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Stress Folge 147 · 7. September 2023 · 18 Min
Cover: Perfektionismus Bye-bye

Perfektionismus Bye-bye

0:00 18 Min

Worum geht's?

In dieser Podcast-Folge erfährst du, wie du dich erfolgreich von deinem Perfektionismus lösen kannst, um den damit verbundenen Stress zu bewältigen. Wir beleuchten die negativen Auswirkungen von Perfektionismus auf deine psychische Gesundheit und wie dieser Stress deine Lebensqualität beeinflusst.
Erfahre praktische Tipps und Strategien, um Schritt für Schritt deine perfektionistischen Tendenzen abzubauen und dadurch einen gesünderen Lebensstil zu erreichen. Wir diskutieren, wie du realistischere Erwartungen an dich selbst setzt und den Druck minderst, immer alles perfekt machen zu müssen.
Erfahre mehr darüber, wie Perfektionismus zu Stress, Angst und Unzufriedenheit führen kann. Du wirst lernen, wie du diesen belastenden Perfektionismus loslässt und mehr Freude und Gelassenheit in dein Leben bringst.
Wenn du nach Wegen suchst, den Stress des Perfektionismus zu bewältigen und ein erfüllteres Leben zu führen, dann ist diese Podcast-Folge genau das Richtige für dich."
Meld dich hier beim Webinar an:
https://www.sabinebimmler.de/webinar-anmeldung-20-09-2023/

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 2.134 Wörter · etwa 11 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

herzlich willkommen bei reif für die couch dem podcast für alle erschöpften deren leben besser und leichter werden darf mein name ist sabine bimmler ich bin psychotherapeutin aus köln und freue mich sehr, dass du heute dabei bist bei der Folge Perfektionismus Bye Bye. Perfektionismus ist ein Phänomen, was so viel Stress in unser aller Leben bringen kann und genau deswegen schauen wir uns das heute genauer an. Dazu ein kurzer Hinweis in eigener Sache.

Am 20. September, Also in knapp drei Wochen findet mein nächstes Webinar statt. Das heißt ein Online-Vortrag per Zoom, wo ich mich nochmal mit den drei Psycho-Hacks gegen Stress beschäftige.

Das heißt, ich teile mein Best-of aus meinen Gruppentherapien mit dir. Dazu möchte ich dich herzlich einladen. Das Ganze ist kostenfrei und du findest die Anmeldemöglichkeiten auf meiner Homepage oben in der Menüzeile unter webinar.

sabinebimmler. de. Jetzt aber zurück zum Thema Perfektionismus.

Und da würde ich gerne mit einem Zitat beginnen. die schwierigsten Zeiten sind die, die wir uns selbst bereiten. Das stammt von einer buddhistischen Nonne und ich kann dieser Dame von Herzen beipflichten.

Es gibt, gerade wenn wir an den Perfektionismus denken, Situationen, in die wir uns bringen und die wir für uns selbst so schwierig gestalten, einfach nur aus uns heraus, ohne äußere Zwänge, Und die können so hart sein und so viel Stress machen. Das Muster dazu entsteht wie so vieles natürlich irgendwann in unserer Biografie. Und zu dem Entstehungszeitpunkt deines perfektionistischen Dranges war das sicherlich auch eine gute Lösung.

Also wir legen unseren Leistungsmaßstab nach und nach immer höher und das aus gutem Grund, weil wir bekommen etwas dafür. Das Ganze ist funktional. Vielleicht hast du Sicherheit bekommen, vielleicht hast du Anerkennung bekommen, Wertschätzung, vielleicht hast du Mitgefühl bekommen durch deinen Perfektionismus, weil du dich immer so wahnsinnig angestrengt hast.

Da wäre jetzt für dich nochmal Zeit zu überlegen, als meine Tendenz perfektionistischer zu werden, Zunahm, was habe ich an der Stelle gewonnen, was habe ich dazu bekommen, was hat mich motiviert, dieser Tendenz zu folgen. Anerkennung, Mitgefühl, ein Sicherheitsgefühl, das können unterschiedliche Aspekte sein. Also eine wichtige Frage für deine Reflexion und ich nutze die Zeit, während du vielleicht im Hintergrund noch nachdenkst, einmal zu beschreiben, was Perfektionismus überhaupt ist.

Perfektionistisch bist du, wenn du dir selbst sehr hohe, ehrgeizige Ziele setzt, die im Laufe der Zeit tendenziell immer noch höher werden. Diese Ziele sind unglaublich rigide gesetzt. Das heißt, auch wenn du merkst, dass dir vielleicht die Kräfte ausgehen oder dass die Umstände sich geändert haben, fällt es dir unglaublich schwer, diese Ziele loszulassen.

Sie werden also kaum angepasst, sie sind nicht flexibel. Angst ist häufig die antreibende Kraft. Angst vor Misserfolg.

Die wenigsten von uns bleiben an dem Punkt in ihrer Biografie, wo Perfektionismus noch eine positive Auswirkung hatte, sondern irgendwann arbeiten wir nicht mehr ins Positive hinein, sondern eher ins Negative. Wir laufen vor dem Misserfolg oder vor anderen, oder vor damit verbundenen, unangenehmen Gefühlen weg. Die Selbstkritik der Perfektionisten ist gnadenlos Die Art und Weise wie du mit dir selber redest wenn du deine Ziele nicht erreichst ist hart harsch abwertend gnadenlos Viele Dinge vermeidest du vielleicht sogar mittlerweile, weil durch den hohen perfektionistischen Anspruch werden die Dinge so anstrengend und so wenig erfüllend und die Angst vor Misserfolg ist so groß, dass du in die Vermeidung hineingehst.

Und am Ende, durch diese Vermeidung und durch diese massive Anstrengung kommt immer mehr Leid in dein Leben, in deinen Alltag. Du bist also in einem Teufelskreis gelandet. Wenn das auf dich zutrifft, hohe ehrgeizige Ziele, die nicht angepasst werden, sondern eher tendenziell erhöht, sehr rigide verfolgt werden, auch wenn die Bedingungen sich ändern, aus Angst vor Misserfolg, gepaart mit einer Selbstkritik, wenn du sie nicht erreichst und vielleicht sogar mit Vermeidungstendenzen, dann bist du angekommen im Teufelskreis des Perfektionismus.

Perfektionismus kann sich auf jeden Lebensbereich setzen. Perfektionismus kann in Beziehungen Platz haben, auch in Partnerschaften, kann im Job natürlich Platz haben, in Schule, in Studium auch, im Haushalt, in der Haushaltsversorgung, im persönlichen Aussehen, in jedem Hobby, im Sport und sogar in der Persönlichkeitsentwicklung. Also diesen Trend sehen wir auch in den letzten Jahren.

Menschen, die Therapien, Coachings, Kurse noch und nöcher machen, weil sie auch dort perfektionistisch unterwegs sind, sich also sehr hohe ehrgeizige Ziele gesetzt haben, was ihre Persönlichkeitsentwicklung betrifft. Und das ist natürlich auf der einen Seite schön, Auf der anderen Seite wird es aber unglaublich anstrengend. Scham und Angst sind immer Gefühle, die mit dem Perfektionismus verbunden sind, zumindest dann, wenn er leidvoll geworden ist.

Perfektionismus führt ins sogenannte Burn-on. Das finde ich eine schöne Wortkreation. Die geht nicht auf mich zurück, sondern auf Berte Wilde und Timo Schiele.

Die haben ein Buch geschrieben, Burn On, immer kurz vor Burn Out. Perfektionismus führt ins Burn On. Burn On heißt, die Flamme brennt, du ackerst, du strengst dich an, du machst und du tust, du hast eigentlich keine Freizeit mehr, du brennst lichterloh.

Dauerhaftes Burn On führt natürlich zum Burn Out. Ein Phänomen, was viele kennen, die bleierne Erschöpfung, das fast depressive Stimmungsbild und das Gefühl, gar keine Kraft mehr übrig zu haben. Mein Appell ist sehr eindeutig.

Widersetze dich diesem gesellschaftlichen Trend des Perfektionismus und auch des Burn-on. Immer mehr, immer weiter, immer schneller. Das ist das, was uns an vielen Stellen suggeriert wird als das Lebensmodell, als der Trend der Zeit.

Spätestens wenn du älter wirst, hast du wahrscheinlich schon für dich festgestellt, dieser Trend steigert dein Wohlbefinden überhaupt nicht. Er macht mehr noch krank und unglücklich und du verpasst viele Dinge, die dich wirklich erfüllen würden, weil du gar keine Zeit mehr dafür hast, weil du so im Hamsterrad in der hohen Geschwindigkeit läufst, dass Pause machen keine Option mehr geworden ist. Die Dinge, die dich wirklich erfüllen, die du verpasst, wenn du durch deinen Perfektionismus angetrieben bist in Richtung Burn-on unterwegs, die Dinge, die du verpasst, sind häufig die Dinge, die gar nichts kosten, die nichts mit Geld zu tun haben, sondern wir reden von Beziehungen, Freundschaften, Nähe, Natur, Entspannung, Ausruhen, Spaziergängen, solche Dinge eben.

Dinge die mehr mit Sein zu tun haben als mit Machen und da sind wir halt schon wieder ganz im Bereich der Achtsamkeit Es geht ums Sein und weniger ums Machen und schon gar nicht ums Konsumieren und ums Kaufen wie uns doch so oft suggeriert wird. Ja, wenn du aber drin bist, wie kommst du eigentlich raus? Wie kann es gehen?

Vielleicht hast du auch schon einige Beispiele in deinem Umfeld, an denen du es erkennen kannst. Ich glaube, erstens braucht es aus meiner Erfahrung heraus aus dem Therapieraum einen klaren Entschluss. Ich mache da nicht mehr mit.

Das ist nicht meine Art zu leben. Ab jetzt orientiere ich mich an anderen Werten. Dieser Entschluss, dieser Ruck, diese Entscheidung, das Ding zu beenden, auszusteigen, der ist so wichtig und der Punkt wird von unterschiedlichsten Menschen so unterschiedlich erreicht.

leider meistens durch ein gewisses Maß an Leid und Schmerz, manchmal auch durch Schicksalsschläge, durch Erkrankungen, manchmal aber auch, weil man einfach fühlt, dass das, wie man gerade lebt, diese Art nicht das ist, wie man sich selbst erleben möchte, wie man seinen Kindern etwas vorleben möchte. Also dieser Entschluss, da wäre meine Frage, hast du ihn schon für dich getroffen? Ich mache da nicht mehr mit.

Ab jetzt orientiere ich mich um. Und wenn dieser Entschluss gefallen ist, dann tauchen ja nächste Fragen auf. Auf was legst du denn jetzt Wert?

Und du hörst schon, Wert, Wert, Wert, Werte. Es geht um Werte, es geht um Grundausrichtung deines Lebens. Und dazu gibt es auch schon eine tolle Podcast-Folge von mir übrigens zum Thema Werte.

Die kannst du dir vielleicht auch nochmal anhören, wenn du noch eine Suchende oder ein Suchender bist. Und dann fängt es natürlich immer an mit der Status Quo Erhebung. In welchen Lebensbereichen befindest du dich im Augenblick mit deinen perfektionistischen Gewohnheiten?

Ja, besonders intensiv. Beziehung, Familie, Kinder, Job, Haushalt, Aussehen, andere helfen, andere unterstützen, Erfolg, Bildung, Nahrung, Hobbys. Die Liste kann schier unendlich sein.

Eine Kernfrage, wenn du dem nachspürst, für dich kann auch sein, wofür schäme ich mich, wenn es nicht rund läuft? Und wo ist das, was denken andere von mir, ein wichtiger Aspekt in deinem Leben? Das wären zumindest Warnsignale, die dich in den Perfektionismus geleiten könnten, die den Perfektionismus füttern könnten.

der Perfektionismus täuscht uns. Er täuscht uns etwas vor. Wir wollen kontrollieren, was andere Menschen von uns denken und was andere Menschen zu uns fühlen.

Wir wollen gemocht werden, gesehen werden. Und diese Kontrolle, die uns der Perfektionismus da verspricht, nämlich wenn du das gut machst und wenn du dies und jenes erreichst, dann werden andere dich toll finden. Das sind Fake News.

Wie andere uns finden, ist für uns nicht zu beeinflussen. Denn die anderen schauen durch ihre Art von Wahrnehmung auf uns und finden uns für manche Dinge toll und für andere Dinge weniger toll. Bloß was genau das ist, das erschließt sich uns nicht.

Das heißt, wenn du einen einzigen Menschen findest, der dich toll findet, dann ist das ganz wunderbar und das darfst du selbst sein. Und noch eine Täuschung des Perfektionismus. Er sagt, wenn wir alles perfekt machen, haben wir gar keine unangenehmen Gefühle, gar keinen Scham und gar keine Angst mehr.

Und das klappt gar nicht. denn je mehr perfektionismus in unserem leben vorhanden ist desto größer ist die angst das nicht perfekt zu machen und desto größer wird die scham wenn wir unsere enge gesetzten ziele nicht erreichen also die kernfrage ist wie so oft wie soll mein leben sein wie bewege ich mich in diesem leben wie möchte ich mich darin bewegen wie möchte ich mich fühlen was ist mir wirklich wertvoll wenn die anderen mir egal sind was tue ich dann wie lebe ich dann wenn unangenehme gefühle sowieso dazugehören.

Was tue ich dann? Wie lebe ich? Wie bin ich?

Wenn das Leben sowieso eine Reise mit Ups and Downs ist, dann ist es ja egal, dann kannst du frei bestimmen. Und dazu würde ich dir gerne eine kurze Geschichte erzählen, eine schöne Analogie. Und zwar geht es um zwei Kinder, die auf dem Rücksitz eines Autos sitzen und auf dem Weg ins Phantasialand sind.

Ein Freizeitpark, der für Kinder etwas ganz, ganz Tolles ist. Von den zwei Kindern gibt es einen, der möchte unbedingt ankommen. Der guckt auch gar nicht aus dem Fenster, sondern der fragt eigentlich alle paar Minuten, sind wir schon da, wann sind wir da, sind wir schon da, wann sind wir da und wartet auf die große Ankunft im Phantasialand, weil da der große Spaß losgeht.

Das andere Kind möchte bereits auf dem Weg eine gute Zeit haben. Es schaut aus dem Fenster, es hört Musik, es unterhält sich mit den Eltern und es freut sich aufs Phantasialand und es macht sich aber auf dem Weg dahin bereits eine gute Zeit. Der Spaß fängt mit dem Weg an.

Dann kommt es zu einer Autopanne. Kind 1 ist maximal enttäuscht, weil das, worauf es sich die ganze Zeit gefreut hat, tritt überhaupt nicht ein. Kind 2 ist auch enttäuscht, aber deutlich weniger als das andere Kind, denn bis zu dem Moment der Autopanne hatte dieses Kind bereits eine gute ausgefüllte Zeit.

Und diese kleine Geschichte ist so schön bildlich für den Spruch, den du bestimmt kennst, der Weg ist das Ziel und nicht der Fixpunkt am Ende des Weges. und wenn du jetzt auf dein Leben schaust und vielleicht, und ich wünsche das niemandem, aber du bekommst in den nächsten Tagen eine schlimme Diagnose, die vielleicht auch dazu führt, dass dein Leben nicht mehr besonders lange weitergeht, dann wirst du verschiedene Ziele, verschiedene Etappen, verschiedene Fixpunkte überhaupt nicht mehr erreichen.

Aber wie war dein Weg bis hierher? Hat der Weg Spaß gemacht? Ich möchte dir mit dieser Frage und dieser Analogie keine Angst machen, sondern ich möchte dich ermutigen, aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Besser jetzt sofort als später. und damit möchte ich dich auch ermutigen diesen entschluss zu fassen es nicht mehr perfekt zu machen gar nichts mehr gar nichts mehr perfekt zu machen sondern alles so zu machen wie es dir entspricht diesen entschluss diesen punkt zu erreichen ich mache da nicht mehr mit ich laufe nicht weiter in diesem vorgegebenen hamsterrad und dich dazu ermutigen möchte ich auch dafür zu sorgen dass dein weg schöne aspekte hat er wird enttäuschungen haben aber er darf auch schöne aspekte haben aspekte die dich erfüllen falls dir die folge gefallen hat kommt gerne ins Webinar und bekomm mehr Inspiration dort.

sabinebimmler. de, menü. webinar.

Das Ganze ist kostenfrei und ich würde mich freuen, wenn du mir auch da zuhörst und die Inspirationen aufnimmst, die ich für dich vorbereitet habe. In diesem Sinne wünsche ich dir für heute einen wunderbaren Tag und sage bis bald. Vielen Dank.

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