach dann ja auch ums Machen. Es geht nicht immer nur ums Nachdenken und Nachfühlen, das ist der 'N wichtiger Anfang und auch wenn 'n Knackpunkt irgendwie ist, ist das wichtig, aber oft geht's einfach auch darum, es endlich anzufangen. Sag genau, was ist da dein Angebot mit diesen Co Working Sessions? Also das die Co Working Sessions als einzelnes ist gerade noch im Werden, da bin ich gerade am Entwickeln, wie ich die auch mal einzeln anbieten kann.

Ich biete die immer auch mal gratis an zum Ausprobieren, weil manchmal kann man sich das ja nicht so vorstellen, wie das funktioniert. Da kann man auf meiner Internetseite mal gucken. Da werde ich da tue ich immer Termine hin oder in meinem Newsletter schicke ich die immer rum, wenn's mal was zum Ausprobieren gibt. Und ich bin gerade dabei zu entwickeln, wie ich die auch regelmäßig anbieten kann, wie ich das in meinen Arbeitsfluss reinkriege für 'n kleinen Beitrag, dass man sich da einklinken kann und dann seine Sachen machen. Ansonsten gibt's die eben im Rahmen von meinem Coaching, dass ich mich eben auch immer mal hinsetze und wir gemeinsam arbeiten oder wenn ich 'n Gruppenprogramm online anbiete, so was ist auch immer auf meiner Seite zu finden oder übern Newsletter geht es rum.

Da ist das dann integriert sozusagen. Es ist spannend. Das hat sich ja in den Großstädten haben sich die Co Working Spaces ja etabliert, gerade für Freiberufler und Selbstständige, weil dieses Zuhause Arbeiten, was deine weil dieses Zuhause Arbeiten, was deine Studenten ja auch oft haben, das birgt ja 'n besonderes Risiko fürs Aufschieben. Ich weiß früher schon auch, als ich studiert habe, wenn ich in der Unibibliothek gesessen hab, ging's oft deutlich besser Und auch ich hab teilweise hier, ich habe Anschluss an eine Unternehmensberatung, wo ich sozusagen co working mäßig manchmal für konzeptionelle Tätigkeiten hingehe, damit ich einfach nicht zu Hause bin, weil die Versuchung zu Hause so viel größer ist. Und das ist sozusagen das virtuelle Gegenstück dazu.

Genau, genauso. Also vorher, also sag mal, vor Corona habe ich die Leute immer in die Bibliotheken geschickt und gesagt, geht in die Bibliotheken. Da sind andere, die arbeiten auch, damit man diese Arbeitsatmosphäre hat und damit die Waschmaschine nicht nebenan ist und der Kühlschrank und der Fernseher und alles, was man so braucht. Und weil auch die Hemmschwelle, sich Netflix auf dem Handy anzumachen, größer ist, wenn andere Leute eigentlich gerade arbeiten. Und ich hätte auch mein Studium nicht geschafft, ohne mit Freunden verteilt in 'ner Bibliothek zu sitzen und zu sehen, wie die auch arbeiten.

Und jetzt spätestens seitdem, aber auch schon vorher, ist es halt online noch mal eine gute Ergänzung, auch vor allen Dingen, wenn Leute eben nicht an einem Ort wohnen oder wenn man eben seine Unterlagen braucht und die nicht durch die ganze Stadt schleppen möchte oder woanders hin. Und das funktioniert tatsächlich quasi genauso gut oder fast genauso gut. Man muss sich natürlich 'n bisschen mehr disziplinieren, weil man ja doch zu Hause ist, aber es funktioniert wirklich ziemlich gut, wenn man weiß, nachher werden die anderen fragen, was ich gemacht habe. Dann muss ich Rechenschaft ablegen. Das ist wirklich Wir sind halt soziale Wesen.

Wir möchten keinen schlechten Eindruck machen und das ist was, was ganz gut hilft am Anfang. Genau, soziale Kontrolle. Mhm. Ja, da da stellt natürlich Corona uns alle vor eine besondere Herausforderung. Also ich weiß, dass das in meinen Gesprächen ganz oft 'n Thema ist, dass die Leute sagen, ich komm, es sind ja häufig Angestellte, ne.

Ich komm mit dieser Art und Weise zu Hause an meinem Küchentisch zu arbeiten. Ich komm damit einfach nicht klar. Das ist für mich keine tragbare Situation. Ich hab das schon so lange, weil ich schon Ewigkeiten selbstständig bin, aber für viele ist das jetzt eine ganz neue Herausforderung und viele erleben jetzt glaube ich diesen Drang etwas aufzuschieben oder sich ablenken zu lassen ja das 1. Mal so in ihrem Leben.

Also umso wichtiger finde ich, dass es Expertinnen wie dich gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen und die hier hilfreiche Impulse und Unterstützung geben. Du hast auch gesagt, Du hast jetzt einen Podcast gemacht, kürzlich ins Leben gerufen, ne? Ja, genau. Mit welcher Idee, was was in deinen Folgenpreis? Also mit diesem Podcast gehe ich schon seit 2 Jahren quasi schwanger.

Also seit ich online unterwegs bin, seit 20 18, habe ich gedacht, es wäre schön ein Podcast zu haben und nun wurden die Rufe immer lauter, man möchte mich auch aufm Ohr haben. Deswegen habe ich jetzt zum Nikolaus am sechsten Dezember den Podcast einfach mal gestartet. Ja, einfach machen. Und der heißt, so wie mein mein Kernangebot, was ich vor allen Dingen online ja auch immer draußen habe, weniger aufschieben, entspannter leben. Und darum geht es diese Themen.

Also wie kann ich weniger aufschieben, mehr ins Tun kommen, vielleicht auch meine Prioritäten klären und wie kann ich entspannter leben? Weil das Ganze gehört für mich zusammen. Wenn ich entspannt lebe, dann sind mir auch meine Prioritäten klar und dann tue ich auch meistens das, was dafür nötig ist. Und gleichzeitig, wenn ich es schaffe, das zu tun, was dran ist, rechtzeitig, dann bin ich auch wieder entspannter. Das heißt, es gibt eine Abwechslung von Inputs zu Achtsamkeit, zu Entspannung.

Wie kann ich in einen Arbeitsflow kommen? Und Zeitmanagement, Planung und so weiter eben von mir. Und ich werd auch Interviews machen. Also jetzt zu diesem Zeitpunkt sind gerade 7 Episoden draußen und ja, der wird jetzt wachsen. Immer so, wie ich das schaffe, werde ich da kleine Impulse geben, eben auch Menschen zu unterstützen, die jetzt eben vielleicht auch nicht gleich in 'n Coaching kommen wollen, aber trotzdem gerne mal ja sich da Anregungen holen wollen und die das eben gerne über die Ohren tun.

So schön und so wichtig. Ich nehme auch immer, wenn ich mit dir telefoniere und wir haben ja so eine ja Intervisionsgruppe mittlerweile sagt man ja Mastermind ne aber miteinander ich nehme auch immer so viel Impulse mit und mittlerweile, wenn ich an das Thema aufschieben denke, sehe ich gar nicht mehr den inneren Schweinehund, sondern ganz häufig dich. Das ist ja schön. Ist auch schön, son bisschen Teil meines inneren Teams geworden, ja drin. So ist Das ist ja schön.

Ist auch schön, son bisschen Teil meines inneren Teams Oh. Die Räumlichkeit drin. So ist er. So schnell kann's gehen, ja. Genau.

Ich glaube, dass das Thema wahnsinnig wichtig ist. Kannst Du uns noch verraten, was für dich am besten funktioniert? Also Du hast ja gestanden heute zu Beginn des Interviews, dass Du durchaus auch noch aufschiebst. Aber was ist so dein dein wichtigster Hack, dein eigenes Aufschieben zu verhindern? Boah, lass mich kurz nachdenken.

Ich ich wende das natürlich immer nach Fug- und Wellenschlag an, also immer so wie's dran ist, aber was ja was was mir am persönlich am allerwichtigsten ist, ich bin gerne entspannt und ich bin sehr ungerne im Stress und deswegen habe ich eine große musste ' musste 'n bisschen noch mal rudern, seit ich Mutter bin. Also meine Tochter ist 5 jetzt und das hat noch mal einiges verändert, weil ich gemerkt hab, okay, eine Woche Puffer reicht nicht, denn die Kinder werden ja auch mal krank und so. Das heißt, ich setz mir regelmäßig einen Vortermin, der vor dem eigentlichen Abgabetermin liegt, sodass ich, selbst wenn ich mal aufschiebe und selbst wenn dann was dazwischen kommt, es immer noch hinkriege, ohne dass ich nachts mit Streichhölzern in den Augen irgendwie sitzen muss und die Sachen noch abarbeiten muss, Weil ich das früher am allerschlimmsten fand, dieses auf Druck nachts, wenn man eingeschlafen will, noch irgendwas fertig stricken mit schlechter Qualität. Das wollte ich einfach nicht mehr und das schaffe ich vor allen Dingen dadurch, dass ich mir selber eben rechtzeitiger den den Termin setze und dann eben rechtzeitig anfange. Und ich mach nur noch die Dinge, für die ich wirklich Motivation hab.

Deswegen promovier ich auch immer noch, was eigentlich nicht mehr so wichtig ist, ja? Also es gibt einen Vertrag mit mir, dass das Ding trotzdem fertig wird wegen der Arbeit, die drin steckt, aber eben mache ich mir nicht so den großen Druck. Deswegen sitze ich da auch schon so lange dran und das ist okay. Also die Entspannung ist mir das Wichtigste. Wie kann ich das entspannt über die Bühne bringen?

Ja, das erinnert mich an an ein Thema, was aus dem Bereich von Akzeptanz und Commitment Therapie kommt. Da gibt's so dieses Modell des Choice Point im Englischen. Da geht es darum, was will ich erreichen? Also wo will ich hin? Und das ist ja ein ganz positives Ziel zu sagen, ich möchte meine persönliche Entspannung erhalten und dafür tue ich dies und jenes.

Und das Negativziel wäre eben, ich will keinen Stress mehr und dieses ich will keinen Stress mehr führt ja immer wieder zu Vermeidungsverhalten und Vermeidungsverhalten kommt nie so richtig aus dem Inneren heraus. Deswegen finde ich das ganz schön, dass Du sagst, hey, mein Ziel ist es entspannt zu leben und für dieses entspannt leben muss ich halt bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen wie Vortermine. Das ist finde ich eine ganz schöne Art, die eigenen Handlungen gut zu steuern und hilfreich zu steuern. Dann habe ich noch son Satz, der wird häufig zitiert. Ja, also mein wichtigster Hack, wenn ich da noch mal hingucke, ist wirklich irgendwann anzufangen.

Also das, was Du mit den Terminen gesagt hast, das funktioniert für mich am besten. Ich frag mich noch mal, will ich das tun oder muss ich das vielleicht tun, weil mir sonst unangenehme Konsequenzen drohen, Steuererklärung und so. Und aber wenn ich dann mich entschieden habe dass ich jetzt mache dann setze ich mir auch direkt einen Termin und dann fange ich an manchmal auch kleinere Zeitfenster erstmal vorzuordnen vorzustrukturieren und dann in die richtige Tätigkeit zu kommen je nachdem wie komplex das Projekt ist in Anführungsstrichen, ne. Aber es ist am Ende diese innere Entscheidung, ich mach es jetzt. Genau.

Punkt. Und im Zweifel eben auch gerade mit keine Lust. Also mein Satz dazu ist, ich hab überhaupt keine Lust, deshalb fange ich am besten sofort an. Das ist natürlich nicht für alles, aber für wo ich mich entschieden hab oder wo es auch keinen Weg drumrum gibt, da hab ich bemerkt, dass es mir gut hilft, dass ich merke, je weniger Lust ich hab, umso schneller sollte ich anfangen, damit ich gar nicht so groß in diesen Widerstand reingehe und schwupps ist es meistens ja auch schon erledigt. Das ist ganz gut.

Ja, genau, alles klar, Dinge sind diese Lust kommt ja nicht, ne? Man wartet ja man wartet sich ja schwarz sozusagen auf den Moment, wenn die Lust kommt, aber für bestimmte Dinge, also bei mir entwickle ich nie Lust bei bestimmten Dingen. Die sind einfach gehören zur Pflicht, die müssen gemacht werden und ja, es andere Dinge gehen mir total leicht von der Hand, weil sie mich halt ziehen. Genau so. Ich find das 'n ganz schönen Satz.

Hast Du das noch mal? Ich habe keine Lust. Habe gar keine Lust. Deswegen fange ich direkt an. Genau, ich hab gar keine Lust, deshalb fange ich besser direkt an.

So räume ich abends meine Küche auf, wenn ich dran bin. Ich hab überhaupt keine Lust, aber dann denke ich, ach komm, ich kann schon mal die Teller rausräumen. Das damit fange ich an und dann räume ich doch die ganze Spülmaschine aus und dann räume ich den ganzen Kram wieder rein und dann freue ich mich, dass es weg ist, aber vorher habe ich meistens keine Lust. Wer hat da schon Lust, Du ganz ehrlich? Kenn ich wenig Leute.

Genau. Da da das es gibt Dinge, da kriegt man keine Lust dazu. Da kann man froh sein, wenn man in eine neutrale Haltung kommt, die heißt, ich habe nicht noch eine spezielle Aversion dagegen entwickelt. Aber das war 'n schöner Satz, Katrin. Damit können wir das Interview eigentlich auch gut schließen oder nicht eigentlich?

Damit können wir das Interview schließen oder gibt's noch irgendwas, was Du den Zuhörern heute gerne sagen möchtest, mitgeben möchtest? Ja, vielleicht als Letztes, ich find's auch einen guten Abschluss, aber als Letztes habt euch selber gern und akzeptiert erst mal so wie es ist. Ja, das ist ja der Schlüssel, dass man erst mal den Druck rausnimmt und es ist alles okay und ihr werdet das alles schaffen. Schritt für Schritt, Stück für Stück. Das ist ja auch was, was Du in deinem Podcast immer wieder auch vermittelst.

Den finde ich übrigens auch sehr schön und hör den sehr gern. Es ist wichtig, dass man mit diesem sich selber aufn Kopf hauen oder aufn Kopf klopfen aufhört. Das ist auch 'n ganz wichtiger Schlüssel. Ja, ich bin erst mal wie ich bin und dann kann ich gucken, wo möchte ich anders sein, aber erst mal ist alles in Ordnung, so wie es ist und auf der Basis kann man ganz gut dann ins Handeln auch kommen, finde ich. Genau, es ist der freundliche Umgang mit sich selbst, ne, der unterstützende, tröstende, ermutigende, mit Zuspruch gesegnete Umgang mit sich selbst, der so wichtig ist.

Der ist so wichtig, ja. Ach wunderbar. Ja, Katrin, dann danke ich dir ganz herzlich an dieser Stelle. Sag noch mal kurz, wo findet man dich im Internet unter WWW? Genau, WWW Katrin Grobin Punkt d e.

Mein Name schreibt sich etwas ungewöhnlich, dafür ist er einzigartig. Den findet ihr auch in den Shownotes, ne? Katrin mit c und ohne h und Grobin dann noch mit 'nem Doppel b. Also guckt am besten einmal rein, damit's da keine Verschreiber gibt. Dann findet man ganz viel von mir überall im Netz.

Genau. Ich verlinke dich und auch deine Homepage hat ja schon viele Informationen zum Thema Aufschieben, prokrastinieren und entspannt Leben zu bieten. Und ja, die Zuhörer tun sich da bestimmt und schauen sich mal an, was Du alles im Angebot hast. Und ich danke dir an dieser Stelle ganz herzlich für das tolle Interview. Danke dir auch, Sabine.

Okay, tschüs Katrin. Tschüs.

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