Warum fällt es uns so schwer, glücklich zu sein, obwohl wir so viel erreichen? Warum verschieben wir unsere Zufriedenheit immer wieder auf später?
In dieser Episode von Reif für die Couch? spricht Psychologin Sabine Bimmler darüber, warum wir unser Glück häufig an Bedingungen knüpfen und weshalb das berühmte „Wenn ich erst ..., dann ..." uns langfristig unzufrieden machen kann.
Du erfährst, wie Erkenntnisse aus der Psychologie und der Positiven Psychologie dabei helfen können, mehr Achtsamkeit, Selbstfürsorge und mentale Gesundheit in deinen Alltag zu bringen – ohne auf den perfekten Moment zu warten.
Warum wir unser Glück immer wieder auf später verschieben.
Weshalb Ziele allein nicht automatisch zufriedener machen.
Wie das „Wenn … dann …"-Denken entsteht.
Vier alltagstaugliche Übungen für mehr Glück, Zufriedenheit und innere Ruhe.
Warum Glück keine Ziellinie, sondern eine tägliche Praxis ist.
In dieser Folge spreche ich über die „Karten zum Glücklichsein", die mich selbst und viele meiner Klientinnen im Alltag begleiten. Sie enthalten inspirierende Impulse für mehr Glück, Zuversicht und kleine Momente der Freude.
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🎙️ Reif für die Couch? – Der Podcast von Sabine Bimmler.
Psychologie verständlich erklärt. Für mehr mentale Gesundheit, Resilienz, Zufriedenheit und ein erfülltes Leben – mit wissenschaftlich fundierten Impulsen und praktischen Übungen für deinen Alltag.
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Vollständiges Transkript · 1.694 Wörter · etwa 8 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo, herzlich willkommen bei Reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf und für all die Menschen, die versuchen, sich mit Psychologie zu einem besseren Leben zu verhelfen. Mein Name ist Sabine Bimmler, ich bin Psychotherapeutin, arbeite in meiner Praxis in Köln und online und freue mich, dich hier mit Hilfreichen, pragmatischen Impulsen zu versorgen, die dein Leben etwas besser machen. Heute sprechen wir über das Glück und warum das Glück nicht wartet.
Und ich denke, du kennst das, so wie ich es auch kenne. Ganz häufig sagen wir, wenn ich erst dann. Wenn ich erst die Beförderung habe, dann kann ich endlich durchatmen.
Wenn die Kinder größer sind, dann nehme ich mir wieder Zeit für mich. Oder vielleicht auch, wenn ich erst ein paar Kilo abgenommen habe, dann fühle ich mich wieder wohl. Genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.
Viele Menschen verschieben ihr Glück immer weiter nach hinten und knüpfen es an Bedingungen oder an eine Bedingung. und was dadurch passiert ist, dass du das Glück im Heute, dass du den Moment, das Einzige, was wirklich wichtig ist, verpasst. Es ist so normal, wir haben das bereits als Kind gelernt.
Erst Hausaufgaben machen, dann spielen. Erst eine gute Note bringen, dann das. So sind leider viele von uns geprägt und haben dieses Muster einfach wie automatisiert übernommen.
Und da wir in einer leistungsorientierten Gesellschaft leben, wurden wir immer mit Ansprüchen durch Eltern und Lehrer konfrontiert, mit vielleicht viel zu früher Verantwortung, weil unsere Eltern auf ihre ganz eigene Art und Weise beschäftigt waren. Und so haben viele Menschen diesen Glauben übernommen, dass sie erst zufrieden sein dürfen, sich ausruhen dürfen, sich um sich kümmern dürfen, wenn. Das eigentliche Problem ist gar nicht nur dieser Ansatz, denn wenn du dann wirklich zufrieden wärst, wenn es dir dann wirklich besser gehen würde und wenn du dich dann wirklich ausruhen dürftest.
Also wenn die Dann-Bedingung oder die Dann-Folge eintreten würde, das wäre schon cool. Aber tatsächlich ist das auch nicht so, denn diese Ziellinie verschiebt sich halt immer weiter nach hinten. Nach der ersten Beförderung willst du den nächsten Schritt im Job.
Nach dem Abnehmen geht es darum, die Figur zu halten oder du schiebst dein Ziel immer weiter nach unten oder du schwenkst um in Richtung und jetzt muss ich aber sportlich und jetzt muss ich dies und jenes Wenn du ein Haus gekauft hast dann siehst du die ganzen Dinge die eigentlich noch renoviert werden m Und wenn die Kinder gro sind kommt meistens auch irgendein anderes Thema sei es die Pflege der Eltern oder vielleicht sogar das K um die Enkel Es entsteht eigentlich immer wieder das nächste Ziel und so kommt dieser Moment, auf den wir uns so fokussiert haben, auf den wir unser Glück verschoben haben, der kommt einfach nie.
Und dann werden wir erschöpft, weil wir diese Möhre, die wir uns selber vor die Nase gehalten haben, einfach nicht zu erreichen ist. Und weil wir das Gefühl haben, wir kommen niemals an, es kommt immer etwas Neues. Und da kannst du für dich ja jetzt schon einmal so auf deine persönliche Situation schauen, wann und wie oft kam eigentlich in dem Moment, wo du dein erstes Ziel erreicht hattest, an das du die Bedingung geknüpft hast, bereits das nächste in dein Leben.
Dass das Ganze so funktioniert, ist neurobiologisch ziemlich gut erklärbar, weil unser Gehirn sich an Dinge gewöhnt. Wir haben Denkgewohnheiten und hier ist es auch eine Denkgewohnheit, dass unser Gehirn immer auf das nächste schaut. Es schaut selten auf das, was jetzt gerade ist, sondern es hat wie so einen Gewohnheitsblick, der immer in die Zukunft verschoben ist.
Das macht aber etwas mit uns, weil dadurch erleben wir kaum noch Zufriedenheit. Denn Zufriedenheit kannst du ja nur da erleben, wo du gerade sitzt. Den guten Moment, den du jetzt gerade hast mit deinem Partner, deiner Partnerin, den guten Moment, den du jetzt gerade hast mit Freunden oder im Wald, in der Natur oder in deinem Sportkurs.
Der ist immer im Jetzt. Wenn dein Gehirn aber immer gewohnheitsmäßig nicht aufs Jetzt schaut, sondern zeitversetzt auf einen Zeitpunkt in die Zukunft, dann werden selbst schöne Momente übergangen. Und wenn wir schöne Momente übergehen, atmet unser Nervensystem nicht auf und es findet kaum noch Regenerations statt.
Du hörst schon, ich will dir sagen, eigentlich gibt es wahrscheinlich ganz viele Momente der Zufriedenheit, der Ruhe und vielleicht auch des Glücks in deinem Leben, aber du nimmst sie gar nicht wahr. Und das ist natürlich irgendwie auch eine frohe Nachricht, weil es hier der Perspektivwechsel ist, der dich vielleicht etwas näher an das Erleben des Glücks bringen kann. Glück ist keine Ziellinie, die wir erreichen und danach ist Glück, sondern Glück ist eine Art von, ja, Innehaltenpraxis, in der du übst, heute im Jetzt glücklich zu sein.
Und damit will ich auch nicht sagen dass du keine Ziele mehr haben sollst keine Ambitionen sondern du darfst unterwegs immer wieder zufrieden sein w du vielleicht weiterhin auf dem Weg bist zur Bef weiterhin zu mehr Freiheit wenn die Kinder geworden sind oder weiterhin zu mehr Wohlbefinden wenn du Gewicht reduziert hast All das darf sein. Nur auf dem Weg dahin schlage ich vor, darfst du dir Momente gönnen, wo du ganz im Jetzt bleibst, wo du dein Gehirn einfängst und sagst, hey, guck genau jetzt hier hin, weil jetzt ist wirklich für mich ein Moment, der von Zufriedenheit, Ruhe oder Glück geprägt ist.
Und nicht erst am Ende wird gemessen, ob du Glück erleben darfst oder nicht. Und dazu gibt es unterschiedliche kleine Techniken, die du für dich anwenden kannst. Und eine Technik ist eine ganz kleine, eine Ein-Minuten-Pause, in der du dich fragst, was ist gerade jetzt im Moment eigentlich gut?
Du kennst das vielleicht, es gibt ja im Augenblick viele schöne Bücher, die dir morgens und abends so eine Tagesreflexion empfehlen. Und das finde ich auch super, sich morgens auszurichten für den Tag, den Tag abends positiv abzuschließen. Und meine Idee ist aber, dass du dir wirklich den Kalender stellst und dich mehrfach hinweg über den Arbeitstag oder über deinen Tag hinweg antickst, um dich zu fragen, hey, was ist eigentlich gerade gut?
Was ist eigentlich so ein Ding, was mich jetzt gerade zufrieden macht? Was ist eigentlich so ein Ding, was jetzt gerade vielleicht einen kleinen Impuls des Glücks auslöst? Wenn du dich von dieser Denkgewohnheit der Wenn-Dann-Liste entfernen möchtest, habe ich eine zweite Idee für dich.
Und da geht es erstmal darum, dich selber zu beobachten und auch zu entlarven, wenn du dich nämlich selber gerade wieder Richtung Zukunft ausrichtest und dadurch den aktuellen Moment, den guten Moment zu verpassen drohst. Also hier auch vielleicht ein Merker in deinem Kalender oder ein Zettel an Orte, an denen du mehrfach am Tag vorbeikommst und wo du dich fragst, habe ich eigentlich heute schon wieder diese Wenn-ich-erst-dann-Geschichte angewandt? Das kann sehr hilfreich sein, wenn man Gewohnheiten ändert, ist es wichtig, Gewohnheiten erst einmal zu tracken.
Und hier sehe ich das gar nicht so ganz klassisch mit so einer Liste und Aufschreiben und Strichliste, aber diese Aufmerksamkeit braucht es schon, dass dir bewusst wird, ah, da ist es wieder. Jetzt sagt mein Gehirn wieder, ich muss erst dann. Und du wirst dich erschrecken, wie oft das stattfindet, weil es findet ja auch im Alltag im ganz Kleinen statt.
und wenn du dich erwischt dann könntest du auch direkt eine gegen strategie einleiten und sagen und jetzt ziehe ich eine ganz kleine freude vor also jetzt mache ich nicht erst das damit ich danach einen guten Moment haben kann sondern ich entscheide mich jetzt ganz bewusst ich darf das auch jetzt schon und ich mache das was ich eigentlich erledigen müsste, sollte, möchte danach. Also du drehst um. Du machst erst dann und hängst das wenn hinten dran.
Was ich für mich selber gerade als sehr hilfreich erlebe, sind eben diese Erinnerungen. Und klar kann ich mich über mein Handy anticken lassen. Es gibt ja auch Apps, die dich anticken.
Und ich habe aber kürzlich ein ganz schönes Kartenset gefunden, das ich wirklich sehr, sehr nett finde. Das verlinke ich dir auch in den Shownotes. Und weil die Karten auch so schön gestaltet sind, bei mir muss es immer ein bisschen bunt sein, ein bisschen verspielt sein, sind das Karten mit so ganz kleinen Glücksimpulsen.
Und die Karten stehen bei uns ganz zentral unten in der Küche. Und ich ziehe jeden Tag, wenn ich daran vorbeigehe, eine Karte und bekomme sozusagen so eine neue Idee. Und da gibt es übrigens auch nicht nur ein Kartenspiel, sondern ganz viele.
Ich Ich verlinke aber einfach mal das, was mir so gut hilft, unten in den Shownotes. Überleg doch mal, was kann dir helfen? Wie kannst du dich bei deiner Denkgewohnheit beobachten und erwischen?
Kannst du dann vielleicht direkt hin und wieder Momente finden, wo du sagst, und jetzt breche ich meine selbstgesetzte Regel, indem ich erst die Dann-Geschichte ausführe und hinterher den Pflichtbaustein erledige. Und wenn du dich erwischst bei den Wenn-Dann-Gedanken, formuliere doch einfach schon mal unabhängige Gedanken. Zu sagen, ich möchte dies und jenes jetzt gerade erledigen.
zudem gibt es gleich einen schönen moment in dem ich das und das mache also diese kopplung aufheben denn du musst dir nicht erst dein recht auf glück freude ruhe pause erarbeiten wenn du aus der denkgewohnheit aussteigen möchtest ist das ein größerer prozess das geht nicht schnell schnell aber das ist ja okay weil wir sind ja alle auf der reise des lebens und die reise des Lebens dauert ja in der Regel lange und wir müssen nur immer wieder Zeit finden, uns mit uns zu beschäftigen und uns liebevoll zu begleiten.
Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich sehr, wenn du den Podcast abonnierst oder ihn mit jemandem teilst. Vielleicht auch jemand, der immer gerade darauf wartet, dass etwas erst erledigt ist, bevor er oder sie. Und wenn du magst, schreib mir auch gerne für neue Themenwünsche.
Ich freue mich sehr von dir zu hören und wünsche dir einen wunderbaren Tag. Alle wichtigen Informationen aus der Folge, alle Links findest du in den Shownotes.
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