Immer wieder gibt es Lebensphasen, in denen wir uns kraftlos und antriebslos fühlen. Das bezeichne ich als depressive Verstimmung. Verstehe, welche Ursachen das haben kann. Und lerne, wie du in diesen Zeiten gut für dich sorgen kannst. Damit du zukünftig durch eine andere hilfreiche Haltung leichter durch diese Phasen hindurchgehst.
Gedicht „Das Gasthaus" von Rumi. Im Internet z.B. hier http://www.caritas-muenster.de/cms/contents/caritas-muenster.de/medien/dokumente/impuls-november-2017/impuls_november_2017.pdf
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
Vollständiges Transkript · 3.995 Wörter · etwa 20 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo. Herzlich willkommen bei Reife die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Psychotherapeutin, systemischer Coach. Ich hoste diesen Podcast und den dazugehörigen Youtube Kanal.
Ich freue mich sehr, dass Du heute wieder eingeschaltet hast und dabei bist. Das Thema, was ich für dich vorbereitet habe, heißt Depression, der Gast, der gerne mal wiederkommt. Und selbst wenn Du sicher bist, dass Du keine Depression hast, dann kennst Du vielleicht die Vorstufe davon, nämlich die sogenannte depressive Verstimmung, die nach meiner Erfahrung jeder in seinem Leben immer mal wieder durchschreiten muss. Die depressive Verstimmung kommt zu uns, wenn wir erschöpft sind, wenn wir an unseren Bedürfnissen vorbeileben, wenn wir uns zu viel zumuten oder wenn etwas in unserem Leben einfach nicht zu dem passt, was uns zufrieden macht, was uns von innen her erfüllt. Ein anderes Bild könnte auch sein, es taucht immer dann auf, wenn ich nicht in meiner inneren Mitte bin, wenn Du nicht in deiner inneren Mitte bist.
Und das passiert uns im Leben immer wieder. Da werde ich heute drüber reden und vorher möchte ich noch eine Kleinigkeit loswerden, weil in letzter Zeit vermehrt Nachrichten bei mir eintrudeln, die mir Rückmeldung zu meinem Podcast geben. Und dafür möchte ich Danke, Danke, Danke sagen. Seit ich ja hier in die Technik hineinspreche und ohne Rückmeldung und Feedback bin, freu ich mich unglaublich über eure Nachrichten. Es kommen auf unterschiedlichem Wege über Facebook, Instagram, über Youtube Kommentare, Nachrichten zu mir.
Auch per E-Mail erreichen mich immer wieder so wundervolle E-Mails. Ich hab mir vorgenommen, auch einen davon mal vorzulesen oder 2 beim nächsten Mal, damit ihr hört, was die anderen mir so schreiben und für mich ist das eine Bekräftigung, weiterzumachen. Und teilweise gibt's auch Hinweise, wo man gesagt hat, hey Sabine, da stimmen deine Shownotes nicht oder beim letzten Mal zum Beispiel, Du hast gesagt, Du hast jetzt ein Video gedreht und auf Youtube seh ich dich gar nicht. Vielen Dank auch für diese Hinweise. Ja, häufig steckt dahinter ein gewisses Maß bei Youtube zumindest an technischer Unversehrtheit und wenn wir an die Shownotes denken, dann vergess ich manchmal das ein oder andere.
Und da bin ich total glücklich, wenn ihr mich darauf hinweist, weil ich versuche ja diesen Podcast und das Programm alles neben meiner Arbeit in der Praxis zu machen. Ihr wisst vielleicht, wenn ihr mich schon länger begleitet, dass ich 3 Kinder habe. Also mein Leben ist voll davon und manchmal sind die Shownotes nicht auf den Punkt, das gebe ich zu. Auf jeden Fall danke für eure Nachrichten und danke natürlich auch für all die ermutigenden, wundervollen Worte, für die Ideen, die ihr eingebracht habt. Und ja, beim nächsten Mal werd ich anfangen, E-Mails von euch vorzulesen und ja, einfach mal eine Idee zu geben, worüber ich mich denn da so sehr freue.
Und jetzt kommen wir zurück zum Thema der Depression, weil das ist heute ja das, worüber ich mit euch reden will. Und ja, warum Depression, depressive Verstimmung? Ich würde jetzt heute mich mal auf die leichteren Form der Depression und auf sogenannte depressive Verstimmung konzentrieren, weil ich glaube, dass die auf die Mehrheit von euch zutrifft. Der der spezielle Fall der sehr schweren Depression, wo teilweise schon Medikamente, psychiatrische Betreuung und Klinik angeraten ist, ist zum Glück eher selten und ich denke auch in meiner, ja, bei meinen Zuhörern relativ wenig verbreitet. Also ich gehe davon aus, dass Du depressive Verstimmungen kennst.
Die können sich zum Beispiel äußern, indem Du eine besondere Schwere fühlst, indem Du eine Freudlosigkeit fühlst, indem Du vielleicht gar nicht so viel fühlst. Das heißt, deine Stimmung ist gleichbleibend gleich, egal, was dir passiert. Du erlebst was Tolles und Du fühlst dich genauso, wie wenn Du eine schreckliche Nachricht bekommst. Du gehst überhaupt nicht mehr in Resonanz mit den Nachrichten, die Du bekommst. Du reagierst nicht mehr.
Ich also in der Therapie redet man oft von die die Schwingungsfähigkeit mit emotionalen Dingen, die einem passieren, ist eingeschränkt. Und dann gibt es dieses Gefühl dieser bleiernden Schwere. Ich möchte an dieser Stelle explizit noch mal auf dieses Youtube Video Der schwarze Hund hinweisen, wo die Depression im Rahmen dieses Zeichentrickfilms, der vor einem Buch basiert, so wunderbar dargestellt wird. Wo derjenige in einen Eiswürfel eingepackt wird. Wo derjenige sich wie gefangen fühlt in seinen Emotionen.
Und diese Phasen, ja, wirst Du in leichterer Ausprägung in deinem Leben auch haben. Und warum bin ich da eigentlich so sicher? A, leb ich ja selber und ich sprech mit vielen Menschen darüber. Und ich glaube ja auch, dass Du diese Art von Gefühlen brauchst, dein Leben zu leben. Du weißt ja, ich bin ein Verfechter der These, dass Emotionen dein Kompass sind.
Und das meint, Emotionen kommen immer dann in dein Leben, wenn etwas 1 Veränderung bedarf. Du lebst an deinen Bedürfnissen vorbei. Oder es ist etwas passiert sehr kurzfristig, was das Ganze in eine Schieflage bringt, die dir nicht guttut. Es gibt Dinge, die hast Du selber verursacht. Vielleicht, weil Du dich entschieden hast, keine Pausen zu machen, dir zu viel zuzumuten, dein Körpersystem durch zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol zu überfordern, dann können solche Symptome entstehen oder dir sind vielleicht Schicksalsschläge widerfahren.
Du bist krank geworden, hast eine schwere Diagnose bekommen oder 1 deiner Angehöriger. Du steckst in deiner Lebenssituation fest aufgrund äußerer Umstände, die kräftezehrend ist. Und auch dann melden sich diese Gefühle. Immer mit der Idee für dich, hey, es muss was anders werden. Es muss sich was verändern.
Und die kommen ja schleichend, deswegen fängt's auch an mit so Dingen wie 1 depressiven Verstimmung. Diese Du stehst nicht morgens auf und plötzlich ist das so, sondern das ist ein schleichender Prozess, deswegen bemerkt man ihn häufig auch gar nicht so sehr. Weil unser Körpersystem meldet sich erst mal oder unser Körper Seele System besser gesagt meldet sich erst mal langsam. Ganz langsam werden Warnsignale gegeben. Du fühlst dich immer 'n bisschen schlapper.
Du fühlst dich immer 'n bisschen kraftloser. Du kannst dich nicht mehr so freuen und dann schleicht sich das Ganze so ein. Deswegen ist das Thema Achtsamkeit so wichtig. Sich selber gut im Blick zu haben. Sich immer wieder zu fragen, hey, wie fühl ich mich eigentlich?
Wie geht es mir im Augenblick? Wie wie bin ich in meiner Kraft? Bin ich in meiner inneren Mitte? Und dazu können natürlich Morgenroutinen, Abendroutinen, Journaling, Dankbarkeitstagebücher, also solche Dinge können da wunderbar wunderbar bei unterstützen, weil sie dir helfen, den Blick immer wieder auf dich zu lenken. Denn ich weiß auch von mir selber über Jahre meines Lebens, man stellt sich die Frage doch gar nicht.
Das Leben passiert einem so, man bewegt sich darin, man bekommt neue Jobs, man verabschiedet sich aus Jobs, man geht in neue Beziehungen, man verabschiedet sich aus Beziehungen. Es passiert einfach so. Und das Bewusste Innehalten Und sich zu fragen, hey, was ist denn hier los? Das tun wir fast nicht, solange wir in unserer Kraft sind. Und das wäre auch schon der 1.
Tipp, zu dem ich dich ermutigen möchte. Fange damit an, selbst wenn es dir im Augenblick gut geht. Und wenn es dir gut geht, dann feier das doch einfach, dass es dir gut geht. Das ist so wichtig, dass wir morgens, wenn wir aufstehen, darauf gucken, hey, was kommt da für ein Tag? Worauf freu ich mich?
Was werden gute Momente sein? Was werde ich mir Gutes tun? Und abends, bevor wir ins Bett gehen, noch mal zu überlegen, hey, was waren schöne Momente am heutigen Tag? Das können Kleinigkeiten sein. Du weißt, das kann ein Lächeln, ein Gespräch, ein, ich weiß nicht, Winzigkeiten, eine Tasse Tee in Ruhe.
Für eine dreifache Mutter mit kleinen Kindern ist eine zehnminütige Pause mit 1 Tasse Tee, wo sie nicht unterbrochen wird, schon eine großartige Sache. Und die gilt es zu feiern, damit wir das als Ressource auch wirklich ausnutzen, was uns das Leben zur Verfügung stellt. Und wenn wir immer nur dann anfangen, an ja, auf uns zu schauen, wenn es uns nicht gut geht, dann verschenken wir so viele Möglichkeiten. Und wenn Du denkst, ja, ich tu das eigentlich. Ich verschenke viele Möglichkeiten.
Ich schaue nicht gut auf mich. Ich nehm mir weder morgens noch abends die Zeit, wirklich mal in mich hineinzuspüren, wie's mir geht. Dann bitte ändere das auf jeden Fall. Das Gleiche gilt, wenn Du eher über körperliche Symptome kommst und gar nicht so sehr die Depression im Vordergrund hast, sondern vielleicht viele körperliche Beschwerden. Warum?
Warum hast Du chronische Rückenschmerzen? Warum hast Du chronische Nackenbeschwerden? Das hat etwas damit zu tun, wie Du lebst. Und da gilt es, hinzuschauen und nicht Schmerzmedikamente zu benutzen, zum Arzt zu rennen, nach der Ursache zu forschen, sondern eher zu gucken, wie kann ich anders leben, sodass meine Schultern und meinen Nacken sich entspannen dürfen, dass mein Rücken sich aufrichten darf? Okay, ich bin schon wieder total im Appell, ich wollte ja eigentlich noch mal viel mehr darüber reden, warum die Depression wiederkommt.
Also, Leben ist ein lebenslanger Entwicklungsprozess. Es geht immer weiter. Es gibt Phasen, da geht es uns besser. Da stimmen unsere Lebensumstände, da gehen wir gut mit unserem Energiehaushalt da stimmen unsere Ressourcen wunderbar, gerne mehr davon. Aber warum auch immer, wir kommen immer wieder, es ist wellenförmig diese Bewegung in Situationen, wo es uns nicht gut geht.
Und dann ist Entwicklung fällig. Und das ist die Zeit, wo die depressive Verstimmung sich meldet, wo es uns nicht so gut geht. Wo wir also eher spüren, dass uns die Kraft fehlt, dass wir nicht in unserer Mitte sind. Und dann gilt es, genau hinzugucken und auf Basis der Analyse, was grade los ist, was passt, was nicht passt, Ideen zu entwickeln und Entscheidung zu fällen, Dinge anders zu machen. Es kann sein, dass Du Lebensumstände irgendwie änderst.
Dazu gehört manchmal nur, mehr Wasser zu trinken, sich mehr zu bewegen, mehr Pausen zu machen. Das kann für viele schon der Schlüssel sein. Manchmal sind die Dinge größer. Du musst vielleicht einen Job aufgeben, Du musst aus 1 Beziehung rausgehen, die dir nicht guttut. Auch das können Entscheidungen sein.
Viel größerer Natur, die natürlich eine längere Analyse und einen ja, anderen Entscheidungsprozess erfordern. Aber Du musst erst mal hinschauen. Du musst erst mal analysieren, dir klar zu werden, was überhaupt das Thema ist und wo Du an deinen Bedürfnissen vorbeillebst. Also warum kommt die Depression, die depressive Verstimmung immer wieder? Weil sie eine Nachricht mitbringt, nämlich dass irgendetwas in deinem Leben nicht so ist, wie es sein sollte.
Und dann hast Du eine Aufgabe. Und wenn Du achtsam bist und die Warnzeichen frühzeitig registrierst, umso besser. Dann kann man nämlich schneller die Veränderung vornehmen, die es braucht. Und das heißt aber nicht, dass Du dann ein Leben lang glücklich und zufrieden bist, weil Du dich veränderst. Du entwickelst dich weiter.
Andere Bedürfnisse kommen hinzu. Dein Job verändert sich vielleicht, dein Partner verändert sich und irgendwann, Du weißt, die Welle, geht es wieder in ein Tal der Stimmung und dann gilt es wieder, eine neue Aufgabe zu lösen, etwas anzugucken. Und wenn ich die Depression so betrachte, dann kann ich sie herzlich willkommen heißen. Du erinnerst dich vielleicht an das Gedicht von Romy. Ich hatte das schon mal erwähnt in diversen, also mindestens in einem Podcast und auch auf meinen auf meinem Instagram Kanal und bei Facebook hab ich's gepostet.
Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus, sagt er. Und er beschreibt, dass wir alle Gefühle, angenehme wie unangenehme, willkommen heißen sollten, Weil sie alle in unser Leben treten und wie ein Gast uns irgendetwas mitbringt, eine Botschaft mitbringt. Und sie kommen sowieso, wir können sie nicht aufhalten. Wir sind ein Gasthaus für unsere Gefühle. Also ich pack das Gedicht in die Shownotes, aber Google das auch gerne mal, ja?
Ruhmi, das Gasthaus oder das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Und Du weißt, das ist ja auch so die Empfehlung, die ich dir schon lange in diesem Podcast gebe, geh mit deinen Gefühlen in den Kontakt, überleg, was deine Gefühle dem mitteilen wollen. Werte die aus für dich und nutze die als das, was sie sind, nämlich ein Kompass mit vielfachen Nuancen und Himmelsrichtungen. Und wenn Du gut im Kontakt bist mit dir, dann macht es das Leben so viel leichter. Und dann, siehe meine 2 Patienten, kommt aber das Tal und man verliert den Kontakt zu sich selbst und man verliert auch das Thema der Achtsamkeit wieder aus dem Blick.
Ist ja immer einfacher, solche Dinge zu leben, wenn wir in unserer Kraft sind. Und plötzlich steht man da und die Symptome werden stärker und stärker und dann beginnt, wie bei meinen 2 Patienten, der Prozess so der inneren Kritik. Der Vorwürfe, warum jetzt schon wieder? Nein, ich will das nicht. Du musst doch mit solchen Situationen klarkommen, andere schaffen das doch auch.
Was was diese böse innere Stimme dann alles so vorbringt, uns niederzumachen. Du weißt, die ist sehr einfallsreich, diese Stimme, diese kleine perfide Stimme in uns, die uns niedermacht. Schau mal, wie stark die bei dir ausgeprägt ist. Aber gerade in Zeiten, wo's dir nicht gut geht, ist es natürlich total wichtig, dass Du eine andere Art des Selbstdialogs mit dir findest. Die Stimme, die Du jetzt brauchst, ist einerseits eine tröstende Stimme, die dir sagt, hey, komm, alles wird gut, ne?
Das ist jetzt eine schwierige Phase, das schaffst Du, da kommst Du durch. Es ist wirklich schwierig im Augenblick. Aber komm, Du packst das. Du hast schon so viel gewuppt in deinem Leben. Du schaffst das.
Also einerseits diesen sehr tröstenden Charakter Und dann auch immer wieder eine Entlastung von, das ist jetzt passiert und das ist überhaupt nicht schlimm. Wir werden eine Lösung finden und das Ganze hat bestimmt auch einen Sinn und Zweck, dass das jetzt noch mal in dein Leben gekommen ist. Und sone zukunftsoptimistisch, zukunftsgerichtete optimistische Stimme, das wär halt auch wunderbar, wenn Du die etablieren könntest. Weil die helfen dir, durch das Tal, durch die Welle durchzugehen. Und wenn Du kannst dir vorstellen, noch weiter von oben Vorwürfe und so weiter draufgibst, dann wird es immer schwieriger.
Also wie sprichst Du mit dir in dieser Situation? Und ich empfehle dir einen, ja, positiven Selbstdialog. Dann ist die Frage, was kannst Du noch machen? Und Du weißt, ich bin ein großer Fan, ich muss mal eben hier spinksen auf meinen Zettel, ich bin ein großer Fan der Akzeptanz. Also hadere nicht, resigniere nicht, wenn Du wieder gefühlt in eine Phase der depressiven Verstimmung kommst, sondern nimm sie an und sag, hey, okay, es geht wieder los.
Hm, was ist 'n eigentlich grade? Was passiert 'n hier grade, dass das jetzt wieder in mein Leben kommt? Akzeptiere, dass es gerade so ist und arbeite mit dem, was dein Körper Seele System dir zur Verfügung stellt. Du kannst als Erstes, wenn Du merkst, die Stimmung kippt, Du kippst in sone Art leichte Depression, depressive Verstimmung, natürlich auch ganz viel auf der Positivseite Seite tun. Das ist auch was, was wir in der Therapie dann relativ an den Anfang stellen, nämlich Ressourcenaktivierung.
Und dazu hab ich ja auch schon eine Folge gemacht, wo Du zum Beispiel Ressourcen in der Natur auffüllen kannst. Oder es gibt eine Podcastfolge, wo ich über die sogenannte Ressourcen Landkarte spreche, die man sich aufmalen kann und wo man Personen, die einem guttun, Orte, an denen man sich wohlfühlt, Hobbys, die einem guttun, wo ich all diese Dinge, also wo Du all diese Dinge für dich auflisten kannst wie in soner Art Plakat oder Mindmap, sodass Du sie vor Augen hast und für dich einfach dir jeden Tag irgendwo bestimmte Dinge rauspickst und die einfach tust. Selbst wenn es dir im ersten Moment schwerfällt, ich sag dir immer, das ist 'n bisschen hölzern, aber wirklich einfach machen. Und die Natur ist für, ich glaub, 99.9 Prozent aller Menschen eine Erholungsquelle und eine Inspiration. Das heißt, Spaziergänge, wo Du einfach nur genießt, dass da Wind ist, dass da vielleicht Sonne ist oder Regen.
Jetzt im Augenblick bunte Herbstblätter. Es ist wunderschön grad draußen im Oktober. Also wenn Du merkst, dass die Stimmung kippt, raus in die Natur, Auszeiten genießen, auch nichts anderes in der Natur dabei tun. Du kannst natürlich auch Fahrradfahren. Du kannst, je nachdem, wo Du wohnst, was weiß ich, Ruderboot fahren, keine Ahnung.
Aber raus würde helfen. Alles, was dir guttut an Kontakten mit Menschen, die Du magst, nutz das. Nutz das vermehrt. Ich weiß, dass die depressive Verstimmung dir eher sagt, Du möchtest dich einmummeln. Ja, darfst Du auch bis zum gewissen Grad, aber tu die Dinge, die dir vorher gutgetan hab haben, auch wenn sie noch hölzern sind.
Tätigkeiten, Hobbys, Ereignisse, wenn Du gern auf Konzerte gehst, wenn Du gerne Musik hörst, versuch einfach nicht, drüber nachzudenken und es zu machen. Es wird dir guttun. Dein Körper, macht dir das klar, hat ein Warnsystem etabliert. Und anscheinend bist Du nicht der Kandidat für Bluthochdruck, anscheinend bist Du nicht der Kandidat für Rückenbeschwerden oder vielleicht bist Du das gleichzeitig. Auf jeden Fall ist dieses Thema der depressiven Verstimmung 1 von deinen Warnsystemen, die dein Körper dir gibt, wenn etwas nicht stimmt.
Und dafür kann man ehrlich gesagt auch sehr dankbar sein, weil wenn wir ein solches Warnsystem nicht hätten, würde dieses Ungleichgewicht, in dem Du dich befindest, ja noch viel stärker werden. Und wenn das noch stärker wird, dann haben wir auch mit massiveren körperlichen Symptomen zu rechnen. Jetzt spinks ich mal wieder auf meinen Zettel. Die Geschichte von Romy mit der Akzeptanz und dem Willkommen heißen von Gefühlen hatte ich erklärt. Dann würde ich jetzt gern noch einmal ein anderes Bild mit in diese Folge bringen.
Und ein Bild, was dir vielleicht auch schon bekannt ist, was ich aber sehr schön finde. Wenn so eine depressive Verstimmung auftaucht, dann können wir uns das vorstellen in der Anteilsarbeit, dass dein inneres, trauriges Kind aktiv wird. Und das innere Kind ist dir vielleicht schon begegnet. Und mit dem Thema heute ist natürlich das Traurige, das Erschöpfte, das resignierte, das hilflose Kind letztendlich gemeint. Das ist ein Anteil, der gerade besonders aktiv ist in dir.
Und wenn wir uns das einmal vorstellen, da sitzt ein Kind, dein inneres Kind. Es ist traurig, es ist relativ jung noch, es ist verzweifelt, es ist hilflos. Wie würdest Du mit diesem Kind umgehen? Wie würdest Du diesem Kind helfen? Überleg mal.
Ein solches Kind würde sich wahrscheinlich wahnsinnig gerne irgendwo einkuscheln, einmummeln, wo es warm ist, wo es sicher ist, wo es geschützt ist. Und wenn Du für dich diesen Impuls im Augenblick hast, dann tu das. Ich empfehle dir nicht, dich Tage und Wochen in dein Bett zurückzuziehen, das bringt dich nicht weiter. Aber erlaube dir am Tag eine dieser Einkuschelstunde wie in so 1 Art Nestchen gerollt, wo Du einfach dich warm und geborgen fühlst. Das kann in deinem Bett sein.
Ich hatte mal eine Patientin, die hat mir erzählt, dass sie sich in ihrem Bett so eine Art Berg aus Kissen gebaut hat, indem sie sich dann in der Mitte sehr eng und sehr klein in soner Embryohaltung immer wieder mal 'ne Stunde zurückgezogen hat. So eine schwer traumatisierte Patientin, die wirklich eine sehr schwere Geschichte hatte, da stand also eher die Traumatisierung im Vordergrund, aber für die war dieser Moment, da in diesem Kissenberg zu liegen und sich geschützt und warm und behütet zu fühlen, unglaublich wichtig. Und wenn das das ist, wonach Du dich gerade sehnst, dann mach das. Bau dir einen Berg aus Decken und Kissen, roll dich ein und zieh dich zurück. Aber eben nicht, wie die Depression es einfordert, Stunden und Tage, sondern sehr begrenzt.
Also mal eine Stunde oder 2 oder vielleicht auch mal einen Abend, aber bitte nicht ein ganzes Wochenende. Dann ist es häufig sehr ja, hilfreich und das sind jetzt Kleinigkeiten und hört sich vielleicht auch erst mal komisch an, Stofftiere, so Kuscheltiere zu haben. Dinge, die Du bei dir trägst, die Du gerne anfasst. Du kennst das von Kleinkindern, die haben diesen Impuls auch. Die haben ja häufig so ein ganz enges Stofftier, was sie immer mit sich führen, ohne dass sie auch nicht gut schlafen können.
Und diese depressive Verstimmung oder vielleicht sogar eine Depression ist ein regressiver Zustand. Das heißt, Du wirst jünger von dem Zustand, in dem Du dich befindest. Und deswegen dürfen solche kindlichen Hilfsmittel auch einfach sein. Und ich weiß, dass Du damit nicht in den Job gehen wirst zur Arbeit, aber vielleicht hast Du zu Hause plötzlich so 1 1 1 Kuschelkissen, ist vielleicht 'n bisschen unauffälliger als 'n Teddybär, aber vielleicht hast Du deinen alten Teddybär ja auch noch. Dann hol das raus und drückt das an dich, so wie kleine Kinder das tun und empfinde diese Erleichterung und diese, ja, Geborgenheit, die mit der mit diesen Dingen einhergeht.
Den Selbstdialog hatt ich schon angesprochen. Auch hier kannst Du dir überlegen, wie würdest Du denn mit so einem verängstigten, hilflosen, total traurigen erstarrten Kind reden? Würdest Du Vorwürfe machen, so dem Motto, warum bist Du schon wieder in dem Zustand? Hast Du das nicht hingekriegt? Hey, das hat dir doch schon mal jemand erklärt, dass dich das nicht weiterbringt?
Nein, ich weiß, Du würdest natürlich nicht so mit diesem Kind reden. Aber nicht aber, sondern und und deswegen solltest Du auch mit dir nicht so reden. Das heißt, eher eine kindgerechte Sprache, etwas tröstendes, schöne Formulierungen, Mut machen, Verständnis zeigen, Gefühle validieren. Ich kann verstehen, dass es dir im Augenblick nicht gut geht. Es sind auch einige Situationen in deinem Leben gerade so, dass Du wirklich Das ist wirklich nicht leicht auszuhalten.
Also ich kann wirklich auch verstehen, dass Du manchmal das Bedürfnis hast zu weinen und son Dialog mit sich zu pflegen. Das würde dir helfen. Ja, das waren schon so die Mittel, wie Du mit dir umgehen kannst. Und den Bogen noch mal zum Titel zu schlagen, die Depression ist ein Gast, der gerne mal wiederkommt. Und Phasen der depressiven Verstimmung gehören zu unser aller Leben dazu.
Weil es menschlich ist, dass wir uns manchmal verlaufen, dass wir uns Lebensbedingungen schaffen, die uns nicht guttun. Es hat natürlich auch was mit alten Mustern zu tun. Wenn das sehr massiv ist in deinem Leben, wenn dir das immer wieder passiert, wenn Du zum Beispiel immer die gleichen Beziehungsmuster lebst und deine Beziehung immer wieder in die Brüche gehen oder wenn Du nicht nein sagen kannst oder wenn Du dich immer wieder mit Leistungsdruck selbst überforderst, dann könnte das der Moment sein, wenn es immer wieder passiert, wo Du für dich entscheiden darfst, eine Therapie zu machen. Weil wenn Du diese Dinge aufgelöst hast und das wäre das Ziel der Therapie, dann wird es viel weniger passieren. Es darf sein, dass diese Depression, depressive Verstimmung, die jetzt vielleicht noch fast Dauergast bei dir ist, viel weniger zu dir kommt.
Da muss man, ne, an die alten Muster mal dran, wenn man sich sozusagen immer wieder ein Leben inszeniert, was die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt. Und dann ist eine Begleitung durch Psychotherapeuten sicherlich ein wichtiges Hilfsmittel. Ich hoffe, die Folge hat dir gefallen, hat dir geholfen, hat dir Impulse gegeben, Dinge anders zu machen und auch deine depressive Verstimmung mit anderen Augen zu sehen. Danke, dass Du hier zugehört hast und sag auch dir selbst danke, dass Du diese Zeit genommen hast, etwas für dich zu tun. Denn das ist dieser Podcast.
Er ist etwas für dich, er ist eine Form der Selbstfürsorge und das ist natürlich ganz wunderbar. Wenn Du Wünsche hast, Themenwünsche, Rückmeldungen, Du weißt ja, Du findest mich bei Instagram Sabine Bimmler, Youtube, Facebook, da heiß ich Reif für die Couch und ich freue mich über deine Kontaktaufnahmen. In diesem Sinne sag ich für heute tschüs und freu mich schon auf die nächste Folge, die sich dem Thema Psychosomatik widmen wird. Vielleicht ist das ja auch etwas für dich. Tschüs.
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