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Nervensystem Folge 2 · 14. August 2024 · 29 Min
Cover: Therapieplatz gesucht – Die wichtigsten Infos für deine Suche nach einem Psychotherapieplatz

Therapieplatz gesucht – Die wichtigsten Infos für deine Suche nach einem Psychotherapieplatz

0:00 29 Min

Worum geht's?

I

Therapieplatz finden: Orientierung, Organisation & emotionale Unterstützung

In dieser Podcastfolge von „Reif für die Couch?" dreht sich alles um eine Herausforderung, die viele Menschen stark belastet: einen passenden Therapieplatz zu finden. Die Suche nach therapeutischer Unterstützung ist oft langwierig, frustrierend und emotional fordernd. In dieser Episode zeige ich dir, wie du systematisch und strukturiert vorgehen kannst, um deine Chancen auf einen Therapieplatz zu erhöhen.

Zu Beginn klären wir wichtige Grundlagen:

  • die Unterschiede zwischen Psychiatern, Psychotherapeuten, Psychologen und Heilpraktikern für Psychotherapie

  • wer für welche Anliegen zuständig ist

  • warum diese Unterscheidung entscheidend für eine erfolgreiche Suche ist

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Organisation der Therapiesuche. Du bekommst konkrete, alltagstaugliche Tipps:

  • wie du Anfragen per E-Mail und Telefon gezielt und effizient formulierst

  • wie du deine Kontaktversuche sinnvoll dokumentierst

  • wie du auch bei vielen Rückmeldungen oder Absagen den Überblick behältst

Ein wichtiges Thema dieser Folge ist außerdem die emotionale Belastung während der Suche. Immer wieder über das eigene Leid zu sprechen und mit Absagen umzugehen, kann sehr entmutigend sein. Ich spreche darüber:

  • wie du mit Frust, Enttäuschung und Erschöpfung umgehen kannst

  • warum diese Gefühle absolut nachvollziehbar sind

  • wie du die Motivation behältst, weiter für dich zu sorgen

 

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Wenn dich die Therapiesuche emotional überfordert oder Angst und innere Unruhe sehr stark werden, findest du hier akute Unterstützung:

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Die Audiodatei hilft dir dabei:

  • wieder Bodenkontakt zu bekommen

  • dein Nervensystem zu beruhigen

  • aus einer akuten Stress- oder Angstreaktion herauszufinden

 

🔍 Weitere Unterstützung

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Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 3.701 Wörter · etwa 19 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

herzlich willkommen bei reif für die couch dem podcast für alle erschöpften deren leben besser werden darf mein name ist sabine bimmler ich bin psychotherapeutin aus köln und ich freue mich sehr dass du den weg hierher gefunden hast therapieplatz gesucht ist der titel der heutigen heutigen Folge. Vor einigen Jahren, als ich begonnen habe, diesen Podcast zu produzieren, habe ich schon mal eine Folge dazu gemacht, aber es ist einiges passiert, sodass ich die heute gerne, ja das Wissen dazu auf den neuesten Stand bringen möchte.

Wenn du oder jemand in deinem Umfeld gerade einen Therapieplatz sucht, dann ist diese Folge genau das Richtige für dich. Ich biete mittlerweile sogar einen Service an, den sogenannten Therapieplatzfinder, der dir verschiedene organisatorische Schritte auf dem Weg zu einem Therapieplatz abnimmt. Ich habe das gemacht, weil ich immer wieder feststelle, dass Menschen, die sehr belastet sind, überhaupt nicht die Kraft haben, sich so zu organisieren, dass sie mit der notwendigen Hartnäckigkeit einen Therapieplatz suchen können.

Um dieses Loch zu füllen, biete ich mit meinem Orga-Team dort Unterstützung an. Dazu erzähle ich später nochmal mehr. Jetzt versuchen wir erstmal zu schauen, worauf gilt es zu achten, wenn du oder jemand in deinem Umfeld einen Therapieplatz sucht.

Die Gründe für die Therapieplatzsuche sind vielfältig. Egal ob wir von Depressionen, Burnout, Zwänge, Suchterkrankungen aller Art reden. Es gibt wirklich viele Gründe, die einen Gang zum Psychotherapeuten rechtfertigen.

Der erste Ansprechpartner ist allerdings der Hausarzt. Ich würde immer empfehlen, ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Hausarzt zu führen, die Problematik, falls er sie noch nicht kennt, zu schildern und dessen Rat einzuholen, um zu schauen, empfiehlt er eine Psychotherapie oder hat er das Gefühl, dieses Anliegen gehört gar nicht in diesen Rahmen hinein. Du brauchst deinen Hausarzt offiziell nicht mehr, denn um jetzt zu einem Psychotherapeuten, einer Psychotherapeutin zu gehen, brauchst du keine Überweisung mehr.

Du kannst also direkt in der Praxis aufstarten, deine Krankenkassenkarte einlesen lassen und mit der Untersuchung beginnen. Soweit die Theorie, wenn du denn einen Platz gefunden hast. Ich möchte gerne einmal kurz erklären, wer sich überhaupt alles in diesem Feld rumtreibt, weil es bei den Begrifflichkeiten immer wieder diverse Verwirrungen gibt.

Wir haben Psychiater, Psychotherapeuten, Psychologen und Heilpraktiker für Psychotherapie. Das sind vier unterschiedliche Dinge und ich möchte zu jedem kurz sagen, was die Besonderheit ist. Psychiater, Psychiaterinnen sind Ärzte.

Das heißt, sie arbeiten bevorzugt mit Medikamenten. Psychotherapeuten dürfen in der Regel keine Medikamente verschreiben. Sie arbeiten in der Regel mit Gesprächen.

Psychologen bieten auch Gespräche an, dürfen aber nicht aktiv werden, wenn es sich, und jetzt kommt ein schlimmes Wort, um eine krankheitswertige Störung handelt. Das heißt, beim Psychiater und beim Psychotherapeuten werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Das werden sie, weil sich die jeweiligen Anliegen, die dort bearbeitet werden, als Krankheit im ICD-10, das ist der Krankheitskatalog aller Krankheiten, wiederfinden.

Das heißt, wir haben eine Krankheit und deswegen übernimmt die Krankenkasse. gehst du zum psychologen ist das eine dienstleistung von jemand der mit der arbeitet und die psychologisch hilft aber nicht wenn du wirklich erkrankt bist weil dann darf derjenige eigentlich schon gar nicht mehr eingreifen weil er eben kein arzt im weitesten sinne ist der heilpraktiker für psychotherapie ist eine Zwischenstufe zwischen diesen Dingen. Da steckt durchaus eine fundierte Theorieausbildung mit dem ganzen Wissen, was ein Psychotherapeut auch hat, hinter.

Nur kommt in dieser Ausbildung Heilpraktiker für Psychotherapie die praktische Ausbildung sehr, sehr kurz. Das heißt, diese Ausbildung ist bei den Krankenkassen auch nicht so anerkannt, weil es keine Facharztausbildung im weitesten Sinne gibt und deswegen übernehmen die Krankenkassen diese Kosten in der Regel nicht. So, das heißt, wir haben Psychiater und Psychotherapeuten, Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, weil es sich um eine krankheitswertige Störung handelt, die hier behandelt wird.

Psychologen und Heilpraktiker für Psychotherapie sind Selbstzahlerleistung. Die Krankenkassen nehmen hier in der Regel keinerlei, noch nicht mal Anteile der Kosten auf sich. So, das war erstmal wichtig.

Ich bin Psychotherapeutin und würde mich gern auch im Rest der Folge vor allen Dingen auf die Suche nach einem Psychotherapieplatz beziehen. Beim Psychiater bekommst du, indem du sie anrufst, wie in jeder normalen Arztpraxis auch einen Termin, beziehungsweise eben über Plattformen wie DocLib zum Beispiel. Diese Praxen sind auch hoffnungslos überlaufen.

Nichtsdestotrotz, wenn du denkst, dass du für deine Erkrankung Medikamente haben solltest, kann dir vielleicht der Hausarzt helfen mit Standardmedikation. Ansonsten musst du aber einen Psychiater suchen und finden. Die Praxen des Psychiaters haben in der Regel offene Sprechstunden, wo man auch ohne Termin hinkommen kann und sich hinsetzen kann.

Das ist ein Versuch wert. Ich bitte dich aber auch hier um Verständnis. Die Leute können auch nicht mehr als arbeiten und wenn diese Sprechstunden hoffnungslos überlaufen sind, können die auch nicht alle Patienten dran nehmen.

Da haben wir auch so eine seltsame Regel des Gesundheitssystems, die sagt, es ist deren Pflicht, die Menschen dran zu nehmen. Aber tatsächlich, mehr als arbeiten kann man ja nicht. So, also du möchtest dich auf die Suche machen nach einem Psychotherapieplatz.

So, das ist mein Job da kenne ich mich aus Es gibt verschiedene M wie du nach Praxen suchen kannst Einerseits gibt es die Internetportale der jeweiligen KV in deinem Bundesland Bundesgebiet Die KV ist die Kassen Vereinigung Die bietet Suchmaschinen, die zum Beispiel auch nach Postleitzahlen sortiert suchen und zeigen dir alle Praxen in deiner Nähe an. Da gibst du dann also ein, Psychotherapie gesucht, das funktioniert übrigens auch für alle anderen Ärzte, die Suchmaschine ist übergreifend für alle Ärztegruppen und du kannst dann gucken, wer ist eigentlich in meiner Nähe.

Was diese Suchmaschine nicht kann, ist dir anzuzeigen, ob die jeweilige Praxis noch freie Kapazitäten hat. Dann gibt es sogenannte freie Internetportale wie Therapie. de zum Beispiel.

Da kann ich gegen einen geringen Beitrag mich listen lassen und auch darüber wirst du mich finden. Und andere psychotherapeutische Praxen. Das heißt also, die Internetsuche, auch mit Umgebungssuche, auch mit Google-Karten und so, kann funktionieren.

Allerdings ist es so, dass viele Psychotherapie-Praxen webmäßig, Homepage-mäßig eben noch nicht ganz so gut aufgestellt sind. Das hat was damit zu tun, dass es eh zu wenig Psychotherapeuten für Anfragen begibt. Und das führt natürlich wiederum dazu, dass die Praxen sich nicht besonders gut präsentieren müssen.

denn wir bekommen am Tag, also ich hier im Kölner Raum, bekomme am Tag mindestens 20 Anfragen für einen Therapieplatz. Die Suchmaschinen. Du suchst also über diese Suchmaschinen verschiedene Praxen in deiner Nähe, beziehungsweise in der Nähe deines Arbeitsplatzes raus oder da, wo du dich auch gerade aufhältst.

Wenn du auf die Schwerpunkte der Praxis schaust, das kannst du auf deren Webseiten machen oder auf deren Profilen, die die teilweise bei bestimmten Portalen hinterlegt haben, wirst du schon sehen, Therapeuten haben manchmal Schwerpunkte. Es gibt Therapeuten, die behandeln bevorzugt Essstörungen, haben sich darauf spezialisiert. Es gibt Praxen, die haben sich eher auf Psychosen spezialisiert.

Also da lohnt es sich manchmal auch zu gucken, ob du da mit deinem Thema, zum Beispiel auch Trauma, überhaupt richtig bist. Ja, mein Schwerpunktgebiet zum Beispiel ist Erschöpfung, Burnout und Schmerz. Das heißt, alles, was so aus Richtung Depression, Angst, Zwangserkrankung kommt, ist auch etwas, was ich gut begleiten kann.

Für mich zum Beispiel habe ich aber ausgeschlossen, ich mache keine Suchtbehandlung. Dazu fehlt mir das Handwerkszeug und tatsächlich ist das ein Bereich, von dem ich gemerkt habe, da bin ich mit meiner Art der Therapie vielleicht auch die falsche für. So, du hast dir Praxen rausgesucht, du hast dich orientiert, ob es irgendwelche Schwerpunkte der Praxen gibt, die vielleicht für dich besonders gut passen oder wo klar ist, hier bist du falsch, weil jemand macht nur dies oder jenes.

dann wird dir schon auffallen, dass es verschiedene Therapieverfahren gibt. Und zwar gibt es im Augenblick, wenn wir in dem Bereich psychologische oder medizinische Psychotherapie sind, was von der Krankenkasse bezahlt wird, gibt es vier verschiedene Therapieverfahren. Verhaltenstherapie, tiefenanalytische Therapie, psychoanalytische Therapie und systemische Therapie.

Das sind sogenannte Therapieschulen. Auch da werde ich häufig mit einer Frage konfrontiert von welcher Therapeut, welche Therapeutin ist denn oder welche Schule ist denn das Richtige für mich. Das ist manchmal gar nicht so leicht zu sagen.

Die Schulen nähern sich jeweils den Problematiken so ein bisschen mit unterschiedlichen Methoden und mit unterschiedlichen Grundannahmen. Tatsächlich mischen die sich aber auch immer mehr, gerade so Verhaltenstherapie und Tiefenanalytisch mischt sich immer mehr in den letzten Jahren. Ich nutze tatsächlich immer ein anderes Argument und sage, am meisten findest du am Markt Verhaltenstherapeuten, Verhaltenstherapeutin.

Also das ist am weitesten verbreitet, Klammer auf, weil wahrscheinlich die Ausbildung am kürzesten ist. Und weil es sich um eine sehr pragmatische Therapieform handelt, die so im Hier und Jetzt ansetzt und versucht, den Menschen bei ganz konkreten Problemen in ihrem Alltag zu helfen. Biografisch wird auch geschaut, es steht aber nicht im Mittelpunkt der Therapie.

Und es gibt eben die meisten Plätze im Bereich der Verhaltenstherapie, deswegen hast du hier die höchste Chance, etwas zu finden. Tiefenanalytisch würde ich sagen, ist am zweitweitesten verbreitet, ist auch noch am nächsten, am Alltag dran, hat aber schon etwas mehr Schwerpunkt auf Biografie und Grunddynamiken in der Psyche eines Menschen. Psychoanalytisch wird dann sehr stark ausgerichtet auf das Unterbewusstsein einer Person, dauert sehr, sehr lange eine psychoanalytische Behandlung und lässt den Alltag der Menschen tatsächlich ein bisschen außen vor.

Ich weiß, das ist jetzt sehr pauschalisiert, ich will auch niemanden verärgern von meinen Kollegen, aber grob kann man es sich so vorstellen. Und die systemische Therapieschule schaut einfach auch auf die Systeme drumherum, also auf das Familiensystem, vielleicht auf das System Kollegen, vielleicht auf die Partnerschaft, vielleicht auf Geschwisterkonstellation, je nachdem was das Thema ist. Also die systemische Therapie denkt breiter und bezieht das System expliziter mit ein als die anderen Therapieverfahren das tun und nähert sich deswegen der Problematik aus einer anderen Richtung.

Wenn du da von mir einen Ratschlag hören willst, ich mache es einfach, Verhaltenstherapie hat die höchste Chance einen Platz zu bekommen. Tiefenanalytisch kommt direkt danach. Das heißt, auf die beiden Therapieverfahren würde ich mich fokussieren, wenn du ein ganz konkretes Anliegen hast.

So, also du hast Praxen gefunden, du hast Webseiten gesichtet, du hast die E-Mail der Praxis vorliegen, du hast eine Telefonnummer der Praxis vorliegen und du weißt auch, wann die ihre telefonischen Sprechzeiten haben. Das haben sie in der Regel bei der KV hinterlegt, das haben sie auch auf ihrer Website stehen. Dann weißt du also, zu diesem Zeitpunkt kann ich da bitte anrufen, weil das Telefon einer psychotherapeutischen Praxis ist nicht rund um die Uhr besetzt weil die Therapeuten ja im Gespr sind und wir Therapeuten haben oft keine Assistenz vorne im Sekretariat die uns irgendwie zur Hand geht Wir machen das selber deswegen telefonische Sprechzeiten zu denen wir auch verpflichtet sind Das heißt, du hast all diese Informationen vorliegen und jetzt geht es darum, Kontakt aufzunehmen, also E-Mails zu schreiben, zu telefonieren und wenn du das tust, dann macht es total Sinn, dass du das für dich dokumentierst.

Wann habe ich wo angerufen? Welche Auskunft habe ich bekommen? Bin ich dort auf der Warteliste gelandet oder nicht?

Wie lange ist die Dauer, bis da ein Therapieplatz ungefähr frei wird? Und zu welchem Zeitpunkt soll ich mich nochmal melden? Das sind ganz klassische Fragen, die du hoffentlich stellst.

Und damit du nicht den Überblick verlierst, gibt es am besten eine Art von Tabelle, in die du das einträgst. Das gleiche ist mit den E-Mails. Wann hast du die E-Mail verschickt?

Hast du überhaupt eine Rückantwort bekommen? Wenn du eine Rückantwort bekommen hast, welche Informationen standen da drin? Gibt es freie Therapieplätze?

Gibt es eine Warteliste? Was musst du tun, um auf der Warteliste zu bleiben? Also dokumentiere das bitte, sonst wird es wirklich frustrierend.

Und das ist etwas, um nochmal auf den Service zu kommen, den ich mittlerweile anbiete, das bereiten wir dir alles vor. Du bekommst von uns Telefonnummern, E-Mail-Adressen, wir schreiben dir die E-Mails vor, du kannst die mit zwei, drei Klicks raushauen und wir haben eine Tabelle, wo du für dich sehr übersichtlich eintragen kannst, wann du wem was geschickt hast und welche Informationen du bekommen hast. Also da muss ich sagen, das lohnt sich wirklich.

Wir haben dieses System einmal in der Tiefe durchdacht und versuchen es dir so einfach wie möglich zu machen. Ja, der Therapieplatzfinder ist eine echte Hilfe, davon bin ich überzeugt. Wenn du E-Mails schreibst und wenn du jemanden am Telefon hast, dann ist es wichtig, dass du kurz und knackig die wichtigsten Informationen parat hast.

Das heißt, was ist dein Anliegen, was ist deine Systematik, wie lange wartest du schon, gab es schon ein Erstgespräch, zu welchen Uhrzeiten kannst du zur Therapie kommen. Das heißt, du brauchst so eine Art kleinen Telefonleitfaden und es macht auch Sinn, diese Informationen in die E-Mails, die du versendest, reinzuschreiben. Ich möchte an dieser Stelle einmal teilen, dass ich ein großer Freund von E-Mail-Kontaktaufnahme bin.

Diese telefonischen Sprechstunden, die ich ja anbieten muss, sind für mich, aber auch für die Menschen, die einen Therapieplatz suchen, extrem frustrierend. Das heißt, da ruft mich jemand an, der geht nochmal in sein Leid rein und teilt diese vertrauensvollen Informationen mit mir. Ich bin in meiner Empathie am anderen Ende, schaffe es vielleicht auch nicht immer so früh wie möglich zu unterbrechen, weil meistens kann ich einfach nur sagen, ich habe gar keinen Platz für Sie.

und derjenige ist so enttäuscht, weil dann hat er jemanden erreicht, beginnt zu erzählen und bekommt trotzdem eine Absage. Für mich auf der anderen Seite ist diese telefonische Sprechstunde auch extrem belastend, für die Kolleginnen und Kollegen natürlich auch, weil wir einfach uns das Leid der Person natürlich in dem Moment anhören, aber immer wieder eine Hilflosigkeit kommen, weil wir gar nichts tun können. Wenn wir keinen freien Platz haben, haben wir keinen freien Platz, egal wie groß das Leid am anderen Ende ist.

Und deswegen sind diese Telefonkontakte tatsächlich oft sehr dramatisch und ich würde dir empfehlen, dir zuliebe und natürlich aber ehrlich gesagt auch dem Therapeuten zuliebe, eine kurze knackige Schilderung, was ist los, wie geht es dir, wie lange suchst du schon einen Therapieplatz mit den wichtigsten Informationen, um dann zu gucken, gibt es da überhaupt eine Chance? Das darf auch die erste Frage sein. Ich habe sie jetzt telefonisch erreicht, aber seien Sie ehrlich mit mir, gibt es bei Ihnen überhaupt eine Chance, in den nächsten Monaten einen Therapieplatz zu bekommen?

Führen Sie eine Warteliste. Ja. Also auch diese Information, diesen kurzen Telefonleitfaden, den würden wir, wenn du den Therapieplatzfeinder nutzt, für dich vorbereiten und dann kannst du da sehr fokussiert durchgehen.

Fakt ist, du wirst oft hören, dass es keinen freien Platz gibt. Dann darf deine Frage sein, führen Sie eine Warteliste? Was brauchen Sie von mir, dass ich auf die Warteliste komme?

Die Bedingungen dafür sind sehr unterschiedlich. Viele Praxen haben aufgehört oder ihre Wartelisten geschlossen, weil so viele Menschen draufstehen, dass klar ist, sie können dir in den nächsten zwölf Monaten keinen Platz anbieten. Andere möchten, dass die Menschen auf der Warteliste sich alle vier Wochen regelmäßig melden.

Und die, die sich nicht regelmäßig melden, werden aus der Warteliste gestrichen. Also auch diese Art von Vorgehen gibt es. Über das Für und Wider dafür, da möchte ich jetzt gar nicht reden, weil das ist nicht spannend für dich.

Und nun komme ich auch das erste Mal zur sogenannten Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung, die sogenannte TSS. Neben der Suchmaschine, wo du nach Postleitzahlen einfach Adressen von Praxen suchen kannst, gibt es deutschlandweit die Nummer 116 117. Die Idee ist, dass hier Ersttermine für Psychotherapie und sogar freie Therapieplätze vermittelt werden sollen.

Was eine gute Idee ist, hakt in der Umsetzung aus meiner Sicht ganz gewaltig, deswegen versuche ich das mal neutral zu beschreiben. Vorab, ich empfehle dir dort anzurufen. Ich erkläre dir aber jetzt kurz, was passiert.

Positiv gedacht, der Patient hat nur eine Anlaufstelle, der Therapeut, die Therapeutin führt gar keine Warteliste mehr, sondern Patienten melden sich bei der TSS und die vermitteln die freien Psychotherapieplätze, die die Psychotherapeuten eingestellt haben. Klappt selten. Auch nach, ich glaube mittlerweile ist das Ding drei oder vier Jahre im Netz, es funktioniert eher bescheiden.

Weil es so bescheiden funktioniert hat, hat sich noch eine Besonderheit eingeschlichen. Wir psychotherapeutischen Praxen werden gezwungen, Termine für Erstgespräche zu melden. Ich muss also ein paar Erstgespräche im Monat anbieten.

auch wenn ich gar keine freien Therapieplätze habe. Diese Erstgespräche werden dann vermittelt. Man führt diese auch.

Patienten kommen übrigens relativ oft nicht. Ich glaube, das hat was mit der Entfernung zu tun, weil ich glaube, die Grenze liegt ungefähr bei 30, 35 Kilometer, die der KV zumutbar erscheinen f ein Erstgespr Ich f also dieses Erstgespr der Mensch erz mir seine Symptomatik sein Leid und ich kommuniziere relativ schnell ich habe aber keinen Therapieplatz Die berechtigte Frage vom anderen Ende ist, wieso führen wir dann dieses Gespräch? Die ehrliche Antwort wäre, weil ich dazu gezwungen bin, diese Gespräche anzubieten.

Also ein bürokratisches System, was an dieser Stelle oft seine Sinnlosigkeit offenbart. So muss ich sagen. Was der Patient bekommt an dieser Stelle ist aber ein Formular, das sogenannte PT11 und auf diesem Formular steht, Sie brauchen eine Therapie, wenn das der Fall ist, gegebenenfalls mit dem Vermerk und es ist dringend.

Mit diesem PT11 kann man dann, wenn man die nächsten Praxen anruft, sagen, ich habe schon das ptv 11 und ich habe dann vermerkt dringend drauf das ist vielleicht für den ein oder anderen psychotherapeuten eine motivation den suchenden er auf die warteliste zu nehmen oder einen therapieplatz anzubieten da bin ich mittlerweile tatsächlich irgendwie desillusioniert ich glaube das ist der richtige also ich fasse mal zusammen du solltest diese tss 116 117 trotzdem anrufen Es ist eine Chance.

Vielleicht bekommst du einen Termin für ein Erstgespräch. Bereite dich bitte darauf vor, dass du in dieser Praxis, wo du das Erstgespräch machst, aber gar keine Therapie anfangen kannst, sondern dort nur das Formular PTV11 bekommst, mit dem du dann bei deiner weiteren Suche argumentieren kannst. Dann, wenn du das Gespräch geführt hast, würde ich weiter den direkten Kontakt zu Praxen in deiner örtlichen Umgebung aufnehmen.

30 bis 35 Kilometer können je nach der Verkehrssituation, je nachdem ob du öffentlich oder Auto nutzt, dann doch relativ weit sein für Termine, die am Anfang, wenn die Therapie beginnt, dann doch fast immer wöchentlich stattfinden. So viel zur Terminservice Stelle der Kassenärztlichen Vereinigung. Ich möchte dich noch mal ermutigen, egal ob du anrufst oder E-Mails schreibst, sei vorbereitet und fokussiere auf die wichtigsten Informationen.

Es geht nicht darum, dein Leid zu beweisen. Die Psychotherapeuten suchen in der Regel nach allem, was ich von mir und meinen Kollegen weiß, nicht danach aus, wer das größte Leid hat oder wer es am dramatischsten darstellt, sondern für uns ist tatsächlich Zeitpunkt der Kontaktaufnahme und manchmal gibt es Störungsbilder, wo man wirklich sagt, wenn den Menschen jetzt schnell geholfen wird, dann können wir auch schnell was erreichen. Also wenn es zum Beispiel traumatische Ereignisse gegeben hat oder so, das kann mal ein Kriterium sein, aber das ist es total selten.

Eigentlich haben wir nur die Chance, nach Zeitpunkt der Kontaktaufnahme vorzugehen, damit es einigermaßen fern bleibt. Auch für dich schütze dich. Wenn du zu tief, sowohl per E-Mail als auch per Telefon, in deine leidvolle Geschichte reingehst und dann abgewiesen wirst, so erhöhst du auch deinen Schmerz massiv.

Das heißt, distanziert, fokussiert und dennoch aussagekräftig. Die wichtigsten Infos wie Krankenversicherung, wann hat deine letzte Therapie geendet etc. solltest du unbedingt dabei haben.

Nochmal, wir helfen dir. Mit dem Therapieplatzfinder bereiten wir das alles für dich vor. Du erzählst es nur uns, wir bereiten die Infos auf und wir sorgen dafür, dass du dich relativ einfach organisieren kannst, um den Überblick zu behalten und damit erhöhst du, je mehr Praxen du anschreibst, je aktiver du bist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass du zügig einen Therapieplatz findest.

Hast du irgendwo einen Platz auf einer Warteliste ergattert, würde ich mir das immer auf Wiedervorlage legen und mich in regelmäßigen Abständen dort nachfragen. und selbst wenn die Praxen das nicht von sich aus einfordern und immerhin weiterhin bekunden, dass du interessiert bist, auch das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Therapeut, wenn er freie Kapazitäten hat, auf dich zukommt und sagt, so und nun habe ich die Möglichkeit, dir zu helfen. Mein Podcast, den du ja schon kennst, wenn du jetzt gerade zuhörst, ist natürlich eine Möglichkeit, dir über die Wartezeit hinweg zu helfen.

Der ersetzt keine Therapie, mittlerweile behaupte ich aber immer, er bereitet dich aber schon einmal auf Therapie vor. Und das ist zumindest auch das, was viele von euch, die mir schreiben, mir schildern, dass er einfach in dieser Überbrückungszeit eben doch eine enorme Hilfe ist, wenn man sich bestimmte Themen nochmal anhört, wenn man sich mit Selbstmitgefühl, mit Bewegung, mit Atmung, mit Entspannung und mit Informationen zum Krankheitsbild beschäftigt. So, ich glaube, aus meiner Sicht waren das die wichtigsten Informationen zur Therapieplatzsuche.

Ich habe natürlich hier nur meine Sicht dargestellt und es gibt vielleicht auch Kollegen, Kolleginnen da draußen, die das irgendwie anders handeln und das auch anders sehen. Ich bin aber im Austausch über meine Intervisionsgruppe, über meine Netzwerke mit verschiedensten Therapeuten, Therapeutinnen und kann deswegen, glaube ich, durchaus auch mit meiner Meinung einen ganz relativ großen Teil der Psychotherapie-Community widerspiegeln. spiegeln.

Ich möchte, dass du, wenn du Hilfe brauchst oder ein Mensch aus deiner Umgebung Hilfe braucht, dass wir gemeinsam die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass du einen Therapieplatz findest. Deswegen diese Folge und deswegen den Therapieplatzfinder, dessen Link zu meiner Homepage, wo man ihn buchen kann, ich verlinke. Wir haben ihn mit 49,90 Euro glaube ich so bepreist dass es mehr oder weniger eine aufwandsentschädigung ist für uns wir haben das gut durchdacht wir haben das gut vorbereitet und wir möchten dass das in die welt geht damit sich einfach die situation da draußen verbessert ich hoffe die folge hat dir geholfen mit vielen informationen die dich weitergebracht haben vielleicht auch wenn du dich alleine auf den weg machst auf die suche ich freue mich wenn du die folge den menschen empfiehlt die in deinem Umfeld einen Therapieplatz suchen.

Und ich sage bis nächste Woche wahrscheinlich. Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag. Tschüss und bis bald. Sabine

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