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Nervensystem Folge 61 · 28. November 2019 · 28 Min
Cover: Persönlichkeitsstörungen - Wie du sie erkennst und was du dazu wissen solltest

Persönlichkeitsstörungen - Wie du sie erkennst und was du dazu wissen solltest

0:00 28 Min

Worum geht's?

Narzissten, Borderliner, Histrioniker… du möchtest wissen, was da los ist, wenn solche Begriffe auftauchen? Persönlichkeitsstörungen können als extreme Ausprägung eines Persönlichkeitsstils mit unflexiblen, starren und unzweckmäßigen Persönlichkeitszügen betrachtet werden. Sie beeinträchtigen dabei die Lebensqualität des Betroffenen und führen zu häufigen Konflikten mit seiner Umwelt. Verstehe hier mehr über ihre Entstehung. Lerne anhand von Beispielen, wie du sie erkennst. Und sammele wichtige Tipps, egal ob du Betroffener bist oder einen Menschen mit einer PS in deinem Umfeld hast.

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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.

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Vollständiges Transkript · 3.788 Wörter · etwa 19 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo. Herzlich willkommen bei ei für die Couch, dem Podcast und den Youtube Kanal für alle Erschöpften, die Ideen für ein besseres Leben bekommen möchten. Mein Name ist Sabine. Ich hoste Podcast und Kanal und heute möchte ich mit dir über das Thema Persönlichkeitsstörung sprechen. Das ist ein Thema, das ist durch mehrere Zuhörerfragen an mich herangetreten worden.

Und zwar waren die Zuhörerfragen alle unterschiedlich, weil sie jeweils einen Fokus auf 1 bestimmten Persönlichkeitsstörung hatten. Und ich hab mich entschieden, bevor ich da loslege und in die Details geh, würde ich gerne erst mal eine Einführungsfolge machen, in der ich dir erkläre, was Persönlichkeitsstörungen überhaupt sind und der ich auch, ja, in der ich schon anhand 1 Beispiels, nämlich der narzisstischen Persönlichkeitsstörung etwas in die Tiefe gehe. Und Du kannst dich dann freuen auf weitere Folgen, weil ich dann sowohl zum Thema Borderline als auch zum Thema ja, dependente abhängige Persönlichkeitsstörung was machen möchte. Und wenn Du noch weitere Fragen hast oder dich eine Persönlichkeitsstörung besonders interessiert, dann schick mir doch einfach eine Nachricht, dann kann ich das auch in mein Programm für 2020 aufnehmen. Denn das ist das, woran ich im Augenblick schon rumdenke, die ersten Monate von 2020.

Der Redaktionsplan ist in Arbeit. Ja, wenn Du Wünsche hast, Du weißt ja, immer gerne an Sabine at Bimmler Punkt com oder auf Instagram. Sabine Bimmler findest Du mich auch. Auch da kannst Du gerne mit mir in Kontakt treten und dir etwas wünschen. So, jetzt aber zum Thema Persönlichkeitsstörung.

Das ist ja so was, das geistert irgendwie oft so ja in durch die Kommunikation, da hat jemand eine Persönlichkeitsstörung und ach, der ist doch persönlichkeitsgestört. Und tatsächlich ist eine Persönlichkeitsstörung eine ja in unserer Welt, ich lebe ja als Psychotherapeutin, das weißt Du, in der Welt der psychischen Störungen und eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung muss man sagen, ist tatsächlich schon eine relativ starke psychische Erkrankung. Und zwar, weil sie durch eine hohe Stabilität gekennzeichnet ist. Das kannst Du vielleicht schon mal als 1. Information abspeichern.

Persönlichkeitsstörungen beginnen in der Regel im Jugendalter. Manchmal beginnen sie auch schon im Kindesalter, ja, festigen sich noch mal im Jugendalter und ziehen sich dann eigentlich durch das Leben der Person bis ins jetzige Lebensalter. Das heißt, wir haben's mit einem relativ stabilen Verhaltensmuster zu tun. Und selbst wenn Personen mit Persönlichkeitsstörung ihren Weg in den Therapieraum finden oder in die Klinik, ist das wahnsinnig schwer veränderbar. Also natürlich kann man da etwas tun und wir arbeiten auch therapeutisch gerne mit Menschen mit Persönlichkeitsstörung und versuchen denen die Erfahrung zu geben, die Beziehungserfahrung, die ihnen fehlt.

Jedoch muss man sagen, das ist ein recht weiter Lernweg und das erklärt sich auch gleich, warum das Ganze so stabil ist. Also erstes Faktum, es beginnt im Kindheit- und Jugendalter. Dann hänge ich ganz persönlich, es gibt unterschiedliche Erklärungsmodelle für Persönlichkeitsstörung, ich ganz persönlich hänge an dem Modell von Professor Sachse. Und Professor Sachse sagt, Persönlichkeitsstörungen sind Interaktionsstörungen. Aus seiner Sicht entstehen Persönlichkeitsstörungen in Interaktion, wo Menschen lernen und Persönlichkeitsstörungen zeigen sich eigentlich auch ausschließlich in der Interaktion in der Beziehung mit anderen Menschen.

Fangen wir vorne an. Menschen, die jetzt an 1 Persönlichkeitsstörung leiden, haben in ihrer Kindheit sehr schlimme, wir sagen traumatisierende Beziehungserfahrung gemacht. Das heißt, solche Menschen haben oft in ihrem Elternhaus oder in der nahen familiären Umgebung, ja, sehr schlechte Lebensbedingungen erwischt. Menschen, die sie emotional vernachlässigt haben. Es wurde sich einfach nicht sie gekümmert, sie wurden einfach laufen gelassen.

Oft haben die Eltern eine Drogen- oder Alkoholproblematik oder selber eine Persönlichkeitsstörung oder eine andere psychische Erkrankung. Es kann aber auch sein, dass sehr aggressive Elternteile da waren. Das heißt, das Kind hat viele Schläge bekommen, wurde misshandelt, wurde vielleicht sexuell missbraucht. Du kannst sicher sein und das ist das 2. Faktor, dass jemand, der an 1 Persönlichkeitsstörung leidet, eine Kindheit hatte, in der er relativ viele traumatisierende Bindungsbeziehungserfahrung gemacht hat.

Und das ist ein ja, eine Zeit, in der sozusagen die Grundlage für das Verhalten gelegt wird, was wir hinterher als persönlichkeitsgestört bezeichnen. Ja, 2. Wichtige Faktum. So, also in dieser frühen Entwicklungsphase lernen diese Menschen 2 Dinge oder sie es formt sich in ihrem Kopf 2 Dinge. Und zwar einmal bekommen sie ganz viele Informationen über ihre engen Bezugspersonen, die ihnen etwas über ihr Selbstbild vermitteln.

Also in der Kindheit wird der Grundstein dafür gelernt gelegt, ob Du eher ein 1 Gedanken hast oder ein Gefühl zu dir selbst hast, was heißt, ich bin wertvoll. Oder Du bist vielleicht auf eine Art und Weise groß geworden, wo man dir eher vermittelt hat, ich bin wertlos. Und Du siehst schon, dazwischen haben wir ein Kontinuum. Von ich bin superwertvoll bis hin zu ich bin total wertlos gibt es natürlich für jeden von uns einen Platz auf diesem Kontinuum, denn wir alle haben unser Selbstbild in der Kindheit erlernt, gebildet, ausgeformt könnte man sagen. Je mehr positive Beziehungserfahrung wir gemacht haben, je mehr je öfter wir gehört haben oder erlebt haben, weil man es uns durch Verhalten gezeigt hat, dass wir wertvoll sind, dass wir ja geliebt werden, dass man sich für uns interessiert, desto eher formt sich ein positives Selbstbild.

Menschen mit Persönlichkeitsstörung haben ja genau das nicht gehabt. Das heißt, sie formen bereits in Kindheit und Jugend ein sehr negativ geprägtes Selbstbild aus. Heißt, sie fühlen sich ungeliebt, sie denken, sie sind nicht wichtig, sie entwickeln eine Haltung zu sich, dass sie nichts wert sind, dass sie nichts können, dass sich niemand für sie interessiert. Da formt sich ein recht stabiles Bild. Und durch dieses Bild wird die Wahrnehmung dieser Person natürlich über ein ganzes Leben lang geprägt.

Das heißt, alles, was diese Hypothesen füttert, so sind wir Menschen, stärkt dieses Selbstbild. Heißt wiederum, Du kommst mit einem sehr positiven Weltbild aus Kindheit und Jugend heraus. Und alles, was dir im Erwachsenenalter passiert, wirst Du gegen dieses Bild spiegeln und wirst immer zu dem Schluss kommen, zum Beispiel, ja, da hab ich was nicht geschafft, aber okay, im Prinzip bin ich ja 'n 'n heller Kopf. Ich hab da wahrscheinlich einfach Pech gehabt. Jemand, der schon aus Kindheit und Jugend mit der Grundannahme rauskommt, ich bin sowieso zu doof für alles und der schafft etwas nicht im Leben, wird es immer nehmen und es wird immer auf sein Selbstbild einzahlen, was heißt, ich bin ein Versager, ich krieg nichts hin.

Also das heißt, das, was da in Kindheit und Jugend gelegt wird, wird weiter gefüttert. So weit, so gut, aber noch sind wir nicht im Bereich der Persönlichkeitsstörung. Hier haben wir erst mal ein gestörtes Selbstbild. Das, was die Person und so denkt, sagst sie das und so erscheint mir das sehr einleuchtend. Das, was die Person aber noch lernen in dieser frühen Kindheit und Jugend in diesen enttäuschten Beziehungen, ist ein Bild über Beziehung.

Und das heißt zum Beispiel, ich kann mich auf Beziehungspartner nicht verlassen. Ich kann mich auf niemanden verlassen. Oder in 1 Beziehung werden meine Grenzen nicht gewahrt. Jemand geht über meine Grenzen hinweg, wenn wir an Missbrauchserfahrung denken. Heißt, andere Menschen sind gefährlich, in Beziehungen muss ich mich schützen.

Oder wenn es darum geht, dass Menschen denken oder dass Menschen in Beziehung immer wieder abgewertet werden, ja. Also eigentlich haben wir alle das Motiv nach Anerkennung. Und wenn wir immer wieder abgewertet werden in Beziehungen, dann lernen wir, der Mensch lernt dann, es ist ja, in Beziehung tun weh, in Beziehung erlebt man Schmerzen. In Beziehung wird man abgewertet. In Beziehungen muss man gut auf sich aufpassen.

In Beziehungen muss man sich schützen. Du siehst, ich formuliere so viele verschiedene Hypothesen, weil es so viele verschiedene Sätzen, Gedanken, Gefühle und Haltungen gibt, die Menschen dazu entwickeln. Aber Du siehst, wenn ein Mensch aus Kindheit und Jugend herauskommt, hat er 2 relativ stabile Haltung. Und zwar eine Haltung über sich selbst, sein Selbstbild und eine Haltung über das Thema Beziehung. Und bei den Persönlichkeitsgestörten sind beide Haltungen extrem negativ geprägt.

Weil Sachse sagt, ähnlich wie Du, wenn Du den Podcast schon länger hörst, ich rede ja immer von psychologischen Bedürfnissen. Das Bedürfnis nach Anerkennung, das Bedürfnis nach Nähe, das Bedürfnis nach Autonomie, Freiheit. Sachs hat so was Ähnliches in seinem Modell drin und sagt, jeder Mensch hat bestimmte Motive, so nennt er das. Und er sagt zum Beispiel auch, jeder Mensch hat ein Motiv nach Anerkennung. Wir wollen in Beziehung Anerkennung bekommen.

Das liegt schon tief in jedem einzelnen Kind verwurzelt, egal mit welcher Persönlichkeit das Kind auf die Welt kommt. Er sagt auch, neben dem Motiv nach Anerkennung gibt es ein Motiv nach verlässlichen Beziehungen, Sicherheit in Beziehung. Es gibt ein Motiv nach Grenzen. Ich möchte meine Grenzen schützen können. Ich möchte nicht, dass andere über meine Grenzen hinweggehen.

Es gibt auch ein Bedürfnis nach Autonomie und es gibt ein Bedürfnis nach Wert. Ja. Also er hat ähnlich zu den psychologischen Bedürfnissen und doch einen Tick anders Motive formuliert, die wir gerne in Beziehungen mit anderen Menschen von klein auf erfüllen möchten, die uns antreiben, überhaupt in Beziehungen zu gehen, diese Motive. Und das hat er in Beziehung zu den Persönlichkeitsstörungen gesetzt. Weil er sagt, persönlichkeitsgestörte Menschen, die aus ihrer Kindheit und Jugend mit einem gestörten Selbstbild herausgehen und mit einem äußerst negativen Bild von Beziehungen, die sind halt in all diesen Motiven besonders unterversorgt worden.

Heißt, das Motiv nach Anerkennung ist bei einem Menschen, bei einem Kind nach ja, traumatisierenden Beziehungserfahrung in der frühen Kindheit und Jugend erheblich gestört. Er hat dieses Motiv nie befriedigt bekommen und dadurch entsteht ein ungeheurer Druck. Dieses Motiv wird für ihn immer wichtiger und er versucht Handlungen zu entwickeln, mit denen er dieses Motiv befriedigen kann. Und Du merkst schon, jetzt nähern wir uns son bisschen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Also da ist ein Kind nach den frühen Erfahrungen, die Motive nach Anerkennung sind unerfüllt geblieben in Kindheit und Jugend.

Stattdessen haben wir ein negatives Selbstbild, was sich entwickelt hat und eine Haltung zu Beziehungen, dass Beziehungen Schmerzen verursachen, dass man Beziehungen am besten gar nicht eingehen sollte beziehungsweise sehr oberflächlich halten sollte, weil man sonst verletzlich ist. Und dieses unerfüllte Motiv kriegt also nun richtig Energie und Druck. Und dieser Mensch möchte es unbedingt befriedigen. Also entwickelt er ganz banale Strategien, Anerkennung zu bekommen. Und beim Narzissten ist das zum Beispiel, dass er, ob die Leute es hören wollen oder nicht, jedem erzählt, wie toll er ist.

Jetzt vereinfache ich natürlich 'n bisschen, aber das macht es anschaulich. Dieses Motiv nach Anerkennung ist der Treiber dafür. Das heißt, er geht nach außen und er wirft ein Bild von sich, das er alles kann, dass er total viel erreicht hat und dass er unglaublich wichtig und entscheidungsstark und erfolgreich ist. Und weil das Motiv so stark ist und unbedingt befriedigt werden will, tut er das auf eine sehr übertriebene Art und Weise, mit der er zwar kurzfristig Anerkennung erntet, aber eigentlich mittelfristig relativ schnell von anderen Menschen abgelehnt und abgeerntet wird, weil es so unglaublich nervt. Und dann fängt der aber an, nur noch lauter zu erzählen, wie toll er ist, weil dieses Motiv immer noch nicht erfüllt ist.

Das heißt, dann bestätigt sich wiederum etwas. Und ja, das führt dazu, dass er diese Verhaltensweisen sehr rigide und sehr starr an den Tag legt. Und das ist sozusagen ein weites weiteres wichtiges Kriterium für das Thema Persönlichkeitsstörung. Diese Menschen sind unglaublich rigide und starr in diesen Verhaltensweisen. Das heißt, der Narzisst tut das nicht nur in beruflichen Situationen, wo man vielleicht noch sagen würde, ja, da passt's ja auch irgendwie hin, dass er erzählt, wie toll er ist in seinem Job.

Sondern der Narzisst macht das auch im ja, wenn man abends Freunde zum Essen eingeladen hat und man sitzt zu viert am Tisch, dann erzählt er relativ starr den ganzen Abend, was für, ich überzieh's, ein bisschen toller Hecht er ist und wie super er ist und wie toll er ist. Und alle am Tisch sind genervt und er merkt es nicht, weil das Thema Empathie sich in andere einfühlen, ist etwas, was er überhaupt nicht gelernt hat. Das heißt, er kann die Zeichen überhaupt nicht deuten, sondern er wartet darauf, dass die anderen eben verbal wie nonverbal spiegeln, Du bist wirklich super. Das passiert aber nicht, weil er den anderen damit aufn Keks geht. Und selbst wenn er abends zu zweit mit seiner Partnerin aufm Sofa sitzt, kommt es immer wieder zur Situation, wo er seiner Partnerin erzählt, wie wahnsinnig toll er ist.

Und das ist natürlich überhaupt nicht situationsadäquat. Wir können das auch noch weiterspinnen. Am Ende würde das auch passieren, dass er auf der Beerdigung seines besten Freundes an seinem Tisch die ganze Zeit davon redet, wie super er ist, obwohl alle in Trauer diesen Menschen sind. Weil er überhaupt kein Gespür für Situationen hat beziehungsweise es gibt keine Kompetenz, sich flexibel auf Situationen einzustellen. Weil er immer wieder das gleiche Verhalten abspult, von dem er meint, dass es auf sein Motiv einzahlt.

Und ganz kurzfristig tut es das auch immer. Er blendet ja ganz kurzfristig Menschen. Und dann fällt das aber wie 'n Kartenhaus zusammen und er tut dann das, was wir alle gerne tun, nämlich mehr desselben. Das heißt, er macht immer weiter, weil er denkt, das muss doch funktionieren, denn er hat keine andere Strategie gelernt. Und Flexibilität ist nicht sein Thema.

So weit, so gut. Daran kann man schon mal eine Persönlichkeitsstörung erkennen. Traumatisierende Beziehungserfahrung, es beginnt schon mit Kindheit und Jugend mit bestimmten auffälligen, sich immer wiederholenden, situationsnichtadäquaten Verhaltensweisen. Und ja, es gibt diese unerfüllten Motive, ein negatives Selbstbild beim Narzissten jetzt und ein negatives Bild von Beziehung, ja. Also das ist schon mal so der Grundstock, der das Thema Persönlichkeitsstörung füttert.

Und jetzt wirst Du aber wissen neben diesen, also nehmen wir mal den Narzissten weiterhin. Neben diesen unangenehmen sich immer wieder wiederholenden Erfahrungen in Alltagssituationen passiert ja noch etwas existenziell Bedrohliches für Beziehungspartner. Wenn man den Narzissten sozusagen an seinen empfindlichen Punkten, und das gilt eigentlich für alle Persönlichkeitsgestörten, wenn man die an ihren empfindlichen Punkten erwischt, die können sehr unterschiedlich sein. Aber wenn man das Motiv nach Anerkennung lange genug frustriert, sag ich mal, und nicht liefert, nicht das tut, was der Narzisst eigentlich will, nämlich sagen, wie toll er ist, dann wird er relativ schnell sehr stark und drängt seinen Gesprächspartner auch auf sehr unangenehme Art und Weise in die Ecke. Ich weiß, das ist jetzt wieder ein bisschen einseitig, aber ich versuch's ja, hier in dem Podcast und Video klarzumachen, wie's funktioniert.

Und das hat etwas mit dieser mit diesem Stabilität, mit diesem stabilen Fundament, auf dem die Persönlichkeitsstörung steht, zu tun. Er hat ja ein negatives Bild über Beziehung. Das heißt, der Narzisst hat gelernt, in Beziehungen werden meine Bedürfnisse nicht für wichtig genommen. Man wertet mich ab in 1 Tour. Und wenn man jetzt anfängt, ihn zu kritisieren, dann fühlt er sozusagen dieses Bild über Beziehung total bestätigt und kommt sofort in das Muster, dass er denkt, mein Partner ist jetzt auch so.

Hier haben wir es wieder, jetzt versucht er mich zu attackieren. Das heißt, er kommt son bisschen in, ja, wir nennen das 'n kindlichen State. Das heißt, für ihn wiederholt sich das, was er früher mit seinen Eltern oder seinen engen Bezugspersonen erlebt hat. Das ganze Drama, das ganze Trauma wird sozusagen wieder erweckt. Und das zu vermeiden, fängt er dann an, sehr, sehr scharf zu schießen.

Und diese Streitigkeiten sind häufig äußerst unangenehm, äußerst gemein und äußerst unter der Gürtellinie, weil er nur ein Ziel hat, diese Situation möglichst schnell zu beenden, damit sich diese Verletzung von früher nicht wiederholt. Ich versuche grad zu erklären, was da funktioniert. Ich möchte tatsächlich auch ein bisschen Verständnis für diese Menschen schaffen. Ich weiß Therapieraum Opfer solcher Beziehungen begleiten darf, dass es eine äußerst ja, selbstscheligende Erfahrung sein kann, mit einem narzisstisch persönlich gestörten Menschen in Beziehung zu sein, weil der viel, viel Schaden an einem anrichten kann. Aber ich hab versucht, heute die Kehrseite darzustellen, der Mensch ist nicht so geboren.

Der ist über seine Lernerfahrung so geworden. Über Genetik und so weiter hab ich nicht gesprochen. Da kommen natürlich auch noch Dispositionen dazu aus dem genetischen Bereich. Aber ich versuch trotzdem noch einmal Verständnis für Menschen mit Persönlichkeitsstörung zu ja, wecken, weil ich glaube, sie können nicht anders, als sich so zu verhalten. Und sie sind trotzdem wahnsinnig unangenehm häufig im Kontakt, auch im Therapieraum.

Und sie können auf 'ner Beziehungsebene einen massiven Schaden verursachen, weil ihnen bestimmte Dinge fehlen. Ich hatte es vorhin schon angedeutet, sie sind nicht empathisch. Und wenn sie in diesem ja, an wenn man an ihr Trauma rührt, ich nenne das mal so, bei Narzissten über Kritik, dann werden sie messerscharf, sich aus dieser Situation zu befreien. Und das kann alles andere als schön sein. Wenn Du einen persönlichkeitsgestörten Mensch in deiner Umgebung hast oder mit dem in 1 Beziehung bist, dann bitte nimm auch noch mal mit, dass diese Störung sehr stabil ist.

Und dass der Lernweg, der nämlich heißen würde, die Person muss ein anderes Bild über sich selbst entwickeln, Die Person muss ein grundlegend anderes Verständnis von Beziehungen entwickeln. Und die Person muss jede Menge Lernerfahrung nachholen. Sie muss also Empathie erlernen, emotionale Intelligenz war zeitweise so ein Schlagwort. All das muss sie erlernen und das ist ein weiter Lernweg. Weil man ihr in Kindheit und Jugend diese Lehrmöglichkeiten, ja, nicht geboten hat, verweigert hat, wie auch immer genau.

Das ist ja sehr vom Fall abhängig, wie ich das beschreiben möchte. Dieser Weg ist ein Weiter. Und das heißt, deine Anforderungen, die Du vielleicht an diesen Menschen hast, die Erwartung, wenn er mich doch nur genug liebt oder wenn er doch verstanden hat, dass er sich auf mich verlassen kann, dann darf er doch so was nicht mehr machen. Das ist hier tatsächlich eine Überforderung der Person, weil die aus diesen stabilen, sich bestätigenden Hypothesen, aus diesem engen Konstrukt, was diese Störung stabilisiert und aus dem Kompetenzmangel, der damit einhergeht im zwischenmenschlichen Bereich, schnell nicht rauskommt. Und versteh mich nicht falsch, das ist nicht hoffnungslos.

Ich sag nicht, Persönlichkeitsstörung können nicht geheilt werden. Diese Menschen können sehr wohl von therapeutischen Maßnahmen profitieren. Es dauert nur wirklich Also wir müssen in Jahren denken, ja. Wir müssen in Jahren und kleinen Lernfortschritten denken. Und das muss dir klar sein, wenn Du mit so jemandem in Beziehung bist.

So, noch mal zurück zu Sachse. Also je nachdem, welche Konstellation von Motiven in der Kindheit Du weißt, Anerkennung, Autonomie, Grenzen, verlässliche Beziehungen und Stabilität ist, glaub ich, das 5.. Je nachdem, wie welche Motive besonders stark frustriert werden, sagt er auch vorher. Er hat sozusagen gesagt, wenn es eher die 3 Motive sind, dann entsteht höchstwahrscheinlich die und die Persönlichkeitsstörung. Das heißt, er hat das abgeleitet und hat unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen den Motiven zugeordnet.

Persönlichkeitsstörungen, das ist jetzt eher wieder 'n Faktum, werden in 3 Cluster unterteilt. Das 1. Cluster, wir sprechen von sogenannten Persönlichkeitsstörungen, das sind alles so Persönlichkeitsstörungen, die mit sehr exzentrischem, sehr seltsamen, wie wir häufig empfinden, sehr unnormalen Verhaltensweisen einhergehen. Da gehört die Schützotype und die schizoide Persönlichkeitsstörung rein. Also auch die paranoide Persönlichkeitsstörung ist hier angesiedelt.

Menschen, die sehr auffällige Verhaltensweisen zeigen, sehr weit abseits der Norm. Dann gibt es das Cluster b. Das sind die Persönlichkeitsstörungen, die durch eine emotionale, instabile, sehr dynamische Verhaltensweise gekennzeichnet sind. Da stecken natürlich die Narzissten drin, Da stecken aber auch emotional instabile Persönlichkeitsstörungen wie zum Beispiel der Burda Borderline Typ drin. Und hier stecken auch die Histion Persönlichkeitsstörung drin.

Histrione Histrionisch gestörte Menschen neigen dazu zu einem sehr theatralischen Auftritt in allen möglichen Situationen. Die kommen in einen Raum und ziehen durch Lautstärke der Stimme, durch Gestik ganz viel Aufmerksamkeit auf sich. Das Bedürfnis nach Wichtigkeit wurde hier übrigens frustriert in der Kindheit unter anderem. Und das holen Sie sich durch große theatralische Auftritte, betonen Sie sozusagen Ihre Wichtigkeit. Das wäre Cluster b und im Cluster c sind die ängstlich vermeidenden Persönlichkeitsstörungen untergebracht.

Da gibt es tatsächlich die unsichere Persönlichkeitsstörung, die abhängige Persönlichkeitsstörung. Und ich hab tatsächlich noch eine vergessen. Die zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Genau. Die Menschen, die alles unter Kontrolle behalten wollen und deswegen zu eher sehr zwanghaft kontrolliertem, rigiden Verhaltensweisen ja, nein.

Man sagt zwischen 5 oder man schätzt, zwischen 5 und 10 Prozent aller Menschen auf der Welt sind von Persönlichkeitsstörungen betroffen. Und Du kannst dir vorstellen, in Regionen, wo zum Beispiel Menschen in Kriegssituationen groß geworden sind, wo die Bedürfnismotiverfüllung noch weiter gestört war, ob der Rahmenbedingungen entstehen natürlich gerne Persönlichkeitsstörung, aber auch in unserer Gesellschaft gibt es gute Gründe dafür, dass Persönlichkeitsstörungen entstehen, weil immer noch viele Kinder, ja emotionaler Vernachlässigung oder Missbrauch ausgesetzt sind, auch in unserer Gesellschaft. Und das füttert natürlich oder das zahlt ein auf das Thema, was lernt das Kind über sich selbst und über Beziehungen? Welche Haltung entwickelt es in Kindheit und Jugend? Und welche Motive sind dadurch frustriert?

Und was erlernt es für Verhaltensweisen, die kurzfristig anscheinend auf das Motiv einzahlen, langfristig aber nicht zum Ziel führen. Ja, das war mein Blick in die Welt. Was verstehe ich unter 1 Persönlichkeitsstörung? Sehr stark angelehnt an Professor Sachse vom IPP in Bochum, der sehr viel dazu geforscht und veröffentlicht hat. Für mich hat sich dieses Modell in der therapeutischen Praxis total bewährt, sowohl wenn ich mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen oder etwas schwächer Persönlichkeitsakzentuierungen arbeite, aber auch wenn ich mit Menschen arbeite, die ja, sehr die Opfer 1 Menschen mit Persönlichkeitsstörung geworden sind und darüber einen echten Schaden genommen haben und sich dann therapeutische Hilfe holen.

Denk dran, das war die Einführungsfolge. Ich hoffe, sie hat dir gefallen und Du hast was zum Thema Persönlichkeitsstörung gelernt. Wenn das der Fall ist und dich noch weitere Details interessieren, würd ich mich total freuen, wenn Du mir irgendwie E-Mail, Instagram, Facebook eine Nachricht zukommen lässt. Ich nehme deine Fragen gerne in den Redaktionsplan auf. Ich plane auch ein Facebook live, das unter dem Motto q und a läuft, so, dass ja wir son bisschen nicht wie früher fragt Doktor Sommer, sondern ich hab eher son sone Idee von, frag die Psychotherapeutin, was immer Du schon mal fragen wolltest.

Und ich glaube tatsächlich, dass ich das thematisch clustern werde. Also ich werde eine Fragestunde zum Thema Persönlichkeitsstörung machen, sicherlich aber auch eine zum Thema Depression und Ängste. Ja, da freu ich mich sehr draus. Ich hoffe, Du bist dabei. Guck immer auf meinen ja, Sozialkanälen, weil da werd ich immer ankündigen, welches Event wann wo stattfindet.

Und wenn dir die Folge gefallen hat, freu ich mich natürlich total über einen Kommentar bei dir bei iTunes oder wo auch immer man sie sonst noch bewerten kann. In diesem Sinne sag ich für heute ganz herzlichen Dank und tschüs, deine Sabine.

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