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Angst Folge 29 · 18. April 2019 · 23 Min
Cover: Diffuse Ängste endlich auflösen

Diffuse Ängste endlich auflösen

0:00 23 Min

Worum geht's?

Du sorgst dich um alle möglichen Themen? Du hast Angst krank zu werden? Deinen Job zu verlieren? Oder sonst irgendeine Katastrophe zu erleben? Hier bekommst du den Lösungsansatz, mit dem du dich von allen übermäßigen, unnötigen Ängsten endlich befreien kannst. Hör' doch mal rein.

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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 3.123 Wörter · etwa 16 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo. Herzlich willkommen bei Reih für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben ein kleines bisschen besser werden darf. Mein Name ist Sabine, ich bin Psychotherapeutin, systemischer Coach und mich treibt alles was mit deinen Emotionen zu tun hat. Heute werde ich mich noch einmal der Emotion Angst widmen. Angst war bereits Thema in der vorletzten Folge und ich möchte mich an dieser Stelle zunächst einmal bedanken.

Ganz viele von euch haben Kontakt mit mir aufgenommen, haben mir persönliche Nachrichten geschrieben, E-Mails geschrieben und mir von ihren Ängsten berichtet und auch ihre Fragen gestellt. Und das ist ein Teil, warum ich diesen Podcast hier ins Leben gerufen habe. Ich find das super, wenn ihr mit mir in den Austausch geht. Traut euch, eure Fragen zu stellen. Ich beantworte sie total gerne.

Und wenn mir das irgendwann alles zu viel wird, dann werdet ihr das auch merken, weil dann werde ich das kommunizieren. Im Augenblick lad ich euch dazu herzlich ein, tretet mit mir in den Kontakt. Viele von euch haben das gemacht und dafür ganz herzlich noch mal danke. Und es war sehr interessant, weil die Rückmeldung, die ich überwiegend bekommen habe, war, dass die Folge zum Thema Phobien, die ich gemacht hab, sehr spannend war. Aber dass die Ängste, mit denen ihr euch konfrontiert seht, diffuserer Natur sind.

Ich hatte zu den Phobien eine Folge aufgenommen. Phobien sind halt Ängste, die sich relativ auf, ja, auf eng begrenzte Situationen setzen oder auf Gegenstände. Also es gibt die Spinnenphobie. Es gibt die Clostrophobie, was die Angst vor engen Räumen ist. Es gibt die Höhenangst.

Es gibt Leute, die haben Angst vorm Fliegen. Es gibt Leute, die haben Angst, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Die Ängste sind aber auf relativ engem Raum begrenzt. Das ist typisch für eine Phobie. Es gibt aber Ängste, die setzen sich viel diffuser auf unterschiedlichste Lebensthemen.

So hatte mir 1 geschrieben, dass es sich bei ihm vor allen Dingen den Job dreht, dass ganz viele jobbezogene Ängste da sind. Und vielleicht ist das auch etwas, was Du kennst. Die Angst, den Job zu verlieren, ist in der heutigen Zeit natürlich allgegenwärtig und ist bei der wirtschaftlichen Situation sicherlich auch nicht unberechtigt. Hier hatten wir allerdings den Fall, dass jemand sagte, eigentlich ist mein Job sicher. Aber weil ein Freund von mir gerade just seinen Job verloren hat, haftet mir irgendwie dieser Gedanke an.

Ich bleibe ständig in diesen Gedanken. Ist was, wenn es mich erwischt? Was ist, wenn mein Chef mich freisetzt? Was ist, wenn mein Unternehmen umstrukturiert wird? Und diese Gedanken sind eben nicht nur manchmal da, sondern die sind sehr belastend, weil mein Kopf darin darum kreist geradezu und sich da auch nicht von lösen kann.

Und je mehr ich versuche, mich von diesen Themen zu lösen, desto stärker springen diese Gedankenkreisel an. Jemand anders hatte mir von seinen krankheitsbezogenen Ängsten erzählt. Hatte gesagt, dass er überzeugt ist, an 1 schwerwiegenden Erkrankung zu leiden und dass er schon bei ganz vielen Ärzten war und dass man ihm jetzt nahegelegt hätte, das mal, ja, psychologisch unter die Lupe nehmen zu lassen. Er war halt der Überzeugung, dass er ein Tumor hätte und hat wirklich unzählig Untersuchungen machen lassen. Und die Ärzte versicherten ihm unterschiedlichste Ärzte, dass er kein Tumor hätte und dass seine Befürchtung falsch wäre.

Aber all das konnte denjenigen nicht beruhigen, weil jedes jede Wahrnehmung, die er aus seinem Körper hatte, setzte sein Kopf direkt in Verbindung zu der Hypothese, dass in seinem Körper Krebs schlummern würde und er bereits Tumore und Metastasen entwickelt hätte. Eine ganz andere Art von Ängsten, die es auch in viel leichterer Form gibt. Also gesundheitsbezogene Ängste kennen wir alle. Das fängt ja damit an, wenn wir uns fragen, ob wir uns vielleicht angesteckt haben mit einem Infekt oder so etwas. Das sind leichte, normale, gesundheitsbezogene Ängste.

Du kannst dir aber vorstellen, wenn Du deine Gedanken anfangen, nur noch darum zu kreisen, wo Du vielleicht eine Türklinke, ein Treppengelände oder etwas angefasst hast, was irgendwie kontaminiert war und dich mit irgendwelchen Viren oder Bakterien in Verbindung gebracht hat und Du deswegen irgendwann vielleicht gar keine Türklinken und Geländer mehr anfassen kannst, dann nimmt das ganze Form an, die weit außerhalb 1 normalen Angst sind. Und zwischen extremer Angst und gar keine Angst, auf dem Kontinuum bewegen wir uns alle bei den Themen Job, bei dem Themen Gesundheit. Und ein weiterer Bereich, wo Ängste unheimlich gerne anspringen und da gab's auch mehrere Nachrichten zu, ist das Thema Beziehung. Die Angst, nicht geliebt zu werden, die Angst, verlassen zu werden, die Angst, dem Partner nicht zu genügen, die Angst, dem Partner nicht zu gefallen. Das äußert sich, ja, bei jedem noch mal hochindividuell auf unterschiedlichen Themen, sei es auf Optik, sei es auf, was fürn Job hab ich, was fürn Bildungsgrad hab ich, bin ich nett genug?

Es geht am Ende immer darum, dass die Angst da ist, dass die Beziehung zerbrechen könnte. Und auch hier, das kennen wir alle im normalen Maß, aber vielleicht kennst Du's auch, wenn solche Ängste ausufern, immer Raum nehmender werden und die Gedanken immer mehr einkreisen. Jetzt hatten wir schon 3 wichtige Themen, nämlich Sorgen den Arbeitsplatz, Sorgen die Gesundheit und Sorgen oder die ja, ein oder die eine Angststörung betrifft, die generalisierte Angststörung, so heißt das, die sich gleichermaßen auf alle Themengebiete setzt und wo der Betroffene von Sorgengebiet zu Sorgengebiet hopst. Also er sorgt sich den Job und wenn er damit aufhört, sorgt er sich die Gesundheit. Und wenn er damit aufhört, sorgt er sich Beziehungen.

Und wenn das aufhört, dann sorgt er sich wieder den Job. Das heißt, die Betroffenen sind in 1 Dursorgenschleife und malen sich für jeden der einzelnen Bereiche immer wieder Katastrophenszenarien aus, was alles Schlimmes passieren kann. Und dadurch entsteht natürlich ein enormer Stress. Also das ist die generalisierte Angststörung, der man oder der ich eine eigene Folge widmen könnte. Doch heute bleibe ich erst mal bei den diffusen Ängsten, sodass Du dir aus der Folge rausziehen kannst, was für dich gut passt.

Also, es gibt verschiedene Sorgen Sorgthemen, die vermutlich bei dir im Fokus stehen. Sorgen, die immer wieder anspringen. Themen, über die Du immer wieder grübelst, wo Du aber am Ende keine zufriedenstellende Lösung findest beziehungsweise auch nicht richtig in Handlung kommst. Trotzdem empfindest Du dieses Thema, das stetig präsent ist, mittlerweile schon als belastend und würdest gerne einfach von diesem Sorgenthema Abstand nehmen können. Weil es Teile von dir gibt, die ja auch wissen, hey, das ist überhaupt nicht relevant.

Das ist auch überhaupt nicht realistisch und es ist eigentlich total verrückt, da und es ist eigentlich total verrückt, da ständig drüber nachzugrübeln. Und Du kannst es trotzdem jetzt im Augenblick noch nicht lassen. Wieso ist das so? Das würd ich dir einmal gerne erklären. Wir hatten in der vorletzten Folge ja schon darüber gesprochen, dass Angst immer durch Vermeidung gefüttert wird.

Angst wird durch Vermeidung gefüttert. Ich versuche, das noch mal an einem Beispiel anschaulich zu machen, ja? Also wenn Du Angst davor hast, in der Öffentlichkeit zu reden, ja? Präsentationen zu halten, vor Menschen zu sprechen. Und das kann vom Elternabend bis hin zur beruflichen Präsentation alles Mögliche betreffen.

Du meldest dich also nicht zu Wort, wenn Du in 1 größeren, vom Elternabend bis hin zur beruflichen Präsentation alles Mögliche betreffen. Du meldest dich also nicht zu Wort, wenn Du in 1 größeren, ja, Menschengruppe unterwegs bist. Und diese Angst beginnt ja irgendwann, ne. Du sollst vielleicht eine berufliche Präsentation halten oder eine mündliche Prüfung, 'n Referat in der Schule und das 1. Mal taucht diese Angst auf.

Und Du fängst an, dich zu drücken. Und Du fängst an, dich zu drücken. Du versuchst, die Situation zu vermeiden. Du meldest dich krank, Du tauchst zu deinem Referat nicht auf. Die mündliche Prüfung schaffst Du vielleicht grad so unter Einsatz von ein paar leichten Beruhigungsmitteln.

Und je älter Du wirst, desto schwieriger wird es für dich. Du hörst grad, ich stutze ein wenig. Ich mach heute meine 1. Frühlingsfolge, hab mich draußen in den Garten gesetzt und versucht, in Ruhe den Podcast aufzunehmen. Und was ich jetzt feststelle, ist, dass irgendeiner meiner Nachbarn grade seine Heckenschere motorisiert angeworfen hat.

Das heißt, ich unterbrech jetzt mal ganz kurz und gehe nach drinnen, da in Ruhe für dich weiter aufzunehmen, weil so mit dem Hintergrundgeräusch wär das nix. So viel stiller, wunderbar. Wir waren grad bei dem Beispiel, dass, ja, Du vielleicht Angst hast, vor anderen Menschen zu sprechen und deswegen Situationen vermeidest. Je mehr Du, je stärker Du solche Situationen vermeidest, desto mehr Angst springt an, wenn Du dich wieder in Situationen wiederfindest, wo das zum Beispiel von dir erwartet wird. Das heißt, die Angst wird immer größer, je mehr Situationen Du ausweichst, in denen Du dich eigentlich der Angst stellen solltest.

Also Angst wird größer, wenn Du vermeidest. Jetzt bei diesen diffusen Ängsten, ne, also das macht total Sinn an dem Beispiel öffentliches Sprechen. Bei den diffusen Ängsten ist das ja ein bisschen anders. Du denkst und grübelst über den Job nach, Du denkst, Du grübelst über Beziehungen nach und über Gesundheit. Du tust hier aber eigentlich gar nichts.

Das heißt, Du weißt auch diesen Themen nicht so richtig aus, sondern Du durchdenkst sie ja nur in einem ständigen Maße und es hat nicht unbedingt Auswirkungen auf das, was Du tust. Das ist trotzdem Vermeidung. Und ich werd dir erklären, warum, weil unser Hirn da in 1 ganz besonderen Art und Weise funktioniert. Wenn wir uns wirklich in Befürchtung, unseren Job zu verlieren, reingeben würden, dann würden sich in unserem Kopf Bilder abspielen. Wir würden uns die Situation wie ein Film ausmalen.

Wir würden uns selber bei dem Arbeitsamt, bei dem Job Center in Bildern sehen. Wir würden uns sehen, wie wir vor diesen Sachbearbeitern sitzen und denen unser Leid klagen. Wir würden uns bildlich sehen, wie wir am Rechner sitzen und eine Bewerbung nach der nächsten schreiben. Doch all das tust Du nicht, wenn das dein Sorgenthema ist. Sondern unser Gehirn geht überhaupt beim Grübeln nicht so weit, dass wirklich die schmerzhaften Bilder auftauchen, die will nämlich keiner sehen.

Diese Angst wollen wir nämlich vermeiden, deswegen gehen wir die ganze Zeit eigentlich nur in einen verbalen Austausch. Also, Du musst dich mal beobachten, wenn Du in so Grübelschleifen rutscht und feststellen, Du malst dir da nicht wirklich eine Situation aus, bildlich gesprochen, sondern Du redest über eine Situation in Gedanken. Du beschreibst sie die ganze Zeit nur auf einem verbalen Level. Und weil Du das tust in diesem abstrahierten Dialog, nenn ich den jetzt mal, erlebst Du die Angst nicht in ihrer vollen Wucht, sondern ein bisschen Angst. Du hältst die Angst auf einem moderaten Level in diesem Grübeldialog.

Das ist kurzfristig für dich sehr erleichternd, deswegen wird das Grübeln auch Lerntheoretisch verstärkt, ja? Eine kurzfristige Erleichterung, das mag unser System, das tun wir dann wieder und wieder und wieder. Und mit jedem Mal, wo Du wieder ins Grübeln abrutschst, gibst Du deinem System eine ganz kurzfristige Erleichterung und hältst dich sozusagen in diesem Mechanismus. Wenn Du jedoch wirklich dir deine Ängste bis zum bitteren Ende ausmalen würdest, also wirklich diesen inneren Film vor dir sehen könntest, wie Du vor der vorm Arbeitsanstehst, vorm Jobcenter stehst, mit all den anderen Menschen, die arbeitsuchend sind, Wie Du Bewerbungen schreibst, immer wieder an den Briefkasten gehst, die Antworten, die Negativantworten rausnimmst und immer mehr in finanzielle Nöte rutscht, weil Du keinen Job findest. Wenn Du dir das wirklich bildlich wie einen Spielfilm vorstellen würdest, dann würde deine Angst richtig zunehmen.

Ich hatte ja schon mal erklärt, unser Gehirn ist nicht wirklich gut darin zu unterscheiden, was passiert wirklich und was passiert nur in unserer Vorstellungskraft? Das heißt, Du würdest diese Situation sozusagen im Kopf schon mal vorerleben und das würde dazu führen, dass Du so richtig mit deinen Ängsten konfrontiert würdest. Und das wäre die Lösung, Weil in dem Moment, wo Du dich richtig mit deinen Ängsten konfrontieren würdest, würdest Du diese, ja, kurze Erleichterung rausnehmen. Das heißt, der Lernverstärker wäre schon mal weg und Du könntest dich mit der Angst wirklich auseinandersetzen. Du würdest sie erleben und Du würdest feststellen, dass sie dir gar nichts tun kann, nämlich dass Du in der Lage bist, mit ihr umzugehen, ja?

Ich weiß, das klingt jetzt sehr einfach, ich weiß, es ist nicht einfach. Sich seine Angst zu stellen erfordert wirklich viel Vertrauen in sich selber. Und ich weiß, dass Du das, wenn Du viel mit Ängsten zu tun hast, dieses Vertrauen in dich selbst in dem Ausmaß vielleicht noch gar nicht hast. Aber das ist das Ziel, dich so weit zu stärken, dich so weit ins Vertrauen zu bringen, dass Du mir und anderen Experten auch glaubst, die dir versichern, diese Ängste können dir nichts tun. Angst ist nur ein Gefühl.

Es fühlt sich viel mächtiger an, als es ist, weil es diese ganzen Körpersymptomatiken, Herzschlag, Schweißausbrüche, Muskelverkrampfung, weil es all das mit sich bringt. Aber am Ende ist es nur ein Gefühl. Und wenn man sich seinen Ängsten stellt, dann verschwinden sie. Nach einigen Minuten ebbt diese Körperreaktion ab und dein Körper adaptiert sich. Genauso ist das mit deinen gesundheitsbezogenen Ängsten.

Auch hier, der Patient von dem, ach, Patient, der ja, der Zuhörer, der mir geschrieben hat, wenn ich das mal an dessen Beispiel erklären darf, er hat die Sorge, dass er an Krebs erkrankt ist. So, diese Sorge beschäftigt ihn und bindet ihn. Er horcht ganz intensiv in seinen Körper hinein und er denkt ganz viel darüber nach, dass bestimmte Signale aus seinem Körper wie Seiten stechen, wie Rückenschmerzen, wie Kopfschmerzen alles Anzeichen dafür sind, dass er, wie er das auch vermutet, an Krebs leidet und dass er im Körper Tumore und Metastasen hat. Diese Ängste denkt er aber auch nicht wie ein Film zu Ende. Das heißt, er sieht sich nicht auf der onkologischen Station.

Er sieht sich nicht im Rahmen der Chemotherapie. Er sieht nicht, wie er aussieht nach 1 Operation, wo man Tumore entfernt hat. All das sieht er als Film nicht vor sich, weil so weit geht er nicht in seinen Gedanken. Stattdessen bleibt er in diesem Selbstdialog von, ah, guck, da sind wieder die Schmerzen in der Schulter, ich bin mir sicher, da sitzt ein Tumor nah am Schultergelenk. Wenn da ein Tumor nah am Schultergelenk sitzt, was kann ich machen?

Welchen Arzt soll ich aufsuchen? Welches bildgebende Verfahren braucht es jetzt? Welches bildgebende Verfahren braucht es jetzt? Ne? Und dann bleibt er immer in diesem Selbstdialog, aber er geht nie wirklich hin und denkt den Gedanken von oder die den angstbesetzten Gedanken, ich habe Krebs, bis zum Ende zu Ende.

Wild formuliert, also er denkt es einfach nicht in Form 1 Films, nicht in Form von Bildern. Er geht nicht in seine Vorstellungskraft und malt sich das schreckliche Szenario aus. Sondern er bremst vorher den Angstzustand aus, indem er sich auf einem verbalen sprachlichen Selbstdialogmodus begibt. Und der lässt ihn die volle Angst vermeiden, denn dieser Dialog gibt ihm das Gefühl, dass er die Sache unter Kontrolle hat. Heißt, er beruhigt seine Angst wieder auf niedrigem Niveau.

Und das ist wieder Vermeidung. Und was das Problem mit Vermeidung ist, weißt Du mittlerweile. Vermeidung füttert Angst. Das heißt, die Angst dehnt sich immer weiter aus. Immer mehr neue Angstthemen kommen dazu.

Und der gleiche Mechanismus greift leider immer wieder. Wer unter diffusen Ängsten leidet, denkt die Sache nicht bildlich zu Ende, sondern stoppt auf 1 sprachlich verbalen, kognitiven Ebene, Angst zu vermeiden. Ich hoffe, für dich ist klar was geworden, was daran Vermeidung ist. Was das Problem an Vermeidung ist, ist, glaub ich, klar, aber warum das tatsächlich auch Vermeidung ist. Sollte das nicht klar geworden sein, würde ich mich über deine Rückfragen freuen.

Die würden mir helfen zu verstehen, was hätte ich vielleicht noch anders erklären müssen, mehr erklären müssen, das rüberzubringen. Du möchtest natürlich wissen, was jetzt die Lösung für dich ist und ich fass da noch mal zusammen. Also erst mal versuchen, den eigenen Gefühlen, den eigenen Ängsten auszuweichen, ist sinnlos. Das ist eine Illusion, der Du dich da hingibst, wenn Du glaubst, dass Du das erfolgreich tun kannst. Ich vergleich das gerne mit so einem Wasserball, so wie wir den alle früher vorm Strand kennen, den man unter Wasser drückt.

Du versuchst, den Ball unter Wasser zu drücken, aber Du musst sehr genau Genauso funktioniert das mit deinen Gefühlen. Deswegen, dieser Versuch, einen Wasserball, der mit Luft gefüllt ist, dauerhaft unter Wasser zu halten, ist zum Scheitern verurteilt. Der Gefühl, der der der Der Gefühl, der der der, nein, der Versuch, deine Gefühle wegzudrücken, ist genauso zum Scheitern verurteilt. Das heißt, die Lösung ist eigentlich einfach. Akzeptiere deine Gefühle und heiße sie willkommen.

In diesem Fall akzeptiere, dass deine Gesundheit dir Angst macht. Akzeptiere, dass Du Angst hast, an Krebs zu leiden. Akzeptiere, dass es eine Angst in dir gibt, deinen Job zu verlieren. Akzeptiere, dass es eine Angst in dir gibt, die, ja, verhindern möchte oder die dich drauf vorbereiten möchte, dass deine Beziehung vielleicht kaputtgeht, dass Du deinen Partner verlierst. All diese Ängste sind, ich mag das Wort zwar nicht, aber normal und sie gehören zu dir dazu.

Und sie sind ja auch, ja, richtungsweisend, wo Du deine Aufmerksamkeit hinlenken kannst, wo Du vielleicht Dinge anders tun kannst als sonst. Ausweichen kannst Du diese Angst aber nicht, Deswegen heiße sie willkommen, denn die Natur hat dir alles gegeben, diese Angst auszuhalten. Angst selber hat keine Macht, auch wenn sich das für dich im Augenblick so anfühlt. Angst ist nur ein Gefühl. Und wie kannst Du das ganz konkret machen, wenn Du an diffusen Ängsten leidest?

Denke dein Horroreszenario zu Ende. Versuche, einen Film in deinem Kopf zu drehen, der dir das katastrophenartige Ende vorspielt mit dir in der Hauptrolle, mit deinem Beziehungspartner in der Hauptrolle, Du in einem Krankenhaus, Du beim Jobcenter. Mal dir diese Situation, was für dich auch genau daran so schlimm ist, mal es dir aus in jeder Einzelheit und lass die Angst damit richtig, richtig zunehmen. Das erfordert Vertrauen und das erfordert endlich die Kontrolle loszulassen, ja. Und das ist, worum es geht.

Die Kontrollagenda ist sowieso eine Illusion. Du hast keine Kontrolle. Akzeptiere auch das und lass die Kontrolle los und lass deine Gefühle zu und Du wirst sehen, sie können dir gar nichts anhaben. Ja, mit diesem Appell schließ ich für heute. Ich danke dir ganz herzlich und toll, dass Du dir die Zeit genommen hast, hier zugehört hast für dich.

Und ich hoffe, Du hast mehr über deine Ängste verstanden. Wenn nicht, kontaktiere mich und lass mich das unbedingt wissen. Und in diesem Sinne sag ich für heute mal wieder tschüs, bis zum nächsten Mal.

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