← Alle Folgen
Nervensystem Folge 10 · 21. Januar 2019 · 26 Min
Cover: Depression behandeln- Lerne die wichtigsten Tools kennen

Depression behandeln- Lerne die wichtigsten Tools kennen

0:00 26 Min

Worum geht's?

Depressionen sind komplex, aber es gibt bewährte Strategien, die dir helfen können. In dieser Folge stelle ich dir zentrale Modelle vor, die in der Therapie eine wichtige Rolle spielen – und die du für dich nutzen kannst.

📌 Das erwartet dich:
🔹 Die Depressionsspirale – und wie du sie durchbrichst
🔹 Typische Denkfehler, die deine Stimmung beeinflussen
🔹 Die Metapher der Waage – ein hilfreiches Bild für dein inneres Gleichgewicht
🔹 Konkrete Schritte, um dein Wohlbefinden aktiv zu verbessern

💡 Lerne, wie du Depressionen besser verstehst und gezielt gegensteuern kannst. Du bekommst wertvolle Impulse, die du direkt in deinem Alltag umsetzen kannst!

🎧 Jetzt reinhören und den ersten Schritt machen!

🔔 Bleib mit mir in Verbindung:

📌 Facebook: Sabine Bimmler
📌 Instagram: @sabinebimmler
🌍 Mehr über mich: Meine Website

📞 Coaching & Beratung:

📅 Persönliche Termine: sabine@bimmler.com
📅 Online-Coaching: Hier buchen
📧 E-Mail-Coaching: Mehr erfahren

Ich freue mich auf dich! 💛
Deine Sabine

Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der Podcast ersetzt natürlich keine Therapie oder Behandlung. 

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 3.221 Wörter · etwa 16 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo. Herzlich willkommen bei reif für die Couch, dem Podcast Psychotherapie und Psychologie. Mein Name ist Sabine Bimmler und heute entführe ich dich in die Welt der Depression. Vorher möchte ich jedoch in eigener Sache ein dickes Dankeschön loswerden. Mein Podcast ist jetzt seit einiger Zeit online und mich haben aus meinem Kollegenumfeld, aus meinem Klientenumfeld und natürlich auch aus dem Umfeld meiner Freunde und Bekannten so viele positive Rückmeldungen erreicht.

Ich hab mich so gefreut. Ich sage an dieser Stelle einmal ganz herzlich Dankeschön. Danke, dass sie ihr euch das anhört, dass ihr mir Rückmeldung gebt und dass ich auch so viel Anerkennung und Wertschätzung von euch bekomme für das, was ich hier tue. Das motiviert mich in meiner Arbeit und ja, inspiriert mich auf jeden Fall darin, weiterzumachen und an diesem Projekt drinzubleiben, von dem ich noch gar nicht weiß, wo mich das eigentlich hinführen wird. Danke.

Und jetzt tauchen wir ein in die Welt der Depression. Ich hatte in den vorherigen Folgen schon mal über die Depression an verschiedenen Stellen beispielhaft geredet, weil sie gesellschaftlich so verbreitet ist. Das heißt, die meisten Menschen, die wir treffen im Alltag, die wir kennen, haben schon mal in 1 depressiven Episode festgesteckt oder ja, befinden sich vielleicht grade drin. Wo Du jetzt grade stehst, das weiß ich gar nicht. Ich nehme an, dass auch dich das Thema Depression aus guten Gründen interessiert.

Es mag sein, dass Du selbst daran leidest. Es kann natürlich auch sein, dass Du einen Angehörigen hast, der an Depressionen leidet oder, oder, oder. Ich kenn deine Gründe gar nicht genau und versuch, dir hier trotzdem eine Idee zu geben, wie wir versuchen, in der kognitiven Verhaltenstherapie Depressionen zu ja, behandeln, den Klienten darin zu unterstützen, die Depression besser zu verstehen und Strategien zu entwickeln, wie er trotz seiner Depression ein wertvolles Leben führen kann und wie er vielleicht auch ja, einen Weg hinausfindet. Dazu würd ich dir heute gerne in der Folge die Basics vorstellen. Noch mal kurz zur Erinnerung, was macht das Krankheitsbild Depression eigentlich aus?

Es gibt 3 Kernsymptome. Das 1. Ist eine sehr niedergedrückte Stimmung. Das heißt, derjenige, der leidet, vielleicht Du, erlebt an den meisten Tagen, seit mindestens ja, 2 bis 4 Wochen über den ganzen Tag hinweg eine unheimlich gedrückte, getrübte, traurige Stimmung. Und diese Stimmung ändert sich im Tagesverlauf, aber auch über die Woche hinweg kaum.

Die ist relativ stabil, da ist keine Bewegung mehr drin. Das 2. Symptom der Depression ist die Freudlosigkeit und die Interessenlosigkeit. Auch hier liegt seit einigen Wochen ein Zustand vor bei der Person, die leidet, dass sie einfach keine Freude mehr empfindet. Selbst bei Dingen, die sie mal hocherfreut haben früher, Dingen, die ihr mal Spaß gemacht haben, erreichen sie auf der Gefühlsebene nicht mehr.

Sie machen das vielleicht noch, aber sie empfinden keine Freude mehr. Dinge, die vorher Interessensgebiete der Person waren, wo sie ja ja Informationen zugelesen hat, gesammelt hat, wo sie vielleicht auf Veranstaltungen gegangen ist, spielen plötzlich keine Rolle mehr. Auch das sind Dinge, wo die Person sagt, das interessiert mich nicht mehr. Das 3. Kernsymptom ist die Antriebslosigkeit.

Das heißt, der Person fallen die einfachsten Dinge unglaublich schwer. Man kann sich das nicht vorstellen, aber selbst das morgendliche Aufstehen, das morgendliche Waschen kostet Überwindung, das zu Arbeit fahren, das Freunde treffen. Immer gibt's einen inneren Kampf von, ich will das lieber doch nicht. Neben den 3 Kernsymptomen kommen ja noch jede Menge Nebensymptome dazu. Der Schlaf ist oft gestört, die Konzentration ist gestört, es gibt Selbstwertproblematiken, Schuldgefühle.

Ja. Das ist erst mal 'n kurzer Überblick, wodurch die Depression überhaupt gekennzeichnet ist. Also was ist eine Depression? Wenn man mit einem Menschen im Raum ist, der eine Depression hat und der sich zeigt in diesem Leiden, dann kannst Du das fühlen. Diese Menschen strahlen 1 1 1 Traurigkeit aus.

Also wenn Du dafür Antennen hast, wenn Du empathisch bist, dass Du das fühlen kannst. Und oft erleben andere den Kontakt mit solchen Menschen energiezehrend, weil man das Gefühl hat, es ist alles schwer. Auch die Kommunikation ist schwer, ist irgendwie wie gelähmt, wie niedergedrückt. Also darauf, wenn ihr 'n Angehörigen habt, über den ihr vielleicht grade nachdenkt, achtet mal, wie fühlt sich die Gegenwart dieser Person für euch an? Oder wenn Du selbst betroffen bist, dann ja, überleg mal, was macht das mit deinem Umfeld?

Nur, dein Umfeld zu verstehen und warum sie vielleicht manchmal gereizt auf dich reagieren, obwohl sie's gar nicht böse machen. So, also das war eine Beschreibung, was die Depression überhaupt ist. Vielleicht noch wichtig zu wissen, man unterteilt sie in schwere Grade. Es gibt eine leichte, eine mittelgradige und eine schwere Depression laut dem ICD 10 Krankheitskatalog. Und es ist auch genauso, wie's in den Worten eigentlich drinsteckt.

Also wenn die Symptome leichter ausgeprägt sind und nicht so viele vorliegen, ist es eine leichte Depression. Wenn alle 3 Kernsymptome und jede Menge Nebensymptome in deutlicher Ausprägung vorliegen, ist es eine schwere Depression. Depression, wie behandeln wir die in der kognitiven Verhaltenstherapie? Da würd ich dir jetzt gern mal ein paar Basisinstrumente vorstellen, die wir einsetzen und die Du auf jeden Fall in jedem Selbsthilfegatgeber findest, die Du in Gruppentherapien vielleicht schon mal kennengelernt hast oder auch im ambulanten Einzel, je nachdem, wie vor erfahren Du bist. Und falls Du diesen Podcast schon länger hörst, kennst Du den das die 1.

Wichtige ja, Weisheit schon. Und zwar ist das der Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten. Da gibt's eine ganz eigene Folge zu, wo ich auch mit Depressionsbeispielen arbeite, denn Gedankengefühle und Verhalten, Verhalten meint auch Körper, hängen unmittelbar miteinander zusammen und stehen in ganz enger Wechselwirkung. Das heißt, wenn ich in 1 bestimmten Art und Weise denke, habe ich dazu begleitende Gefühle, die dazu passen und ich verhalte mich auch entsprechend. Ja, und bei der Depression ist das ganz wichtig.

Menschen, die an 1 Depression leiden, denken negativ, grau, Selbstwertschädigend, vorwürfig. Und das stützt die Gefühlsebene der Depression, nämlich dieses Niedergedrückte, hilflose, traurige wird durch diese Gedanken sozusagen gefüttert. Und weil die Personen sich häufig zurückziehen, das sind wir jetzt eher auf der Verhaltensebene, stabilisiert sich diese Störungen von innen heraus. Das ist ganz wichtig, dass Du das verstehst. Ich nehm jetzt einfach mal an, Du willst die Depression verstehen, deswegen bist Du hier.

Es ist ganz wichtig, dieser Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühl und Verhalten ist wahnsinnig wichtig. Ich kann das nur immer wieder sagen. Also schau hin, wie denkst Du, wie fühlst Du, wie verhältst Du dich? Eine Selbstanalyse in bestimmten Situationen, Situationen, die viele Emotionen mit sich bringen, macht Sinn, einfach die eigene Funktionsweise, wie funktionierst Du, zu verstehen. Denn nur das macht dir möglich auch ja, anzusetzen, wenn Du eine Veränderung herbeiführen möchtest.

Das 2., was wir in der Depressionsbehandlung den Leuten immer wieder darstellen, ist die Waage, sozusagen als ein Balancemodell. Und in der einen Waagschale liegen die Anforderungen. Anforderungen, denen Du dich im Alltag gegenübersiehst, beruflicher Natur, familiärer Natur. Ja, was auch immer es für Anforderungen gibt, die Du dir selbst auferlegt hast oder die dein Umfeld von dir verlangen. Und auf der anderen oder in der anderen Waagschale sind die positiven Aktivitäten.

Das heißt, da kommen alle Dinge rein, die dir Freude machen, die dir guttun, die dich entspannen, die zu deiner Erholung beitragen oder dich sonst irgendwie in einen guten Energiezustand bringen. Für uns Menschen ist es total wichtig, dass diese Waage ausgeglichen ist. Das heißt, wenn wir jede Menge Pflichten haben, sollten wir dafür sorgen, dass in die Waagschale der positiven Aktivitäten auch etwas hineinkommt. In 99 Prozent der Fälle haben Menschen, die sich wegen Depressionen in Behandlung begeben, eine Schieflage in dieser Waage. Deswegen überprüfe bitte für dich, wie ist das?

Ist ja dein Zustand ausgeglichen? Schaffst Du es, deinen Anforderungen genug positive Aktivitäten gegenüberzusetzen? Was passiert im Rahmen 1 depressiven Grunderkrankung, ist, dass das Verhalten der Person immer mehr auf Rückzug und Passivität gepolt wird. Das heißt, insbesondere bei den positiven Aktivitäten wird gekürzt. Der Spaziergang im Wald ist auch zu viel und zum Sport gehen geht schon mal gar nicht und Freunde treffen will man auch nicht mehr.

Und irgendwann will man sich auch nicht mehr waschen und irgendwann will man sich auch nicht mehr anziehen. Ja, es nimmt immer mehr Passivität zu Handlungsunfähigkeit. Auf der Anforderungsseite passiert das zwar, also da da verlieren die Menschen zwar auch was, aber was ganz interessant ist, solange wir die Menschen noch Kraft haben, erfüllen sie eher die Anforderung, als dass sie sich sich selbst kümmern. Das heißt, solange wir wir noch können, solange wir noch aktiv sein können, neigen wir Menschen alle dazu, dass anzumachen und da noch alles Mögliche zu bringen. Aber wenn es darum geht, mit positiven Aktivitäten gut für uns zu sorgen, mit unseren Energien schonend umzugehen und diese aufzufüllen, dann ist das häufig so, dass das Ganze in eine Schräglage kommt.

Also sei so gut und überprüfe bitte deine Waage. Das ist etwas, was im therapeutischen Kontext auf jeden Fall passieren wird. Damit haben wir schon sozusagen die 2. Die 2. Methodik, die wir auf jeden Fall in der Therapie vorstellen, ja, erklärt.

Dann kommen wir zum dritten zur dritten Methode oder zum dritten Aspekt. Das sind die sogenannten Denkfehler. Depressive Menschen neigen dazu, bestimmte Denkfehler zu begehen. Warum tun sie das? Das ist ganz leicht aus meiner Sicht, denn ich hab schon oft erklärt, wenn unser Gehirn durch große Emotionen sozusagen gestört wird, dann fängt unser Hirn an, Fehler zu machen.

Und deswegen treten natürlich, wenn große Gefühle von Traurigkeit und Hilflosigkeit existent sind, Denkfehler auf. Ein klassischer Denkfehler, der im Rahmen von depressiven Erkrankungen auftaucht, ist sind die Verallgemeinerungen. Es spiegelt sich in solchen Sätzen wie, mir ist das alles zu viel, keiner hilft mir. Die Verallgemeinerung, alles und keiner wiegen auf der Gefühlsebene unglaublich schwer. Das heißt, es ist, es sind sozusagen allgemeine Gedanken, die auf der Gefühlsebene voll durchschlagen, ja?

Oder keiner mag mich. Mir gelingt auch gar nichts. Das sind ganz, ganz typische Sätze, die ich aus, ja, die ich von meinen Klienten in der Praxis höre. Und wenn wir uns diese Sätze genauer angucken, dann ist das so nicht wahr, ja. Aber im Rahmen der Depressionserkrankung sind diese Gedanken da und die Patienten, die Klienten machen sie zu ihrer Wahrheit.

Überprüf also dich. Wie ist das mit deinen Denkfehlern? Neigst Du auch dazu, von Einzelereignissen auf ja, große Dinge rückzuschließen und zwar in 1 wenig hilfreichen Art und Weise? Ist dein Denken auch in eine negative Richtung verzehrt? Verallgemeinerst Du?

Der 2. Denkfehler, den ich hier ansprechen möchte, ist dieses alles persönlich nehmen, nenn ich den mal. Es ist tatsächlich so, dass Menschen, die in dieser Grundstimmung sind, alles auf sich beziehen. Ich mach mal 'n Beispiel. Während Du vor 1 Woche durch den Flur bei der Arbeit gegangen bist und eine Kollegin dich nicht gegrüßt hat und Du dachtest, oh, dir hat aber 'n schlechten Tag und weitergegangen bist, würdest Du, wenn Du in 1 depressiven Grundstimmung bist, den Blick 1 Kollegin anders interpretieren?

Die Kollegin schaut dich an und geht an dir vorbei. Und die Erklärung, die jetzt unser oder dein Gehirn eher reinreicht, wenn Du in 1 depressiven Grundstimmung bist, ist, oh Gott, ich hab irgendetwas getan, die ist sauer auf mich. Was kann das sein? Hab ich vielleicht mit der Kollegin x y in der Kantine da und da drüber gesprochen und so weiter? Dann nimmt das Ganze seinen Lauf.

Dinge, die Du vorher nicht auf dich bezogen hast und nicht gegen dich interpretiert hast, werden plötzlich im Rahmen der ja Denkverzerrung zu einem Problem. Und es ist der Blick der Kollegin, das ist der Blick in der Straßenbahn, das mögen Briefe sein, die Du bekommst, das ich es kann alles sein, wirklich. Alles kann und das trifft ja auch auf jeden von uns zu. Du kannst alles, was dir den ganzen Tag widerfährt, für oder gegen dich interpretieren. Und wenn Du einmal in 1 depressiven Episode drinhängst, interpretierst Du das Ganze gegen dich in der Regel.

Du das Ganze gegen dich in der Regel. Dann gibt es den Punkt, dass Menschen, die in 'ner depressiven Episode sind, alles, also sich sehr verantwortlich fühlen für viele Dinge. Ja? Also wenn irgendetwas nicht klappt, suchen sie immer die Schuld bei sich. Zum Beispiel eine Mutter, deren Kind sich nicht so entwickelt, schulisch, wie sie sich das vorstellt, neigt dann dazu, das Ganze rückzuschließen auf ihre Erziehung.

Und schaut nicht mehr so sehr danach, vielleicht liegt's auch am Lehrer, vielleicht hat es auch was mit dem Kind zu tun, sondern es geht zurück auf ihre Erziehung. Sie hat etwas falsch gemacht und deswegen fühlt sie sich verantwortlich. Deswegen wichtig, dass auch Du dich fragst, wofür fühlst Du dich verantwortlich? Und zwar die Dinge zu identifizieren, für die Du sonst wahrscheinlich auch andere Erklärung hättest, wo Du jetzt aber die Schuld komplett auf deine Schultern legst. Also 3 klassische Denkfehler, die im Rahmen von Depressionen auftauchen.

Eine weitere, ein weiteres Bild, was ich dir gerne vorstellen würde an dieser Stelle, ist die sogenannte Depressionsspirale. Auch die macht's sehr anschaulich, dass wir es hier mit einem Denkmechanismus und Füllmechanismus zu tun haben in der Depression, der sich selbst verstärkt. Man rutscht da relativ langsam rein. Es geht langsam los, ne. Gedanken, Gefühleverhalten kommen in eine Schräglage.

Dann stell dir vor, kippt die Waage langsam in Richtung Anforderungen, positive Aktivitäten werden weniger. Dein Gehirn kommt in eine Art Ausnahmezustand und neigt dazu, Denkfehler zu machen. Und jetzt kannst Du dir vorstellen, wie Du so langsam, stell dir eine Spirale vor, die oben noch recht breit ist und nach unten immer enger wird. Jetzt kannst Du dir vorstellen, wie Du Stück für Stück auf dieser Depressionsspirale nach unten gleitest. Ich weiß nicht, wo Du jetzt grade stehst, ob Du am Beginn stehst oder ob Du am Ende der Depressionsspirale stehst oder in der Mitte.

Ich weiß es nicht. Aber die Depression hat sozusagen die Kraft, dich in die Spirale reinzuziehen. Deswegen vergleich ich sie oft und Patienten stören sich manchmal an dem Begriff, aber ich find den eigentlich ganz passend, die Depression kann einen regelrecht verführen, weil sie einem so ganz, ganz schlüssig argumentiert, warum die Welt so schwarz ist. Und ja, es ist wichtig, dass wenn Du betroffen bist, dass Du verstehst, wie das funktioniert und dass Du dich einordnest und schaust, wo Du auf der Spirale grade bist. Und das geschieht durch diese Situationsanalysen, die wir machen, nämlich eine Situation, die wir uns rausgreifen und sagen, okay, was denkst Du denn in dieser Situation?

Und was hast Du für Gefühle gehabt? Und was hast Du fürn Verhalten gezeigt? Wie hat dein Körper reagiert? Wir versuchen da hinzuschauen, ein Gefühl zu kriegen, wo in dieser Abschwärzsspirale Du dich grade befindest. Also die Depressionsspirale als ein viertes wichtiges Anschauungsmaterial zum Thema Depression.

Zu den Denkfehlern würd ich gern noch jetzt quasi die 5., das 5. Bild hinzufügen, nämlich die sogenannte kognitive Triade. Vielleicht ist dir das schon mal begegnet. Hochgestochenes Wort, eigentlich ist es ganz einfach. Das negative Denken in der Depression setzt sich insbesondere auf 3 Bereiche.

Wenn Du an 1 Depression leidest, dann denkst Du als Erstes negativ über dich selbst, als Zweites negativ über die anderen und als Drittes negativ über die Zukunft. Das ist sozusagen der Gleichklang in der kognitiven Triade. Über dich selbst treten zum Beispiel Gedanken auf wie, ich bin hilflos, ich komm hier nicht raus, ich weiß nicht, was ich machen soll. So was kann auch nur mir passieren. Ich bin aber auch zu blöd, selbst dies und jenes hinzukriegen.

Über die anderen haben wir gerne so Gedanken wie, keiner hilft mir, niemand ist für mich da, niemand mag mich, das wird sich nie ändern, keiner möchte mich gerne sich haben. Und über die Zukunft und das ist besonders, ja, das sind besonders kraftvolle, negative Gedanken, die da entstehen. Es wird nie besser werden. Es ändert sich nichts. Ich hab schon so viel versucht und nichts hilft.

Da ist sozusagen, das sind grade Gedanken, die die Hoffnungslosigkeit, die mit der Depression oft einhergeht, fütter. Ja, also auch die kognitive Triade wäre etwas, was ich dir in meiner Praxis gerne erklären würde und wo ich mit dir dran arbeiten würde, zu gucken, ist das was? Arbeitest Du viel gedanklich mit der kognitiven Triade und wie kriegen wir das aufgebrochen? Zum Schluss, ein klassisches Modell, was auch in der Depressionsbehandlung vorkommt, ist das Thema der Grundüberzeugung. Dazu nutzen wir das die Abbildung des Eisbergs, ja.

Also unsere automatischen Gedanken befinden sich oberhalb der Wasserfläche. Das ist aber nur ein ganz kleiner Teil des Eisbergs. Warum sind diese automatischen Gewohnheitsgedanken in der Depression, so nenn ich die jetzt mal, eigentlich so stabil, weil, kannst Du dir jetzt vorstellen, das Konstrukt, was diese automatischen Gedanken stabilisiert, liegt unterhalb der Wasseroberfläche und ist weit, weit größer. Denn unterhalb der Wasseroberfläche findest Du die sogenannten Grundüberzeugungen oder woanders werden sie auch oft Glaubenssätze genannt. Dinge, die wir ja gelernt haben, schon früh mit der Muttermilch aufgesogen haben, liegen hier und bestimmen natürlich unsere automatischen Gedanken, die wir im Alltag so hegen.

Das heißt, wenn meine Grundüberzeugung ist, niemand mag mich, dann werde ich im Alltag in ganz vielen Situationen dazu tendieren, Dinge, die andere Person tun oder wie sie mich anschauen, so zu interpretieren, dass sie dazu passen. Also wenn mich jemand komisch anschaut, werde ich so was denken wie, ach ja, guck mal, der kann mich auch nicht leiden. Und diese Grundüberzeugungen, diese Glaubenssätze spielen in der Depressionsbehandlung eine wichtige Rolle, aber eigentlich auch in in jeder Therapie. Weil dieser Eisberg gilt auch für alle anderen Störungen, ja. Also viele unserer automatisierten Gedankenmuster gehen auf unsere tiefen Grundüberzeugungen zur Welt, zu uns selbst, zu anderen Menschen zurück, auf unsere Glaubenssätze.

Deswegen ist das in Coaching- und Therapieprozessen immer wieder Thema, die eigenen Glaubenssätze zu entdecken und zu verändern, was nicht so einfach ist, aber machbar. Okay, an dieser Stelle lass ich's auch für heute gut sein. Bin schon mit 24 Minuten etwas über mein eigentliches Zeitlimit hinaus. Ich fass noch mal kurz zusammen, Dreieck, Gedankengefühle, Verhalten, die Waage zwischen Anforderungen und positiven Aktivitäten, Denkfehler wie Verallgemeinerung, alles persönlich nehmen, sich verantwortlich fühlen, die kognitive Triade, das Denken über dich selbst, die anderen und die Zukunft und die Depressionsspirale, die deutlich macht, wie man in diese ja, Störung hineingesogen wird. Dazu ganz am Ende das Modell des Eisbergs mit den automatisierten Gedanken über der Wasseroberfläche und den Grundüberzeugungen, die unterhalb der Wasseroberfläche sitzen und das Ganze stabilisieren, die im therapeutischen Prozess verändert werden müssen.

Das war der Schnelldurchlauf. Ich hoffe, Du hast eine Idee bekommen, mit welchen Methodiken und welchen Bildern wir uns der Depression, in der Verhaltenstherapie nähern. Das waren nur die Basics. Wir haben im Therapieraum jede Menge weitere Möglichkeiten und in den nächsten Folgen werd ich auch noch verschiedene andere Ansätze vorstellen, mit denen man sich der Depression nähern kann. Für heute sage ich danke, dass Du dir die Für heute sag ich danke, dass Du dir die Zeit genommen hast, dich mit dem Thema Depression auseinanderzusetzen, warum auch immer es für dich grade wichtig ist.

Wenn dir die Folge gefallen hat, teil sie doch bitte. Und wenn Du weitere Fragen hast, komm auf mich zu. An dieser Stelle sag ich tschüs, deine Sabine.

Weitere Folgen

Passend dazu

Mehr aus Nervensystem →
Wenn du innerlich dichtmachst: über die Erstarrung, die keiner sieht
Nervensystem Wenn du innerlich dichtmachst: über die Erstarrung, die keiner sieht
Dein innerer Schutzraum: Wie Sicherheit Selbstvertrauen nährt
Nervensystem Dein innerer Schutzraum: Wie Sicherheit Selbstvertrauen nährt
Die Problem-Trance: Wenn dein Kopf sich am Problem festbeißt
Nervensystem Die Problem-Trance: Wenn dein Kopf sich am Problem festbeißt
Werbung

Die folgenden Empfehlungen enthalten Partner-Links. Kaufst du darüber, erhält der Podcast eine kleine Provision — für dich bleibt der Preis derselbe.

Meine Empfehlungen

Ausgesucht von Sabine — weil sie gut zu dieser Folge passen.

📖
Act bei Trauma

ACT-Ansatz bei belastenden Erfahrungen

Zum Produkt →
📖
Buch angst vor Krankheiten überwinden

Ratgeber: Umgang mit Krankheitsängsten

Zum Produkt →
Die Glückspost

Ein ruhiger Gedanke.
Jeden Sonntag.

Ein kurzer, fundierter Impuls zum Innehalten — kostenlos in dein Postfach. Kein Spam, nur Substanz.

Fast geschafft: Wir haben dir eine Bestätigungsmail geschickt. Klick den Link darin, dann bist du dabei.

Jederzeit mit einem Klick abbestellbar.