Leid gehört zum Leben dazu – aber wie viel davon ist wirklich notwendig? Viele Menschen erleben mehr Leid, als es eigentlich sein müsste. Vielleicht geht es dir genauso?
📌 Das erwartet dich in dieser Folge:
🔹 Was der Unterschied zwischen „sauberem" und „schmutzigem" Leid ist
🔹 Warum wir oft unnötig leiden – und wie du das erkennst
🔹 Wie du dein eigenes Leid analysierst
🔹 Praktische Impulse, um mehr Freude und Balance in dein Leben zu bringen
Finde heraus, wie du „schmutziges" Leid herausfiltern kannst, um dein Wohlbefinden zu steigern.
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Vollständiges Transkript · 3.131 Wörter · etwa 16 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo, ein herzliches Willkommen. Du bist bei Reif für die Couch, deinem Podcast für Psychologie und Psychotherapie. Wenn dein Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Diplom Psychologin, Psychotherapeutin und systemischer Coach. Seit 20 Jahren begleite ich Menschen in ihrer Entwicklung.
Ich freue mich, dass Du den Weg hierher gefunden hast. Heute in dieser Folge würde ich dir gern den wichtigen Unterschied zwischen 2 Arten von Leid erklären. Es gibt 2 Arten von Leid und den Unterschied zu kennen, ist unheimlich wichtig, wenn man sein eigenes Leid einerseits verstehen will, aber auch etwas daran ändern möchte. Und deswegen ist das Thema dieser Folge der Unterschied zwischen sauberen und schmutzigem Leid. Das klingt vielleicht erst mal komisch von den Begrifflichkeiten.
Das kommt auch aus 1 Therapierichtung, mit der ich viel arbeite, der ACT. Habt ihr, glaub ich, auch in den Folgen vorher schon mal gehört von mir. Ja, also der Unterschied zwischen sauberen und schmutzigen Leid, das ist das Thema der heutigen Folge. Wir fangen aber mit 1 etwas allgemeineren Feststellung an, nämlich dass wir Menschen uns überwiegend zum Ziel gesetzt haben, ein glückliches Leben zu führen. Und das ist nachvollziehbar, ne.
Du willst ein glückliches Leben führen, ich möchte auch ein glückliches Leben führen. Und wir übertragen Wissen, was wir aus anderen Lebensbereichen haben, auf diesen Vorsatz, damit es uns gelingt, den zu erreichen. Das heißt ganz konkret, in anderen Lebensbereichen, zum Beispiel im Sport oder in der Schule, haben wir gelernt, wenn ich mich nur genug anstrenge, wenn ich genug Zeit investiere und mich genug anstrenge, dann werde ich Erfolg haben. Also denken wir, übertragen auf die Glücksgeschichte, wenn ich mich nur genug anstrenge, dann werde ich ein glückliches Leben führen. Dann werde ich fast überwiegend glücklich sein und kaum noch negative Gefühle haben.
Und dann fangen wir an, uns richtig anzustrengen. Und das ist etwas, ja, das kann man als Glücksfalle bezeichnen, in der wir da sitzen. Denn das Leben gibt uns diese Möglichkeit gar nicht. Also eine ganz wichtige ja Basis, die Du akzeptieren solltest, ist, dass das Leben aus Leid und aus Freude besteht. Leid gehört zum Leben dazu, denn Du weißt das.
Es passieren uns so viele Dinge im Leben, die wir nicht ändern können, auf die wir wenig Einfluss haben, manchmal gar keinen Einfluss haben und die bringen Leid mit. Wenn Du so überlegst, was dir widerfahren ist bisher, welche Schicksalsschläge Du hattest oder welche Dinge passiert sind, die Du so nicht wolltest, wir können da nichts gegen tun. Also das Leben hält freudvolle Erfahrungen für uns bereit, aber eben auch leidvolle Erfahrung. Es ist, ich wiederhol eigentlich nicht gerne so die alten abgedroschenen Klassiker, aber es ist 'n bisschen wie Licht und Schatten. Wenn wir Unglück und Schmerz nicht erleben würden, würde es uns nicht gelingen, Freude zu empfinden, weil wir ja gar keinen Unterschied mehr hätten, ne.
Das heißt, beides gehört zum Leben dazu. Die gute Nachricht ist, dass alles, was wir von der Natur mitbekommen haben als Menschen, also die Grundausstattung da ist, mit negativen Gefühlen und mit Leid umzugehen. Wir können das, ja. Du hast alles in dir, was Du brauchst, mit Leid umzugehen. Nur dieses das Leid nicht haben wollen, das Leid weghaben wollen, das ist etwas, was zusätzliches Leid kreiert.
So und jetzt mach ich das mal an einem Beispiel, damit das praktisch wird, weil sonst hört sich das alles son bisschen abstrakt ab. Also wir nehmen mal eine Person, die heißt in diesem Fall die Steffi. Die Steffi lebt zusammen mit ihrem Partner, ist sehr glücklich, das ist der Sven. Die beiden sind beruflich sehr erfolgreich, Steffi ist 35. Die beiden machen sich einfach 'n wahnsinnig schönes Leben grade.
Sie arbeiten viel, sie leisten sich aber auch viel und sie sind total glücklich in ihrer Beziehung. Dann passiert das, was vielen mit Mitte 30 passiert. Steffi und Sven entscheiden sich, sie möchten ein Kind miteinander bekommen. Bisher hat alles in Stephies Leben relativ reibungslos funktioniert. Also sie hat sich in der Schule angestrengt, hat viel gelernt, hat 'n guten Schulabschluss gemacht.
Sie hat sich im Studium angestrengt, hat 'n guten Studienabschluss gemacht, hat 'n guten Job bekommen. Sie hat Sven irgendwann kennengelernt. Die beiden verstehen sich gut, kümmern sich ihre Beziehung. Alles ist super. Jetzt möchten sie ein Kind haben und es funktioniert nicht.
Steffi im ersten Monat, im zweiten Monat, im dritten Monat ist sie zwar enttäuscht jedes Mal, wenn sie wieder feststellt, dass sie eben doch nicht schwanger ist, aber sie hält das aus. Auch im vierten, fünften und sechsten Monat denkt sie immer noch, na ja, es hat noch nicht geklappt und wer weiß und man muss Geduld haben. Das sind ja auch alles die Ratschläge, die man dann bekommt von ärztlicher Seite, alles, was man liest. Für Steffi sind diese ersten 6 Monate, wo es ihr nicht gelingt, schwanger zu werden, schon leidvoll. Sie ist immer wieder enttäuscht jeden Monat aufs Neue, dass sie nicht schwanger geworden ist.
Sie macht sich 'n bisschen Sorgen. Sie versucht auf ihre Ernährung zu achten. Sie passt auf sich auf und versucht dafür zu sorgen, dass alles gut ist, damit das mit der Schwangerschaft klappt. Also sie beginnt sozusagen schon ein bisschen, sich anzustrengen. Sven ist da eher relativ unbedarft, ne.
Das wird schon klappen, dauert halt 'n bisschen, hat bei den anderen auch gedauert und so weiter. Ab dem sechsten Monat ändert sich bei Steffi etwas, ne. Sie fragt sich plötzlich das 1. Mal, was ist, wenn das mit wenn überhaupt nicht klappt mit der Schwangerschaft? Ihr Verstand gibt ihr sozusagen diesen Gedanken rein und das ist ein ganz entscheidender Gedanke.
Also Steffi bleibt nicht im Moment unter dem, ne. Im Moment würde sie sagen, okay, wir haben 6 Monate versucht, das hat 6 Monate lang noch nicht geklappt. Wir gucken jetzt, wie wir's weitermachen, ne. Wir Sven geht zum Arzt, ich geh zum Arzt, sondern stattdessen kommt jetzt ihr Verstand und macht ihr, ja, pflanzt ihr sozusagen einen Gedanken ein, der da heißt, was heißt oder was wäre, wenn das mit Sven überhaupt nicht klappt und Du mit Sven keine Kinder haben kannst? Okay, die Grübelei in Stephies Kopf nimmt auf jeden Fall zu, ja?
Was ist mit mir nicht okay als Frau? Was ist mit uns nicht okay als Paar? Was ist, wenn ich überhaupt keine Kinder kriegen kann? Und Grübeleien, Gedankenschleifen, die Steffi immer wieder dreht, und zwar leidvolle nehmen zu. Zusätzlich zu dem sauberen Leid, das hier im Augenblick nicht schwanger ist, wird jetzt plötzlich zusätzliches sogenanntes schmutziges Leid kreiert.
Und unser Gehirn, ich hatte in 1 Folge schon darüber gesprochen, dass unser Gehirn ein großer Geschichtenerzähler ist, Das ist hier auch so. Unser Gehirn fängt an, Stephies Geschichte drumherum weitere Geschichten zu erzählen. Er erinnert sich plötzlich daran, dass es ja vor einem Jahr diesen Riesenstreit gab, wo unsere Steffi sich sowieso hätte fast getrennt von ihrem Sven und dass man ja sowieso in der Beziehung nicht überwiegend nur glücklich war und dass nicht alles super war und dass der Sven ja auch 'n bisschen viel raucht und viel trinkt und deswegen nicht auf seinen Körper aufpasst. Vielleicht will er also überhaupt nicht schwanger werden, weil er tut ja gar nichts dafür und ihm macht das nicht so sehr aus. Also der Verstand legt los und erzählt Geschichten, die in diese Stimmung und in dieses Bild passen.
Und aus Stephies, ich sag das noch mal, auch wenn diese Begrifflichkeiten vielleicht eckig für dich sind, aus Stephies sauberem Leid, dass sie nicht schwanger werden kann aktuell, dass sie also die Nee, noch nicht mal, jetzt verlaufe ich mich schon. Dass Steffi, die in den ersten 6 Monate nicht schwanger geworden ist, Punkt, weil mehr ist grad noch nicht passiert, fängt ihr Verstand an, Geschichten zu kreieren, die alle leidvoll sind. Ängste zu streuen, Verzweiflung zu füttern, Hilflosigkeit zu füttern. Und dadurch nimmt Stephies persönliches Leid deutlich zu. Auf das saubere Leid kommt noch jede Menge schmutziges Leid obendrauf.
Und weil unser Verstand dann ja auch den ganzen Tag in die Richtung arbeitet, wenn wir ihm freie Kapazität geben sozusagen, entsteht da jede Menge Gefühl und zwar leidvolles Gefühl. Und das ist sozusagen die die große Veränderung, die dazu führt, dass Steffi unter immer mehr Stress kommt. Und weil sie unter immer mehr Stress kommt, macht sie plötzlich bei der Arbeit auch Fehler. Und sie ist Sven gegenüber häufig gereizt. Plötzlich bekommt sie im Job Rückmeldung, mit denen sie vorher nie was zu tun hatte, kritische Rückmeldungen.
Plötzlich hat sie viel mehr Streit mit Sven, weil sie ja so gereizt auf ihn reagiert, weil ihre Stimmung durch ihre Gedankengeschichten sowieso schon so getrübt ist und sie mächtig inneren Stress hat. Und das ihr könnt euch das vorstellen, das ist wie ja, wie eine Abwärtsspirale, in die Steffi da geraten ist. Und der Moment der Abwärtsspirale war der Moment, wo sie sich gefragt hat, was ist, wenn es mit Sven überhaupt nicht klappen wird? Ihre Gedanken sind sozusagen vom Hier und Jetzt in eine Zukunft gewandert. Ihr Verstand hat dir eine Zukunftsgeschichte gemalt, die wahnsinnig schwarz gemalt war.
Und weil ihr das nicht bewusst war und sie mitgegangen ist, ist sie in diese Abwärtsspirale geraten. So, und nun versuchen wir das mal zu übertragen auf deine Situation. Weil das ist das, was ich dich würde bitten würde, einmal für dich zu schauen, was ist das Thema, mit dem es angefangen hat, ne. Was hat in meinem Leben nicht so geklappt? Wie Du dir das erhofft hast, wie Du das geplant hattest oder wie es vielleicht auch, ich mag das Wort nicht, ich sag's dir trotzdem mal, normal ist.
Ja, wo hat die Schieflage angefangen? Und wenn Du den Zeitpunkt umreißen kannst, ich weiß, das ist bei komplexen Geschichten manchmal gar nicht so einfach, ne, da wär's auch gut, solltest Du in Folge 1 die Standortbestimmung gemacht haben, die Unterlagen noch mal rauszuholen und zu gucken. Ich habe in meiner Praxis Menschen, die sagen sehr klar, hey, ich kann's genau benennen. Es war der Moment, als der Arzt mich angerufen hat und gesagt hat, da ist was in ihrer Brust. Da ist 'n Tumor und den müssen wir rausnehmen.
Das war der Moment, wo die Schieflage beging. Manchmal gibt es so ganz kritische Szenen, Ereignisse, die das Ganze ausgelöst haben. Manchmal ist son Prozess aber auch eher schleichend, ja? Also auch das ist etwas, da musst Du für dich auf die Suche gehen und identifizieren und gucken, was ist eigentlich faktisch das, was mir Leid verursacht, ja? Und wenn Du diesen Kern greifen kannst, dann muss, sollte die Akzeptanz kommen, nämlich dass dieses Leid zu deinem Leben dazugehört.
Also vielleicht hat dein Mann dich betrogen. Vielleicht hast Du eine Diagnose bekommen. Vielleicht hast Du deinen Job verloren. Alles Dinge, die wir so nicht wollten, die Du nicht geplant hast und die sind leidvoll und die bringen Gefühle wie Traurigkeit, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Angst mit. Das gilt es zu akzeptieren.
Und diese Gefühle weghaben zu wollen, ist etwas, was genau kontraproduktiv ist. Also während wir in anderen Bereichen, wenn wir uns ganz doll anstrengen, bestimmte Dinge loswerden können. Ich nehm jetzt mal so plakativ das Beispiel der Diät, ja. Also wenn Du weniger isst, wiegst Du hinterher weniger, ne. Es gibt sonen Kausalzusammenhang.
Ist es so, wenn wir Das Gesetz der Psyche läuft genau andersrum. Das heißt, wenn Du bestimmte Gefühle nicht haben willst, dann gießt Du sozusagen Öl ins Feuer. Also ich mach's wieder mitm Beispiel. Lass mich mal eben kurz überlegen. Zurück zu Steffi.
Steffi war, als sie ne im sechsten Monat wiederum gesehen hat, scheiße, es hat nicht geklappt, ich bin nicht schwanger geworden, hatte sie eine große Welle von Traurigkeit in dem Moment und eine Hilflosigkeit, weil dieses Schwangerschaftsthema ja etwas ist, was wir nicht beeinflussen können, ne. Wir wissen nicht genau, woran es liegt, bei manchen klappt's schnell, bei manchen nicht. Also Hilflosigkeit und Traurigkeit herrschten vor. Was Steffi hätte tun können in dem Moment, was ihr vielleicht geholfen hätte, ich geh davon aus, wäre in die Akzeptanz zu gehen und zu sagen, oh Mann, ich bin jetzt 6 Monate nicht schwanger geworden und ich bin wahnsinnig traurig darüber. Und es macht mich total hilflos, weil ich nichts tun kann.
Und dieses Gefühl hätte sie aushalten können. Ja, sie hätte geweint, sie hätte mit ihren Freundinnen darüber gesprochen, sie hätte mit Sven gesprochen, vielleicht mit ihrem Gynäkologen, keine Ahnung. Und sie wäre mit dem Gefühl einfach etwas, ja, durchs Leben gegangen. Was aber in dem Moment passiert ist, als Steffi sich verlaufen hat gedanklich, als ihr Verstand ihr gesagt hat, vielleicht ist Sven nicht der Richtige, vielleicht kannst Du mit Sven gar keine Kinder bekommen, wollte sie sozusagen diesem Ursprungsgefühl der Traurigkeit und der Hilflosigkeit entgehen. Also ihr Verstand hat nach Lösung gesucht und ist sozusagen auf den Trichter gekommen, es ist der falsche Mann, Steffi.
Und als ihr Verstand, ihr das sozusagen eingegeben hat, ging die Maschinerie erst los. Wenn sie bei ihrem Gefühl geblieben wär und anerkannt hätte, akzeptiert hätte, dass sie wahnsinnig verzweifelt und wahnsinnig traurig ist, hätten sich vielleicht auf der Handlungsebene ganz neue Spielräume ergeben. Heißt, wann immer wir versuchen, aus diesen leidvollen Gefühlen auszusteigen, sie zu verdrängen, sie zu bagatellisieren, sie zu leugnen, was auch immer, sie mit Alkohol wegzudrücken oder mit Essen, ne, auch das ist ja 'n Thema, desto hartnäckiger haften diese Gefühle an uns an, ja. Also wir können diese Gefühle nicht vermeiden. Das heißt, wir müssen sie sozusagen willkommen heißen.
Da gibt's 'n wahnsinnig schönes Gedicht von Rumizu, das werd ich mal irgendwann auf Facebook posten. Das kennt ihr vielleicht auch. Da geht es drum, dass wir wie eine Art Wirtshaus sind und unsere Gefühle, unsere Gäste sind und wir sie willkommen heißen müssen. Und auch wenn es Gäste sind, die sich nicht so benehmen, wie wir das gerne hätten, müssen wir ihnen trotzdem mit 'ner Offenheit entgegentreten und sie annehmen und sie reinlassen und sie bewirken. Und ja, also von daher hast Du jetzt schon mal 2 Sachen, hoff ich, verstanden.
Es gibt sauberes Leid und dieses saubere Leid gehört zum Leben dazu. Und die schmerzhaften Gefühle, die dieses saubere Leid mitbringt, müssen akzeptiert werden. Was ich dir raten würde, ist zu schauen, produzierst Du irgendwo mithilfe deines Verstandes, der nicht immer ein guter Berater ist, sondern ein großer Geschichtenerzähler, zusätzlich schmutziges Leid? Das ist eine wichtige Frage, der Du nachgehen solltest. Und wenn das so ist, dann trete deinem Verstand entgegen.
Ich hab schon eine Atemübung, Folge 3, glaub ich, ausgesprochen, wo es darum geht, sich von seinem Atem zu distanzieren. Und wir können uns von unseren Gedanken distanzieren. Das hab ich in der Folge mit dem Geschichtenerzähler auch erklärt. Wir müssen unsere Gedanken nicht als Wahrheit annehmen, denn es sind nur Gedanken und Du bist nicht deine Gedanken. Du bist mehr als das.
Du hast die Fähigkeit, dir beim Denken zuzuschauen und kritisch zu hinterfragen, was deine Denkmaschine da so von sich gibt. Diese Fähigkeit ist wichtig zu trainieren, die hilft in allen Lebenslagen, aber insbesondere, wenn es darum geht, schmutziges Leid zu reduzieren, ja? Die leidvollen Gefühle, die mit dem sauberen Leid kommen, gilt es sozusagen willkommen zu heißen und zu akzeptieren. Und wenn Du in so 1 Haltung deinen Gefühlen gegenübergehst, dann prognostiziere ich jetzt mal, müsstest Du schon eine Verbesserung deiner Stimmung erkennen, weil sich diese Gefühle dann nicht mehr so hartnäckig bei dir halten, sondern Gefühle haben ein 1 flatterhaftes Wesen. Gefühle kommen und gehen.
Das wird insbesondere dann deutlich, wenn wir an positive Gefühle denken. Also es gibt die Momente größter Freude in unserem Leben. Aber wie lange bleiben diese Gedanken bei uns? Oder diese Gefühle? Ah, jetzt bin ich selber schon verwirrt.
Wie lange bleiben diese Gefühle bei uns? Denk mal drüber nach, so an den schönsten Moment, den Du jemals hattest. Wie lange blieb dieses Gefühl, dass Du schier vor Glück hättest überlaufen können bei dir? Man sagt tatsächlich, dass es nicht länger als 3 Minuten ist und dass nach 3 Minuten sich die Intensität von Gefühlen verliert. Und dass sie dann immer weniger werden, bis sie nach ungefähr 10 Minuten, wenn wir sie nicht befeuern mit irgendwelchen Erinnerungen zum Beispiel oder Gedanken, dann sind sie weg.
Und so kannst Du diesen schönsten Moment durch Fotos zum Beispiel bei Urlaub und so was noch mal reaktivieren und kannst in diese Stimmung hineinkommen, indem Du dir vielleicht Fotos anguckst, 'n Getränk, was Du in diesem Urlaub hattest, wenn wir Urlaub als Beispiel nehmen, zu dir nimmst und ja, dich sozusagen in diese Urlaubsstimmung versetzt und da ganz viel reaktivierst an Erinnerungen. Und das schafft es auch, diese Gefühlsstimmung wieder aufleben zu lassen, ja? Das funktioniert. Aber wenn wir das nicht tun, also uns nicht aktiv dran erinnern, uns keine Fotos ansehen, sondern uns mit was ganz anderem beschäftigen, dann sind auch positive Gefühle unheimlich schnell verpufft Und tatsächlich ist es mit den Negativen genauso. Auch die Negativen verpuffen genauso schnell wie die positiven Gefühle.
Nur haben wir die Eigenart entwickelt, also ich kenn das von mir selber und ich nehme an, Du kennst das auch, Gefühle zu befeuern, indem wir uns immer wieder an den schmerzhaften Moment erinnern, uns immer wieder mit der Warum Frage beschäftigen. Und wie Steffi unserem Verstand zuhören, während der immer mehr abstruse Zukunftsszenarios entwickeln, die alle Leid mit sich bringen. Und ich wünsche dir, dass Du deinen Verstand dabei unterstützt, im Hier und Jetzt zu bleiben in der aktuellen Situation und keine Zukunftsgeschichten mit ihm gehst. Und ich wünsche dir auch, dass es dir ja in den nächsten Tagen ganz bewusst gelingt, schöne Erinnerungen und schöne Momente zu reaktivieren, indem Du Bilder, Souvenirs, Gespräche mit Menschen, die bei den schönen Momenten dabei waren, führst, all diese Dinge nutzt, deine positiven Gefühle hervorzulocken. Denn wir wollen die Waage ja wieder in ein Gleichgewicht bringen, sodass leidvolle Gefühle und schöne, angenehme Gefühle in einem Einklang miteinander stehen.
So und ich schließe jetzt auch an dieser Stelle, weil ich für meinen Teil die Erklärung abgeschlossen habe. Und ich hoffe, dass dir diese Folge gefallen hat, dass Du da für dich was raus mitgenommen hast und dich jetzt auf den Weg machst, dein sauberes und dein schmutziges Leid zu identifizieren und die Maßnahmen, die ich dir vorgeschlagen habe, nimm nimmst, eine Verbesserung für dich herbeizuführen. Wenn dir die Folge gefallen hat, Du weißt, ich freu mich immer über deine Likes. Und wenn diese Folge weitere Fragen bei dir aufgeworfen hat oder tieferes Interesse an bestimmten Punkten, lass mich das auch gerne auf sozialen Medien wissen, auf meinen Kanälen, damit ich ja, vielleicht noch mit 1 weiteren Folge daran anknüpfen kann. Also ich wünsch dir jetzt einen Tag mit vielen wunderschönen Momenten und schließe an dieser Stelle und sage tschüs, deine Sabine.
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Ausgesucht von Sabine — weil sie gut zu dieser Folge passen.
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