← Alle Folgen
Nervensystem Folge 74 · 12. März 2020 · 22 Min
Cover: Trauma und Dissoziation

Trauma und Dissoziation

0:00 22 Min

Worum geht's?

Trauma- was ist das eigentlich? Und Dissoziation? Wie kann man sich das vorstellen? Heute versuche ich dir in meinen Worten einfach zu erklären, was sich hinter diesen komplexen Begriffen versteckt. Und natürlich zeige ich auch auf, wo die Behandlung von Traumata ansetzt und wie sie aufgebaut ist. Solltest du weitere Fragen zum Thema haben, schick' Sie mir gerne für eine Vertiefungsfolge.

Besuch mich auf Facebook oder Instagram.

https://www.facebook.com/bySabineBimmler/

https://www.instagram.com/sabinebimmler/

Leg los. ich freue mich auf dich! Deine Sabine

Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 2.764 Wörter · etwa 14 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo, herzlich willkommen bei Reife für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine Bimmler, Psychotherapeutin aus Köln und heute beschäftigen wir uns mit einem Thema, zu dem ich noch keine einzige Folge gemacht habe. Das liegt daran, dass dieses Thema so komplex ist und ich es für mich noch so wenig ordnen und greifen kann, dass es mir sehr schwerfällt, es dir zu erklären. So habe ich es immer weiter aufgeschoben, doch die Nachfragen von euch wurden immer drängender, weil es doch etwas ist, was viele Leute umtreibt. Das Thema ist Traumatisierung, Trauma und damit verbunden das Phänomen der Dissoziation.

Und da versuch ich mich heute dran. Ich weiß selbst noch gar nicht, wie es wird. Ich hab meine Notizen vor mir, meine Mindmap und versuch dir jetzt mal ein ja, einfaches Verständnis dieses sehr komplexen Geschehens zu geben und bin natürlich im Nachhinein gespannt auf dein Feedback, ob das geklappt hat. Fangen wir erst mal an mit Begriffsklärung. Ein Trauma, was ist denn ein Trauma, eine traumatisierende Situation?

Eine Situation ist immer dann traumatisierend, wenn wir sie für uns als lebensbedrohlich einstufen. Das heißt, ein Ereignis, was eine so große Angst, so eine große Bedrohlichkeit und so eine große, ja, Verletzungsgefahr unserer selbst mitbringt, dass wir es kaum aushalten können. Also unsere Ressourcen, unsere Bewältigungsressourcen sind zu gering, diese Situation irgendwie zu verarbeiten, zu verkraften und in unser Gedächtnis zu integrieren. Das zeigt schon, ob eine Situation als ein Trauma empfunden wird oder nicht. Das ist von der Person abhängig, die es erlebt.

Es gibt Situationen wie schwere Autounfälle, wo manche Menschen traumatisiert draus hervorgehen, andere Menschen jedoch mit 1 Resilienzfähigkeit durchaus über die notwendigen Verarbeitungsressourcen verfügen, diese auch anwenden und in dieser Situation keine Traumatisierung entwickeln. Dann gibt es wiederum Situationen, die für alle Beteiligten, egal wen es erwischt, so traumatisierend sind, dass eigentlich mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit ein Trauma entsteht. Und da denken wir natürlich an Missbräuche, die über die ganze Kindheit hinweg sich immer wieder wiederholen, bedrohliche Situationen, wo Kinder deren Ressourcen noch nicht so ausgeprägt sind in 1 Art und Weise, ja behandelt werden, wie sie es nicht verarbeiten können, oft ja auch noch von Personen, die eigentlich auf sie aufpassen sollten. Also nimm erst mal mit, ein Trauma ist eine Situation, in der die Person, die betroffen ist, dieses Trauma nicht verarbeiten kann, weil ihre Ressourcen in puncto Emotionsregulation, Verarbeitungskapazitäten nicht ausreichen. Die damit verbundenen Gefühle sind so groß, dass die Person es nicht verarbeitet bekommt.

Ja? In dieser Situation, wenn jemand so etwas erlebt und jetzt kommen wir zur zweiten Begriffsklärung, dann dissoziiert diese Person. Also hier haben wir das Phänomen der Dissoziation. Das heißt, diese Person entfernt sich mit ihrer Wahrnehmung, mit ihrem Bewusstsein, mit ihrem Gedächtnis und ihren Körperempfindung aus dieser Situation. Sie schaltet sich, man kann es sich so vorstellen, ein Stück weit ab in dem Moment.

Es ist also eine Extremform von dem Freeze, was Du aus der Angstbewältigung kennst. Also wenn Du 1 sehr beängstigenden Situation ausgesetzt bist, dann haben wir ja diese 3 Mechanismen flight, Fight, oreze. Und Dissoziation heißt, ich ist sozusagen eine Hochform von Freeze. Der Mensch kann nicht weg, also schaltet er sich in der Situation ab. Er friert ein, er schaltet sich ab, er stumpft ab in dieser Situation und lässt das Ganze über sich ergehen.

So, also in der traumatischen Situation wird das 1. Mal dissoziiert. Der Ich Anteil, dem jetzt gerade das Unheil passiert, wird sozusagen ins Unterbewusste verschoben und alle Erinnerungen, Gefühle, Körperwahrnehmung, die mit diesem Ich Anteil, der in der Situation leidet, verknüpft sind, können somit auch ins Unterbewusste verschoben werden. Das erklärt zum Beispiel dieses Phänomen, kennst Du, dass Menschen manchmal einen Missbrauch gar nicht erinnern oder auch vor Gericht, wenn sie von 1 Vergewaltigung berichten, häufig nicht über die Situation akut berichten können, weil dieser Schutzmechanismus gegriffen hat. Dissoziation ist also ein Notfallprogramm im Sinne des Frieses, in dem Gefühle, Gedanken und die Verletzungen, die belastenden Erinnerungen ins Unterbewusste verschoben werden.

Das macht den Menschen wiederum möglich, nach dem Ereignis im Alltag ganz normal weiter zu funktionieren, weil das ganze Päckchen so weit weggelegt ist, dass sie da nicht weiter dran rühren müssen. Jetzt hast Du schon 2 Begriffe kennengelernt. Einmal das Thema, was ist überhaupt eine traumatisierende Situation, aus der ein Trauma entstehen kann, und was für ein Schutzmechanismus ist eigentlich die Dissoziation? Dissoziation, würde ich jetzt noch gern erklären, ist eigentlich das Gegenteil von Assoziation, was wiederum für Verbindung steht. Also normalerweise sind wir in Situationen, wir als Person, wir als Menschen, auch Du, das ist alles als Menschen, auch Du, das ist alles ganz komplex miteinander assoziiert.

Unsere Wahrnehmung, wenn Du jetzt im Augenblick diese Situation nimmst, in der Du bist, deine Wahrnehmung, dein Bewusstsein, dein Gedächtnis, deine Körperempfindung, deine Identität und deine ganz komplexes Gebilde, was eng miteinander verzahnt ist. Das heißt also, Du bist komplett assoziiert jetzt im Moment mit dir und mit dem, was Du tust. Dissoziation meint, dass genau das entkoppelt wird. Diese komplexe Verbindung wird aufgebrochen und ein Teil von Wahrnehmung, Gedächtnis, Körperempfindung, Identität, Verhalten wird einfach wie zur Seite gepackt und weggeschlossen. Es ist eine Entkopplung, eine Fragmentierung, die kann sehr große sein.

Es können also komplette Situationen weggepackt werden. Dissoziation kann aber auch im Kleinen stattfinden. Das heißt, vielleicht sind nur bestimmte Körperempfindungen ausgeblendet oder bestimmte Gerüche sind ausgeblendet oder bestimmte Bilder, die man hat, sind ausgebildet. Menschen, die traumatisierenden Situationen ausgesetzt waren und dadurch ein Trauma entwickelt haben, zeigen oft sehr starke Dissoziationssymptome. Das heißt, das Päckchen wurde weggeschlossen und die Alltags Ich Anteile übernehmen das Zepter und funktionieren.

Ja? Was aber dann passiert, ist, dass sie bestimmten Triggern begegnen. Also das können auch wiederum Gerüche sein, das können Geräusche sein, das können bestimmte Orte sein. Und diese Wahrnehmung, diese Wahrnehmung der Trigger, also jetzt nehmen wir jetzt zum Beispiel den Veteran, der plötzlich einen lauten Knall hört, weil eine Tür zuschlägt und sich sofort zurückversetzt fühlt in eine Situation, die er im Kriegsgebiet erlebt hat. Diese Trigger führen dann zu 1 ganz plötzlichen Überflutung, weil plötzlich dieser weggeschlossene Ich Anteil mit all seinen Wahrnehmungen, seinem Bewusstsein, seinem Gedächtnis, seinen Körperempfindung, seinem Verhalten auftaucht mit 1 Gewalt, sich den Weg nach vorne bahnt und alle Gefühle direkt mitkommen.

Und das ist ja wie in der traumatisierenden Situation selber. Derjenige hat womöglich immer noch nicht die Ressourcen, das zu bewältigen, weil er hat das Ganze ja weggepackt und nicht gelernt, so viel Ressourcen aufzubauen, dass er die Situation bearbeiten kann. Und deswegen kommt es überflutend und häufig auch retraumatisierend immer wieder für andere Menschen oft nicht nachvollziehbar, welches Verhalten derjenige plötzlich zeigt, ja. Weil wenn wir diese Trigger nicht kennen und derjenige plötzlich komplett verändert auf uns wirkt, weil dieser unterdrückte Persönlichkeitsanteil plötzlich auftaucht, da sehen wir Gefühle, die durchschlagen. Plötzlich sehen wir jemanden zu Drogen und zu Alkohol greifen, extreme Verhaltensweisen ausüben, das irgendwie auszugleichen, diese Emotion irgendwie zu regulieren.

Sie ist halt in dem Moment noch nicht möglich, weil sie immer noch zu stark ist. Und das, was dort dort auch häufig passiert, ist, dass derjenige sich dann wieder in die Dissoziation zurückbewegt, weil das sein einziges Mittel ist, diese für ihn immer noch unaushaltbare Situation wieder aushaltbar zu machen. Es wird aber wieder verpackt, geparkt, weggepackt das Ganze und es ist immer noch unbearbeitet und wenn der nächste Trigger kommt, schlägt es wieder durch. Dieser Mechanismus greift häufig sehr lange und Ziel der Therapie ist es, diesen Mechanismus aufzulösen und etwas Neues zu lernen. Menschen einen Ausstieg zu ermöglichen, nämlich wenn plötzlich eine Überflutung stattfindet, ihnen schnell Strategien an die Hand zu geben, sich selbst zu stabilisieren mit den Emotionen, die damit verbunden sind, umzugehen und dadurch von dieser Situation nicht mehr so überflutet zu werden, sondern wahrzunehmen, ich bin kompetent genug, ich kann das händeln, ich kann das integrieren, ich schaffe das.

Das ist das Ziel der Traumatherapie. Kommen wir noch einmal zu dem Phänomen Dissoziation zurück. Also wie kann man sich Dissoziation vorstellen? Die Dissoziation findet so statt, dass derjenige wie in so ein Tunnel guckt plötzlich und er hat eine ganz hohe Fokussierung auf bestimmte Dinge. Andere Dinge werden aber in dem Moment komplett ausgeblendet.

Du kannst dir das vorstellen wie bei so 1 Kamera, die auf bestimmte Aspekte sehr scharf gestellt wird. Und das heißt, derjenige, wenn er in den dissoziativen Zustand kommt, fokussiert sehr stark auf bestimmte Dinge und blendet andere Dinge aus. Deswegen kann er aber auch auf bestimmte andere Sachen nicht zugreifen. Also auch ein Flashback ist letztendlich eine Dissoziation, aber keine, die Na ja, nein, das ist ich glaube, das ist jetzt falsch gesagt tatsächlich. Ich muss da noch mal zurückrudern.

Also die Dissoziation passiert nicht immer willentlich, sondern wir haben sie ja vorhin als eine Lösungsstrategie, die der die der die das die der die der die das System sich gebaut hat in der Situation hab ich sie vorgestellt. Und so ruft das System sie auch häufig wieder ab. Aber manchmal wird die Person auch durch die Reaktivierung dieser Erinnerung dissoziiert sie. Also wir sehen das auch manchmal im Therapieraum, wenn wir uns den traumatischen Erinnerungen zu schnellen nähern, schaltet die Person sich einfach wieder ab. Und zwar in der ganz aktuellen Situation und plötzlich ist die wie weg.

Das heißt, man hat einen fast leeren Menschen vor sich sitzen. Man hat das Gefühl, da ist nur noch eine Hülle, weil was in dem Moment passiert ist, es entsteht ein Tunnelblick auf das, was die Person grade erinnert und dadurch schaltet sie ganz viel ab. Derjenige sitzt zwar im gleichen Raum mit dir, aber er ist einem komplett anderen Film. Die Menschen beschreiben die Art der Dissoziation, wenn sie in diesen Zustand eintauchen, also aus der Retraumatisierung oder aus der Traumatisierung in den dissoziativen Zustand als etwas ganz Unwirkliches, als ein Gefühl der Entfremdung. Sie sehen sich wie aus 'ner dritten Person und fühlen sich fast körperlos taub und kalt.

Sie können auch nicht mehr so gut fühlen und sie werden ganz still, sie sind nicht mehr so handlungsfähig, sie sind wie abgeschaltet. Und dann übernehmen andere Ich Anteile sozusagen die Alters die Alltagsfunktion. Also man geht seinem Job nach, man macht die Aufgaben, die gerade anstehen, aber dieser dissoziierte Teil, der ist ja immer noch irgendwie da und läuft mit. Ich hoffe, ich konnte das Phänomen etwas deutlicher erklären und würd jetzt gern noch kurz 'n Blick auf die Therapie werfen. Was versuchen wir eigentlich in der Therapie?

Also in der Therapie geht es erst einmal darum zu akzeptieren, dass dieses Geschehen passiert ist, ja? Also eine Person muss erst einmal für sich akzeptieren und verarbeiten, dass ihr etwas so Schlimmes widerfahren ist. Und dazu gehört auch, dass diese Fragen wie warum ich? Warum musste mir das passieren? Das ist alles so schrecklich.

Ich will gar nicht, dass das passiert ist. Dass all diese Mechanismen, die sozusagen eher so in Verleugnung und Verdrängung gehen, dass die ja angeschaut werden und für nicht hilfreich erklärt werden und man stattdessen dahin kommt und sagt, ja, das war so. Ich habe diese Dinge in meiner Kindheit erlebt. Und ich kann mir noch so sehr wünschen, dass es mir nicht passiert wäre. Es ist passiert, es hat stattgefunden.

Was wir grade bei ja von Menschenhand Traumatisierten machen müssen, also Menschen, die durch jemand anders zu schade gekommen sind. Wir müssen direkt zu Beginn dafür sorgen, dass der Täterkontakt unterbrochen wird. Also solange wie jemand im Täterkontakt ist, also vielleicht mit dem Partner immer noch zusammenlebt, der ihm Schlimmes antut, immer wieder, so lange wie das Kind noch in der Familie ist, wo es missbraucht wird, ist keine Traumaberehandlung möglich. Weil die Stabilität, die Sicherheit ist für den therapeutischen Prozess ein ganz wichtiger Bestandteil. Deswegen neben der Akzeptanz, dass es passiert ist, müssen wir im Außen sicherstellen, dass es keinen Täterkontakt mehr gibt.

Und dann geht es schnell dahin, dass wir anfangen, Ressourcen zu aktivieren, dass wir uns die Stärken der Person angucken, weil sie hat es ja bis in den Therapieraum geschafft. Das heißt, wir müssen es per se mit 1 sehr starken Person zu tun haben, die hat die Mittel und Ressourcen aufgebracht, bis zu mir oder zu jemand anders in den Therapieraum zu kommen. Das heißt, da schlummern Kräfte, da schlummern Ressourcen. Und das gilt es der Person, die sich häufig sehr schwach fühlt, die häufig das Gefühl hat, ich komm überhaupt nicht klar, noch mal deutlich zu machen. Und dann gilt es zu überlegen, wie können wir noch mehr Ressourcen wecken und heben, weil wir die wiederum brauchen, wenn wir anfangen, mit dem Trauma zu arbeiten?

Dann geht es ganz häufig in ein sogenanntes Skill Training. Man muss es auch gar nicht so nennen, aber es ist letztendlich die Emotionsregulation, die gelernt werden muss. Also wie gehe ich mit starken Gefühlen Und dazu hast Du von mir in den Podcastfolgen schon einiges bekommen. Gefühle kommen und gehen und egal wie bedrohlich und existenziell bedrohlich sie sich anfühlen, es sind nur Gefühle. Und mit Gefühlen einen Umgang zu finden und Lösung zu finden und im Sinne von Skilltechniken, die aus der Behandlung kommen, zu schauen, wie kann ich mich aus diesen Gefühlen rausholen, wenn sie so stark sind?

All das muss der Patient, die Patientin an dieser Stelle lernen. Und auch da werden sicherlich schon Strategien da sein. Auch da bauen wir auf das auf, was die Person alles schon mitbringt und machen ihr noch einmal bewusst, was sie alles schon kann und versuchen dann noch mehr dazu zu bringen, damit sie das nächste Mal, wenn sie in den Zustand kommt, dass sie das Trauma reaktiviert, anders vorgehen kann, als sie sich das bisher angeeignet hat. Denn ihre bisherige Vorgehensweise und das ist das größte Problem beim Traumatisieren, führt dazu, dass das Trauma, Du kannst es dir wirklich so vorstellen, im Gedächtnis in 1 Art Zwischenspeicher landet. Es wird nicht richtig in die Lebensgeschichte, die in einem anderen Gedächtnisteil abgespeichert ist, integriert, sondern es bleibt in so 1 Art Zwischenspeicher hängen.

Und dadurch, dass es in diesem Zwischenspeicher hängt, ist es durch Trigger von außen relativ unkontrolliert aktivierbar. Heißt unsere Lebensgeschichte und all das, was wir erlebt haben, das 1. Mal, als Du Fahrrad gefahren bist, das 1. Mal, als Du einen Menschen geküsst hast, all das ist in einem bestimmten Gedächtnisteil abgespeichert. Deine Biografie.

Bei Traumatisierten, grade bei komplex Traumatisierten, also Menschen, die über längere Zeit Schlimmes erlebt haben, ist es so, dass diese Erinnerung nicht an die Stelle im Gehirn wandert, so kann man es sich zumindest vorstellen, sondern im Zwischenspeicher hängen bleibt. Was dazu führt, wenn die 1 bestimmten Reizsituation ausgesetzt wird, dass das Ganze komplett unkontrolliert aktiviert wird. Unser Ziel ist es, in der Traumabearbeitung und da gibt's unterschiedliche Techniken für, mit demjenigen an dieser Integration zu arbeiten. Das heißt auch, wenn ich an den Anfang der Folge zurückkomme, hatte ich dir erklärt, dass das Ganze diese ganze, ja, Wahrnehmung, Erinnerung, das Bewusstsein über die traumatisierende Situation ins Unterbewusste gedrückt wird. Und dieser Prozess, es ins Unterbewusste zu drücken, führt eben dazu, dass es nicht gut abgespeichert werden kann.

Und deswegen holen wir's ins Bewusstsein, integrieren es in die Lebensgeschichte und dadurch verliert es den Status 1 Traumatisierung und ist immer noch eine ganz eine Erinnerung an ein ganz schlimmes Ereignis, aber es liegt in dem Biografiegedächtnis der Person. Das ist jetzt bestimmt fachlich von den Fachwörtern her nicht superpräzise ausgedrückt. Es ist meine Art, es mir vorzustellen und hoffentlich auch für dich eine Möglichkeit, dir ein Bild zu geben, was da eigentlich passiert. In der Traumabearbeitung selbst nähern wir uns dann den Erinnerungen mit unterschiedlichsten Techniken, die der Person helfen, sich mit der Situation auseinanderzusetzen. Aber erst, nachdem wir Akzeptanz geschaffen haben, Täterkontakt unterbrochen haben, Ressourcen reaktiviert haben, Emotionsregulation geübt haben, dann beginnen wir mit der eigentlichen Traumabearbeitung im sicheren Raum.

Und ja, vielleicht werde ich dazu noch mal eine Folge machen, welche Techniken der Traumabearbeitung eigentlich grade State of the Art sind. Es würde heute den Rahmen der Folge sprengen, weil ich seh, dass wir jetzt schon bei 22 Minuten sind. Ich danke dir für deine Geduld. Ich hoffe, dass es für dich interessant war und nachvollziehbar, was ich da erklärt habe. Falls nicht, schick mir bitte unbedingt deine Fragen auf Instagram, Facebook oder an meine E-Mail-Adresse Sabine at Bimler Punkt com.

Und dann würde ich einfach noch mal nachjustieren und nacherklären zum Thema Trauma und Dissoziation, wenn es da einen Bedarf gibt. Und in diesem Sinne wünsch ich dir heute einen wunderschönen Tag.

Weitere Folgen

Passend dazu

Mehr aus Nervensystem →
Wenn die Seele über den Körper spricht: Psychosomatik verstehen
Nervensystem Wenn die Seele über den Körper spricht: Psychosomatik verstehen
Nervensystem beruhigen: Was im akuten Moment wirklich hilft
Nervensystem Nervensystem beruhigen: Was im akuten Moment wirklich hilft
Warum dich neuerdings alles so schnell aus der Ruhe bringt
Nervensystem Warum dich neuerdings alles so schnell aus der Ruhe bringt
Werbung

Die folgenden Empfehlungen enthalten Partner-Links. Kaufst du darüber, erhält der Podcast eine kleine Provision — für dich bleibt der Preis derselbe.

Meine Empfehlungen

Ausgesucht von Sabine — weil sie gut zu dieser Folge passen.

📖
Act bei Trauma

ACT-Ansatz bei belastenden Erfahrungen

Zum Produkt →
📖
Buch angst vor Krankheiten überwinden

Ratgeber: Umgang mit Krankheitsängsten

Zum Produkt →
Die Glückspost

Ein ruhiger Gedanke.
Jeden Sonntag.

Ein kurzer, fundierter Impuls zum Innehalten — kostenlos in dein Postfach. Kein Spam, nur Substanz.

Fast geschafft: Wir haben dir eine Bestätigungsmail geschickt. Klick den Link darin, dann bist du dabei.

Jederzeit mit einem Klick abbestellbar.