💡 Fühl dich besser – mit einem einfachen psychologischen Prinzip!
In dieser Folge lernst du einen echten Klassiker aus der Psychotherapie kennen – einen Zusammenhang, der so einleuchtend ist, den wir aber oft übersehen. Vielleicht möchtest du dich einfach besser fühlen, weißt aber nicht genau, wie das gelingen kann? Hier erfährst du, welche Möglichkeiten du hast!
🔹 Warum deine Gedanken dein Wohlbefinden beeinflussen
🔹 Wie du gezielt neue Denkmuster entwickelst
🔹 Warum dein Körper der Schlüssel zu positiven Emotionen sein kann
Mach dir bewusst: Du hast mehr Einfluss auf dein Wohlbefinden, als du denkst. Entscheide dich für Gedanken, die dich stärken, und nutze deinen Körper als wertvolles Werkzeug für mehr Lebensfreude!
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Deine Sabine
Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Vollständiges Transkript · 3.697 Wörter · etwa 18 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo, ein herzliches Willkommen. Du bist bei Reif für die Couch, deinem Podcast für Psychologie und Psychotherapie. Wenn dein Leben in einem Ausnahmezustand ist, hier bist Du richtig. Es gibt Hilfe zur Selbsthilfe in Krisenzeiten, damit Du wieder mehr Ruhe, Kraft und Freude erleben kannst. Mein Name ist Sabine Bimmler.
Ich bin Diplom Psychologin, Psychotherapeutin und systemischer Coach. Seit 20 Jahren begleite ich Menschen in ihrer Entwicklung. Ich freue mich, dass Du den Weg hierher gefreut hast. Die heutige Folge sich mit dem Zusammenhang von Gedanken, Gefühlen und Verhalten. Es ist eine Basisfolge in diesem Podcast, weil es sich ein ja, kann man fast sagen, der Psychotherapie handelt.
Gedanken, Gefühle und Verhalten, wie hängt das zusammen? Das werde ich dir jetzt erklären. Die 3 Komponenten kannst Du dir als Spitzen 1 Dreiecks vorstellen. Ich hatte das Thema in der zweiten Folge schon mal kurz angerissen, eine Abbildung in die Shownotes gepackt und das werd ich auch heute wieder machen. Also ein Dreieck an der einen Ecke des Dreiecks stehen die Gedanken, an der weiteren die Gefühle und an der dritten das Verhalten.
Und diese 3 Dinge hängen zusammen. Das wird symbolisiert durch die Pfeile, die an jeder, ja, an jedem Ende eine Pfeilspitze haben. Es ist alles eine Wechselwirkung. Und das würd ich jetzt gern an einem Beispiel erklären. Wir nehmen einfach mal das Gefühl der Einsamkeit.
Einsamkeit ist ein starkes Gefühl. Erinner dich vielleicht mal, wann Du mal Einsamkeit erlebt hast. Vielleicht erlebst Du auch jetzt grade Einsamkeit, fühlst dich oft allein und unverstanden. Ein sehr, sehr starkes Gefühl, was einen ja regelrecht runterziehen kann. Mit der Einsamkeit sind immer bestimmte Gedanken verbunden.
Vielleicht kannst Du dich noch erinnern, was Du gedacht hast, als Du das letzte Mal einsam warst. Ich nehme an, es standen Gedanken wie, keiner versteht mich. Ich kann mich auf niemanden verlassen. Niemand hilft mir. Solche Gedanken standen mit Sicherheit damals im Mittelpunkt deines Denkens.
Ich bin ganz allein. Auf der ganzen Welt ist niemand für mich da. So oder so ähnlich wirst Du gedacht haben. Und diese Gedanken sind ganz eng verknüpft mit dem Gefühl. In der Praxis werde ich oft gefragt, hey, was war denn zuerst da?
Das Gefühl oder der Gedanke? Womit fängt es denn an? Das kann man tatsächlich nicht sagen. Das ist 'n bisschen wie mit dem Huhn oder Ei. Gab es zuerst das Ei oder das Huhn?
Es ist ganz ähnlich, wir wissen's nicht. Und am Ende ist es auch für die Lösung des Ganzen nicht wichtig, was zuerst da war. Sondern wenn Du dich einsam fühlst, sind in deinem Kopf, dein Verstand wälzt immer wieder Gedanken, die dieses Gefühl der Einsamkeit füttern, stützen und ja, dich sogar immer tiefer, tiefer, tiefer reinziehen in die Spirale der Einsamkeit. Die 3. Komponente des Dreiecks ist ja das Verhalten beziehungsweise der Körper.
Was macht Einsamkeit auf der Verhaltensebene? Was macht Einsamkeit auf der Körperebene? Viele Menschen, die sich einsam fühlen, erleben eine Schwere auf den Schultern und auf der Brust, weil sie ja auch denken und das Gefühl haben, sie müssten alles alleine tragen. Das heißt, diese Menschen fühlen sich oft niedergedrückt. Vielleicht kennst Du das auch, als würde von oben eine Kraft auf dir lasten, die dich so leicht nach vorne beugt, die die Schultern runterdrückt, die dich so richtig Richtung Erdboden drückt.
So fühlt sich das an. Und das macht Enge in der Brust und häufig so eine Schwere in den Gliedern, sodass man das Gefühl hat, jeder Schritt ist anstrengend. Oder bei manchen Menschen macht Einsamkeit auch so ein Gefühl, was wir kennen, als wir kleine Kinder waren, wenn wir abends manchmal allein zu Hause waren, die Eltern ausgegangen sind oder wir uns vielleicht schon auf der ersten Etage allein fühlten, weil alle anderen im Erdgeschoss waren. So als Kind ziehe ich mich zusammen. Ich mach mich ganz klein, weil neben der Einsamkeit kommt dann auch noch Angst ins Spiel.
Und das heißt, alles wird ganz eng. Ich werde ganz klein. Auch das ist etwas, was auf der körperlichen Ebene passiert, wenn das Gefühl der Einsamkeit, des Alleinseins vorherrscht. Und wie beeinflusst das dann dein Verhalten, wenn Du dich so fühlst? Du bist irgendwie ganz klein wie ein kleines Kind.
Das heißt, Du traust dich manche Dinge gar nicht. Und Du bittest auch niemandem Hilfe, weil Du das Gefühl hast, da ist niemand, der dir helfen könnte oder der dir helfen wollte. Das heißt, Du kommst in so eine Passivität rein wie so eine Art Erstarrung. Ja, und auch hier, was zuerst da war, die körperliche Reaktion, war die Erstarrung zuerst da, der Gedanke, das Gefühl, man weiß es nicht. Es ist nicht wichtig, deswegen, wenn diese Frage dich beschäftigt, lass sie los.
Ich würd's gern an einem weiteren Beispiel machen. Wenn Du das Gefühl hast, ja, wenn Du dich gehetzt fühlst, gestresst fühlst, überfordert fühlst, ne. Das ist das Gefühl, was da ist. Gestresst, gehetzt, überfordert, alles prasselt auf dich ein. Du bist nur noch agieren und oder reagieren, gar nicht mehr agieren.
Auch hier als Erstes die Frage, welche Gedanken begleiten dieses Gefühl? Versetz dich mal hinein, wann Du das letzte Mal das Gefühl hattest, ah, es ist alles hier hektisch zu viel. Und da sind wir auch schon bei den Gedanken, ne. Obwohl das Gefühl eher ist, ich erlebe Stress, ich bin gestresst, mein Gefühl ist Stress, spielt sich auf der Gedankenebene so was ab wie, mir ist das alles zu viel. Ich schaff das nicht.
Ich kann nicht mehr. Die sollen mich alle zufriedenlassen. Da schwingt auch schon son bisschen auf der Gefühlsebene vielleicht eine Aggressivität mit. Oder es geht bei dir eher in die Hilflosigkeitsrichtung. Sie so, oh mein Gott, oh Gott, es hört nie auf, es wird nie anders sein.
Wann geht es eher in die Hilflosigkeitsrichtung? Und auch hier fragen wir uns, was macht denn Stress, das Gefühl, Stress zu haben mit unserem Körper? Da passiert erst mal unglaublich viel auf der hormonellen Ebene. Das können wir gar nicht sehen. Aber unser System fährt in Alarmbereitschaft.
Das heißt, all unsere Neurotransmitter und Hormone, die dafür da sind, dass wir Krisen bewältigen, werden hochgefahren. Unser Körper schüttet quasi aus ins System, aktiviert und fährt hoch. Der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck geht hoch. Es passiert ganz, ganz viel. Das ist alles das, was wir gar nicht so richtig spüren, den Herzschlag vielleicht.
Vielleicht spüren wir auch, dass wir sone Anspannung haben und das, vielleicht kennst Du das, dass Du so zitterst und das Gefühl hast, ah, ich halt das nicht mehr aus. Das ist Teil deiner Körperreaktion. Das, was der Körper mit dir macht, er überschüttet dich sozusagen mit Energie, dir genug zur Verfügung zu stellen. Aber wenn Du dann gar nicht weißt, wo Du damit hin sollst, dann hast Du förmlich das Gefühl, ich explodiere. Ja?
Also das passiert auf der körperlichen Ebene. Und auf der Gefühlsebene nennen wir das Stress. Ich bin gestresst, ich fühle mich gestresst. Wieder auch hier sehr deutlich geworden, das Gefühl, die Gedanken und dein Verhalten und der Körper bilden eine Einheit. Auf der Verhaltensebene, wenn ich gestresst bin, hab ich unterschiedliche Möglichkeiten.
Entweder ich mach total viel Aktion. Vielleicht kennst Du das folgende Bild, jemand, der sehr viel Stress, Vielleicht kennst Du das folgende Bild, jemand, der sehr viel Stress hat, wenn es dann mal die Möglichkeit gibt, zur Ruhe zu kommen, dann läuft der die ganze Zeit weiter. Der räumt zum Beispiel ständig auf. Mir erzählte, dass heute jemand noch in der Therapiestunde, die die Patientin hat gesagt, oh mein Gott, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Mein Stiefvater, der ist so unruhig.
Selbst jetzt an den Feiertagen, Sie sind kurz nach Weihnachten, an den Feiertagen, wo er hätte zur Ruhe kommen können, er hat die ganze Zeit aufgeräumt. Er hat uns alle nervös gemacht. Er ist immer durchs Haus getigert und hat irgendetwas aufgeräumt, zurechtgerückt, abgewischt, aufgeklärt. Und wir haben ihm alle gesagt, hey, setz dich doch mal hin. Aber das hat ihn gar nicht erreicht und er wurde fast patzig und aggressiv, weil er anscheinend nicht anders konnte.
Es gibt aber auch Leute, die brechen unter Stress sozusagen zusammen und können gar nichts mehr. Auch das gibt es, dass diese ganze Energie, die zur Verfügung gestellt wird, komplett verpufft. Vielleicht kennst Du das auch, weil die Menschen wie erstarren. Es passiert nichts mehr. Sie haben auch keine Muse mehr, irgendwas zu entscheiden, irgendwas zu tun und deswegen gehen sie in die komplette Starre.
Auch das kann eine Auswirkung von Stress sein. So unterschiedlich sind wir und so individuell. Und vielleicht überlegst Du mal für dich jetzt, was noch so Gefühle sind, mit denen Du dich in letzter Zeit ja auseinandersetzen musst, weil sie einfach da sind. Und vielleicht überlegst Du dann auch für dich mal, welche Gedanken sind mit dem Gefühl verknüpft? Wenn ich in dem Gefühl bin, welche Gedanken stellt mir mein Verstand zur Verfügung?
Über den Verstand, der die Geschichten erzählt, hatte ich ja bereits in 1 Folge gesprochen. Und was macht das körperlich mit dir? Auch eine ganz wichtige Frage. Wie wirkt dieses Gefühl auf der körperlichen Ebene? Das Ganze, was ich hier natürlich erst mal für Gefühle erklärt habe, die eher unangenehm sind, gilt genauso gut für positive Gefühle.
Also es funktioniert ganz genauso. Wenn wir im Modus der positiven Gefühle unterwegs sind, dann ist es auch so, dass unsere Gedanken direkt damit sich einschwingen und auch unser Körper und unser Verhalten, ne, die auch die schwingen sich ein auf das Thema Freude oder auf das Thema Glück oder ja, sich geborgen fühlen. Auch da hängen die Gedanken und das Verhalten auf 1 bestimmten Ebene zusammen. Und das ist eher 'n Ressourcenthema, deswegen lass ich's heut mal raus, weil wir gucken heute eher auf die Gefühle, die Du als unangenehm empfindest. Und das ist eher als unangenehm empfindest.
Also Aufgabe klar definiert, schnapp dir mal ein paar der Gefühle, mit denen Du dich auseinandersetzen musst und geh diesen Prozess einfach mal dafür durch. Und heute würd ich gerne einen Schritt weitergehen und auch schon auf die Lösung gucken. Wie Du dir vorstellen kannst, wir können unsere Gefühle nicht beeinflussen. Vielleicht hast Du das schon mal versucht, dass Du dir in 'ner bestimmten Situation gesagt hast, so, ich hab jetzt keine Angst mehr. Oder ich bin nicht mehr wütend auf ein Gefühl.
Das funktioniert nicht. Wir können uns nicht entscheiden, uns anders zu fühlen. Es funktioniert einfach nicht. Das Gute ist, das Dreieck hat noch 2 andere Spitzen. Das heißt, der Einstieg in das Dreieck über die Gedanken oder über den Körper und unser Verhalten ist möglich.
Und das ist auch das, wo Du ansetzen kannst. Von unseren Gedanken können wir uns distanzieren, denn es ist nur unser Verstand, der uns bestimmte Geschichten und Hypothesen zur Verfügung stellt. Wir können bei Gedanken, die das Gefühl der Einsamkeit fördern, sagen, ah, ich denke grade, ich bin ganz allein auf der Welt. Das ist das, was mein Verstand sagt, aber ich glaube das nicht. Das heißt, Du kannst dich entscheiden, mit welchen Gedanken Du ja, verschmilzt, nennen wir das tatsächlich.
Wir nennen das Verschmelzung mit Gedanken. Immer dann, wenn wir mit bestimmten Gedanken verschmelzen, werden sie zu unserer Wahrheit. Und wenn wir Gedanken als wahr befinden, wenn wir uns entscheiden, sie als Wahrheit zu betrachten, dann haben sie volle Durchschlagskraft auf der Gefühls- und auf der Körperebene. Das heißt, der 1. Wichtige Aspekt ist, dass Du lernst, dich von deinen Gedanken zu distanzieren.
Du bist nicht deine Gedanken. Das ist wichtig. Du bist nicht deine Gedanken. Du hast Gedanken in deinem Kopf und dein Verstand ist dazu gemacht, dir den ganzen Tag immer neue Gedanken reinzugeben. Beobachte das mal, dein Verstand steht niemals still.
Unser Gehirn arbeitet den ganzen Tag und haut ein Gedanken nach dem nächsten raus. Und ehrlich gesagt, die Qualität dieser Gedanken, die da rauskommen, ist nicht immer die beste. Das heißt, wir müssen lernen, uns beim Denken zuzuschauen. Du musst lernen oder Du solltest lernen, dir beim Denken zuzuschauen und zu sehen, ach guck, jetzt spielt meine Denkmaschine Verstand grad wieder verrückt. Jetzt haut sie wieder ganz viele Gedanken raus, die den Tenor Einsamkeit stützen sollen.
Aber das bringt mich gar nicht weiter. Das ist nicht hilfreich für mich. Ich will das nicht. Also guck ich mir diese Gedanken an und sage, oh, danke schön. Du darfst weiterziehen.
Mit dir möcht ich mich jetzt nicht beschäftigen und ich möchte schon gar nicht mit dir verschmelzen. Ich weiß, dass sich das son bisschen verrückt anhört. Kann mir das vorstellen. Also wir reden über unsere Gedanken mit unserem Verstand, aber glaubt mir, es ist eine wahnsinnig kraftvolle Distanzierungstechnik. Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, seit ich mir beim Denken zuschaue und seit ich verstehe, dass Gedanken eine bestimmte Wirkung auf mich haben und ich mir aussuchen kann, mit welchen Gedanken ich quasi verschmelzen möchte und welche ich vorbeiziehen lasse, bin ich so viel freier geworden.
Und ich verstehe meine Gefühlswelt auch so viel besser seit diesem Aspekt des oder seit dieser Erkenntnis. Deswegen hab ich das auch in dem Podcastbereich relativ weit nach vorne gestellt, weil ich finde, mir hatte das, obwohl ich Psychologie studiert habe, im Rahmen meines Studiums niemand gesagt, sondern das tatsächlich erst im Rahmen der Psychotherapeutenausbildung zu mir gekommen. Da gibt's eine bestimmte Therapieform, die ACT, Akzeptanz- und Commitmentherapie, die sich damit beschäftigt. Und ich hab gedacht, ja, das ist so. Ich kann mir meine Gedanken aussuchen, weil mein Verstand den ganzen Tag Gedanken raushaut.
Und da sind wirklich Gedanken bei, mit denen möchte ich nicht verschmelzen. Die sind teilweise auch offensichtlich blödsinnig. Und so hab ich angefangen, das für mich im Coaching und in der Therapie mit meinen Patienten umzusetzen. Und ich hab am Ende nicht einen bisher gehabt, der gesagt hat, das bringt mich nicht weiter. Deswegen hab ich das heute hier hingestellt und ich fordere dich auf, hey, versuch das mal.
Betrachte deinen Verstand als ein externes Ding in deinem Kopf, was den ganzen Tag Hypothesen raushaut. Eine Hypothesengeneriermaschine ist ein Verstand. Und den ganzen Tag sagt der so Dinge wie, hey, ich hab Hunger, Du könntest jetzt was essen. Hey, Du könntest dich jetzt hinlegen und Nickerchen machen. Hey, Du bist ganz allein auf der Welt.
Niemand mag dich. Hey, guck mal, da vorne ist dein Nachbar. Du könntest hingehen und 'n Plausch mit dem halten. Das macht er den ganzen Tag, ja? Den ganzen Tag haut er dir solche Vorschläge raus.
Und Du hast die Fähigkeit, weil ganz oft schlägt er dir vor, guck mal, da ist dein Nachbar, Du könntest 'n Plausch mit dem halten. Und Du denkst dann, nee, jetzt nicht, das möcht ich jetzt grad nicht. Das heißt, die Fähigkeit, dich von deinen Gedanken zu distanzieren, die hast Du bereits in dir, weil Du bisher nicht immer willenlos getan hast, was dein Verstand dir vorgeschlagen hat. Ich sage nur, geh eine Ebene weiter, geh auf eine höhere Ebene, auf eine Metaebene und guck dir erst mal an, was dein Verstand so den ganzen Tag raushaut. Und versteh, dass der eben nicht immer klug intellektuell hochwertig unterwegs ist, sondern dass der auch ganz viel ja, dummes Zeug in die Welt posaunt.
Anders kann man das gar nicht sagen. Der kommt manchmal auf die abstrusesten Ideen, aber Du musst da nicht mitgehen. Verschmilz nicht willenlos mit deinen Gedanken, sondern lerne, dir das anzugucken von 1 Metaebene und lerne für dich auszuwählen, welche Gedanken zu Metaebene und lerne für dich auszuwählen, welche Gedanken sind hilfreich und welche nicht. Und so kannst Du über die Gedankenecke des Dreiecks anfangen, Einfluss auf deine Gefühle, auf dein körperliches Empfinden und dein Verhalten zu nehmen. Ja, eine Möglichkeit.
Das ist jetzt sozusagen der Crashkurs, aber heute soll's ja erst mal ja, sozusagen die Basicinfo dazu sein. Du kannst auch über die andere Ecke des Dreiecks, nämlich über das Verhalten und den Körper einsteigen. Auch das ist ganz interessant. Das heißt, wenn es dir nicht so gut gelingt, dich von deinen Gedanken zu distanzieren und dir das anzugucken, was da auf der, ja, metakognitiven Ebene los ist, kommst Du über den Körper. Zum Beispiel, indem Du, wenn Du grad das Gefühl hast, niemand mag mich auf der Welt, ich bin ganz allein und so eher im im Rückzug bist, ja, dass Du sagst, nee, ich geh jetzt grade raus.
Ich geh jetzt grade raus und ich unterhalte mich tatsächlich mit dem Nachbarn von gegenüber und ich ruf einfach mal wieder eine 1 Freundin von mir an, mit der ich länger nicht gesprochen hab und ich schick mal 'n paar Whatsapp raus und guck mal, was kommt. Also sozusagen das gegenteilige Verhalten einläuten, weil mit der Einsamkeit wäre ja erst mal Rückzug angesagt. Oder wenn wir beim Stress sind, ne, und der Gedanke eher ist, Mensch, ich schaff das alles nicht, ich schaff das nicht und dein System in Alarmbereitschaft geht, dass Du sagst, nee, ich lass mich davon nicht stressen und ich mach jetzt nicht zack zack zack zack 1 nach dem anderen, sondern ich setz mich hin und mach eine Atemübung. Ich nehm mir jetzt einfach mal eine Viertelstunde Auszeit und trink 'n Tee. Ne, das ist so, wenn Du's eilig hast, sollst Du langsam gehen, hat mal, glaub ich, irgendjemand gesagt.
Also Du tust tatsächlich auf der Verhaltensebene genau das, was dein Verstand grade nicht von dir verlangt. Wie sone ja, paradoxe Intervention kann man sich das vorstellen. Dein Verstand sagt mehr, mehr, mehr, schneller, schneller, schneller, streng dich anstreng dich anstreng dich an. Und Du sagst, nö, ich steig jetzt aus. Ich halt mein Hamsterrad an.
Ich setz mich in einen Sessel. Ich guck vielleicht in die Natur. Ich mach 'n kurz 'n Spaziergang. Und ich warte einfach, bis mein Körpersystem wieder runtergefahren ist aus diesem Alarmzustand raus, weil der mich kirre macht. Und da kann zum Beispiel eine Atemübung, Folge 3 hab ich dir eine eingesprochen, die kann Wunder wirken.
Weil in dem Moment, wo wir unserem Körper über langsames Atmen die Botschaft senden, es ist alles gut. Du kannst dich entspannen. Du darfst dich ausruhen. Es ist keine Gefahr. In dem Moment, wo wir ihm das suggerieren, schaltet er automatisch runter.
Diese ganze Stresshormonausschüttung wird erst mal gestoppt. Das dauert 'n bisschen. Also Stresshormone, wenn sie erst mal im Blut sind, bis die wieder abgebaut sind und so, das ist eine, es erfordert mehr. Und grade wenn Du in letzter Zeit viel, viel Stress und Hektik gehabt hast, dann erfordert das umso mehr kleinere Pausen über den Tag, die deinem Körper immer wieder die Botschaft geben, es ist alles gut. Du darfst dich entspannen.
Du darfst dich ausruhen. Aber wenn Du das machst und dir das selbst verordnest, ne, dann gibt es die Möglichkeit, deine Gefühle und deine Gedanken darüber zu beeinflussen. Und wie Du dir vorstellen kannst, ist die Kombination von Einfluss auf die Gedanken nehmen plus Einfluss auf den Körper und das Verhalten nehmen, ist von der Wirkungsweise natürlich noch mal höher, als wenn Du nur über eine Spitze des Dreiecks kommst. Aber da musst Du dich fragen, was was kann ich grade leisten? Wofür reicht die Kraft grade und was fällt mir am leichtesten?
Ja? Okay, ich glaube, ich bin eigentlich all das losgeworden, was es über dieses Thema zu wissen gibt. Jetzt kommt, wie Du vielleicht schon weißt, eine ganz kurze Zusammenfassung. Also Gedanken, Gefühle, Körper und Verhalten je eine Spitze des Dreiecks beeinflussen sich wechselseitig. Wenn Du dich selber unterstützen möchtest, ist es wichtig, dass Du dir klar wirst in bestimmten Situationen, wo bestimmte Gefühle vorherrschen, was für Gedanken begleiten diese Gefühle?
Und was macht das mit mir auf der körperlichen Ebene und auf der Verhaltenseeben? Wie hängt das zusammen? Es ist wie so eine kleine Situationsanalyse. Und wenn Du das für dich klarer hast, dann kannst Du anfangen, an der Gedankenecke des Dreiecks zu arbeiten, indem Du dir klarmachst, dass dein Verstand dir grade lauter Vorschläge, Hypothesen und Geschichten unterbreitet, Du dich davon distanzieren kannst und entscheiden kannst, mit welchen Gedanken Du mitgehst. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage, wie hilfreiche sind bestimmte Gedanken?
Nimm die hilfreichen Gedanken und lass die Gedanken, die dir nicht guttun, los. Oder Du kommst über die Körperecke des Dreiecks oder, ne, Körperverhaltensecke. Du tust bestimmte Dinge, die quasi paradox sind zu dem, was dein Verstand dir sagt. In der Phase des höchsten Stresses nimmst Du dir eine Viertelstunde Auszeit und machst eine Atemüben. Du zwingst dich einfach dazu.
Du so, wo, Du signalisiert deinem Körper, es ist alles gut. Du Du darfst dich ausruhen, Du darfst dich entspannen. Und schon nimmst Du Einfluss auf das Dreieck. Oder wenn Du auf der Verhaltensebene eher in son Hektik verfällst, dann sagst Du, ich tue jetzt heute gar nichts mehr. Oder ich schreibe mir erst mal alles auf, was ich tun muss.
Unterschiedliche Möglichkeiten, an den beiden Ecken des Streiks anzusetzen, weil die 3. Ecke, nämlich die Ecke der Gefühle, ist für uns nicht beeinflussbar. Wir können nicht dran. So. Ich hoffe, Du kannst direkt mit den Dingen anfangen zu üben.
Und zwar in jeder Situation geht das, indem man analysiert, hey, was hab ich grad fürn Gefühl? Was sind die begleitenden Gedanken? Was sagt mein Körper dazu? Wie verhalt ich mich? Das geht im Alltag immer wieder.
Im Umgang mit deinen Kindern, im Umgang mit deinen Partnern, wenn Du alleine bist, Stress bei der Arbeit hast, whatever. Du kannst es immer anwenden. Und das ist das, was ich dir wünsche, dass Du beginnst, es anzuwenden und dich auf den Weg zu machen und mehr darüber verstehst, wie Du eigentlich funktionierst, damit wir beide immer mehr Ansatzpunkte finden, wie Du dir selbst helfen kannst, aus dieser Krisensituation rauszukommen. Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag. Richte deinen Blick auf die guten Sachen, die dir heute widerfahren.
Kleinigkeiten, ein Lächeln, ein schöner, eine schöne Auszeit, eine schöne Tasse Tee, ein ruhiger Moment, irgendetwas, was dir begegnet, vielleicht auch dieser Podcast. Wenn es dir gefallen hat, like mich, schick mir eine Rückmeldung, Themenwünsche. Ich bin für alles offen und sage für heute tschüs. Schön, dass Du dir die Zeit für dich selbst genommen hast und heute zugehört.
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