Du möchtest wissen, was genau Burnout überhaupt ist? Was dieses Phänomen mit dir zu tun hat? Und wie du dem Burnout begegnen kannst? Hier bekommst du wichtige Antworten und Informationen. Bekomme Ideen, wie du mit deinen Bedürfnissen wieder in Einklang leben kannst. Für mehr Ruhe, Zufriedenheit und Lebensfreude.
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Der Burnout -Test
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Happy, Holy, Confident: Laura Seiler im Interview mit Prof. Dr. Nelting
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
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Hey, hallo, herzlich willkommen bei reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, die wieder zu Kräften kommen möchten. Wenn das auf dich zutrifft, bist Du hier richtig. Und hier erfährst Du ganz praktische Tipps, Anregungen, bekommst Impulse aus der therapeutischen Praxis und aus dem systemischen Coaching. Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Psychotherapeutin mit 1 Praxis im Kölner Westen.
Ich arbeite seit etwa 20 Jahren als Coach in der Wirtschaft und durfte schon viele Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten. Es ist mir eine Freude, dass Du heute hier bist. Heute möcht ich mit dir über das Thema Burn out reden. Vielleicht bist Du selbst in einem Burn out oder Du bist nicht sicher, ob Du in einem Burn out bist oder Du kennst jemanden, der in einem Burn out ist und interessierst dich deswegen für das Thema. Ich würde dir heute gerne eine Idee geben, woran kannst Du erkennen, ob ein Burn out vorliegt?
Ich würde gern darauf schauen, was hat das mit dir zu tun? Und dir natürlich 1. Ideen geben, wenn Du an einem Burn out leidest, wie kommst Du da raus? Burn out ist mittlerweile ein gesellschaftlich wichtiges Thema. In Deutschland leben ungefähr 80000000 Menschen.
Wir, Schätzungen zufolge, leiden 3 bis 5000000 davon an einem Burn out, Tendenz steigend. Tja, wieso ist das so? Wir wissen's eigentlich nicht genau, müssen aber vermuten, dass es etwas mit dem Thema der Leistungsgesellschaft zu tun hat. In dieser Gesellschaft sind die Menschen, die viel arbeiten, viel Geld verdienen, sehr erfolgreich sind, sehr viel wert. Wir, also ein Teil von uns ist zumindest in 1 Elternschaft erzogen oder von 1 Elternschaft erzogen worden, bei denen das Leistungsmotiv eine hohe, hohe Rolle spielte.
Ich denk da zum Beispiel an meine Eltern. Es ist eine Kriegsgeneration. Sie sind beide mittlerweile 80. Für die war durchhalten, leisten, sich hocharbeiten was ganz Wichtiges. Und das haben die mir natürlich in meiner Erziehung mitgegeben, sodass ich mit einem hohen Leistungsmotiv und einem hohen Leistungsanspruch in die Schul- und die Berufswelt gestartet bin.
Und das hat Konsequenzen, weil ein Mensch, der das tut, oft an seinen Bedürfnissen vorbeilegt. Also das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung wird nicht wahrgenommen beziehungsweise selbst wenn es gesehen wird, gibt man diesem Gefühl oder diesem Bedürfnis nicht nach. Oder das Bedürfnis nach freien Entscheidungen. Ich vermisse zwar eine gewisse Freiheit, wenn ich in einem beruflichen Korsett stecke, aber es geht drum, zu funktionieren, zu leisten, sich zu beweisen. Das führt natürlich dazu, dass wir unsere Kernbedürfnisse vergessen und dass unser System in ein Ungleichgewicht kommt.
Es entsteht nämlich Dauerstress. Und Dauerstress ist etwas, was für unser Körper Seele System nicht auszuhalten ist. Es hat auf der körperlichen und auf der psychischen Seite produzieren wir dann plötzlich Symptome. Das System wehrt sich. Es wird fehleranfälliger und es produziert Symptome, die uns eigentlich zeigen sollen, Achtung, hier entsteht eine Schräglage.
Du musst was tun, Du musst aufpassen. Aber leider ordnen wir diese Bedürfnisse, unseren Körper, unsere Psyche oft zum Beispiel dem Leistungsmotiv unter. Also Stressfolgeerkrankungen führen dann dazu, dass Du vielleicht mit Bluthochdruck zu tun hast, Herzstolpern, Herzrasen, Rückenschmerzen, eine gewisse Kraftlosigkeit, die immer wieder auftaucht. Und unser System Körper, Seele ist da sehr einfallsreich. Es produziert nämlich jede Menge Symptome.
Ich bin ein großer Freund unseres Systems. Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk in vielerlei Hinsicht. Und das gilt tatsächlich auch für das Zusammenspiel zwischen Körper und Seele. Es gibt da einen ganz, ganz schönen Spruch, den ich sehr mag. Sagt die Seele zum Körper, geh Du vor.
Auf mich hört er nicht. Ja, wenn unsere Seele uns Signale schickt, sind wir häufig noch viel ja, besser darin, die zu ignorieren, sodass dann häufig der Körper ins Spiel kommt und immer massivere Beschwerden schickt, damit wir endlich aufwachen. Damit wir verstehen, dass hier etwas in Schräglage gekommen ist, was gerichtet werden muss. Ein tolles Warnsystem, was uns da ja, sozusagen die Evolution mitgegeben hat. Ein wirklich tolles Wunderwerk.
Wir müssten es nur annehmen und besser darauf hören. Was gibt's überhaupt für Bedürfnisse? Darüber wurde viel geschrieben und ich würde gerne ja da im Bereich der Chemotherapie anknüpfen und würd euch gern einmal 5 Bedürfnisse vorstellen, die eigentlich jeder Mensch hat. Das 1. Bedürfnis ist das Bedürfnis nach sicherer Bindung zu anderen Menschen.
Ja, Beziehungen. Das 2. Bedürfnis, was wir haben, ist nach Autonomie, Kompetenz und Identitätsgefühl. Der 3. Bedürfnisbereich bezieht sich auf die Freiheit, nämlich berechtigte Bedürfnisse und unsere Emotionen ausdrücken zu können.
Das 4. Bedürfnis ist das Bedürfnis nach Spontanität und Spiel. Und das 5. Kernbedürfnis ist das Thema, realistische Grenzen zu setzen und die Kontrolle zu behalten. Diese Bedürfnisse hat jeder Mensch und diese Bedürfnisse hast auch Du.
Du möchtest in sicherer Bindung mit anderen Menschen leben? Du möchtest autonome Entscheidungen treffen, dich kompetent fühlen, wissen, wer Du bist und was Du kannst? Du möchtest Freiheiten haben. Du möchtest deinen Bedürfnissen entsprechend leben können. Du möchtest deine Gefühle ausdrücken dürfen.
Du möchtest Zeiten haben, in denen Du spontan sein kannst und spielerisch unterwegs sein kannst. Und Du möchtest dir selbst und anderen realistische Grenzen setzen und Kontrolle über dein Leben, über deine Entscheidung, über die Dinge haben. Ja? 'N bisschen knackiger wird das sogar, wenn wir uns auf die Kernbedürfnisse in Kindheit und Jugend unterbrechen. Jugendliche möchten eine körperliche Sicherheit, eine stabile Basis, eine Vorhersagbarkeit, Liebe, Versorgung und Aufmerksamkeit, Akzeptanz und Lob, Empathie, Anleitung und Schutz, Validierung von Gefühlen und Bedürfnissen.
Das heißt, gesagt kriegen, Du fühlst richtig dein Vertrau, deinen Gefühlen, bleib bei dir und sie möchten Neugierde und Explorationsverhalten zeigen dürfen. Ich find, das macht es, wenn man's auf die Jugendlichen übertragen, noch 'n bisschen einfacher. So. Was auf jeden Fall der Punkt ist, wenn Du mit Burnout zu tun hast, Du lebst an diesen Bedürfnissen vorbei. Dein Leben, wie es strukturiert ist, deine Zeit, die Du tagtäglich verbringst, verteilt sich nicht auf diese 5 Bedürfnisbereiche.
Da ist irgendwo ein Mangel, da entsteht irgendwo ein Mangel. Beim Burn out zum Beispiel beim Thema Freiheit. Wenn Du so richtig im Beruf gefordert wirst, vielleicht irgendwo in 1 Führungsrolle bist, viel Verantwortung hast, da ist es dann auch ganz schnell vorbei mit der Freiheit, weil Du musst sehen, dass dieser Laden läuft. Oder wenn Du deine Kinder versorgst, da ist es auch ganz schnell vorbei mit Freiheit. Du Du wirst quasi durch die Kinder getaktet, die den Versorgungsanspruch an dich haben.
Das heißt aber auch, Du solltest dir in anderen Lebensbereichen Freiheiten besorgen. Du solltest Zeiten in der Woche haben, wo Du frei entscheiden darfst, damit dieses Bedürfnis nicht zu kurz kommt. Okay, aber ich geh schon in die Lösung. Wir bleiben erst mal da. Also wenn Du dich in einem solchen Zustand befindest, wo diese Bedürfnisse keinen ausreichenden Raum bekommen, bekommt dein System Stress.
Und wenn Du lange im Stress bist, bekommst Du Körpersymptome. Irgendwann im Rahmen des Burn outs endet das Ganze in 1 massiven Erschöpfungsdepression, könnte man fast sagen. Wenn Du dir überlegst, wenn das deine Kernbedürfnisse sind, was willst Du? Du willst guten Kontakt mit Menschen. Ganz viele Menschen leisten auch aus diesem Grund, wenn wir uns jetzt an die helfenden Berufe zum Beispiel einmal, ja, wenn wir uns die vor Augen führen, diese Leute helfen, setzen keine Grenzen, sind immer für andere da, weil sie diesen Kontakt mit Menschen, dieses Bedürfnis wollen.
Sie wollen eigentlich Berührung, seelische Berührung, vielleicht sogar auch körperliche Berührung. Sie wollen Kontakt mit Menschen. Aber je mehr sie leisten und je mehr sie ausbrennen, das ist paradox, desto weniger bekommen sie das. Weil wenn jemand auf dem Weg ist in den Burn out, dann ist er im zwischenmenschlichen Kontakt häufig nicht mehr sehr angenehm. Ein solcher Mensch, vielleicht kennst Du das von dir selber auch, wird oft ungerecht anderen gegenüber, ungeduldig.
Er hört nicht mehr richtig zu. Er ist mit seinen Gedanken nicht im Gespräch. Teilweise isoliert er sich sogar. Er zieht sich raus aus sozialen Kontakten. Und da siehst Du schon, obwohl es eigentlich das Bedürfnis geht, nahe mit Menschen in Kontakt zu kommen, führt der Burnout genau ins Gegenteil.
Und das ist sozusagen der Teufelskreis, weil das Bedürfnis ist noch unterversorgter. Ich fange noch mehr an zu leisten. Da ist leider unser System fehleranfällig, weil es häufig das Gefühl hat, mehr desselben mehr desselben ist die Lösung. Also wenn ich mich noch mehr anstrenge und wenn ich mich noch mehr in Leistung begebe, dann bekomm ich endlich das, was ich will, nämlich die Wertschätzung, die Anerkennung, die Zuneigung. Das, was ich will, nämlich die Wertschätzung, die Anerkennung, die Zuneigung.
Aber das stimmt nicht. Und wenn Du erst mal im Burn out drin bist, funktioniert das Ganze erst recht nicht mehr. Das Bedürfnis wird immer unterversorgter und dadurch kommt immer mehr Mangel und Not zustande und immer mehr unangenehme Gefühle und Du ziehst dich immer mehr zurück. Ja. Ich versuch's jetzt mal, erst mal von der Ja, ich fang mal ganz hinten bei der Lösung an.
Wenn man mit Burn out Patienten arbeitet, dann fällt auf, dass Sie, wenn Sie durch die Krise hindurch sind, häufig unheimlich dankbar für diesen Erschöpfungszusammenbruch sind. Ich weiß, wenn Du grade drinsteckst, ist das schwer vorstellbar. Aber ich kann dir sagen, für die meisten Leute, ich überleg grad, ob ich überhaupt schon mal jemanden getroffen hab, der nicht hinterher dankbar dafür war. Ich glaube tatsächlich nicht. Also die Patienten, Klienten, Menschen, die an einem Burnout leiden, sind sehr, sehr dankbar über den Zusammenbruch des Systems, weil der notwendig ist für die Neuausrichtung.
Er ist notwendig dafür, sein Leben so auszurichten, dass die Bedürfnisse einen Raum bekommen und dass man gemäß seiner persönlichen Bedürfnisse lebt, dass man sich das erlaubt, dass man auch erkennt, wo man verfügbar ist, welche Motive bisher das Leben dominiert haben und dass man sich davon freimacht. Dieser Weg wird über das Burn out geöffnet. Also Du weißt jetzt, was ist das für ein Phänomen, das Burn out? Und jetzt kommen wir wieder zu den klassischen 3 Schritten jeder Behandlung. Was hat das mit dir zu tun?
Ich würde dich ermutigen, dich einmal hinzusetzen, dir die Liste mit den Bedürfnissen aus den Shownotes zu nehmen und einmal schauen, wo in welcher Häufigkeit lebe ich diesen Bedürfnissen entsprechend? Diese Selbstanalyse, dieser Übertrag auf deine individuelle Situation ist wieder sehr, sehr wichtig für den Weg, den Du danach beschreitest. Ja? Was hat das mit dir zu tun? Wodurch wirst Du verführt, anders zu leben, als es dir eigentlich guttut?
Welche Bedürfnisse sind untererfüllt? Welche Körpersymptome hast Du schon im Augenblick produziert? Und ja, wo stehst Du grade in dem Burnout Teufelskreis? Und dann werfen wir jetzt noch einen Blick auf die Lösung. Wie kann ich mich denn auf den Weg machen, wirst Du dich fragen.
Und hier kommen 1. Ansatzpunkte. Also wenn dein Bedürfnis zum Beispiel das die Bindung mit anderen Menschen ist, Du den Kontakt mit Menschen suchst, dann schaffe dir Räume, wo Du in guten Kontakt mit anderen Menschen kommst. Geh auf andere Menschen zu, integriere dich in Gruppen. Das können Arbeitskollegen sein, das können völlig neue Gruppen sein.
Du musst vor die Tür, Du musst raus. Reaktiviere deinen Freundeskreis, aktiviere vielleicht Freundschaften, Bekanntschaften, die Du von früher hattest und versuche, in den Kontakt zu kommen. Wenn dein Bedürfnis eher ein Bedürfnis nach Freiheit ist, dann fang an zu überlegen, wo in meinem Leben kann ich mir Bereiche schaffen, in denen ich Freiheit erleben kann? Wie kann das gehen? Die Waage, die ich in 1 der letzten Folgen schon einmal vorgestellt hatte, eine Waage zwischen Pflichten und zwischen in der anderen Waagschale Aktivitäten, die dir guttun, die dir Freude machen, die deine Ressourcen auffüllen, muss wieder ausbalanciert werden.
Das heißt, alles, was in der Depressionsbehandlung funktioniert, funktioniert auch im Burn out. Häufig wird Burn out ja auch mit der Depression in einen Topf geschmissen und das ist gar nicht so verkehrt. Ich hab da mal einen ja, Spruch gehört, der trifft's ganz gut. Ein Burn out ist eine Depression, die man sich erarbeitet hat. Ist 'n bisschen zynisch, trifft es aber eigentlich ganz gut.
Also alles, was in der Depressionsbehandlung funktioniert, funktioniert auch für Menschen, die Burn out sind. Also funktioniert auch das vage Modell, nämlich für eine Balance zu sorgen zwischen Pflichten und positiven Aktivitäten. Dann solltest Du lernen, mit dir selbst in den Kontakt zu kommen. Du hast den Kontakt zu deinen Bedürfnissen verloren. Du fühlst häufig im Burnout überhaupt nicht mehr, was dein Bedürfnis ist.
Ein gutes Beispiel ist Hunger. Die sich richtig in diesem Burn out befinden, haben oft, spüren ihre Hungergefühle einfach nicht mehr, weil sie mit ihrem Kopf ganz woanders sind, weil sie da keine Aufmerksamkeit mehr für aufwenden, wahrzunehmen, was der Körper für Signale schenkt. Erst wenn Sie dann wirklich schwersten Hunger haben, dann fangen Sie an, Dinge sinnlos in sich reinzustopfen, die Ihnen nicht guttun. Ja, also komm, such dir irgendetwas, wo Du mit dir wieder besser in den Kontakt kommst. Dieser ganze Run und Hype auf Yoga zum Beispiel erklärt sich auch dadurch.
Und ich mach auch total gern Yoga. Ich bin überhaupt kein Yogagegner, weil's beim Yoga darum geht, mit sich selbst in den Kontakt zu kommen, mit dem eigenen Körper, was häufig ein guter Einstieg ist. Etwas abstrakt mit sich selbst, abstrakt in Meditation in den Kontakt zu kommen, ist für Menschen, die in einem Burn out sind, in diesem Leistungsdruck gefangen sind, zum Beispiel sehr, sehr schwierig. Aber über den Körper zu kommen, zum Beispiel über die Ruhe beim Yoga, über das Nachspüren in den Körper, in die Muskeln, öffnen sich plötzlich wieder die Kanäle, wahrzunehmen, ah, so fühlt sich das an. Oh, da ist Schmerz.
Ich muss aus dieser Übung rausgehen. Das ist eine Übung, die tut mir sehr gut. Also es öffnet wieder diesen Kanal zwischen Körper und ja, dem Verstand eigentlich. Das kann auch über andere Sportarten gehen. Manche erleben das auch beim Laufen, aber es geht darum, bewusst auf den eigenen Körper zu achten und den bewusst wahrzunehmen.
Und das geht natürlich in eher langsamen Sportarten einfacher als zum Beispiel beim Boxen, wo's richtig einen auf die Mappe gibt. Das spürt man zwar auch Schmerzen, aber in 1 eher sehr destruktiven Art und Weise. Tai Chi ist etwas, was hier in dem Zusammenhang auch oft genannt wird. Das hat ja auch viel mit Atmung zu tun und auch mit 'ner sehr bewussten Ausführung von Übungen. Also auch eine gute Möglichkeit.
Und zusätzlich, wenn Du im Burnout bist, würd ich dir raten, dich auf die Suche nach einem Arzt zu machen. Und zwar tatsächlich nach einem Arzt, der dich ganzheitlich begleitet. Wir brauchen keinen Arzt, der sagt, hey, Sie haben Bluthochdruck und jetzt schreib ich Ihnen 'n Medikament und wir drücken das runter, ist alles kein Problem. Sondern wir brauchen oder Du brauchst einen Arzt, der sich mit dir auf diesen Weg macht und der genau hinguckt. Der guckt, was ist mit deinem Hormonsystem los?
Was ist mit deinem Herz Kreislauf System los? Was ist mit dem ganzen ja, Magen Darm System los? Funktioniert das alles? Also ein Arzt, der ganzheitlich ausgerichtet ist. Du kannst relativ pragmatisch und schnell anfangen mit der Frage, wie möchte ich leben?
Eine kurze Frage, die es wahrlich in sich hat. Wie möchtest Du leben? Schreib das auf. Alle Gedanken, die dir kommen, dazu schreib einfach mal auf unsortiert, unbewertet wie in 1 Art Brainstorming. Einfach mal raushauen.
Eine Hilfsergänungsfrage dazu ist, wann war dein Leben am besten? Was waren die Zeiten, Phasen in deinem Leben, die Du erinnerst, wo Du sagst, boah, das war super. So hätt ich's gerne noch mal. Und welche Faktoren waren damals dafür wichtig, als es dir so gut ging? Woran lag das?
Kannst Du das herausarbeiten? Das ist ein Prozess, der braucht Zeit. Das ist eine Frage oder es sind mehrere Fragen, ja, die müssen reifen. Da kommen immer mal wieder Antworten. Und leg dir einen Zettel, leg dir ein schönes Buch an.
Vielleicht hast Du schon angefangen, wenn Du mit den anderen Folgen gearbeitet hast, für dich eine Mappe zu erstellen. Und schreib es einfach mal rein, sodass Du's jederzeit wieder rausholen kannst und ergänzen kannst und dich erinnern kannst. Die Idee ist, sich ein Stück davon in dein Leben jetzt zurückzuholen. Und es müsste ungefähr eine Richtung haben, die da heißt, diese 5 Kernbedürfnisse, die jeder von uns hat, auch Du, müssten in deinem Leben wieder eine größere Bedeutung bekommen. Wie das genau aussieht, wie Du das genau ausgestaltest, das ist hochindividuell.
Das obliegt natürlich dir. Aber fang an, dir Klarheit zu verschaffen, wie es überhaupt sein soll. Denn nur dann wissen wir, in welche Richtung Du dich auf den Weg machen musst. Ich würde dir auch raten, deine gegnerischen Stimmen im Kopf einmal zu beachten. Es ist ja so, ich hab über Persönlichkeitsanteile, unterschiedliche noch nicht gesprochen, das tue ich in 1 der nächsten Folgen.
Wir haben ja viele Anteile in uns. Und da gibt es einen Anteil, der sehnt sich nach Ruhe, der sehnt sich nach diesen Bedürfnissen, Der sehnt sich danach, wieder in die Balance zu kommen. Und dann gibt es natürlich auch gegnerische Stimmen in deinem Kopf, die sagen, ach, das funktioniert sowieso nicht und ja, ich muss doch in meinen Job Leistung bringen. Wie soll das denn alles hinführen? Ich kann ja meinen Job nicht kündigen.
Also es wird aufgeregte Stimmen in deinem Kopf geben. Dein Verstand wird dir wieder Geschichten erzählen, warum Du aus dem Burnout eigentlich gar nicht rauskommen kannst. Schreib auch die auf. Entlave diese Stimmen. Guck sie dir an und verschmelze nicht mit ihm.
Du kennst das ja schon, ne. Dein Verstand erzählt die Geschichten, hab ich ganz am Anfang mal aufgenommen, weil unser Verstand quatscht ja den ganzen Tag Sachen hin und her. Und er ist nicht grade veränderungsbereit, in der Regel eher veränderungsresistent. Und es gibt tatsächlich Teile in deinem Verstand, die glauben immer noch mehr desselben weitermachen. Das ist der richtige Weg.
Und diese Stimmen musst Du identifizieren und Du musst dich von ihnen distanzieren. Weil was dein Körper dir sicherlich schon ganz lange suggeriert mit all seinen Symptomen ist, mehr desselben ist hier nicht die Lösung. Ja, und dabei würd ich's heute auch gerne belassen. Das war die Folge zum Burn out. Wenn sie dir gefallen hat, teil sie mit Menschen und teil sie insbesondere mit Menschen, von denen Du glaubst, da ist jemand tatsächlich sehr gefährdet, ein Burn out zu bekommen.
Oder da ist jemand vielleicht schon mittendrin im Burn out. Leite ihm diese Folge weiter und ja, er wird bestimmt davon profitieren. Empfehlen möcht ich dir an dieser Stelle auch noch eine Folge aus dem Podcast von der Laura Seiler. Die hat in der Folge 156 mit dem Professor Doktor Nelting vom Gezeitenhaus in Bonn ein ganz tolles Interview zum Thema Burnout geführt. Was mir wirklich sehr gut gefällt und was ich dir auch ans Herz legen möchte, wenn dir wenn Burn out dein Thema ist.
Und auf der Seite vom Gezeitenhaus, also sowohl den Podcast als auch die Seite zum Gezeitenhaus werd ich natürlich in den Shownotes verlinken. Auf der Seite findest Du auch einen Burn out Test. Da bekommst Du auch noch mal Ideen, woran Du eigentlich feststellen kannst, ob Du an einem Burn out leidest. Es geht das Gefühl, dass alles zu viel wird. Es geht gereiztes Auftreten, körperliche Symptome, Alkoholgenuss, Schlaf- und Beruhigungsmittel.
Wenn Du diese 20 Fragen mal durchgehst, dann gibt es da auch schon ja, eine 1. Rückmeldung für dich, wie gefährdet oder wie weit Du schon drin bist. Ich sage tschüs an dieser Stelle, wünsch dir einen wunderschönen Tag und bis zum nächsten Mal. Deine Sabine.
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