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Glück Folge 36 · 6. Juni 2019 · 24 Min
Cover: Die innere Leere wieder füllen. Über das Gefühl der Gefühllosigkeit

Die innere Leere wieder füllen. Über das Gefühl der Gefühllosigkeit

0:00 24 Min

Worum geht's?

Du leidest unter einer inneren Leere? Der Zugang zu deinen Gefühlen ist verloren gegangen? Dann wird diese Folge sehr hilfreich für dich sein. Auch wenn du einen Menschen mit Depression im Umfeld hast, kann sie dir Informationen und Tipps geben. Das sog. Gefühl der Gefühllosigkeit von Depressiven ist nicht leicht zu verstehen.

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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 3.167 Wörter · etwa 16 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo, herzlich willkommen bei reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine, ich hoste diesen Podcast und heute würde ich gerne mit dir über das Gefühl der Gefühlligkeit sprechen oder anders ausgedrückt über die innere Leere. Und die heutige Folge möchte ich gerne mit einem kleinen Text beginnen, den ich vorlesen möchte, der aus dem Buch das ABC der Gefühle stammt von Gabriele Frickbär und ihrem Mann Udo Bär. Ich les vor, und zwar in einem ruhigen, langsamen Tempo, weil ich dich bitten würde, einfach mal mitzudenken und mitzuschwingen, mitzufühlen während des Textes, der ja, aus Sicht der inneren Leere geschrieben ist. Ich bin also eine Art Platzhalter für die anderen Gefühle.

Damit bin ich zufrieden. Mehr will ich gar nicht. Wenn ich mich nämlich dauerhaft einrichten muss, werde ich zu 1 Form der Depression. Ich umschlinge die gesamte Lebendigkeit 1 Menschen und drohe, sie zu verschlingen. Oder ich werde zur Rohheit, was sich ganz und gar nicht gut anfühlt und meistens böse endet.

Also ein Platzhalter für andere Gefühle zu sein, ist schon gut und sinnvoll. Ein Schriftsteller und Philosoph hat mich erstarte seelische Lava genannt. Wenn da wieder Bewegung hineinkommt, bin ich heilfroh. Ich bin ja nicht aus freiem Willen entstanden, sondern immer aus Notwehr, weil Gefühle nicht mehr aushaltbar waren. Durch gewalttätige Übergriffe, durch Verachtung und andauernde Beschämung oder weil Menschen mit ihren Gefühlen ständig ins Leere gingen und das nicht mehr aushielten.

Wenn ich als erstarrte Lava wieder zu glühen beginne und in Bewegung gerate, dann steigt Rauch auf, der Rauch der schmerzlichen Erfahrung, die zu meiner Existenz geführt haben. Früher waren diese Schmerzen nicht auszuhalten. Damit sie jetzt auszuhalten sind, brauchen die Menschen Begleitung, freundschaftliche, therapeutische, welche auch immer. In jedem Fall dürfen Sie nicht allein und einsam sein. Nur dann können die anderen Gefühle wieder Raum bekommen.

Für mich heißt es dann, job erfüllt, dann löse ich mich gern auf. Angst habe ich eher, wenn solche Wiederbelebungsprozesse nicht gelingen oder der Mut und die Unterstützung fehlen, sie überhaupt zu beginnen. Dann verwandle ich mich manchmal notgedrungen in Depression oder Rohheit, aber doch das bedeutet für mich, dauerhaft in Starre gefangen leben zu müssen, bis Heilung erfolgt. Ich weiß nicht genau, warum Du diese Podcastfolge heute hörst, ob Du selbst betroffen bist, von dem Gefühl der Gefühllosigkeit, der inneren Leere, ob es dir vertraut ist oder ob Du eher hier bist, ja, über einen Menschen nachzudenken, den Du kennst, der dir wichtig ist. Beides ist völlig in Ordnung und dieser Text bietet einen schönen Platz dafür, sich damit mal auseinanderzusetzen, warum diese dieses Gefühl der Gefühlloskeit, die innere Leere ins Leben 1 Menschen gekommen ist und welche Funktion diese innere Leere hat.

Sie ersetzt nämlich die Gefühle, die Menschen nicht mehr aushalten konnten aus unterschiedlichen Gründen. Und ich mag den das Bild, was hier verwendet wird, die erstarrte seelische Lava. Es zeigt auch, es gibt Hoffnung, die Lava kann wieder in Bewegung gesetzt werden, wieder aufgebrochen werden. Aber es ist ein Prozess. Du kannst dir vorstellen, wenn etwas erst mal erstarrt ist, dann können wir das nicht von jetzt auf gleich wieder wecken, sondern dann hast Du oder der andere Mensch einen Weg zu gehen.

Ich hab diese Folge gemacht, weil ich gern mit einem Missverständnis aufräumen möchte. Die meisten Menschen denken, wenn jemand depressiv ist, ist er unendlich traurig. Und das trifft nur zum Teil zu. Am Anfang ist das häufig so. Bevor die Depression so richtig Fahrt aufnimmt, sind da große Gefühle wie Traurigkeit, wie Hilflosigkeit, wie Ängste.

Und dann tritt aber irgendwann, wie es hier auch erklärt wurde in dem Text, dieses Gefühl der Gefühllosigkeit an die Stelle. Und das macht auch oft, dass diese ja Menschen mit Depressionen wie wie abgestumpft, wie eingeschlafen wirken, wie erstarrt, könnte man auch sagen. Das heißt, nicht die Traurigkeit ist in der Depression das vorherrschenden Gefühl, sondern tatsächlich ist es eher das Gefühl des inneren Erstarrtseins, das Gefühl, nichts mehr fühlen zu können. Das heißt, nicht die Traurigkeit ist in der Depression das vorherrschenden Gefühl, sondern tatsächlich ist es eher das Gefühl des inneren Erstarrtseins, das Gefühl, nichts mehr fühlen zu können. Das ist ganz tollen Video, der schwarze Hund, also es ist 'n Video, was man auf Youtube sehen kann, es gibt auch 'n Buch dazu, da wird das als Eiswürfel dargestellt.

Die Person, die betroffen ist, steckt in einem Eiswürfel und auch das finde ich 'n sehr schönes Bild, weil eigentlich nichts mehr zu dieser Person durchdringt. Das ist einerseits für die Person natürlich sehr schwierig auszuhalten, andererseits auch für die Angehörigen, die natürlich denken, derjenige muss doch etwas fühlen, der muss doch in irgendeiner Art und Weise auf mich reagieren, auf meine Hilfsangebote, auf meine Zuneigung. Aber stell dir vor, Du bist in einem Eiswürfel eingefroren oder Du bist erstarrte Lava, Du reagierst einfach auf gar nichts mehr. Eigentlich ist dieses ja Gefühle wegdrücken, was da passiert vom Mechanismus, eine Überlebensstrategie, die wir alle und ich schließ mich damit ein haben. Nicht fühlen zu müssen, haben wir uns verschiedene Strategien zurechtgelegt.

Du kennst das bestimmt auch. Du gehst in bestimmten Situationen vielleicht dazu, über deine Nägel zu kauen, an deinen Haaren zu zupfen, den Kühlschrank zu öffnen, dich mit Essen voll zu stopfen. Du gehst vielleicht exzessiv shoppen, damit Du dich besser fühlst. Du trinkst 1, 2, 3 Gläschen Wein oder Bier. All das können Strategien sein, Gefühle nicht fühlen zu müssen.

Das ist im normalen Alltag bei fast jedermann der Fall. Auch sone Rationalisierung nutzen wir oft, gucken vielleicht gucken vielleicht ständig in den Fernseher, starren dort einfach rein, nicht mit unseren Gefühlen in Kontakt zu kommen. Und das ist sehr schade. Ich hab ja schon eine Folge gemacht, die heißt, die Gefühle sind dein Kompass, weil Gefühle für uns so wichtig sind. In der Depression führt das Gefühl der Gefühllosigkeit dann dazu, dass den Menschen Orientierung fehlt, weil der Kompass nicht mehr funktioniert.

Das ist schwer auszuhalten, sowohl für den Betroffenen als auch für die Angehörigen, weil es findet keine Bewegung mehr statt. Du befindest dich auf unbekanntem Terrain und dein Kompass funktioniert nicht mehr. Dir fehlen wichtige Informationen, in welche Richtung Du gehen sollst, also bewegst Du dich gar nicht mehr. Und je länger Du in dieser erstarrten Position sitzt, desto schwieriger wird es auszuhalten. Für denjenigen, der da sitzt, weil er das Gefühl hat, ich komm hier nicht raus, aber natürlich auch für alle anderen, die von außen drauf schauen.

Es gibt kaum noch Handlungsimpulse, deswegen Ich hatte eine Patientin, die hat immer so schön gesagt, ich hab gesessen und gewartet. Ich weiß nicht, auf was ich gewartet habe, aber ich habe einfach gesessen und gewartet und ich habe mich nicht mehr bewegt. Der Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten wird da noch mal deutlich, auch in den ersten Folgen des Podcasts ausführlich besprochen. Wenn ich keine Gefühle mehr habe in diesem Dreieck der wechselseitigen Beeinflussung Gedanken, Gefühle, Verhalten, dann denke ich auch nicht mehr viel. Und es gibt keine Handlungsimpulse mehr.

Und wenn ich anfange zu denken, aber an die Gefühle nicht drankomme, ist es auch schwierig mit den Handlungsimpulsen. Es ist also eine vertrackte Situation, derjenige sitzt eigentlich in 1 Art Falle. Ich habe gerade ein beeindruckendes Buch dazu gelesen, und zwar von Nova Meyer Henrich. Das heißt, wenn die Liebe nicht reicht. Die Autorin beschreibt in dem Buch sehr ausführlich, wie sie als Teenager und später als junge Erwachsene die Depressionserkrankung ihres Vaters begleitet hat.

Und wie Du an dem Titel hörst, wenn die Liebe nicht reicht, hat sie sich insbesondere immer wieder mit der Frage rumgequält, warum ihr Vater sich nicht bewegt, warum er sich keine Hilfe holt, warum er nicht dauerhaft Medikamente nimmt, warum er nicht der Familie zuliebe in Therapie geht, warum er sich nicht am Essenstisch, im Haus zusammenreißt. Und die Antwort, die sie sich damals gegeben hat als junger Mensch, die sehr schmerzhafte Antwort war, die Liebe reicht nicht. Also, Ihr Vater liebte die Familie, Sie und Ihre 3 Geschwister und die Ehefrau nicht genug, sich zu bewegen. Du kannst dir vorstellen, wenn Du diese Haltung als junger Mensch entwickelst, dann ist das sehr verletzend, weil Du dich fragst, bin ich nicht wichtig genug? Bin ich nicht genug bin ich bin ich jetzt nicht wert genug?

Und wenn Du schon mal in deinem Umfeld mit jemandem zu tun hattest, der Depression hat, hast Du dir vielleicht ähnliche Fragen gestellt. Ich bemühe mich doch so sehr. Warum warum bewegt derjenige sich nicht? Bin ich das nicht wert, dass der sich bewegt? Nimmt der das gar nicht zur Kenntnis?

Liebt der mich nicht mehr? Es sind tatsächlich Fragen, die ich hoffe, mit dieser Folge ausräumen zu können, weil das ist so nicht. Natürlich hat der Vater die Autorin noch geliebt. Nur er selber konnte das Gefühl der Liebe nicht mehr fühlen, weil das Gefühl der Gefühllosigkeit die innere Leere bei ihm bestanden hat. Das heißt, das Gefühl der Liebe ist nicht weg.

Das ist ganz wichtig, wenn ihr jetzt einen Menschen in 1 psychischen Erkrankung begleitet, ja? Das Gefühl der Liebe ist nicht weg. Nur für denjenigen ist es grad nicht spürbar. Und das, was Liebe mit einem macht, nämlich dass einem warm wird ums Herz, dass ich dass die Haut reagiert, dass der Blutdruck reagiert, all das passiert nicht mehr in dem Eiswürfel. Und mich hat das Buch so beeindruckt, weil die Nova Meyer Henrich in dem Buch beschrieben hat, wie lange sie gebraucht hat nach dem Suizid ihres Vaters, für sich ihre Haltung zu verändern und sich klarzumachen, es ist nicht die Liebe, die nicht reicht, sondern mein Vater hat diese Liebe nicht mehr fühlen können und das war das Problem, aber diese Liebe war durchaus noch existent.

Also ich kann das Buch, wenn ihr, ja jemanden in 1 Depression begleitet, euch uneingeschränkt empfehlen. Ich fand's wirklich, wirklich schön zu lesen. Es ist einfach und flüssig geschrieben. Es gibt auch immer mal wieder zwischendurch ein Mediziner, ein Psychiater, der da Fachlich Stellung zunimmt, hätte das Buch aus meiner Sicht gar nicht gebraucht, weil ich finde die Art und Weise, wie es aus der Sicht der Tochter geschrieben wird, ein wirklich, wirklich schönes Buch ist. Also macht euch klar, derjenige, der mit dieser inneren Leere dem Gefühl der Gefüßigkeit zu tun hat und wenn Du das bist, mach dir klar, Du verhungerst innerlich.

Du steckst dort fest. Du kannst deine Bedürfnisse nicht mehr erfüllen, weil Bedürfnisse immer genau dann erfüllt werden, wenn wir es fühlen können. Also das Bedürfnis nach Nähe, nach Zuneigung, nach Freiheit, das sind Bedürfnisse, wenn die erfüllt werden, dann können wir das fühlen. Und in der Depression fühlt man eben genau das nicht. Und gute Gefühle wie schlechte Gefühle werden gekappt.

Das ist vielleicht auch noch wichtig, man kann nicht nur die schmerzhaften Gefühle abstellen, sondern man stellt damit auch automatisch die positiven Gefühle ab. Wenn man diese Leitung kappt zu den Gefühlen, dann kappt man sie komplett. Wer das noch nie gehabt hat, der kann sich das, glaube ich, nicht vorstellen. Und das müssen sich auch beide Seiten immer wieder klarmachen. Sowohl der Betroffene als auch der angehörige Freund oder wer immer da auch im Boot ist, wer das noch nicht gehabt hat, der kann sich das nicht vorstellen.

Ne? Und wenn man Leute, die das 1. Mal an 1 Depression erkrankt, befragt, dann schreiben die auch, das ist unvorstellbar. Das das kann man man kann dieses Gefühl in diesem Eiswürfel zu stecken, man kann sich das nicht vorstellen. Wer mich kennt, weiß, ich geborene in solchen Folgen auch immer schon gerne Impulse, wie kann man vielleicht damit umgehen?

Was ist eine Möglichkeit, an diesem Zustand doch etwas zu verändern? Und das würde ich gerne auch jetzt tun. Nämlich wir fangen wieder an mit der Akzeptanz. Akzeptiere, dass es grade so ist, wie es ist. Du steckst in einem Zustand Gefühl der Gefühllosigkeit, innere Leere, dann ist das grade so.

Und eine der für mich meistgehasstesten Fragen ist die Warum Frage. Wir glauben immer, wir können mit unserem Verstand und der Warum Frage alles lösen. Das ist bei psychischen Themen nicht der Fall. Also lass sie ziehen, diese Warum Frage und hör auf, sie dir zu stellen. Akzeptiere einfach, dass es grade so ist, wie es ist.

Und damit hast Du schon jede Menge Energie, weil dieses Grübeln über das Warum und wie konnte das passieren, das hilft nicht dabei rauszukommen. Das sind Grübelkreise, die Du da ziehst. Also bitte komm in die Akzeptanz und wenn es für dich jetzt eher jemand anders geht, komm auch da in die Akzeptanz. Du kannst das grade nicht ändern. Dieses Gefühl ist da und es braucht Zeit, da wieder rauszukommen, die Lava aufzubrechen, den Eiswürfel zu schmelzen.

Gute Ansatzpunkte sind die Dinge, die dir früher Freude gemacht haben oder die demjenigen früher Freude gemacht haben. Und das sind Dinge, die wirklich Freude gemacht haben, die einen völlig unvermittelt zum Lächeln gebracht haben, bei denen man selig war, wenn man sie ausfüllen konnte. Das kann sein, dass Du früher gerne geschwommen bist oder geritten bist oder dass Du früher unheimlich gern 'n bestimmtes Gericht gegessen hast oder 'n bestimmtes Musikstück gehört hast. Und auch wenn Du das jetzt hörst oder jetzt isst und es im Augenblick nicht mehr fühlen kannst, bitte bleibe dran. Versuch diese Dinge immer weiter, die dir früher Freude gemacht haben.

Und zwar in 1 sehr achtsamen Haltung. Ich mach das mal 'n Beispiel 1 Lieblingsgerichte, das ist so schön plakativ. Wenn Du früher ein bestimmtes Lieblingsgericht hattest, was dir den Bauch gewärmt hat, dann sorge dafür, dass Du auch in der Depression dieses Lieblingsgericht isst. Klammer auf, wenn Du Angehöriger bist, koche dieses Lieblingsgericht für die Person. Und wenn Du dich davorsetzt, dann geh mit ganz viel Achtsamkeit ran.

Beschreibe, was Du siehst, wie das Gericht aussiehst. Beschreibe, was Du schmeckst, was Du riechst, bevor Du anfängst zu essen. Nutze alle Sinne, die Du hast, ja? Ist das Essen heiß, kalt, lauwarm? Riecht es säuerlich?

Riecht es süßlich? Was immer da ist, fang an, es zu beschreiben. Bitte, wir sind achtsam unterwegs, bewerte es nicht. Es geht nicht drum, zu sagen, es schmeckt mir gut oder nicht gut. Es geht auch nicht drum, zu sagen, das funktioniert grade für mich oder das funktioniert nicht.

Da wollen wir überhaupt nicht hin. Bitte bleib auf der beschreibenden Ebene und nimm mit all deinen Sinnen dein Lieblingsgericht wahr. Wenn der innere Kritiker dann laut wird und sagt, hey, das hilft alles nichts, dann bitte ihn jetzt grad einfach mal zu schweigen, damit Du dich auf dein Lieblingsgericht konzentrieren kannst. Das Ganze funktioniert mit Lieblingsgerichten, das funktioniert mit Hobbys, das funktioniert mit bestimmten körperlichen Aktivitäten, es funktioniert letztendlich auch mit 1 Umarmung. Auch wenn Du im Augenblick bei Umarmung von dir nahestehenden Menschen nichts fühlst, bitte bleibe trotzdem in der Umarmung.

Bleibe dadrin und versuche, mit der Achtsamkeit deiner Sinne die Umarmung wahrzunehmen. Wie fest ist der Druck? Wie warm ist derjenige? Was hat der an? Was spürst Du vielleicht an deiner Wange fürn Stoff?

Bleib auf der beschreibenden Ebene und geh davon aus, dass da doch einige Erinnerungssynapsen in deinem Gehirn geweckt werden. Und bitte den inneren Kritiker zu schweigen. Wichtig ist, dass Du rauskommst aus dem Verstand. Ich hatte schon gesagt, ich hasse die Warum Frage, also bitte stell sie dir nicht. Komm raus aus dem Verstand und komm raus in eine beschreibende Ebene über die Sinne kommende Ebene, dich beschreibende Ebene über die Sinne kommende Ebene, dich von diesem Verstand zu lösen, der an dieser Stelle sowieso feststeckt.

Ein kurzer Spaziergang kann es sein. Das reicht manchmal schon aus. Eine kalte Dusche könnt dich aus dieser, ja, Verklebung mit dem Verstand retten, eine Kuscheleinheit mit einem geliebten Menschen oder eine kurze Entspannungsübung. Vielleicht klingt dir das alles 'n bisschen einfach. Glaub mir, wenn Du immer noch meinst, dass Du verstehen musst, warum Du dich schlecht fühlst, etwas daran zu ändern, ich versichere dir, das stimmt so nicht.

Du wirst gerade, wenn Du in diesem Zustand der inneren Leere bist, keine Lösung finden, weil dein Kompass ausgefallen ist. Das heißt, erst wenn Du dich aus diesem Zustand wieder entfernt hast über die Achtsamkeit, über kleine, schöne Auszeiten, die Du noch nicht mal als schön erlebst, aber über kleine Auszeiten kannst Du wieder anfangen, über Lösungen nachzudenken. In diesem stark emotionalen Zustand sind unsere Gedanken in 1 Art Autopilot. Ja, wenn Du dich leer und niedergeschlagen fühlst, kannst Du keine aufbauenden Gedanken entwickeln. Du musst deinem Verstand erlauben, zur Ruhe zu kommen und akzeptieren, dass es grad mal so ist, wie es ist.

Ja, das war's eigentlich für heute. Ich hab dir erst das Gefühl der Gefühllosigkeit dargestellt, die innere Leere, hab dir versucht, über Bilder zu vermitteln und über den Text zu vermitteln, wie es sich anfühlt Und hab dir als ersten wichtigen Lösungsbaustein die Akzeptanz vorgestellt. Wenn jemand in diesen Zustand geraten ist, egal ob Du oder jemand anders, dann ist das im Augenblick nicht zu ändern. Und es ist nicht schön, das ist überhaupt keine Frage, es ist nicht schön, aber es ist nicht zu ändern. Das heißt, Du musst es akzeptieren.

Und wenn Du aufhörst, darüber nachzugrübeln und es einfach erst mal so nimmst, wie es ist und es akzeptierst als ein Not aus deines Körpers, dann kannst Du von da aus anfangen, langsam dir kleine Dinge zu suchen, die vielleicht den, ja, die Lava ein bisschen aufbrechen oder den Eiswürfel schmelzen lassen. Und die Achtsamkeit ist dazu ein sehr, sehr wichtiges Mittel. Große Lösungen wirst Du in dieser Zeit höchstwahrscheinlich nicht finden, weil so lange wie Du in diesem Zustand bist, funktioniert dein Kompass der Gefühle nicht. Und ohne unsere Gefühle kriegen wir keine Richtung raus. Uns fehlt einfach ein ganz wichtiger Hinweisgeber wie beim Kompass auf unbekanntem Terrain.

Das heißt, dein erstes Ziel sollte sein, den Eiswürfel zum Schmelzen zu bringen und die Achtsamkeit ist das Handwerkszeug, was dir dabei helfen kann. Und so kannst Du dich auch recht hölzern noch an bestimmte Dinge herantasten, die dir früher angenehme Gefühle gemacht haben, die dir früher Freude geschenkt haben, die ein Lächeln entlockt haben. Und selbst wenn es am Anfang hölzern und mechanisch ist, bleib dran und versuch über die Achtsamkeit, über den Zugang zu deinen Sinnen da tatsächlich ja, ganz kleine Tropfen abzuschmelzen. Damit Du wieder in Kontakt mit deinen Gefühlen kommst und dein Kompass wieder voll funktioniert. Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit beim heutigen Thema.

Wenn dir die Folge gefallen hat, hoffe ich auf ein Like von dir, eine Bewertung bei iTunes wäre super. Wo immer Du mich unterstützen kannst, ich freue mich sehr, denn mein Ziel ist es ja, diesen Podcast in die Welt zu bringen. Und Du hast heute was für dich getan. Ich hoffe, diese Folge hat dich vielleicht trotz Eiswürfel erreicht. Hoffe, diese Folge hat dich vielleicht trotz Eiswürfel erreicht.

Und in diesem Sinne wünsch ich dir einen achtsam Tag. Tschüs, deine Sabine.

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