Du fragst dich, ob ein Klinikaufenthalt für dich oder einen Menschen in deinem Umfeld eine Lösung ist? Akutbehandlung, psychosomatische Reha…- all das sind noch Fremdworte? Dann höre hier rein und verstehe, welche Arten der stationären Behandlung es gibt und wann sie sinnvoll sind. Solltest du mehr Fragen haben, bitte schreib mir eine e-mail. Ich beantworte sie gerne. sabine@bimmler.com
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
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Hey, hallo. Herzlich willkommen bei reif für die Couch, dem Psychologiepodcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Als Psychotherapeutin vermittle ich dir Wissen rund die Themen Depression, Angst, Burn out. Dazu gebe ich dir Tools an die Hand, damit Du den Weg für deine Veränderung freimachen kannst. So erlebst Du weniger Stress, mehr Freude am Leben und innere Ruhe.
Und das ohne, dass Du dein Leben gleich komplett auf den Kopf stellen musst. Heute möchte ich gerne mit dir über das Thema Behandlung in der Klinik reden. Wenn das also für dich interessant ist, weil Du selbst überlegst, ob ein Klinikaufenthalt dir helfen könnte oder weil Du vielleicht einen Angehörigen hast, der eventuell in eine Klinik muss, dann geborene ich dir hier in der Folge einen Einblick darüber, welche Behandlungsmöglichkeiten es doch gibt, wie dieses Kliniksystem aufgebaut ist. Und ja, auch eine Idee natürlich davon, wann ist ein Klinikaufenthalt sinnvoll und wie kann der dann aufgestellt sein? Das Ganze geht auf eine Zuschauerfrage zurück.
Vielen Dank dafür für diese Idee. Die Zuschauerin hat gesagt, Mensch, mein Klinikaufenthalt hat mir so sehr geholfen. Und ich würde, ich weiß, dass viele Leute sich so schwertun mit dem Schritt. Mach doch mal eine Folge und erklär den Leuten mal, was da genau passiert, ihnen die Angst zu nehmen. Und räum mal son bisschen mit der Stigmatisierung auf, dass eine psychiatrische Klinik immer noch aussieht wie bei 1 Flug übers Kuckucksnest.
Kahle Wände, Gitter vor den Fenstern und stark sedierte Menschen. Dann ich fand die Idee einfach super, habt ihr jetzt auch direkt aufgenommen. Und deswegen gibt's heute diese Folge, die dich mit den wichtigen Informationen versorgt, wenn Du da eine Entscheidung zu treffen hast. Grundsätzlich ist es so, dass psychische Erkrankungen vergleichbar sind mit körperlichen Erkrankungen. Und ähnlich funktioniert das auch mit dem Kliniksystem.
Wenn deine körperliche Erkrankung noch relativ leicht ist und ungefährlich für dein Gesamtsystem als Mensch, dann gehst Du einfach zum Hausarzt, ja. Du wirst da untersucht, Du bekommst Medikamente, Du bekommst Ratschläge, wie Du das in Griff kriegen kannst. Wenn die Krankheit etwas komplizierter wird, dann gehst Du zu einem Facharzt. Dann sagt der Hausarzt, mir reicht es jetzt nicht mehr. Ich überweise Sie an einen Facharzt.
Das ist im Bereich der psychischen Erkrankung der Psychiater. Parallel zum Psychiater wird eben oft noch der Psychotherapeut, also Menschen wie ich empfohlen, weil man sagt, okay, das braucht jetzt auch eine psychotherapeutische Behandlung neben der fachärztlichen Behandlung. Auch dieser Weg kann weiterverfolgt werden. Wenn sich die Symptome aber trotzdem noch verschlimmern und dein Gesamtsystem immer weiter in Schieflage gerät, kann es sein, dass ein Klinikaufenthalt sehr sinnvoll für dich ist. Und da gibt es natürlich einen ja, wie einen geplanten Klinikaufenthalt, wo man wirklich sagt, okay, ich mach das, wieder zu Kräften zu kommen.
Ich führe eine Phase der Intensivbehandlung durch. Das sind ganz klassische psychiatrische Fachkliniken, die Aufenthalte zwischen 3 und 6 Wochen anbieten, wo man medikamentös eingestellt wird. Das muss nicht unbedingt sein, ist aber meistens der Fall, wo man verschiedene therapeutische Angebote bekommt und wo man an seinen Themen arbeiten kann, natürlich letztendlich die Symptome zu reduzieren und wieder Lebensfreude zu empfinden, Alltag zu bewältigen und natürlich auch wieder, arbeitsfähig zu werden. Viele Menschen, die so weit sind, dass sie in eine Klinik gehen, sind in einem Zustand, wo sie nicht mehr arbeiten können. Das Ganze kann aber wie im körperlichen Bereich auch, auch noch deutlich dramatischer werden.
Es kann sein, dass ein Arzt sagt, nee, passen Sie auf. Mit den Symptomen, mit denen Sie im Augenblick zu tun haben, kann ich das eigentlich nicht mehr verantworten, dass Sie außerhalb der Klinik sind. Deswegen weise ich Sie ein in eine Akutbehandlung. Das ist dann kein richtig geplanter Aufenthalt mehr, sondern der Arzt ordnet an und das Ganze ist zeitkritisch und dann muss man auch in die Klinik. Ähnlich vergleichbar, wie wenn Du zum Beispiel eine schlimme oder eine Entzündung am Herzen hast, am Herzbeutel.
Das erreicht auch irgendwann ein Stadium mit Symptomen, wo der Arzt sagt, nee, kann ich jetzt nicht mehr verantworten, gehört in eine klinische Behandlung, weil der Patient eine engmaschige medizinische Betreuung braucht. So ist das letztendlich bei den psychischen Erkrankungen auch. Dann sagt der Arzt, nee, also hier, psychiatrische Fachklinik, akute Station, da gehst Du hin, weil Du brauchst erst mal Hilfe. Das ist manchmal an klaren Kriterien messbar. Zum Beispiel bei 1 Essstörung gibt es sehr klare Anweisungen, welcher BMI vorliegen muss, damit man jemand überweist.
Es ist aber in der Regel, wie bei körperlichen Erkrankungen auch, dem Urteil des Arztes überlassen, ob er es für notwendig hält oder nicht. Kein Arzt kann dich zwingen in die Klinik, ist bei körperlichen und psychischen Störungen genau gleich. Der Arzt kann es nur anordnen und darauf hoffen, dass Du es machst, wenn er es für sinnvoll hält. Bei den psychischen Störungen gibt es allerdings noch eine Steigerungsform, wo der Arzt es tatsächlich in Form 1 Zwangseinweisung vornehmen kann. Und das tut jemand immer genau dann, wenn er das Gefühl hat, dass entweder das Leben des Patienten in Gefahr ist, wenn zum Beispiel Suizidgedanken so drängend sind, im Rahmen von Depressionserkrankungen kommt das vor.
Oder die andere Variante, die ein Arzt dazu bringen kann, das zu tun, ist, wo wenn er das Gefühl hat, es sind andere in Gefahr. So was passiert in der Regel bei Menschen, die unter Wahnvorstellungen leiden. Es kann sein, dass sie eine Wahnvorstellung entwickeln, die dazu führt, dass sie sich so seltsam benehmen und ja, andere in 1 bestimmten Art und Weise Ich glaub, ich muss da 'n Beispiel machen. Also ich hatte mal den Fall, dass ein schizophrener Patient Feuer gesehen hat in Häusern, wo überhaupt kein Feuer war. Und der hat halt angefangen, Leute zu retten, an denen zu ziehen, die aus dem Haus zu ziehen, weil er gedacht hat, das Haus brennt, obwohl es gar nicht brannte.
Und das ist natürlich der Punkt, wenn so was vorliegt, wenn der also versucht, wirklich mit aller Kraft Leute aus Häusern zu ziehen, wo man auch sagen würde, nee, jetzt sind die Warenvorstellungen so stark, der es kann sein, dass der andere dabei gefährdet bei dem, was er tut. Und so jemand wird dann auch in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Der Prozess ist a, relativ selten und der ist natürlich auch im Hintergrund mit einem ja, sauberen Verfahren verknüpft, weil da wird auch ein Richter eingeschaltet, dem das Ganze vorgetragen wird und der der Zwangseinweisung zustimmen muss. Ich würde aber über diesen seltenen Fall gar nicht so viel reden, weil der so selten ist, sondern ich möchte dir lieber die unterschiedlichen Behandlungsansätze erklären. Wenn wir uns einmal das psychiatrische Klinikangebot angucken, dann gibt es die psychiatrische Akut Station.
Und auf dieser Station ja, kommen Menschen zusammen, bei denen der Arzt sagt, nee, die Alltagsversorgung ist eigentlich nicht mehr gewährleistet. Wir können diese Person nicht mehr in ihrem Kontext Familie, in ihrem Kontext allein lebend lassen. Die braucht engmaschige medizinische Betreuung. So jemand geht in eine Akutbehandlung. Die findet in Kliniken vor Ort statt.
Da sind natürlich die großen Unikliniken, wie hier in Köln zu nennen, LVR Kliniken. Du kannst das letztendlich im Internet für deine Stadt- und für deinen Postleitzahlenbereich nachschauen, welche psychiatrische Klinik in einem solchen Fall für dich die 1. Anlaufstelle ist. Dein Arzt, dein Psychotherapeut und auch dein Psychiater können dir dabei natürlich auch helfen, weil in der Regel schreiben die dir auch eine Einweisung und bestätigen, dass Du wirklich eine solche Behandlung brauchst. Das ist wenig geplant, dieser Aufenthalt, sondern der entsteht aus 1 gewissen Dringlichkeit heraus und es findet eine medizinische Erstversorgung auf intensivem Niveau statt.
Es sieht nicht mehr aus wie bei 1 Flug übers Kuckucksnest. Psychiatrische Kliniken, psychiatrische Stationen sind häufig wirklich nett hergerichtet. Es gibt Aufenthaltsräume. Die Patienten haben teilweise Zweibettzimmer, die auch sehr nett gestaltet sind. Das ganze Pflegepersonal, was da ist, das medizinische Personal, das therapeutische Personal.
Alle arbeiten daran, eine Atmosphäre zu kreieren, in der ein Patient gesund werden kann. Das heißt, viele Kliniken sorgen auch vom vom räumlichen, vom Angebot, von der Art und wie sie mit Menschen umgehen dafür, dass es sich gar nicht so krankenhauslike anfühlt, sondern dass es schon eher eine Wohlfühlatmosphäre gibt. Eine Alternative dazu und das wird auch oft in den Kliniken angeboten, ist die sogenannte Tagesklinik. Hier schläfst Du als Patient nicht in der Klinik, sondern Du kommst morgens ungefähr 8 Uhr und hast bis 16 oder 17 Uhr Programm. Das bildet so einem ganz klassischen Arbeitsalltag nach, in dem hier aber auch Therapie, medizinische Betreuung und so weiter stattfindet.
Es unterscheidet sich gar nicht so sehr von der Akutklinik. Der große Unterschied ist, dass Du eben abends nach Hause gehst und dass Du am Wochenende zu Hause bist. Das heißt auch, dein Zustand ist etwas ja, besser als der von den Menschen, die tatsächlich in der Klinik sind. Es kann total Sinn machen, 'n tagesklinischen Aufenthalt zu wählen, wenn man sagt, will aber abends nach Hause, ich will bei meiner Familie sein. Mich belastet das gar nicht, sondern das ist für mich eher eine Ressource.
Es gibt aber auch Menschen, die sagen, ich muss raus aus dem Alltag. Nein, ich möchte abends nicht nach Hause. Nein, ich möchte nicht noch die Wohnung putzen. Ich möchte mich nicht noch irgendwelche organisatorischen Dinge kümmern. Ich möchte lieber ein, ich möchte raus aus meinem Leben wie sonen richtigen ja, Break haben.
Und da macht es dann Sinn, eher den richtigen klinischen Aufenthalt zu wählen. Das solltest Du, wenn das deine Fragen sind, auch diskutieren mit deinem Psychotherapeuten, falls Du einen hast, mit deinem Psychiater. Du kannst das gerne auch mit mir diskutieren, indem Du mir die Frage schreibst, mir kurz deine Situation schilderst und sagst, hey, so und so sieht das aus. Was empfiehlst Du mir? Auch dafür bin ich offen.
Also jetzt hatten wir schon die Fachkliniken und die Tageskliniken. Es gibt natürlich Fachkliniken, die sich auf bestimmte Dinge spezialisiert haben. Zum Beispiel gibt es in Bad Oeynhausen eine Klinik, die ist auf Essstörungen spezialisiert und hatte einen sehr, sehr guten Ruf. Und wenn Du dich 'n bisschen im Internet umschaust, dann wirst Du finden, dass es Kliniken für unterschiedliche Bereiche gibt. Ein eher geplanter Klinikaufenthalt, der häufig eher in den Bereich der Rehabilitationsbehandlung fällt, der kann auch Sinn machen.
Rehabilitationsbehandlung meint ja immer, derjenige wird so fit gemacht, dass er wieder am Arbeitsleben teilnehmen kann und dass er seinen Alltag wieder hinbekommt. Es ist eine Frage oft, wer übernimmt die Kosten? Eine Akutbehandlung wird immer von der Krankenkasse bezahlt. Bei 1 Rehabilitationsbehandlung, bei 1 klassischen Reha, früher hat man das eher mal Kur genannt, ist es häufig die Rentenversicherung, die auf den Plan tritt, weil die deine Arbeitsfähigkeit wiederherstellen möchte. Das ist ein geplanter Klinikaufenthalt.
Und da kannst Du dich unabhängig von deinem Wohnort viel mehr umorientieren und kannst schauen, wo gibt es denn Kliniken, die für mich infrage kommen? Und da ist also deutschlandweit ist dem Ganzen eigentlich keine Grenze gesetzt. Wenn Du sagst, ich möchte lieber son Aufenthalt in Richtung See haben, kannst Du dich eher nach Norden orientieren. Oder Du gehst lieber in die Berge Richtung Süden. Du bleibst irgendwo in der Mitte.
Das Angebot dafür ist schier grenzenlos. Es kann auch sein, dass Du dir eine Klinik wie Bad Oelnhausen wieder mit Essstörungsschwerpunkt oder mit anderen Schwerpunkten heraussuchst, wobei die Klassiker wie Depression und Angst eigentlich überall behandelt werden. Diese dieser Klinikaufenthalt, der muss vorher beantragt werden. Der findet also nicht akut mit Einweisung des Arztes statt, sondern Du musst vorher mit deiner Krankenkasse und deinem Rentenversicherungsträger klären, wer die Kosten für den Aufenthalt übernimmt, dir eine Bewilligung holen. Und mit dieser Bewilligung suchst Du dir dann eine Klinik.
Du siehst, das hat zwar auch was mit der Intensität der Symptome zu tun, aber es ist nicht so ein Hauruckverfahren. Das ist eher geplant gemeinsam mit dem Hausarzt, mit dem Psychotherapeuten, mit dem Psychiater. So, jetzt überleg ich mal, was passiert denn in den Kliniken? Und da kann ich jetzt tatsächlich sowohl die Tageskliniken als auch die Rehabilitationskliniken als auch die psychiatrischen Fachkliniken ja zusammenfassen. In der Akutbehandlung findet sicherlich weniger therapeutisches Angebot statt, weil die Menschen, die dort sind, gar nicht so belastbar sind.
Das heißt, in den anderen Kliniken findet zwar ein ähnliches Programm statt, aber in 1 höheren Intensität, weil Du als Patient da schon mehr schaffen kannst. Es ist eigentlich so, wenn Du in eine psychiatrische, wie auch immer geaddete Klinik kommst, bekommst Du erst mal einen Bezugspfleger und einen Bezugstherapeuten. Das sind die beiden, die dir zugeordnet werden. Das sind die Menschen, die für dich therapeutische Ansprechpartner sind. Dazu kommt natürlich der Arzt.
Der ist eher für die medizinischen Fragen, für die Medikamente da. Manchmal hat er eine psychotherapeutische Ausbildung und kann auch als zusätzlicher Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Die Krankenpfleger sind wirklich im Bereich der psychiatrischen Versorgung sehr, sehr wichtig. Sie haben einerseits eine fachliche Kompetenz, viel Erfahrung und sie sind immer vor Ort und immer ansprechbar. Die Therapeuten bieten in der Regel Gespräche an, Gespräche im Einzel, moderieren aber auch Gruppen.
Es gibt in jeder Klinik fast mittlerweile eine Depressionsgruppe. Es gibt immer eine Angstgruppe. Dann gibt es Gruppengespräche, Gruppentherapien, die störungsübergreifend sind, wie zum Beispiel Achtsamkeitsgruppen. Oder es gibt so Konzepte der kognitiven Therapie, wo es Gruppen gibt, Training der emotionalen Kompetenzen ist so zum Beispiel ein Beispiel dafür. Also das therapeutische Angebot ist eher immer ein Angebot, was in Gesprächen stattfindet.
Und Entspannungsgruppen sind auch störungsübergreifend, werden in der Regel auch angeboten. Dann gibt es immer Bestandteile aus der Ergotherapie, aus der Sporttherapie. In vielen Tageskliniken und grade in den Rehakliniken gibt es auch das Thema Kunsttherapie. Musiktherapie kann ein Schwerpunkt sein, Theatertherapie. Manchmal gibt es auch so was wie Kochgruppen.
Das war bei uns in der Tagesklinik sehr erfolgreich, wo Patienten einmal in der Woche miteinander gekocht haben. Und von der Vorspeise über die Hauptspeise über ein kleines Dessert, das wie ein Projekt selber auf die Beine gestellt haben. Die Möglichkeiten, was genau stattfindet, hängt natürlich von der jeweiligen Klinik der Räumlichkeiten ab und von dem, was die angestellten Therapeuten dort mitbringen. Wichtig ist für dich als Patient, dir werden immer unterschiedlichste Sachen angeboten. Und Du schaust für dich, was sind die Dinge, die mir guttun?
Was sind die Dinge, die mich weiterbringen? Was sind die Dinge, die ich als sehr angenehm empfinde? Und ja, solltest dich möglichst, und das wäre tatsächlich so ein Tipp, vorurteilsfrei auf alles Mögliche einlassen. Wenn Du all das ablehnst, was dir da angeboten wird, weil Du sagst, nee, das hab ich noch nie gemacht und das find ich doof, dann wirst Du keine neuen Erfahrungen machen. Und Du bist ja in einem Entwicklungsprozess, also brauchst Du neue Erfahrungen.
Wenn Du all das, was Du vorher nie gemacht hast, jetzt auch kategorisch ausschließt, dann frag mal frag ich mich natürlich als Psychotherapeutin auch, wo sollen denn die Impulse für die Veränderung herkommen? Ja. Medikamente werden mit dem Arzt besprochen, müssen nicht immer Teil der Behandlung sein, sind es aber in der Regel, weil man versuchen will, die Medikamente unterstützend für den therapeutischen Prozess einzusetzen. Bei Depression ist das sehr klar. Wenn jemand keinen Antrieb hat, also dieses ganz Energieluse, wenn's für den schon sehr schwierig ist, morgens aufzustehen, dann kann man mit 'ner Antidepressiven oder mit einem Antidepressivum dafür sorgen, dass zumindest dieser Impuls oder dieses Symptom etwas gemindert wird, dass der Energie überhaupt Energie findet, am Sportprogramm teilzunehmen.
Zum Beispiel. Du als Patient wirst als Experte und als kompetent wahrgenommen. Das heißt, Gespräche, die in der Klinik stattfinden, finden auf Augenhöhe statt, sowohl mit dem Arzt als auch mit dem Therapeuten als auch mit dem Pflegepersonal. Ich sag jetzt mal, dummerweise bestätigen natürlich Ausnahmen hier die Regel. Das kann in 1 Klinik mal ganz anders laufen.
Es sollte aber nicht so sein, weil Du verstehst am besten, was mit dir los ist und die anderen sind eher deine Begleiter. Der Genesungsprozess liegt auch in deiner Verantwortung. Es ist nicht so, dass Du da hinkommst und die machen dich von außen heile, sondern die tragen ja nur Dinge an dich heran, die dir helfen können, wieder gesund zu werden. Ich hoffe, dass wenn Du irgendwo ankommst, die Sympathie, die Beziehung zu deinem Pflegebezugstherapeuten, zu deinem Psychotherapeuten und zu deinem Arzt stimmt, weil das ist für den Erfolg in der Klinik relativ wichtig. Die stationäre Behandlung, und das muss man sich auch klarmachen, ist immer ein Teil im Gesamtbehandlungskonzept.
Es gibt es fast nicht, dass Menschen stationär behandelt werden und danach in ihren Alltag zurückgehen und dort keine ambulante Weiterbetreuung mehr haben soll. Die Klinik ist wie so ein Katalysator, ein Intensivaufenthalt. Und all das, was dann passiert, wenn der Patient zurück ist in seinem normalen häuslichen und beruflichen Umfeld, sollte eigentlich begleitet werden, damit er nicht oder damit Du nicht in komplett alte Verhaltensmuster zurückfällst. Deswegen ist es so wichtig zu sprechen, ja, zu sprechen mit deinem Betreuungspersonal, für dich einen guten Weg zu finden. Und auch bei den Aufenthalten, die die Rentenversicherung bezahlt, gibt es sogar im Augenblick ein ambulantes Nachsorgeprogramm, wo man ein Jahr lang weiter einmal die Woche 1 Kuchentherapie gehen kann.
Das ist speziell für Rehapatienten gemacht worden, für für Menschen aus der psychosomatischen Reha, so wird die genannt, damit die nicht wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückfallen. Damit das, was die in der Klinik erreicht haben, das, was an Impulsen gesetzt wurde, weitergetragen wird und weiter zum Erfolg führt. Letztendlich sind alle diese Kliniken Rückzugsorte von dem Wahnsinn, dem Du draußen ausgesetzt bist als Mensch, ja? Es ist auch ein Argument dagegen, was ich sehr oft höre, weil die Patienten sagen dann zu mir, na ja, aber wenn ich da zurückkomm, ist ja alles so wie vorher. Ja, richtig.
Und die Veränderung im Alltag, im tatsächlichen Leben muss natürlich dann im Anschluss stattfinden. Die Klinik hat aber den Wert, auch wenn es eine Tagesklinik ist, dass sie dich einfach mal rausnimmt und dir einen Ort bietet, einen Rückzugsort, an dem Du erst mal wieder innehalten kannst. Wo Du nicht von Alltagsanforderungen aufgefressen wirst, wo Du dich nichts weiter kümmern musst, als Du dich und aus einem Abstand heraus deinen Alltag auch mal infrage stellen kannst, dein Leben infrage stellen kannst, wo Du Nähe und Verständnis bekommst über die Patientengruppe, in der Du dich bewegst, die ja alle auch ihre Geschichte haben und die dich häufig besser verstehen als Menschen, die noch nie mit Depressionen, Ängsten, Essstörungen oder so was zu tun hatten. Du bekommst neues Handwerkszeug an die Hand. Du bekommst Impulse.
Wo kannst Du Veränderungen vornehmen? Wo kannst Du wie kannst Du das machen? Wie kannst Du lernen, anders über Dinge zu denken, dich zu distanzieren? Wenn man den Abstand zu Problemen hat, dann sieht man auch mehr Lösungen. Es ist das typische Brett vorm Kopf, auf das ich anspiele, ja.
Wenn das Brett direkt vorm Kopf hängt, dann sieht man nicht viel. Die Klinik ist 'n paar Schritte zurück und das Brett ist in der Ferne und Du hast die Möglichkeit, links und rechts daran vorbeizugucken und mehr zu sehen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten ist nicht zu unterschätzen. Deswegen bin ich auch ein großer Freund von Selbsthilfegruppen nach Kliniken, wenn sie gut gemacht sind, Ja, wenn die Selbsthilfegruppe darin mündet, dass einzelne Leute mit schlimmen Schicksalen das Ganze dominieren, dann würde ich sagen, hm. Aber wenn da wirklich Patienten sich austauschen, jeder mal zu Wort kommt, das Ganze ordentlich moderiert wird, dann kann das eine echte Chance sein, wie Menschen sich auch selbst helfen können, ohne dass sie dafür einen Experten brauchen.
Weil letztendlich sind die Menschen, die betroffen sind, die Experten für das Problem. Die Klinik ist eine Oase. Sie gibt dir Zeit. Du musst nicht funktionieren. Und von der Atmosphäre her noch mal, nicht 1 Flug übers Kokosnest, falls Du den Film kennst, sondern es hat eher den Stil 1 Jugendherberge.
Menschen, die sich vorher nicht kennen, kommen zusammen und nehmen an einem gemeinsamen Programm teil und lernen sich dadurch besser kennen, kommen in den Austausch. Es ist wie so eine Art langer Workshop, könnte man's auch nennen. Nur dass der Workshop eben stattfindet mit Menschen, die grade ja nicht ganz bei Kräften sind, sondern viel mit Symptomen zu tun haben. Wenn Du Fragen hast zum Thema Klinikaufenthalt, ich bin jetzt kein Experte für den bürokratischen Prozess. Also Fragen wie, was muss ich bei der Rentenversicherung einreichen, die kann ich dir wirklich nicht beantworten.
Da bin ich die Falsche. Das solltest Du besser mit deinem Hausarzt klären. Wenn Du aber noch mal wissen willst, wie ist das denn und was wir denn von mir verlangt und was wo darf ich auch nein sagen? Also wenn Du noch mal Grenzen verstehen möchtest, dann schreib mir doch einfach eine Nachricht. Ich beantworte dir diese Fragen gerne und ich hoffe, dass ich dir die Angst vor einem Klinikaufenthalt nehmen konnte.
Tatsächlich sind sie in der Historie meiner Patienten oft ein ganz wichtiger Baustein. Sie sind nicht die Wände, ja. Du wirst nicht aus der Klinik kommen und alles ist super danach. Aber sie sind ein weiterer wichtiger Puzzlestein und dadurch, dass Du zeitlich so intensiv betreut wirst, machen sie halt oft, ja, ich hatte das vorhin schon als Katalysatorfunktion beschrieben. Sie sind wie ein Beschleuniger, weil 50 Minuten die Woche in Psychotherapie, das weißt Du, das ist nicht viel.
Ja. Und tatsächlich, wenn Du erst mal 4, 5 Wochen am Stück an deinen Themen gearbeitet hast, dann ist das doch ein riesiger Veränderungimpuls. Deswegen überleg dir gut, ob das nicht für dich ein gutes Puzzlestück ist, für das es sich lohnt, diesen Weg zu gehen. So, jetzt hör ich doch auch mit meinem Plädoyer. Wenn dir die Folge gefallen hat, sei doch so gut und lass mir eine Bewertung auf oder in den anderen Kanälen, wo Du diesen Podcast verfolgst.
Und wie gesagt, bei Fragen meld dich. In diesem Sinne sag ich tschüs, deine Sabine.
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