Unbeschwert essen und dabei das eigene Wohlfühlgewicht halten – für viele bisher ein Traum. Erfahre in dieser Folge, wie du loslegen kannst, wenn du diesen Traum verwirklichen möchtest. Verstehe wieso du isst, wie du isst. Es ist komplexer als du vielleicht denkst. Aber es ist machbar.
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
Vollständiges Transkript · 2.350 Wörter · etwa 12 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo. Herzlich willkommen bei Reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben ein kleines bisschen besser werden darf. Schön, dass Du heute zuhörst. Mein Name ist Sabine. Ich bin Diplom Psychologin, Psychotherapeutin, systemischer Coach und unser beider Thema heute soll das Thema Essen sein.
Du hast in der letzten Folge vielleicht das Interview mit Anna Feuerbach gehört, 1 jungen Frau, die seit ihrer Jugend mit Essstörung und Depression zu tun hatte. Und Anna hat uns von ihrem Weg der Genesung erzählt. Ich würde heute gerne ein bisschen mehr Hintergrundinformationen zum Thema gestörtes Essen geben und ich würde dir gerne Ideen geben, wie Du loslegen kannst, wenn Du das Gefühl hast, hey, ich bin mit meinem Essverhalten nicht zufrieden und ich würde da gerne etwas ändern. Essen. Ein Thema, was tatsächlich viel komplexer ist, als es eigentlich scheint.
Wenn wir es ganz ursprünglich betrachten, jeder von uns muss essen, weil unser Körper Energie braucht, zu funktionieren. Das heißt, wir haben es hier mit einem physiologischen Grundbedürfnis zu tun. Da wir aber genug in ja, in der Lebenssituation, in der wir sind, genug Nahrung haben, setzen sich plötzlich ganz andere Aspekte auf das Thema Essen. Mit Essen drücken wir unsere Persönlichkeit aus. Wir identifizieren uns über das, wie wir essen, was wir essen und wie viel wir essen.
Essen wird zu 1 Art Statussymbol. Essen ist allgegenwärtig. Wenn Du guckst, wie viel Zeitungen auf den Markt schwimmen zum Thema Essen, wie viel Kochsendungen, Essensendungen es mittlerweile gibt, dann zeigt das schon, wie groß und komplex dieses Thema eigentlich geworden ist. Im Therapieraum treffe ich Essen als Thema, wenn es außer Kontrolle geraten ist. Und wenn es so viel Leid verursacht, seelisches Leid, aber tatsächlich auch körperliches Leid, dass der Mensch, der hier betroffen ist, sich Hilfe holt.
Überleg mal, wie ist das grade bei dir? Ist Essen dein Thema? Ist Essen unbeschwert, positiv besetzt? Ja, ich stell dir gleich noch mehr Fragen, denn das ist tatsächlich ja die 1. Wichtige Bestandsaufnahme, die Du zu machen hast zum Thema Essen.
Aber vorher würd ich dir einmal kurz gerne die 4 Essstörungen vorstellen, die ja auftauchen können, wenn Essen immer weiter außer Kontrolle gerät. Das 1. Und das kennst Du sicherlich, ist die sogenannte Magersucht, Anorexie sagen wir auch dazu, wo Menschen sich langsam so weit runterhungern und ihren Körper über Sport und Mangelernährung so weit aus Märgeln, dass sie immer weniger werden, dass sie fast verschwinden. Ein zweites Störungsbild, was behandlungsbedürftig ist, wenn man aus der Psychotherapie drauf guckt, ist das Thema Bulemie. Auch hier empfinden sich Leute als zu viel, zu dick und sie beginnen, ihr Essverhalten zu ja, restriktiv anzugehen.
Was aber immer wieder dazu führt, dass sie aus diesem restriktiven Essverhalten ausbrechen, dann doch mehr essen, als es ihnen eigentlich guttut und dieses Essen bei der Bulemie in der Regel wieder erbrechen. Ein weiteres Thema, was dir wahrscheinlich auch in den Medien immer wieder begegnet ist, vielleicht auch dein Thema ist, ist die sogenannte Adipositas. Also das Übergewicht. Menschen, die mehr gegessen haben, als es ihrem Körper guttut und jetzt über über also mit ihrem Übergewicht ja, leiden körperlich wie seelisch. Und an die Adipositas gehört sozusagen noch eine relativ neue, in Anführungsstrichen, neue Störung.
Sie wurd zumindest zum ersten Mal jetzt so richtig einkategorisiert. Das ist die Störung. Das kennzeichnet ja, regelrechte Fressanfälle. Personen, die darunter leiden, bekommen Fressanfälle, in denen sie mehrere 1000 Kalorien zu sich nehmen, in denen sie alles, was sie habhaft werden können, essen. Und sie erbrechen es aber tatsächlich nicht, sondern sie verdauen es.
Und es führt natürlich auf Dauer zu massivem Übergewicht. Das war jetzt keine tiefergehende Darstellung, aber einfach, dass Du mal weißt, was sind so die Sachen, die irgendwann im psychotherapeutischen Raum behandelt werden? Und zwischen diesem gesunden unbeschwerten Essverhalten, von dem ich vorhin gesprochen habe Und zwischen diesen Essstörungen liegt ein Kontinuum, so kannst Du dir das vorstellen. Und irgendwo auf dem Kontinuum bist Du. Irgendwo zwischen unbeschwert, natürlich, vielleicht auch intuitives Essen und auf der anderen Seite zwischen sehr kontrolliertem Essen und Essen, was vielleicht auch außer Essverhalten, was außer Kontrolle gerät.
Die Bestandsaufnahme. Teil 1, wenn Du dein Essverhalten ändern willst, wenn Du ja zurück möchtest in Richtung unbeschwert, wenn Du dich auf dem Kontinuum in Richtung unbeschwert bewegen möchtest, ist die 1. Wichtige Frage, ist Essen bei dir vor allen Dingen Selbstfürsorge? Meint, wenn dein Körper Energie braucht, bekommt er diese Energie dann in Form passender Nahrung. Das ist wichtig, da einfach mal drüber nachzudenken, weil es drückt aus, wie gut Du dich eigentlich dich und dein Körper ist ein Teil davon kümmerst.
Siehst Du positive Dinge an deinem Essverhalten? Siehst Du positive Dinge an deinem Körper, an deiner Gesundheit, an deiner körperlichen Fitness? Bewertest und vergleichst Du dich viel mit anderen Menschen, was das Thema Essen und Gewicht betrifft? Und was ist dein Anspruch an dich? Was ist dein Anspruch an deinen Körper in puncto Figur, Gewicht und Fitness?
Es geht darum, dass Du erst einmal für dich ja, den Status quo erhebst, dass Du guckst, wie ist mein Verhältnis zu meinem Körper? Wie ist mein Verhältnis zu essen? Und da gehört auch immer ein Blick in die Vergangenheit dazu. Welche Rolle hatte Essen in deiner Kindheit und deiner Jugend? Welche Einstellung haben deine prägenden Bezugspersonen, häufig die Eltern und Geschwister dazu gehabt?
Und welche Botschaften aus dieser Zeit sind bei dir geblieben? Da kommen wir jetzt schon in Richtung Glaubenssätze zum Thema Essen. Aus welchen Gründen isst Du? Gehört auch in die Bestandsaufnahme. Und aus welchen Gründen hungerst Du.
Eine noch konkretere Übung wäre, dass Du dich einmal hinsetzt und mal abschätzt, wie viel am Tag, wie viel Zeit am Tag Du an Essen denkst. Schreib einfach mal auf, was so typische Situationen sind. Wann beginnst Du morgens ans Essen zu denken? Wann und wie oft beschäftigst Du dich mit dem Thema Essen? Und wenn Du das für dich geschätzt hast und auch den Zeitfaktor dabei mal geschätzt hast, wäre eine wichtige Frage, wie viel davon ist mit Verzicht und Disziplin verknüpft von diesen Zeiten?
Zusammenreißen auch son Thema. Was ich in der Praxis erlebe, ist, dass die Menschen oft überrascht sind, wenn sie dann anfangen, wirklich zu protokollieren und andere mal fragen, wie oft die sich mit dem Thema Essen beschäftigen, wie viel Zeit für das Thema Essen, wie viel Gedankenzeit für das Thema Essen am Tag verwendet wird. Du hörst schon anhand der Fragen, die Idee ist, dass Du erst mal zu einem Detektiv wirst für dein Essverhalten. Wie ein Sherlock Holmes, der mit seiner Lupe unterwegs ist und einmal ganz genau guckt, was sind eigentlich die Dinge, die dein Essen beeinflussen? Was drückst Du über dein Essverhalten aus?
Auch das gehört dazu. Benutzt Du das zur Identifizierung, zur Identifikation eher? Benutzt Du das zum Ausdruck deiner Persönlichkeit? Gehst Du bestimmte Trends mit? Probierst Du etwas aus?
All das würd ich erst einmal aufschreiben, zu sehen, welche Funktion Essen hat und was Du über Essen ausdrückst. Das Thema Zucker, ein ganz eigenes Thema in den Ernährungspodcasts, steht häufig mit Essstörungen im Zusammenhang. Also die Aufnahme von Zucker macht es uns deutlich schwieriger, Essen intuitiv bedürfnisorientiert zu uns zu nehmen. Weil durch die Schwankung im Blutzuckerspiegel ganz andere Gelüste, körperliche Gelüste entstehen, die wir wiederum versuchen zu kontrollieren, was das System ja, unter mehr Stress und Anspannung setzt. Ich möchte an dieser Stelle auch noch mal erinnern an etwas, was ich schon recht häufig in dem Podcast erwähnt hab.
Das sind so unsere Grundbedürfnisse, die jeder Mensch hat, die also auch Du hast. Das geht einmal das Thema Zugehörigkeit und Nähe. Dann geht es das Thema Kompetenzerleben und Wirksamkeit, Anerkennung und Wertschätzung, das Bedürfnis nach Sicherheit und das Bedürfnis nach Lust erleben. Und tatsächlich wird Essen mittlerweile benutzt, auf all diese Bedürfnisse Einfluss zu nehmen. Zugehörigkeit und Nähe.
Die Zugehörigkeit zu 1 bestimmten Gruppe, zum Beispiel 1 Gruppe der Veganer, die macht etwas mit dir. Du Du bist Teil 1 Gruppe, Du fühlst dich zugehörig, Du isst kein Fleisch, Du isst keine tierischen Produkte und darüber identifizierst Du dich wieder. Du machst, Du Du Du Du drückst deine Persönlichkeit aus. Kompetenzerleben und Wirksamkeit, grade in Richtung Anorexie sehr wichtig. Da erleben sich grade Jugendliche als wirksam.
Während andere Lebensbereiche wie ja, Beziehungen, 1. Liebe, Schule und all die Anforderungen außer Kontrolle geraten, erleben die jungen Mädchen, die in Richtung Anorexie unterwegs sind, plötzlich einen Bereich, wo sie Kontrolle ausüben können, wo sie sich als wirksam erleben. Sie nehmen an Gewicht ab, wenn sie nicht mehr essen und wenn sie ganz viel Sport machen, noch mehr. Andere Lebensbereiche geraten außer Kontrolle und hier entsteht Kontrolle. Anerkennung und Wertschätzung ist natürlich immer dann das Thema, wenn es darum geht, schön zu sein, eine bestimmte Figur zu haben, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen.
Ja, deswegen an dich die Frage, wie steht es deine Bedürfnisse? Was brauchst Du wirklich? Worum geht es dir, was Du vielleicht über das Thema Essen auslebst? Und wenn Du sagst, ich bin da total zufrieden und happy mit, dass ich das über das Essen so ausdrücken kann, dann ist alles wunderbar. Aber wenn Essen für dich ein Sorgenthema wird, ein leidvolles Thema wird, dann schau mal genau hin, was das mit deiner Bedürfnisbefriedigung zu tun hat.
Und da kommen wir schon zum nächsten Schritt, den ich dir gerne ans Herz legen würde. Ein Zielbild für dich. Was soll Essen für dich sein? Wie möchtest Du dich fühlen, wenn's ums Essen geht? Natürlich auch, welches Gewicht passt zu dir?
Und welches Gewicht passt zu dir, meint nicht, welches ist das Schönheitsideal, sondern was ist ein Gewicht, mit dem Du dich wohlfühlst, dein Wohlfühlgewicht, ohne körperliche Beschwerden zu haben, ohne ja, sich schlecht mit dem Körper zu fühlen? Welches Gewicht würde dir ermöglichen, deinen Körper zu mögen? Auch das kann eine schöne Fragestellung sein. Und wenn Du dieses Zielbild entworfen hast und dich da einfach mal hinversetzt und dir das vorstellst, wie das sein wird, wenn Du dieses Gewicht hast, wie Du dich dann fühlen wirst und wie sich das anfühlen wird, wenn Essen für dich genau das ist, was es auch für dich sein soll, Dann kannst Du in die Details gehen. Wie viel Zeit möchtest Du täglich aufwenden für Essen?
Einkaufszeit, Zubereitungszeit, Essenszeit, selbst die Verdauungspause, Verdauungspause nach dem Essen ist wichtig zu planen. Wie viel Zeit am Tag hast Du für Essen? Was schmeckt dir? Klammer auf, was tut dir gut? Nicht alles, was uns schmeckt, tut uns gut.
Was schmeckt dir? Was isst Du gerne? Was sind Dinge, die Du gerne magst? Und tun die dir auch wirklich gut? Da erfährst Du in dem Podcast von Mareike Ave ganz viel zu.
Hinzuspüren mit viel Achtsamkeit, was machen bestimmte Nahrungsmittel mit dir? Tun sie die wirklich gut oder eher nicht? Dann die Frage, wenn Du dein Zielbild hast, wie willst Du essen? Wie bekommst Du Ruhe, Achtsamkeit, Genuss in dein Essverhalten? Wie oft möchtest Du essen?
Wie viel möchtest Du essen? Die Größe der Mahlzeiten? All das kann in 1 Art Zielbild ausdifferenziert werden. Im Augenblick, und das ist das, was ich erlebe, wenn Essen zu einem leidvollen Thema wird, lassen die Leute es einfach laufen. Es wird nicht wirklich ja, als in dieser Komplexität und in dieser Gesamtheit, was Essen für dich und dein Leben bedeutet, betrachtet, sondern Essen passiert einfach so nebenbei.
Und mit dem Ergebnis sind die Leute häufig sehr unzufrieden. Wenn das auf dich zutrifft, dann würd ich dir raten, dich mehr mit deinem Essen zu beschäftigen und einmal genau hinzuschauen, so wie ich es gesagt habe, den Status quo zu erheben, zu überlegen, wo Du auf dem Kontinuo umstehst zwischen unbeschwert intuitivem Essen und ja, sehr leidvollem, kontrolliert, unkontrolliert außer Kontrolle geratem Essen. Und wo möchtest Du hin? Was soll Essen für dich sein? Was möchtest Du fühlen, wenn es für dich ums Essen geht?
Und dieses Zielbild gilt es auszudifferenzieren. Und dazu ist es wichtig, dass Du wieder zurückkommst auf deine Bedürfnisse und dich fragst, wie sieht's eigentlich meine Bedürfnisbefriedigung aus? Wie geht es mir? Denn dann merkst Du, was emotional ist an deinem Essverhalten. Was also ungesteuert aus deinen Bedürfnissen getrieben dazu führt, dass Du beim Essen Dinge tust, die Du eigentlich, ja, von denen Du weißt, dass sie nicht sinnvoll und nicht gesundheitsfördernd sind.
Und die Gedanken ans Essen. Die würd ich auch genau unter der die Lupe nehmen. Da gab's den Sherlock Holmes, der sich ganz genau anguckt, wie viel Gedanken geht zum Thema Essen? Welche Art von Gedanken sind das? Und auch hier würde ich dir raten, dir ein Zielbild zu schaffen, wie Du über Essen denken willst.
Und wenn Du mit all dem anfängst, wenn Essen Raum und Zeit bekommt, dann kannst Du sicher sein, dass Du deine Position auf dem Kontinuum langsam verändern kannst in die Richtung, die Du anstrebst. Und wenn dein Essverhalten tatsächlich schon so gestört ist, dass Du dich entweder beim Thema Anorexie oder Bulemie wiedererkannt hast oder dass Du sagst, ja, eigentlich ist das ein schweres Übergewicht. Ich bin adipös und ist unter anderem auch mein Thema. Wenn Du wirklich aus dieser ja, schon in diesem Extrem drin bist, dann hol dir Hilfe. Es gibt so viele Programme da draußen.
Es gibt so viele Behandlungsmöglichkeiten, die dir helfen, wieder zurückzukommen in ja, auf das Continuum zu der Stelle, wo Du gerne sein möchtest. Da würde ich unbedingt Kontakt mit der Krankenkasse aufnehmen, mit deinem Hausarzt sprechen, dir vielleicht einen Therapeuten suchen oder ja oder oder oder. Diese Hilfemöglichkeiten, die da im vorhanden sind, sind wirklich relativ groß, weil es ein gesellschaftliches Problem ist, über das wir da reden. So, das war's für heute. Ich lege dir noch mal die anderen Podcasts zum Thema Wohlfühlessen, Wohlfühlgewicht, intuitives Essen ans Herz, weil da all diese Dinge noch mal ausdifferenziert werden.
Heute ein erster Überblick oder eine 1. Idee, wie Du anfangen kannst. Und hör auf, einfach nur zu essen, sondern überleg mal ganz genau, was bei dir dahintersteht und wo Du eigentlich hinkommen möchtest. In diesem Sinne sag ich für heute, tschüs, deine Sabine.
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