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Glück Folge 138 · 2. März 2023 · 22 Min
Cover: Selbstmitgefühl. Öffne dein Herz für dich selbst.

Selbstmitgefühl. Öffne dein Herz für dich selbst.

0:00 22 Min

Worum geht's?

Ein offenes Herz. Ein offener Geist. Ein freundlicher und mitfühlender Blick auf sich selbst. Gerade wenn du Stress und Sorgen hast, kann diese – vielleicht für dich ungewohnte Haltung – neue Kräfte freisetzen. Diese Kräfte kommen nicht aus der Anstrengung und dem „Zähne zusammenbeißen". Es ist eher eine sanfte und „weiche Kraft", fern aller Anspannung und allem Stress.  Mehr erfährst du in der Folge. 
www.sabinebimmler.de

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 2.537 Wörter · etwa 13 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

hey hallo herzlich willkommen bei reif für die couch dem podcast für alle erschöpften deren leben besser werden darf mein name ist sabine bimmler psychotherapeutin aus köln und ich freue mich dass du wieder hier bist die erste folge 2023 das tut mir einerseits leid weil ich so lange Pause gemacht habe. Andererseits weiß ich aber, dass ich einfach keine Kapazität hatte, mich auf den Podcast zu konzentrieren. Nun, Ende Februar starte ich neu voller guter Vorsätze, dich wirklich alle 14 Tage mit interessanten Impulsen zum Thema mentale Gesundheit zu versorgen.

ich hoffe du verzeihst mir und ich hoffe du freust dich dass ich wieder da bin und dass ich wieder mit neuen themen um die ecke biege und das thema was mich im augenblick umtreibt schon länger eigentlich ist das thema selbst mitgefühl und deswegen hat diese folge auch genau den inhalt selbst mitgefühl mit gefühl mit dir selbst vielleicht überlegst du schon mal wie steht es da eigentlich um dich es ist ja eine spannende frage wie du darauf reagiert wenn du strahlst wenn wenn du deine Ziele nicht erreichst, wenn du ja gerade nicht so richtig bei dir bist, im Alltag versinkst, in den Funktionsmodus gehst, wie gehst du mit dir um?

Und du merkst schon, das Thema ist natürlich auch wieder das Thema, wie sprichst du innerlich mit dir? Welche Haltung nimmst du innerlich zu dir ein? Aber beginnen wir nochmal größer.

wie viele leute kennst du im augenblick die sich wirklich wohl fühlen in ihrer haut auch meine spannende frage screen mal dein näheres umfeld wie viele menschen fühlen sich aktuell wirklich wohl in ihrer haut und was ist mit dir wie fühlst du dich bist du gerade in deiner kraft und hast du gerade das gefühl mein leben ist richtig cool für die meisten von uns eher schwierig weil im außen sind wir immer noch in recht wilden zeiten umso wichtiger ist es dass wir uns eher auf unser umfeld besinnen auf das umfeld in dem wir etwas bewirken können weil Weil in den großen Themen ist unsere Wirkung doch relativ begrenzt.

Aber bei dir im Umfeld, für dich ganz persönlich, vielleicht für deine Familie, für deine Freunde, an deinem Arbeitsplatz, da kannst du wirken. Egal welchen Lebensbereich wir uns aber anschauen in unserem kleinen Umfeld, die meisten von uns haben das Gefühl, es geht immer besser. Arbeit, Leistung, Finanzen, Körper.

Die meisten Menschen, die ich treffe, ich bin nun auch Therapeutin, aber auch in meinem privaten Umfeld, sind nicht zufrieden. Haben das Gefühl, da geht noch was, da muss vielleicht sogar noch was. Und erstaunlicherweise sind das aber auch die Menschen, die die anderen angucken und das Gefühl haben, die anderen kriegen das alle besser hin.

Ich halte das tatsächlich für einen Trugschluss. Was wir treffen in unserem Alltag, wenn wir Menschen begegnen, sind ganz häufig Fassaden. Das heißt, uns wird das gezeigt, was die Menschen bereit sind, mit der Außenwelt zu teilen, wie eine Schutzfassade.

Und wenn du dich selber fragst, ja, auch du wirst eine Schutzfassade haben. Du wirst nicht deine Sorgen, Nöte, Krisen mit jedem Menschen teilen, der dir begegnet und das ist auch gut so. Nichtsdestotrotz verführt das zu dieser Falschwahrnehmung, dass alle anderen es super hinkriegen, super erfolgreich sind, einen super Job haben.

und wir haben immer mehr Menschen, die ins Burnout laufen, die depressiv werden, die sonstige Symptomatiken haben. Es muss also ein Trugschluss sein. Schön wäre auch, wenn das Leben nicht mehr so gestaltet ist, dass wir Gefühl haben, ständig irgendwas hinterherlaufen zu müssen und ständig irgendwas verbessern zu müssen, das wäre doch schön, wenn wir einfach mal zufrieden sein könnten mit dem, wie es gerade ist, selbst wenn es einfach nicht gut ist.

Kleine Pausen, einfach mal durchatmen, einfach mal locker lassen und aufhören zu laufen, etwas hinterher zu hechten, von dem wir manchmal noch nicht mehr genau sagen können, was es ist. Eine gute M die aus dem Konzept der Achtsamkeit stammt um uns in diese Ruhe zu versetzen ist das Stoppen von Bewertung Und zwar insbesondere von Selbstbewertung und Selbstverurteilung Stell dir vor, du hörst auf, dich selber und dein Leben und das, was du machst und schaffst, fortwährend zu bewerten und zu verurteilen.

wahrscheinlich fragst du dich nachvollziehbarerweise aber was soll ich denn stattdessen tun weil wir sind es ja so gewohnt wir lernen es ja von klein auf das hast du gut gemacht das hast du nicht gut gemacht 6 ungenügend 5 mangelhaft 4 ausreichend unsere ganze prägung in unserem sozialen kontext beruht ja mittlerweile auf bewertung das heißt wir haben das auch für uns übernommen und messen uns selber immer wieder an irgendwelchen teilweise diffusen Maßstäben. Aber was könnten wir denn stattdessen tun?

Uns selbst mit offenem Herzen annehmen. So wie es vielleicht auch wichtig wäre, dass unsere Lehrer anfangen, unsere Kinder mit offenem Herzen anzunehmen und zu sagen, okay, ich habe gesehen, du kannst dieser Aufgabe nicht rechnen. Ich habe aber auch gesehen, dass du dich angestrengt hast und dass du es vielleicht einfach nicht verstanden hast.

Und wir können mal darüber reden, was können wir jetzt tun, damit du das Ganze verstehst. Ich weiß, dass unsere Lehrer, wenn wir erstmal ins Schulsystem gucken, dafür keine Zeit haben bei über 30 Kindern in der Klasse. Aber das hat ja eine Tragik, weil die haben Zeit dafür, ein Mangelhaft oder ein Ungenügen drunter zu schreiben und mit ihrem Rotstift wild zu agieren in den Klassenarbeiten.

Und das Kind erfährt wieder und wieder eine Bewertung und leider nur sehr wenig Hilfestellung und Unterstützung. Um es jetzt aber wieder auf unser Selbstmitgefühl zu übertragen, so sind wir manchmal auch für uns kein tröstender, unterstützender, mutmachender Lehrer, Lehrerin, sondern wir verurteilen uns. Genau so, mit dem Rotstift, mit einer Bewertung.

Wir setzen uns unter Druck und das ist so schade. Und in der Haltung des Selbstmitgefühls würde es uns gelingen, uns mit offenem Herzen anzunehmen. Ja, ich sehe, ich struggle.

Ja, ich sehe, dass ich da etwas noch zu lernen habe. Ich sehe auch, dass ich da aufgrund von einer Falschannahme einen Fehler gemacht habe. Ich sehe das und es ist okay.

Die Haltung ist voller Freundlichkeit, die Haltung ist voller Herzlichkeit, voller Fürsorge und voller Mitgefühl. Überleg mal, wann du das letzte Mal diese Haltung dir gegenüber eingenommen hast. Du merkst schon, heute sind viele Reflexionsfragen in der Folge drin.

Aber wann hast du das letzte Mal auf dich selbst mit dieser Haltung geschaut? Ich vermute selten. Aber egal.

Wir alle strugglen und wir strugglen auch mit dem Thema Selbstmitgefühl. Und jetzt, wo es mit dieser Folge in dein Bewusstsein kommt, vielleicht willst du das ja auch mit dem Buch von Christine Neff vertiefen, Selbstmitgefühl, kannst du anfangen, dich anders um dich zu kümmern, anders mit dir umzugehen und dein Herz für dich selbst zu öffnen. Es gibt einige Menschen unter uns, für die ist es ganz einfach, das Herz für andere aufzumachen.

Für andere geht das oft. Freundlichkeit, Fürsorge, Mitgefühl. Da sind sie umsorgend ihren Kindern gegenüber, umsorgend Freunden gegenüber, umsorgend den eigenen Eltern gegenüber.

All das geht oft. Nur für sich selbst können Sie diese Haltung noch nicht einnehmen. Weil Sie das Gefühl haben, Sie vermasseln es irgendwie.

Sie schaffen es nicht. Sie sind voll mit Schwächen. Sie laufen Ihren Zielen hinterher und kriegen sie nicht.

Aber gerade dann, gerade dann, wenn wir etwas nicht erreichen, wenn wir strugglen, wenn wir etwas vermasseln, Gerade dann ist die Haltung von Mitgefühl so wichtig. Und ein Beispiel, wo wir ganz konkret damit beginnen können, wo du ganz konkret beginnen kannst, ist dein Körper. Ich weiß natürlich nicht, und das ist jetzt hoch individuell, in welchem Zustand dein Körper gerade ist.

Bist du topfit, beschwerdefrei, gesund, in deiner Kraft, energiegeladen? Wunderbar. Ich freue mich total für dich und vermute mal, dass Selbstmitgefühl vielleicht gar nicht so ein großes Thema für dich ist.

Wenn du aber zu tun hast mit Schmerzen Verspannungen vielleicht auch mit schweren Erkrankungen dann ist es umso wichtiger dass du auf deinen K schaust und ihn nicht als kaputt und nicht funktionierend betrachtest sondern dass du eine andere Haltung einnimmst, die eher ruhig und weich ist und verständnisvoll. Dein Körper ist immer für dich, der macht dir keine Schmerzen, um dich zu ärgern, sondern der schmerz oder die dysfunktion oder die erkrankung ist eine folge davon dass er aus dem gleichgewicht geraten ist manchmal hast du auch genetisch vielleicht schon dinge mitbekommen die diesen körper nicht vollständig rund und im gleichgewicht laufen lassen die harte haltung deinem Körper gegenüber.

Die Bewertung, die Verurteilung, das Hadern damit, dass dein Körper nicht richtig funktioniert und vielleicht sogar Wut und Frust auf deinen Körper bringen dich nicht weiter. Von daher wäre das ein ganz konkreter Bereich, in dem du direkt anfangen kannst zu üben und mitfühlend auf deinen Körper schaust, warum er vielleicht gerade Spannungskopfschmerzen produziert, warum er Verspannung im Rücken und Nacken produziert, was er alles für dich leistet, jeden Tag und dass er dabei ist, in die Knie zu gehen.

Und dass du und dein Körper, wenn ich euch mal getrennt anspreche, eigentlich gemeinsam ein positives, freundliches, herzliches Miteinander finden müsst. Das Ignorieren von Schmerzen, das Wegdrücken von Schmerzen mit Schmerzmedikation ist keine Lösung. Es geht darum, in ein friedliches, freundliches Miteinander mit dem eigenen Körper zu kommen.

Und das wäre auch so ein Impuls aus dieser Folge, dass ich sage, hey, fang doch mit deinem Körper an, weil das ist oft noch einfacher als alles andere. Etwas anderes ganz Konkretes, was ich dir vorschlagen möchte, sind ein paar echte Trost- und Mutmacher-Sätze im Umgang mit dir selbst und deinem Körper. Und da gibt es so ein wunderschönes Schaubild, das ist mir mal in der Arbeit mit Kindern begegnet, was Kinderohren brauchen.

Und da sind fünf Sätze aufgeführt und die sind so schön und die möchte ich jetzt einmal mit dir teilen. Ich hab dich lieb. Ich glaube an dich.

Das hast du toll gemacht. Du bist etwas Besonderes. Ich bin stolz auf dich.

Und diese fünf Sätze, die kannst du sagen zu deinem Körper. Ich hab dich lieb. Das kannst du auch ausdrücken, indem du dich pflegst, eincremst, massierst, massieren lässt, zur physiotherapie gehst dich kümmerst ich glaube an dich gesundheit als ziel körper ich glaube an dich dass du es schaffst diese themen in den griff zu kriegen und wenn du eine verbesserung spürst dann ist es wichtig dass du anerkennst dass es eine verbesserung gegeben hat gut gemacht du bist etwas besonderes und das ist dein körper denn er ist einzigartig so wie du sieht niemand und ich bin stolz auf dich du hast diesen körper als geschenk bekommen und du darfst ein stolz auf deinen körper entwickeln und wenn wir jetzt mal weg gehen vom körper von Von dem Körperbild können wir das Thema der Mutmacher und tröstenden Sätze auch größer machen.

Ich hab dich lieb. Wann hast du das letzte Mal in den Spiegel geschaut und zwar richtig in den Spiegel, in deine Augen, deinen Blick über deinen Körper gleiten lassen und dir gesagt, ich hab dich lieb. In schwierigen Situationen, ich glaub an dich.

Ich glaube an dich. weil du bist etwas besonderes dich gibt es nur einmal ein einziges mal mit all deiner erfahrung deinem wissen deiner persönlichkeit du bist etwas besonderes und ich bin stolz auf dich auch ein kraftvoller satz weil egal wie schwierig dein weg war du Du bist bis hierher gekommen. Du hast so viel gelernt in deinem Leben.

Du hast so viel bew in deinem Leben Und ja es war nicht alles perfekt aber du hast bestimmt jede menge gr gr stolz zu sein und dahin zu schauen das w ich dir dringend raten oft wenn ich das thema selbstmitgefühl im therapieraum anspreche dann treffe ich aufs kepsis das ist ja eher so wie selbstmitleid das bringt doch nichts und soll ich mich etwa gehen lassen und teilweise auch die befürchtung das ist ja egoistisch also wenn ich mich gut finde und mich zu sehr mit mir beschäftige und auch noch stolz auf mich bin das ist ja irgendwie egoistisch aber das bedeutet selbst mit gefühl nicht es bedeutet weder dass ich resigniere noch dass ich mich und meine probleme für besonders wichtig halte es bedeutet vor allen dingen dass dass ich mich und meine Themen auch für wichtig halte.

Und dass ich aufhöre, diese Bewertung und diese Abwertung und diesen strengen Selbstdialog immer weiter zu führen. Und wir alle haben das gelernt. Ich habe das vorhin erklärt, das ist gesellschaftlich total etabliert.

Aber deswegen ist es noch lange nicht hilfreich. und es ist nicht hilfreich. Bedingungslose Freundlichkeit, Geborgenheit, Trost und Zuspruch, das sind die Dinge, die uns weiterbringen.

Auch wenn ich gerade ganz schön struggle, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin. Leg dir mal die Hand aufs Herz und sprich diesen Satz mal nach. Auch wenn ich gerade ganz schön struggle, Liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.

Ja, die innere Quelle von Güte, die darf angezapft werden, die darf überhaupt mal wiedergefunden werden und dann darf aus ihr geschöpft werden. Selbstzweifel und Selbstbewertung gehören da nicht hin Und dann, wenn du die aus der Quelle der inneren Güte schöpfst, dann kannst du dir eine Insel schaffen Eine Insel, auf der es ruhig und geborgen ist In dem Buch Emotionale Alchemie wird geschrieben, wenn wir unserem Schmerz mit liebevoller Zuwendung begegnen dann ist es wie Zauberei.

Selbst feste Knoten der negativen Selbstbewertung lösen sich auf. Auch das, finde ich, ist ein ganz schönes Buch und auch den Begriff der emotionalen Alchemie finde ich ganz wunderbar. Zum Abschluss noch eine weitere Reflexionsfrage, die ich dir mit in den Tag geben möchte oder vielleicht sogar in die Woche.

Wie reagierst du typischerweise auf Schwierigkeiten in deinem Leben? Wie reagierst du typischerweise auf Schwierigkeiten in deinem Leben? Und wenn du dir diese Reaktion mal anschaust, vielleicht weil dir Beispiele aus den letzten Tagen einfallen, vielleicht erlebst du aber auch in den nächsten Tagen ein Beispiel, wo du auf Schwierigkeiten in deinem Leben reagierst.

Und die Reaktion ist natürlich beim Thema Selbstmitgefühl nicht gemeint im Außen, also was tust du dann im Sinne von Problemlösung, Problemlösung, sondern mir geht es ja heute eher darum, wie sprichst du mit dir in diesem Moment? Und wenn du feststellst, dass du in dem Moment nicht offenen Herzens unterwegs bist und dass es dir in dem Moment noch nicht gelingt, die innere Quelle deiner Güte zu öffnen, dann ist das ein Trainingsprogramm für wahrscheinlich immer. Genau, denn wir sind so trainiert auf dieses alte Muster, dass wir immer wieder in die Stränge und in die Vorwürfe zurückfallen.

Deswegen ist es ein dauerhaftes Trainingsprogramm, aber eins, was es so wert ist und was du die nächsten Tage und Wochen vielleicht mal intensiv praktizieren solltest. und für dich nochmal zur Erinnerung die fünf Sätze, die so gut dazu passen. Ich hab dich lieb.

Ich glaube an dich. Das hast du toll gemacht. Du bist etwas Besonderes.

Und ich bin stolz auf dich. Ich wünsche dir wunderbare Erfahrungen mit diesen Sätzen und mit dem Konzept des Selbstmitgefühls und verabschiede mich für heute. Und ja, danke, dass du dabei warst und dass du die Zeit für dich genommen hast. Tschüss, deine Sabine.

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