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Nervensystem Folge 17 · 6. Februar 2019 · 21 Min
Cover: Deine Gefühle sind dein Kompass

Deine Gefühle sind dein Kompass

0:00 21 Min

Worum geht's?

Du möchtest mehr Ruhe, Gelassenheit und Freude in deinem Leben? Dann nimm' deine Gefühle an, und zwar auch die, die für dich unangenehm sind. Deine Gefühle sind wichtige Signale, die Auskunft darüber geben, wie es dir geht. Sind viele unangenehme Gefühle da, schau genau hin. Welche Botschaft bringen sie mit? Wo sind Veränderungen notwendig? Alle Gefühle sind wichtig. Alle haben eine Funktion. Welche, das erfährst du hier in dieser Folge.

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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 2.758 Wörter · etwa 14 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo. Herzlich willkommen bei Reif für die Couch, dem Podcast für Psychotherapie und Psychologie. Mein Name ist Sabine Bimmler und ich möchte dir heute etwas über Gefühle erklären und warum Gefühle so wichtig sind. Wenn Du dir mehr Entspanntheit, Sicherheit, Gelassenheit, Zufriedenheit in deinem Leben wünschst, dann kann diese Folge mit Sicherheit etwas für dich tun. Gefühle sind ein Kompass.

Die Natur hat uns Gefühle mit auf den Weg gegeben, damit wir im Leben eine Orientierungshilfe haben. Aber das scheint dann doch nicht so einfach zu sein. Obwohl es ein System ist, was uns von der Natur mitgegeben wurde, haben wir irgendwie verlernt, viele von uns zumindest, mit Gefühlen richtig umzugehen, Gefühle anzunehmen und Gefühle als das anzunehmen, was sie sind, nämlich Signale, Hinweisgeber, ob wir auf einem guten Weg sind, der uns unserem Ziel näher bringt. Eigentlich ist das komisch, denn Gefühle zu haben ist 'n bisschen wie atmen. Die Natur hat uns dieses System installiert und zwar aus sehr, sehr gutem Grund, denn die meisten unserer Gefühle sind überlebenswichtig.

Wir haben uns stattdessen in der heutigen Zeit oftmals zu einem Credo verschrieben, dass Gefühle grade im Erwachsenenalter nicht sein dürfen. Wir sind wahnsinnig viel im Kopf unterwegs. Wir vertrauen auf unseren Verstand und empfinden Gefühle als eine eher störende Größe. Aber sind sie das überhaupt nicht? Wenn wir anfangen, nur gute Gefühle zuzulassen und die schlechten eher nicht, die unangenehmen Gefühle eher nicht, dann ja, entfallen ganz viele wichtige Signale, die unserem Leben Sinn und Richtung geben.

Ich spreche sowieso nicht gerne von guten und schlechten Gefühlen, sondern es gibt Gefühle, die wir als angenehm empfinden und es gibt Gefühle, die wir als unangenehm empfinden. Und das, find ich, ist eine ganz sinnvolle Unterscheidung. Angenehm empfinden wir die Gefühle, die ich vorhin in der Anmoderation gesagt hab. Wir alle wünschen uns mehr Entspanntheit. Wir wollen uns sicher fühlen.

Mut ist ein begehrtes Gefühl. Gelassenheit, Stolz, Zufriedenheit, Freude, Optimismus, Verbundenheit. Ja, mehr davon, das wollen wir alle haben. Gefühle, die wir als unangenehm empfinden, möchten wir lieber wegdrücken. Dazu gehören Stress, Angst, Ärger, Scham, Schuld und Traurigkeit.

Depressivität als eine Steigerung der Traurigkeit. Das sind ja Gefühle, die auch bei mir im Therapieraum immer wieder Thema sind, weil meine Klienten möchten, dass die weggehen diese Gefühle. Und ein wichtiger Punkt und das ist auch 1. Botschaft, die ich dir heute mitgeben möchte, ist, nein, diese Gefühle sollen nicht weggehen. Sie haben eine wichtige Funktion wie alle Gefühle und die gucken wir uns im Laufe der Folge an.

So, wir sind aber tatsächlich, Du wahrscheinlich auch, mehr im Kopf als in unserem Herzen oder in unserer Seele oder in unserem Bauch, wo immer wir die Gefühle auch verorten. Wir vertrauen auf unseren Verstand. Und wenn dann unangenehm empfundene Gefühle auftauchen, dann haben wir jede Menge Strategien entwickelt. Überleg Du mal für dich, welche Strategie Du entwickelt hast. Die einen greifen zu Alkohol, Drogen, andere trösten sich mit Essen oder lenken sich mit Essen ab.

Bei manchen ist es eher kaufen, Computerspiele, Social Media, der ganze Bereich. Da tauchen wir ab, uns mit unseren unangenehm empfundenen Gefühlen nicht auseinandersetzen zu müssen. Sich ablenken, was anderes machen, ganz viel arbeiten zum Beispiel. Als Kind lern, lerntest Du vermutlich schon, sei nicht wütend, hör auf zu weinen, hab keine Angst. Das sind ja so Klassiker, die Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben.

Die Frage ist eigentlich, warum. Weil wenn Du als Kind wütend warst, dann hattest Du einen Grund, wütend zu sein. Wenn Du als Kind geweint hast, traurig warst, hattest Du einen guten Grund dafür. Und wenn Du Angst hattest, gab es auch dafür einen Grund. Vielleicht Gründe, die damals die Erwachsenen nicht nachvollziehen konnten.

Aber es gab einen Grund und da, das ist im Umgang mit Gefühlen ganz wichtig, dass Du dich fragst, was ist der Grund? Warum empfinde ich grad so? Warum kommt dieses Gefühl zu mir? Ich geh hinterher noch drauf ein, wie kann man das tun und ja, würd aber erst mal gern über den Preis dieser Unterdrückungsstrategien reden. Denn wenn wir die unangenehmen Gefühle nicht mehr so richtig zulassen, dann haben wir einen Preis dafür zu zahlen.

Und der ist, wir kommen auch an die angenehmen Gefühle nicht mehr so richtig ran. Und ehrlich gesagt ist es auch manchmal gesellschaftlich nicht so akzeptiert, angenehme Gefühle zu haben. Wenn wir uns über etwas so richtig freuen, dann hat das im Alltag manchmal auch gar keine Relevanz, sondern wir gehen da sehr schnell drüber weg. Wir teilen es vielleicht auch gar nicht mit anderen, weil wir wissen, denen geht's grad auch nicht so gut. Und so können wir gar nicht richtig in unsere Freude kommen über etwas Gutes, was uns passiert ist, über etwas für uns sehr Wichtiges, Positives, was wir erlebt haben.

Ebenso ist das auch mit dem Gefühl der Dankbarkeit zum Beispiel. Wir wir sagen alle ja, wir sind unheimlich dankbar für das, was wir hier haben. Wir leben alle in Häusern, wir haben genug zu essen und so. Aber dieses Gefühl, Dankbarkeit, dankbar dafür zu sein, in Demut zu leben, weil wir hier so gut leben in diesem Land, so richtig fühlen, obwohl wir es sagen, tun wir's vielleicht doch nicht. Ich find auch sehr interessant, ich war kürzlich in einem Kinofilm, haben einige von euch vielleicht gesehen.

Es ging die Kindheit Kindheit von Hape Kerkeling. Die Leute sitzen im Kino und haben Emotionen, sind sehr traurig, werden sehr traurig. Und doch sieht man unheimlich viele Menschen, die sich anstrengen, nicht im Kino zu weinen. Warum eigentlich nicht? In diesem Film gibt es unheimlich traurige Momente.

Warum darf dieses Gefühl Traurigkeit nicht durch einen Film geweckt werden und darf sich in der körperlichen Reaktion äußern, die ganz normal ist bei Traurigkeit? Nämlich unsere Augen fangen an zu tränen. Wir fangen an zu weinen. Die Kontrolle von Gefühlen scheint irgendetwas zu sein, was vielleicht auch Du als besonders positives Ziel empfindest. Für mich ist es gegen die Natur, denn wir würden ja auch niemals versuchen, unsere Atmung kontrollieren, weil wir glauben, dass unser Verstand besser atmen kann, als unser Körper das sowieso schon tut.

Oder wir kontrollieren auch nicht unseren Stoffwechsel, weil wir glauben, dass wir's mitm Verstand besser steuern können, als unser Körper das tut. Warum also bei den Gefühlen? Das ist ein körperlicher Steuerungsmechanismus, den uns die Natur in die Wiege gelegt hat. Und den mit dem Verstand zu unterbinden oder zu verbessern zu wollen oder unterdrücken zu wollen, das ist absurd. Du unterdrückst auch nicht deine Atmung, denn die ist auch für dich lebensnotwendig so wie deine Gefühle.

Diese gesellschaftliche Entwicklung, dass wir immer mehr Menschen haben mit 1 psychischen Schieflage nenn ich das jetzt mal, ja, die mit ihren Ängsten und mit ihrer Traurigkeit zunehmend Probleme haben, hat meines Erachtens auch was damit zu tun. Dass wir einen mangelnden Zugang zu unseren Gefühlen haben, dass wir uns verbieten, mit unseren Gefühlen, den unangenehm empfundenen, so richtig in Kontakt zu treten. Und ja, ich kann dich nur ermutigen, mach es anders. Komm wieder mit deinen Gefühlen in Kontakt, denn Gefühle sind so wichtig. Sie sind dein Kompass.

Es ist 'n bisschen wie Schmerz. Schmerz ist eigentlich auch ein Gefühl, ja? Schmerz macht eine bestimmte Körpersensation. Es tut an 1 bestimmten Stelle weh. Ein Gefühl, wir fangen an zu weinen, ist auch eine Körpersensation.

Und was machen wir heutzutage mit Schmerz? Manchmal drücken wir ihn einfach mit 1 Tablette weg. Obwohl er eine Botschaft mitbringt, obwohl er uns warnen will, obwohl er uns irgendetwas sagen will. Und auch wenn der Kopfschmerz wirklich nur sagen will, hey, Du hast zu wenig getrunken, trink doch was, ist uns manchmal der Griff zur Kopfschmerztablette näher als zu einem Glas Wasser, weil wir einfach nicht mehr hinhören und hinspüren, was diese Körpersensation uns sagen will. Ähnlich ist es jetzt bei Hyperaktivität bei Kindern, Unruhezustände bei Kindern.

Wir könnten uns wirklich besser fragen, wieso die Kinder solche Symptome entwickeln, anstatt mit Medikamenten wie Ritalin darauf zu reagieren. Okay, ich hab das Gefühl, ich komm ins Predigen und das will ich gar nicht. Also bitte nimm wahr, deine Gefühle sind so wichtig. Sie sagen dir, ob Du in deinem Leben eine Richtung einschlägst, die dich zu deinem Ziel führt, ob Du wertekonform, so wie Du lebst, lebst. Deine Gefühle treffen eine Aussage darüber und geben dir Informationen, wo vielleicht etwas in Schieflage gekommen ist.

Und dann, wenn Gefühle auftauchen, dann kommen wir wieder zu unserem Verstand, den hab ich ja schon einige Male hier in den Fokus gestellt. Unser Verstand hau ich ja unheimlich gern Hypothesen raus. Und zum Thema Gefühle hat er aufgrund unserer Prägung jede Menge im Gepäck. Du schaffst das nicht, mit diesem Gefühl umzugehen. Die Angst bringt dich Das Gefühl hältst Du nicht aus.

Das Gefühl darf nicht sein. Du musst dich ganz schnell ablenken. Du musst das Gefühl wegmachen. All das trichtert uns der Verstand ein. Aber das ist nicht wahr.

Weil die Natur uns die Gefühle als System an die Hand gegeben hat, hat sie auch dafür gesorgt, dass wir alles haben, mit Gefühlen umzugehen. Denn Gefühle an sich sind nicht mächtig. Gefühle können überhaupt nichts mit dir tun. Du kannst aber deine Gefühle anschauen und Du kannst auch anschauen, was sie mitbringen an Körpersensation. Und dann bekommst Du Hinweise.

Ich hatte vorhin schon gesagt, alle Gefühle, die uns so, die Kerngefühle, die wir alle kennen, die uns die Natur mitgegeben hat, haben eine Funktion. Und da würde ich gerne einmal draufschauen. Und als Erstes fangen wir da mal an mit den positiven Gefühlen. Entspannung als Gefühl. Welche Funktion hat Entspannung?

Entspannung ist ein regeneratives Gefühl. Entspannung ist notwendig, Abstand zu gewinnen von bestimmten Themen, Kräfte zu sammeln und den Kopf frei zu bekommen. Und wenn wir das Gefühl Entspannung bei uns spüren, dann verlangsamt sich unser Pulsschlag, unser Atem geht regelmäßiger und ruhig, die Muskeln entspannen sich, der Muskeltonus geht runter und wir haben eine verminderte Schmerzempfindlichkeit. Das Thema Stolz. Stolz ist ja, eine 1 wichtige ein wichtiges Gefühl, das Selbstwertgefühl zu steigern.

Es ist eine Art innere Belohnung für unsere Leistung, die wir erbracht haben. Und die Körpersensation, die mit Stolz einhergehen, ist ein erhöhter Pulsschlag, ein schnellerer Atem, ein gesteigertes Energieempfinden und ein vermindertes Schmerzempfinden. Ähnliche Körpersymptome haben wir auch bei Freude. Wenn wir Freude erleben, heißt das, dass wir auf dem Weg sind, unsere Ziele zu erreichen. Freude ist auch eine innere Belohnung.

Sie verstärkt uns für unseren Einsatz, sie gibt uns Kraft und sie motiviert. Stolz ist sozusagen die das Steigerungsgefühl von Freude, könnte man sagen. Ein weiteres positives Gefühl ist das Gefühl der Verbundenheit, sich mit anderen verbunden zu fühlen. Das Gefühl der Verbundenheit vermittelt Sicherheit. Wenn ich weiß, dass ich gut eingebunden bin, kann ich darauf vertrauen, dass ich in Schwierigkeiten Unterstützung bekomm.

Und die Körpersensationen, die wiederum mit Verbundenheit, wenn ich Verbundenheit spüre, einhergehen, sind ein regelmäßiger, relativ niedriger ruhiger Puls, ein ruhiger Atem- und auch eine geringe Muskelanspannung. All diese Gefühle bringen also bestimmte Körpersensationen mit. Auch Mut als ein Gefühl, Mut ist ein notwendiges Gegengewicht zu Angst. Es hilft trotz eventueller Gefahren eine Handlung durchzuführen. Und damit hilft es dir, wichtige Ziele zu erreichen.

Mit Mut geht eine erhöhte Muskelanspannung einher. Mut mobilisiert Kräfte. Mut aktiviert. Bei den als unangenehm empfundenen Gefühlen, da würd ich auch gern einmal draufschauen. Auch die haben tatsächlich eine Funktion.

Am deutlichsten und das kennen wir vielleicht auch schon, weil es schon oft in verschiedenen ja, Artikeln und Untersuchungen zitiert wurde, ist das Thema Angst. Angst bereitet dich darauf vor, die Situation aufmerksam auf mögliche Gefahren zu untersuchen. Und sie stellt dir Energie bereit, zu fliehen oder in der Situation zu kämpfen. Da geht eine Anspannung der Muskulatur mit einher, ein schneller, flacher Atem. Wenn wir Angst haben, beginnen wir zu schwitzen, unser Herzschlag beschleunigt sich und unsere Muskelgruppen werden besser durchblutet.

Zumindest in Händen und Füßen, die inneren Organe werden sogar weniger gut durchblutet, weil das Blut in die Extremitäten fließt, die uns beim Kämpfen oder beim Fliehen helfen. Auch Traurigkeit, ein von vielen sehr als unangenehm empfundenes Gefühl, hat eine positive Funktion. Traurigkeit bereitet körperliche und geistige Prozesse vor, die dir helfen können, dich von deinem Ziel zu lösen. Traurigkeit ist also das Gefühl des Abschieds. Traurigkeit bringt Körpersensation mit, nämlich es rührt uns zu Tränen.

Wenn wir das Gefühl der Traurigkeit an uns heranlassen, beginnen unsere Augen zu trennen. Und das ist weltweit so. Das ist nicht ein kulturelles Thema, sondern traurige Menschen weinen. Das findest Du überall auf der Erde. Vielleicht nehmen wir noch das Gefühl der Scham dazu.

Auch ein unangenehmes Gefühl. Wer sich in letzter Zeit mal für irgendwas geschämt hat, der wird das wissen. Überleg mal, wann hast Du dich das letzte Mal geschämt? Scham entsteht dann, wenn das Einhalten der sozialen Regeln vom Individuum ja, gebrochen wurde. Und das Individuum schützt sich mit Scham davor, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden, weil es diesen Prozess der Entschuldigung und der Reue und der Wiedergutmachung häufig begleitet.

Bei Scham werden wir in der Regel rot. Und was vielleicht auch noch wichtig ist, Scham ist von außen gar nicht so erkennbar, wie man in in wie man das Gefühl innen drin spürt. Also alle Gefühle haben wichtige Funktionen. Stellt euch vor, ohne Traurigkeit kein Abschied. Das heißt, wenn man Abschiede, Verluste nicht wirklich gut betrauert, dann findet der Abschiedsprozess nicht statt.

Und das ist natürlich für den Abschiedsprozess ein echtes Hindernis, weil es wird nicht Platz für Neues geschaffen. Man bleibt in diesem Abschiedsprozess hängen und durchdenkt wieder und wieder das Leid, was damit verbunden ist. Wenn Du jedoch die Traurigkeit zulässt, dann wird es dir möglich, Dinge zu verabschieden. Du räumst innerlich auf und es wird Platz gemacht für Neues, für ein neues Lebenskonzept, für einen neuen Menschen, für ich weiß es nicht. Also bitte, noch mal, ich kling wahrscheinlich wie ein Apostel, aber ich rate dir wirklich an, dich zu fragen, was fühle ich grade?

Und zwar regelmäßig am Tag. Vielleicht kannst Du anfänglich gar nicht so klar benennen, was Du genau fühlst, aber das ist nicht schlimm. Es können auch gemischte Gefühlszustände vorherrschen. Das heißt, Du hast einen einen ein 1, ja, wie soll ich das nennen? Ein Pult, ein 1 Durcheinander von Gefühlen.

Manche davon angenehm, andere unangenehm. Auch das kann sein. Teil für Teil schaust Du sie sie an. Und Du akzeptierst sie so, wie sie sind. Du beschreibst sie dir und Du machst dir klar, wo im Körper Du sie fühlst, welche Körpersensationen sie mitbringt.

Kommt der Gedanke, ich halte das nicht aus, nimm diesen Gedanken einfach wahr. Es ist nur ein Gedanke, es ist eine Hypothese deines Verstandes. Mach sie bitte nicht zu deiner Wahrheit. Du hast von der Natur alles, was Du brauchst, diese Gefühle auszuhalten. Gefühle sind nicht mächtig, nur weil sie Körpersensationen mitbringen.

Und wenn Du dir die Zeit nimmst und wenn Du hinspürst und dich zum Beispiel mit deinem Atem als Anker verbindest und dir die Gefühle beschreibst und die Gefühle zulässt, dann wirst Du merken, deine Wahrnehmung Wahrnehmung zum Thema Gefühlen differenziert sich. Und Du kannst viel mehr Gefühle akzeptieren, so wie sie sind, als Du dir das jemals vorstellen konntest. Irgendwann kannst Du dich aus dieser Gefühlsbeobachterposition sogar entspannen, während Du das tust. Es ist 'n bisschen so, als wäre die Scheibe deines Gefühlskompass lange Zeit beschlagen gewesen und Du beginnst sie jetzt, in Kleinarbeit blank zu polieren, aufzupolieren und wieder klarzumachen, sodass Du wieder in deinen Kompass hineinschauen kannst und sehen kannst, was dir dieser Wichtiges über die Richtung, auf der Du unterwegs bist, zu sagen hat. Und das ist das, was es für dich an der Stelle ja, zu gewinnen gibt, das ist der große Vorteil, wenn wir wieder lernen, mit unseren Gefühlen in Kontakt zu treten, dass wir endlich wieder eine Orientierungshilfe haben und zwar eine, die uns der Kopf nicht geben kann.

Wir glauben, unser Verstand ist allmächtig, aber das ist er nicht. Unser Verstand ohne die dazugehörigen Gefühle ist fehleranfällig. So, das war's für heute. Falls Du Fragen hast zum Thema Gefühle, lass es mich wissen. Falls dir diese Folge gefallen hat, teil sie, like sie, was immer dir auch in den Sinn kommt.

Ich bedanke mich, dass Du mir heute zugehört hast und dir die Zeit genommen hast, dich mit deinem Gefühlsleben auseinanderzusetzen und mehr darüber zu lernen, sodass es für dich leichter und einfacher wird, Gefühle zu akzeptieren und für dich als richtungsweisend in deine Art zu leben, zu integrieren. Und in diesem Sinne sag ich jetzt tschüs, deine Sabine.

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