In dieser Folge erkläre ich, wie schwierig die Sache mit dem Glück ist. Gleichzeitig möchte ich dir aber Hoffnung geben. Ich verrate, welches Märchen du vergessen kannst. Und ich erkläre, wo du anfangen kannst, dein Glück und Wohlbefinden nachhaltig zu stabilisieren. Eine Kombination aus Glücksweisheiten und praktischen Tipps macht die Folge so wertvoll. https://www.sabinebimmler.de/minikurs/
Vollständiges Transkript · 3.351 Wörter · etwa 17 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
hey hallo herzlich willkommen bei reif für die couch dem podcast für alle erschöpften deren leben leichter werden darf mein name ist sabine psychotherapeutin aus köln schön dass du wieder hier bist und dir die zeit nimmst zuzuhören eine ganz kurze info in eigener sache aktuell findest du auf meiner Homepage www. sabinebimmler. de einen Minikurs zum Thema Gelassenheit, oben in der Bedienzeile ganz rechts.
Wenn du Lust hast, mach doch mit, er ist kostenlos und es ist ein E-Mail-Kurs, das heißt fünf Tage lang erhältst du eine kleine Übung, die dich jeden Tag inspiriert, gelassener zu leben. Also www. sabinebimmler.
de, Minikurs, anmelden, mitmachen. Es ist kostenlos. Heute treibt mich eine ganz wichtige Frage um, nämlich die Frage, kann der Mensch eigentlich glücklich sein?
Vielleicht findest du auch schon eine Antwort auf diese Frage und ich sage sehr provokant an dieser Stelle, der Mensch ist zum Glücklichsein nicht gebaut. Vor allen Dingen nicht, ja, in die Art von Glücklichsein, die die meisten von uns direkt im Sinn haben, nämlich gut gelaunt, in seiner Kraft, zufrieden und so weiter. Warum ist das so?
Da würde ich euch heute gern mal mitnehmen und ein paar Gedanken dazu teilen. Wir müssen dazu, wie so oft in der Psychologie, relativ weit zurück zum Steinzeitmenschen. Was war wichtig für den Steinzeitmenschen?
Überleben. Viel mehr stand Überleben im Fokus als heute. Was brauchte er also, um zu überleben?
Nahrung, Wasser, eine sichere Behausung und Sex zur Fortpflanzung. Zudem, je besser er darin war, Gefahren vorherzusagen, desto länger lebte er und desto mehr Kinder hatte er. Das ist also eine grundsätzliche Programmierung, die wir alle in uns tragen und die im Laufe von Tausenden von Jahren, von Hunderttausenden von Jahren, immer weiter mit der Evolution perfektioniert wurde.
Nahrung, Wasser, Behausung, Sex. Je besser es dir gelingt, Gefahren vorherzusagen, desto länger lebst du und desto mehr Kinder hast du und desto sicherer bist du. Dieses Modell passt natürlich überhaupt nicht mehr zu der Welt, in der wir leben, weil uns mittlerweile so viele Dinge begegnen in dieser komplexen Welt, im Job, in Beziehungen, in unserem gesamten Leben, dass wir diese sehr rudimentäre Einteilung einfach nicht mehr anwenden können.
Und vieles von dem, was dir tagtäglich begegnet, kann potenziell gefährlich sein, kann potenziell schädlich für dich sein, kann manchmal auch nützlich für dich sein. Aber wenn du anfängst, bei jedem Schritt, bei jeder Information darüber nachzudenken, dann merkst du schon, bist du kognitiv total ausgelastet. Das heißt, diese Programmierung, gefährlich, schädlich, vielleicht sogar nützlich, Nahrung, Wasser, Behausung, Sex, ist sehr vereinfacht und führt dazu, dass wir uns in der heutigen Welt nicht mehr gut zurechtfinden.
Das zweite Thema, was uns davon abhält, ja, längerfristiges Glück zu empfinden, kommt auch aus der Steinzeit. Es geht um das Thema soziale Zugehörigkeit. Damals war relativ klar, wenn du als Mensch ausgestoßen wirst aus deiner sozialen Gemeinschaft, fressen dich die Wölfe.
Das heißt, es gab ein großes Ziel, eine große Wichtigkeit, Teil dieser Gemeinschaft zu bleiben. Sonst warst du eben tot. Das heißt, man hat sich immer an den anderen orientiert, sich verglichen, immer geguckt und versucht, einen nützlichen Beitrag zur sozialen Gemeinschaft zu leisten.
Zumindest wollte man es auf jeden Fall so aussehen lassen. Und auch hier zeigt sich, dass diese Strategie in der heutigen Welt eher zum Problem wird als zu einer Hilfe. Weil wir vergleichen uns nicht mehr mit ein paar Menschen in unserer Siedlung, vielleicht in unserem Dorf sogar, sondern wir können uns mit so vielen Menschen auf der Welt vergleichen.
Wir können uns mit Menschen vergleichen, die wir eigentlich gar nicht kennen. Und wir finden immer jemanden, der besser ist. Und so kommen wir immer wieder in die Gefühlslage, dass wir eigentlich gerade nicht genug sind.
Nicht gut genug, nicht erfolgreich genug, nicht kreativ genug, nicht hübsch genug. Dem ist fast keine Grenze gesetzt. Also das heißt, die Welt bietet uns zu viele Möglichkeiten, uns zu vergleichen und die Welt bietet uns auch zu viele Möglichkeiten, Ängste zu entwickeln und uns Sorgen zu machen, weil wir Gefahren erspähen können.
Und das beides führt dazu, dass wir in dieser komplexen Welt leiden und eben nicht glücklich sind. Wir sind durch unsere Programmierung eher dazu verdammt, schweres Wort, zu leiden. Wir sind sehr schnell unzufrieden mit dem, was ist.
Es geht immer mehr, es geht immer besser. Und wenn wir auf den Fokus, auf Gefahr legen, dann finden wir jede Menge Dinge, die uns bedrohen. Unser Wohlbefinden, unser Glück, wie es uns geht, hat sehr viel mit diesen zwei Aspekten zu tun.
dazu kommt dass ja das leben immer eine ein anteil von schicksals schlägen für uns bereithält also jeder von uns wird in seiner biografie schon schicksals einschläge erlebt haben und jeden von uns erwarten auch noch welche das hei ein gewisses ma an leid geh zum leben sowieso dazu Dieses Wohlbefinden das wir so viel sprechen k wir aber trotzdem steigern, indem wir unsere Gefühlslage und unser Wohlbefinden in einen größeren Kontext einordnen. Es geht nicht um dieses momentane Glück, es geht nicht darum, sich super zu fühlen, sondern es geht eher darum, so aufgestellt zu sein, dass du mit verschiedensten Gefühlslagen, mit verschiedensten Situationen in deinem Leben, die mal eher angenehme oder unangenehme Gefühle wecken, dass du damit zurechtkommst, dass du flexibel bist und trotzdem dein Leben drumherum an einem großen roten Faden ausrichtest, von dem du sagst, von dem du auch fühlst, dass er zu einem reichen, erfüllten und für dich sinnvollen Leben führt.
Und viele Menschen, die ich treffe, haben eigentlich bei beidem ein Missverständnis. Das heißt, sie streben eher dieses kurzfristige Sich-Gut-Fühlen an und stellen das sozusagen als sehr wichtig, als angestrebtes Ziel in den Mittelpunkt. Ich hatte vorhin erklärt, wir sind nicht dafür gebaut und das Leben macht uns sowieso einen Strich durch die Rechnung.
und dieses Drumherum, dieses reiche, erfüllte, sinnvolle Leben, das haben viele überhaupt nicht im Fokus. Also wenn wir über das Thema Werte reden, dann sind sich viele gar nicht klar, was möchte ich meinem Leben eigentlich für einen Sinn geben? Was ist denn für mich Erfüllung?
Wo spüre ich mich? Wo wird mein Herz warm? Das heißt, hier haben viele Menschen ein Fragezeichen.
Und tatsächlich ist es nicht so unverständlich, wenn wir uns angucken, wie wir groß werden und welche Märchen uns eigentlich in die Irre führen. Also wir alle lernen ja im Bereich Erziehung, im Bereich Schule, im Bereich Kindergarten bestimmte Regeln über das Glück und Regeln über Gefühle. Und ich möchte gerne vier davon jetzt einmal rauspicken, um sie einfach zu widerlegen, weil obwohl sie sich so hartnäckig als Märchen halten, sind sie aus meiner Sicht der Psychologie, der Psychotherapie wirklich wenig hilfreich.
Märchen 1. Glück ist der natürliche Zustand des Menschen. Nein, ist er nicht.
Der natürliche Zustand des Menschen ist eine emotionale Bandbreite, durch die wir minütlich, stündlich, täglich, wöchentlich, jährlich und lebenslang laufen. Wir lachen, weil wir etwas Schönes sehen und freuen uns und im nächsten Moment erzählt uns jemand etwas Trauriges. Und wir wechseln von einer Emotion in die andere.
Wir kriegen Angst, weil wir plötzlich etwas Gefährliches sehen. Und dieser stetige Wechsel zwischen Emotionen ist normal. Und wie gesagt, minütlich, stündlich, täglich, wöchentlich, jährlich.
Glück ist nicht der natürliche Zustand des Menschen. Der natürliche Zustand ist, dass wir je nachdem, was wir gerade erleben und wo wir im Außen mit konfrontiert werden oder wo wir unsere Gedanken hinlenken, je nachdem erleben wir eine emotionale Bandbreite, die ganz vielen Schwankungen unterworfen ist. Märchen 2.
Wenn du nicht glücklich bist, machst du was falsch. Das kommt leider tatsächlich auch viel aus der psychologischen Ecke und es gibt einige Bücher, die einem genau das suggerieren. Ich würde sagen, du lebst, du bist ein Mensch und deswegen ist es normal, dass du nicht glücklich bist.
Hoffentlich hast du immer wieder glückliche Momente. Das war es auch. Aber eine Garantie von lebenslangem Glück und dauerhaftem Glück, minütlich, stündlich und so weiter, du kennst das schon, dafür sind wir nicht gemacht.
Und deswegen machst du nichts falsch, sondern du bist ein Mensch. Und ich finde, Herbert Grönemeyer hat das in seinem Lied Mensch sehr gut besungen. Vielleicht magst du dir das nochmal anhören nach der Folge.
Das Märchen Nummer drei. Wir müssen negative Gefühle loswerden. Nein, müssen wir nicht.
Auch das ist ein Märchen. Wenn die Evolution es nicht mehr für nötig befunden hätte, dass wir negative, unangenehme Gefühle haben, dann hätte es sich evolutionär wegentwickelt. Hat es aber nicht.
Das heißt, die Evolution geht davon aus, dass wir negative Gefühle brauchen. Und tatsächlich ist das auch so. Ich tausche das Wort negativ oft gegen unangenehm aus.
Also Gefühle, die sich unangenehm anfühlen, wie zum Beispiel Angst, sind lebensnotwendig. Wir brauchen die. Und jetzt kommen wir aber zu diesem Märchen, wir müssen negative Gefühle loswerden.
Ich vergleiche das ganz gerne mit Körperbehaarung. Die Evolution hat im Laufe der Zeit dafür gesorgt, dass wir immer weniger Körperbehaarung haben. Okay, weil wir die Körperbehaarung nicht mehr brauchen.
Heutzutage ist es aber gerade Mode, total glatt rasiert zu sein und auch für Männer gar kein einziges Haar mehr am Körper zu haben, insbesondere in der jüngeren Generation. Das ist aber eine gesellschaftliche Entscheidung. Man möchte das nicht mehr, weil man das gerade nicht schicklich und schön findet.
Und so ist es leider auch mit den unangenehmen Gefühlen. Auch hier hat sich gesellschaftlich ein Trend entwickelt, der das nicht schicklich und schön findet. Aber ganz ehrlich, das ist nicht mit der Evolution abgestimmt, aber auch nicht im geringsten und wir brauchen unsere unangenehmen Gefühle, sie sind lebensnotwendig.
M Nummer 4 das letzte M Du sollst Gef und Gedanken kontrollieren Auch das ist so etwas was man versucht hat uns beizubringen dass wir Gef unter Kontrolle bringen k Gef kommen aber im Schwerpunkt aus unserem vegetativen Nervensystem Das hei sie sind unbewusst Das Gef der K reagiert mit einem Gef bevor wir die Kognition gegangen sind Das geht viel schneller Ja, man fühlt etwas, man fühlt, dass etwas nicht in Ordnung ist, bevor man es überhaupt kognitiv erfasst hat, in der Regel.
Das heißt, diese Idee von, du sollst Gefühle und Gedanken kontrollieren, sind so ein bisschen wie, du sollst Körpervorgänge wie Verdauung kontrollieren oder wie deine Leberfunktionsweise. Es geht nicht. Also ich hoffe, ich konnte dir sehr eindrücklich schildern, dass es vier Märchen gibt, die uns in die Irre führen, was den Umgang mit Glück und Gefühlen betrifft.
Der natürliche Zustand des Menschen ist ein Wechsel von ganz vielen Emotionen in ganz kurzer Zeit. Wenn du nicht die ganze Zeit glücklich bist, dann ist das in Ordnung, das ist Teil des Menschseins. Negative, unangenehme Gefühle sollte man nicht loswerden, sondern man sollte sie nutzen, als Hinweisgeber, als Kompass, sie sind wichtig für dich.
Und den Gedanken, dass du Gefühle und Gedanken kontrollieren kannst, kannst du aufgeben. Dass das notwendig ist, um Kontrolle über dein Leben zu haben, ist eigentlich noch ein daran gesetztes Märchen, denn Kontrolle über dein Leben hast du ehrlich gesagt sowieso nicht. Denn diese Art von Kontrolle ist eine Illusion.
In der materiellen Welt kommen wir ganz oft weit mit dieser Art von Kontrollstrategie. Wir mögen etwas nicht, also vermeiden wir es. Oder wir verkaufen es oder verschenken es.
Wir fürchten Einbrecher, wir schaffen uns eine Kamera oder eine Alarmanlage an. Wir wollen mehr Fitness, wir trainieren mehr. In dieser materiellen äußeren Welt funktioniert Kontrollstrategie ganz oft ganz gut.
Die Kontrolle über unsere innere Welt jedoch, über unsere Gedanken, über unsere Erinnerungen, über unsere Triebe und Empfindungen, funktioniert zu einem ganz, ganz, ganz geringen Ausmaß. Wir machen das einmal beispielhaft mit dem Thema Erinnerung. Erinnerungen, die wir verdrängen wollen, drängen sich oft geradezu auf.
Vielleicht kennst du das auch. Du wünschst dir, dass du einen bestimmten Moment, in dem du vielleicht eine Blamage erlebt hast, in dem du dich geschämt hast, vergessen kannst. Aber je mehr du dir wünschst, dass du ihn vergisst, desto öfter holt dein Gehirn, dein Verstand ihn raus und zeigt ihn dir sozusagen immer wieder.
Und wenn die Erinnerung einmal aktiviert wurde, eine vielleicht sehr alte Erinnerung, dann können wir das auch nicht willentlich wieder vergessen. sondern wir müssen ein Stück weit warten, bis die Erinnerungen verblassen, was meint, dass die neuronalen Strukturen, die bei der Erinnerung aktiv waren, langsam ihre Energie, ihre Aktivität wieder einstellen. Und wehe, wenn du versuchst, diesen Prozess aktiv zu befeuern, dann kriegen die Neuronen wieder neue Energie und die Erinnerung leuchtet wieder hellrot auf.
Körperempfindungen wie Schmerz, wissen wir auch, können wir nicht kontrollieren. Du kannst dir nicht einfach vorstellen, mein Kopfschmerz ist jetzt weg und er ist weg. Ebenso wenig kannst du dir jetzt gerade vorstellen, dass dein linker Arm total taub ist und du ihn gar nicht mehr fühlen kannst.
Das geht nicht. Du fühlst ihn wahrscheinlich mehr denn je, weil wir jetzt gerade über deinen linken Arm gesprochen haben. und ein bisschen ist es auch so, wenn dir jemand eine geladene Waffe an den Kopf hält und sagt, hab keine Angst, ja, wie soll das gehen?
Also wir haben nur sehr, sehr wenig und sehr, sehr eingeschränkt Kontrolle über unsere Gedanken, über unsere Gefühle, über unsere Erinnerungen und unsere Empfindungen. Und das müssen wir uns auch erst einmal eingestehen, damit wir an dieser Stelle weiterdenken können. Weil auch hier hat man uns in unserer Kindheit was ganz anderes erzählt.
Weine nicht, schau nicht so böse, hör auf dich zu bemitleiden, hab keine Angst. Ganz typische Sätze, die einem als Kind begegnen. Erwachsene leben so, als ob sie sich an diese Regeln halten können.
Zumindest sah das als Kind für uns so aus. Aber mal ehrlich, jetzt wo wir erwachsen sind, wissen wir doch, was passiert. Alkohol, Tabletten, heimlich weinen, sich in die Arbeit stürzen bis hin zur Arbeitssucht, auch jetzt noch piddeln, sich die Fingernägel abbeißen und so weiter.
Als Kind hattest du irgendwie weniger Möglichkeiten. Also gerade dieses Fingernägelkauen, das kennen viele Kinder. Und das ist eine Entladung von emotionaler Energie, die da stattfindet.
Weil man uns ja beigebracht hat, dass wir sie bitte nicht zeigen sollen und dass wir sie bitte unterdrücken sollen, so sucht sich diese emotionale Energie den Weg. Was sollten wir eigentlich stattdessen tun, bei Kindern, aber auch bei uns selber? Unsere Gefühle validieren, das heißt anschauen, ernst nehmen und erstmal anerkennen, dass sie da sind.
Und dann genauer hinschauen und erforschen, wo kommen sie denn her und welche Botschaft bringen sie mit? und dann daraufhin weiterdenken und überlegen, wo finde ich denn jetzt in dieser Situation Unterstützung, was kann ich denn jetzt tun. Vielleicht erklärt das, was ich dir bisher jetzt dargestellt habe, auch warum heute so wenig Leute zeigen, dass sie strugglen.
Es ist ein Ergebnis unserer Erziehung. Wir wollen nicht schwach erscheinen. Man hat uns suggeriert, dass Emotionen ein Zeichen von Schwäche sind.
Dann gibt es die alte Steinzeitprogrammierung, die auf jeden Fall verhindern will, dass wir aus der Gruppe ausgestoßen sind. Also gibt es diese Emotion der Scham und wir verstecken das, was wir als vermeintliche Schwäche definieren. Ich höre den Satz ganz oft im Therapieraum, wenn meine Freunde wüssten, dass es in mir so aussieht Die glauben immer ich w so stark oder die glauben immer mir macht das gar nichts aus Ja wir alle ich nehme mich da wirklich auch mit rein haben eine relativ starke Fassade die wir nach au tragen Ob das so sinnvoll ist, das stelle ich allerdings mittlerweile in Frage und ich selber versuche auch, mich immer weiter zu öffnen, mit Bedacht.
Aber das ist natürlich auch eine Empfehlung für dich. Öffne dich, sprich über deine Emotionen, sprich über deinen Struggle. Öffne dich an der Stelle, damit diese Energie, die diese Emotionen in dir aktivieren.
Und das ist es. Jede Emotion ist eine Energie im Körper. Und diese Energie muss irgendwo hin.
Und wenn wir uns davon abkappen und nichts mit dieser Energie machen, dann quält die uns. Die kann zu körperlichen Symptomen führen, die kann zu, naja, das klassische Magengespür bemühe ich jetzt mal. Wer seine Wut nicht ausspricht und ständig in sich trägt, der hat dann sprichwörtlich diesen Klumpen im Magen und bekommt irgendwann ein Magengespür.
Ich sehe viele Gruppen, von denen man erwartet, dass sie eigentlich glücklich sein müssten. Männer, die beruflich erfolgreich sind. Junge Mütter, die gerade Mutter geworden sind.
Frauen, die auch erfolgreich sind, ein tolles Leben haben, eine tolle Familie. Und was alle diese Menschen eint, ist, dass sie bei mir im Therapieraum sagen, und mir geht es aber nicht gut und ich kann das selber gar nicht verstehen, dass es mir nicht gut geht. Und was auch all diese Menschen eint, ist, dass sie nicht besonders behutsam mit sich und ihren Emotionen umgehen, sondern dass sie diesen vier Märchensätzen aufgesessen sind und sich selber wie ein Schwächling, Versager fühlen und das Gefühl haben, mit ihnen stimmt was nicht.
Und es sind so viele Menschen, die mittlerweile an ihre Grenzen kommen. Ich habe im Augenblick auch gerade wieder im Fokus bei mir in den ganzen Gruppen die helfenden Berufe, die Erzieherinnen, die Lehrer, die Krankenschwestern, die alle in ihrem Job natürlich, und das wissen wir auch alle, total unter Druck stehen. Die auch feststellen, dass das, wofür sie den Job gemacht haben, nämlich der Umgang mit Kindern, die Arbeit mit Kindern, die Unterstützung und Hilfe an kranken Menschen, Die kommen überhaupt nicht mehr dazu.
Es gibt so viel Bürokratismus und formelle Hürden und alle leiden darunter. Und alle funktionieren aber die ganze Zeit weiter, weil sie das Gefühl haben, wenn ich nicht mehr funktioniere, wenn ich sage, dass ich nicht mehr kann, dann müssen alle anderen leiden. Und außerdem ist es dann meine persönliche Schwäche.
Und es sind so viele mittlerweile, dass ich denke, wenn die sich alle mal austauschen würden, dann könnte man vielleicht anfangen, bestimmte Systeme einfach auch zu ändern und würde Erzieherin vielleicht wieder mehr von ihrem Job früher zurückgeben, nämlich Arbeit mit dem Kind und auch Lehrern mehr Möglichkeit geben, individueller auf Schüler einzugehen und den Krankenschwestern natürlich mehr Möglichkeit geben, Zeit mit dem Patienten zu verbringen und nicht mit formellem Kram, Dokumentation, Organisation.
Deswegen mein Appell, öffnet euch mit Bedacht bei Menschen, denen ihr vertraut. Fangt an zu sprechen und redet darüber, was gerade alles nicht stimmt, was in eurem Kopf vorgeht, welche Gefühle, welche unangenehmen Gefühle, welche Zweifel, welche Belastung ihr in euch tragt. Und ihr werdet überrascht sein über die Resonanz, die da draußen kommt.
Weil es sind so viele. Und wir sollten langsam wieder anfangen, miteinander ins Gespräch zu gehen, mehr Menschlichkeit walten zu lassen. Eine sehr gute Freundin von mir hat kürzlich in einer Präsentation, der ich beiwohnen durfte, gesagt, für Gesundheit und Wohlbefinden sind drei Dinge entscheidend.
Die Beziehung zu dir selbst, die Beziehung zu anderen Menschen und die Beziehung zum Kosmos. Also die Beziehung zum größeren Ganzen, in dem du dich eingebettet fühlst. und die Beziehung zu dir habe ich in der letzten Folge besprochen, das Thema Selbstmitgefühl.
Die Beziehung zu anderen, dazu mache ich in der nächsten Zeit was. Und die Beziehung zum Kosmos, dafür bin ich sicherlich nicht die Expertin, aber auch dazu werde ich nochmal eine Folge machen, weil das Thema Werte und so weiter habe ich ja auch schon angesprochen. Aber wenn du schon mal anfängst und dir klar machst, dass du als Mensch nicht zum Glücklichsein gebaut bist, Aber dass du ganz viel zu deinem Wohlbefinden beitragen kannst, wenn du die Beziehung zu dir selbst und die Beziehung zu anderen Menschen verbesserst, indem du dich öffnest und indem du über Themen wie Gefühle, Gedanke, Belastungen redest und in einen guten Kontakt kommst, da kannst du ganz viel, viel, viel, viel für dein Wohlbefinden tun.
Und wenn du eher einsam und eher zurückgezogen lebst, dann such dir Stellen, wo du Menschen begegnest und wirklich gehaltvolle, qualitativ starke Gespräche führen kannst. Und mit diesem Appell schließe ich heute und hoffe, dass ich dir zum Thema Glück etwas die Augen öffnen konnte, deine Erwartungen vielleicht etwas reduzieren konnte, aber dir trotzdem auch Mut machen konnte und deinen Blick auf das richten konnte, was tatsächlich mittel- und langfristig auf ein glückliches Leben einzahlt. In diesem Sinne Tschüss für heute und bis bald.
Die folgenden Empfehlungen enthalten Partner-Links. Kaufst du darüber, erhält der Podcast eine kleine Provision — für dich bleibt der Preis derselbe.
Ausgesucht von Sabine — weil sie gut zu dieser Folge passen.
Ein kurzer, fundierter Impuls zum Innehalten — kostenlos in dein Postfach. Kein Spam, nur Substanz.
Fast geschafft: Wir haben dir eine Bestätigungsmail geschickt. Klick den Link darin, dann bist du dabei.
Jederzeit mit einem Klick abbestellbar.