Im Augenblick erreichen mich viele „Hilferufe". Es gibt viele Frage und kaum Antworten. Hier kommen einige meiner Gedanken, wie du trotz der Unruhe im Außen Gelassenheit in der Krise bewahren kann. Bei Insta und Facebook wirst du dazu täglich von mir Impulse bekommen, die dir hoffentlich gut durch die Krise hindurch helfen.
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Leg los. ich freue mich auf dich! Deine Sabine
Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
Vollständiges Transkript · 1.801 Wörter · etwa 9 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo. Herzlich willkommen bei Reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Psychotherapeutin, systemischer Coach und ich möchte mit diesem Podcast wieder einen Beitrag leisten für deine innere Haltung zu der Krise, die im Augenblick ja in der gesamten Welt existent ist und die wahrscheinlich auch dich im ein oder anderen Maße beeinflussen wird. Das geht zurück auf die vielen, vielen Zuschriften, die mich im Augenblick erreichen, weil da draußen natürlich einige von euch sehr in Sorge sind, sehr viele Ängste entwickeln, große Unruhe erleben, Befürchtungen hegen und darüber versuchen, ja, über den Austausch mit mir mehr Klarheit zu kriegen.
Und natürlich bin ich kein Experte, der zum Thema Corona irgendwie, ja, inhaltlich was sagen kann. Aber natürlich habe ich Ideen und die habe ich auch letzte Woche schon kund gegeben in der letzten Folge, wie man gelassen mit mehr Gelassenheit, mit mehr innerer Stärke durch diese Krise gehen kann. Und das würde ich gerne heute dann fortsetzen auf euren Wunsch hin, vielleicht auch auf deinen ganz speziellen. Ein Klient sagte diese Woche zu mir, Angst ist ein wichtiges Gefühl, aber Panik hat noch niemandem geholfen. Dem pflichte ich auf jeden Fall bei.
In panischen Zuständen werden wir kopflos. Kopflos meint man nicht, dass wir wirklich den Kopf verlieren, aber bestimmte Bereiche unseres Großhirns sind einfach nicht mehr für uns zugänglich. Das heißt, im Zustand der Panik, wenn ich da ein Problem lösen soll, dann schaffe ich es nicht mehr, Konzentration, Fokus, Lösungsorientierung, Kreativität zu vereinen, Lösungen zu finden. Und Panik ist ein Zustand, den ich jetzt im Augenblick in meinem Umfeld relativ oft erlebe. Es gibt natürlich dort die Bandbreite menschlicher Emotionen und Verhaltensweisen und das eine Ende des Continuums für mich ist die panische Reaktion.
Das andere sind Menschen, auch die treffe ich, die mit großer innerer Stärke, mit Gelassenheit diese Krise hinnehmen. Und dann gibt es Menschen, zu denen zähle ich mich selber, die auf diesem Kontinuum irgendwie in Bewegung sind. Mal mehr Richtung Panik, mal Gelassenheit. Ich nenne das kalibrieren. Ich muss mich immer mal wieder in bestimmten Situationen neu kalibrieren.
Das sind Situationen, wo ich interessante Gespräche zu dem Thema führe. Das sind Situationen, wo ich mit den Ängsten meiner Klienten konfrontiert werde. Das sind Situationen, wo ich einfach Nachrichten schaue und dadurch in irgendeine Art von, ja, in irgendeine Richtung auf dem Continu umgeschubst werde. Bei den Nachrichten tatsächlich eher immer in Richtung Angst und Panik. Vielleicht kennst Du diesen inneren Kalibrierungsvorgang und wir alle haben gute Gründe dafür, gerade zu fühlen, wie wir fühlen.
Für uns bedeutet diese Krise da draußen, die Maßnahmen, die Einschränkungen für jeden Einzelnen. Eine also eine hochindividuelle Einschränkung. Und wir alle suchen irgendwie nach Anhaltspunkte dafür, was ist gerade richtig? Was ist falsch? Was ist notwendig?
Was hilft? Und wir wissen das alle nicht, weil wir eine Situation wie diese noch nicht durchlebt haben. Und das solltest Du dir immer wieder sagen. Und deine Ansprüche daran, dass Du das Ganze im Griff hast, dass Du Lösungen parat hast, die darfst Du runterschrauben. Wir alle wissen nicht, was richtig und was falsch ist.
Wir tasten uns weiter vor, wie wir ein unbekanntes Terrain ergründen. Und die Kategorien von richtig und falsch sind in diesem Falle nicht hilfreich. Also, zu dem aktuellen Thema sind verschiedenste Denkansätze möglich. Ich erlebe leider in den sozialen Medien auch, dass man sich regelrecht darüber streitet, was richtig und was falsch ist. Und hier würde ich gerne empfehlen, dass Du und aber auch die Menschen in deinem Umfeld von dir erfahren, dass es im Augenblick niemanden gibt, der weiß, was richtig ist.
Das heißt, in diesem Disput, in diese Wut, in diesen Ärger, in diesen destruktiven Austausch braucht niemand von uns hineingehen, weil wir wissen alle nicht, was richtig ist. Und mit dieser Unsicherheit müssen wir im Augenblick leben, in die Akzeptanz kommen. Und trotzdem kann man sich auf eher hilfreiche Denkansätze stützen. Also es gibt bei manchen Problemen, wo keiner weiß, was richtig und was falsch ist, die Möglichkeit, sich für hilfreiche Ansätze zu entscheiden. Ein Beispiel, ein klassisches Beispiel dafür ist für mich die Frage, gibt es ein Leben nach dem Tod?
Darüber streiten Gelehrte schon seit Tausenden von Jahren. Es gibt verschiedene Theorien. Es gibt keine Beweise, aber es gibt verschiedene Bilder. Diese Bilder basieren auf Grundannahmen. Zum Beispiel glaub ich daran, dass es eine Seele gibt.
Glaube ich daran, dass ich, ja, dass diese Seele wiedergeboren werden kann. Das sind alles Ideen, Theorien, die wir versuchen zu entwickeln, uns Sicherheit zu geben. Nämlich Sicherheit, wenn wir darüber nachdenken, dass unser Leben irgendwann endet oder ein Sterbeprozess stattfindet. Dann gibt es die eine Fraktion, die sagt, da gibt es nichts. Klappe zu, Affe tot.
Es ist alles dunkel danach. Und wenn ich diese Haltung vertrete, dann wird das im Moment, wo der Tod näher kommt, für mich nicht hilfreich sein, Weil ich dann sehr viel Angst empfinden werde, vielleicht Panik empfinden werde, Unsicherheit. Dieses Bild ist einfach für mich in dem Moment höchstwahrscheinlich beängstigend. Wenn ich aber ein Bild habe, was sehr positiv ist, im Sinne von der Tod ist eine Erlösung und danach kommt was viel Besseres, also kirchlich würde man sagen, danach kommt der Himmel und im Himmel bin ich frei von allen körperlichen Schmerzen. Wenn ich dieses Bild habe, dann ist das sehr hilfreich.
Auch wenn ich glaube, dass ich wiedergeboren werde und dass auf mich ein 1 nächstes gutes Leben wartet. Ein sehr hilfreiches Bild. Es wird mir den Sterbeprozess erleichtern. So und jetzt komm ich wieder zurück auf die aktuelle Krise. Du kannst dir 2 Arten von Zukunftsszenarien entwerfen.
Einmal das absolute Horrorszenario. Das wird dich dahin führen, dass Du zu der Überzeugung kommst, dass Du vielleicht sterben wirst, alles verlieren wirst, was dir lieb ist und all die Gedanken, die Du sonst noch hast, führt dich zu Angst und Panik. Und dann gibt es das Szenario zu sagen, okay, danach wird es anders sein. Ich weiß nicht, wie anders, aber auch dieses Andersartige wird für mich etwas haben. Also mein Leben wird danach weitergehen und es wird in 1 Art und Weise weitergehen, wo ich ja in 1 Art und Weise, in der ich auch Frieden und Glück finden kann.
Und Du kannst dich zwischen diesen Szenarien, die dein Verstand beide entwerfen kann, entscheiden. Wir sind hier wieder ganz eng bei dein Verstand. Erzähl dir Geschichten. Erzählt er dir eine Horrorgeschichte und Du glaubst sie, hat das sofort durchschlagende Wirkung auf deine Emotionen. Erzählt er dir eine positive Geschichte und Du glaubst sie, hat das sofort durchschlagende Wirkung auf die positiven Emotionen.
Wobei ich bin kein Freund des positiven Denkens. In der jetzigen Situation würde ich auch nie denken, oh mein Leben ist nachher besser wie vorher und alles ist ganz super. Ich bin kein Anhänger davon. Aber nach der Krise wird auch etwas kommen und auch in diesem Leben wird etwas für mich drin sein, weil es wahrscheinlich zum Beispiel die Menschen, die mich umgeben, die wird es dann noch geben. Und für finanzielle Probleme werden sich Lösungen finden.
Und hier entsteht die Gelassenheit und wie ich dir vorhin erklärt habe, beweg ich mich auch manchmal auf dem Kontinuum Richtung Ängstlichkeit und dann fange ich meinen Verstand aber wieder ein und sage, hey, kommt zurück, ne? Das macht keinen Sinn, dass Du mir jetzt grad ein Horrorszenario strickst. Und so können wir ja, uns selber helfen, gut durch diese Krise zu kommen. Es macht keinen Sinn, mit dem zu hadern, was grade ist. Es macht doch keinen Sinn, sich darüber aufzuregen, wie unsere Politiker entscheiden, weil sie entscheiden sowieso, wie sie entscheiden.
Natürlich sollst Du dich kritisch damit auseinandersetzen und das Durchdenken ja gerne, aber Wut, Hadern, Anklage, Vorwürfe, das mir auch ganz oft begegnet, das unterbricht nur den Kontakt zu deinem Großhirn und es hilft dir nicht wirklich, konstruktiv mit der Situation umzugehen. Das heißt, hier eher in die konstruktiven, lösungsorientierten Fragen zu gehen. Was heißt die Krise genau für dich? Wo findest Du Hilfe? Wo findest Du Unterstützung?
Vielleicht macht es Sinn, unterschiedliche Zukunftsszenarien zu durchdenken. Bau mal 3 Szenarien ABCA ist eher katastrophal, b ist eine neutrale Mitte und c ist vielleicht ein sehr positives Szenario. Und verankere dich, wenn Du mit diesen Szenarien arbeitest, immer wieder im Hier und Jetzt. Du kannst immer nur heute zum Beispiel ist, wenn Du diese Podcast Also die Podcastfolge, es ist der 25. März und Du kannst dich immer wieder am fünfundzwanzigsten März verankern.
Und am fünfundzwanzigsten März steht die Krise für dich an 1 bestimmten Stelle. Und Du denkst bitte nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt x voraus, weil weiter darüber hinaus zu denken, macht gar keinen Sinn, weil man nicht weiß, was bis dahin noch alles passieren wird. Und wenn Du das kombinierst mit positiven Affirmationen, die heißen, ich werde Lösungen finden, ich werde mir Hilfe suchen, ich komme durch diese Krise durch, dann wird es dir möglich sein, in eine gelassene Haltung hineinzukommen. Vielleicht trägt es dich immer wieder raus in Richtung Angst und Panik und Du kannst dich, wie ich's vorhin beschrieben hab, immer wieder neu kalibrieren. Das ist normal für den Zustand der Krise, dass wir auch diesen emotionalen Schwankungen einfach ja wie unterlegen sind.
Das ist ganz normal. Aber Panik und viel Horrorszenarien in deinem Verstand bringen dich nicht weiter. Also denk nicht so viel in Szenarien, die Du dir nicht wünschst. Bau diese mentalen Zielbilder nicht auf. Du weißt, dein Gehirn kann deine Horrorfantasie nicht von dem, was wirklich ist, unterscheiden und Du versetzt es in höchste Alarmbereitschaft, wenn Du Horrorszenarien entwirfst.
Entlasse dein Gehirn, bleib im Hier und Jetzt und baue dir hilfreiche Zukunftsszenarien, so weit wie das möglich ist. Ja, das klang son bisschen, fand ich fast, wie das Wort zum Sonntag, aber trotzdem war es mir wichtig, dir diesen Prozess der Kalibrierung nahezubringen, dir zu sagen, es ist normal, dass Du schwangst und dir auch noch mal zu sagen, produziere nicht so viel sekundäres Leid, indem Du dich in Wut hadern, Anklage und Vorwürfe begibst. Das hilft dir in der Krise wenig und der Austausch mit Menschen, die neutral, hilfreich, positiv eingestimmt sind, ist der Kontakt, den Du wirklich suchen solltest. Und die Menschen, die vor Wut fast platzen und andere mit Vorwürfen überschütten, die darfst Du in dieser Krise auch meiden, weil sie für dich tatsächlich nicht hilfreich sind. So und in diesem Sinne schließe ich für heute.
Ich freue mich, wenn ihr mich weiter anschreibt. Versuche auch, die ganzen Anfragen zu beantworten, schnell zu beantworten. Das gelingt mir nicht immer, weil es so viele sind im Augenblick. Und das Wichtigste in diesen Zeiten ist, bleib auf jeden Fall gesund. Und in diesem Sinne sag ich für heute tschüs, deine Sabine.
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