← Alle Folgen
Nervensystem Folge 5 · 11. Januar 2019 · 25 Min
Cover: Brauchst Du eine Psychotherapie?

Brauchst Du eine Psychotherapie?

0:00 25 Min

Worum geht's?

#005 Brauchst du eine Psychotherapie? 🤔

Hast du dich schon einmal gefragt, ob eine Psychotherapie für dich sinnvoll wäre? In dieser Folge findest du wertvolle Impulse, die dir helfen, eine Antwort auf diese wichtige Frage zu finden.

📌 Das erwartet dich:
🔹 Woran du erkennst, ob eine Therapie hilfreich sein könnte
🔹 Wie ich als Therapeut eine Einschätzung vornehme
🔹 Was das ICD ist und warum es für Diagnosen wichtig ist
🔹 Erste Schritte, wenn du professionelle Unterstützung suchst

Am Ende der Folge bekommst du praktische Tipps, wie du den richtigen Therapeuten findest und dich auf dein erstes Gespräch vorbereitest.

🎧 Jetzt reinhören und Klarheit gewinnen!

🔔 Folge mir für mehr Impulse:
📌 Facebook: Sabine Bimmler
📌 Instagram: @sabinebimmler
🌍 Mehr über mich: Meine Website

📞 Coaching-Angebote:
📅 Persönliche Termine: sabine@bimmler.com
📅 Online-Coaching: Hier buchen
📧 E-Mail-Coaching: Mehr erfahren

Ich freue mich auf dich! 💛
Deine Sabine

Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 3.545 Wörter · etwa 18 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo, ein herzliches Willkommen. Du bist bei Reif für die Couch, deinem Podcast für Psychologie und Psychotherapie. Wenn dein Leben in einem Ausnahmezustand ist, hier bist Du richtig. Es gibt Hilfe zur Selbsthilfe in Krisenzeiten, damit Du wieder mehr Ruhe, Kraft und Freude erleben kannst. Kannst.

Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Diplom Psychologin, Psychotherapeutin und systemischer Coach. Seit 20 Jahren begleite ich Menschen in ihrer Entwicklung. Ich freue mich, dass Du den Weg hierher gefunden hast. Heute würde ich dir gerne helfen, eine Antwort auf die Frage zu finden, brauche ich denn nun eine Psychotherapie oder nicht?

Wie Du dir vorstellen kannst, kannst nur Du diese Frage eigentlich beantworten. Trotzdem möcht ich dir gerne mal erklären, wie sich ein Therapeut auf der anderen Seite ein Bild von deiner Situation verschafft und ja, auch eine Antwort auf diese Frage findet. Braucht die Person, die da vor mir sitzt, eigentlich eine Psychotherapie oder eher nicht? Das Ganze hat sich dadurch noch mal deutlich verändert, dass Psychotherapie ja jetzt auch eine Leistung ist, die von den Krankenkassen bezahlt wird. Als das eine reine Selbstzahlerleistung war, haben die Leute für sich diese Entscheidung recht frei treffen können.

Und wann immer sie das Gefühl hatten, ich brauche da jetzt Hilfe, ich brauche da Unterstützung und ich kann mir das leisten, durften Sie zu einem Psychotherapeuten gehen. Das ist heut natürlich auch noch so, weil jeder kann seine Psychotherapie selbst bezahlen und diese Entscheidung frei treffen. Die meisten Menschen, die allerdings eine Psychotherapie beginnen, gehen davon aus, dass ihre Krankenversicherung die Kosten übernimmt. Und die Krankenversicherung sagt, das tun wir auch, allerdings nur, wenn eine, so nennen die das, krankheitswertige Störung vorliegt. Und das muss der Therapeut, dazu verpflichtet er sich, am Anfang prüfen.

Ist das krankheitswertig, was dieser Patient grade erlebt? Und es gibt da relativ aufwendige Gutachterverfahren, die dazwischengeschaltet sind. Man hat das jetzt in letzter Zeit 'n bisschen verändert und gelockert, aber trotzdem möchte die Krankenkasse nicht für persönliche Entwicklung und Selbstfindung bezahlen, sondern nur, wenn es eine Krankheit ist. Also trotzdem stehst Du ja jetzt hier mit der Frage, vielleicht, ich nehme an, wenn Du die Folge hörst, ja, brauch ich denn nun eine Psychotherapie oder nicht? Und ich würde dir gern mal am Beispiel der Depression, weil das 'n häufiges Störungsbild ist, erklären, wie man da vorgehen kann, eine Antwort zu bekommen.

Also es gibt unterschiedliche Arten von Depression, aber wir gehen erst mal davon aus, Du kommst zu mir in die Praxis und sagst, hey, ich glaub, ich hab eine Depression. Ich brauche Hilfe. Dann würde ich sagen, okay, haben Sie schon mal das Problem umrissen in 1 Also haben Sie sich schon Klarheit verschafft? Erzählen Sie mal 'n bisschen, was ist denn los? In Folge 1 hatt ich ja die sogenannte Standortbestimmung vorgestellt und die würd ich jetzt in 1 Kurzform mit dir machen oder wenn Du kommst und sie schon selber gemacht hast, umso besser.

Ich erleb das tatsächlich immer wieder, dass Patienten in die Praxis kommen und sagen, ich hab das alles schon mal aufgeschrieben. Hier sind 3 DIN A4 Seiten, da steht eigentlich alles drin. Das ist schön und hilfreich. Es ersetzt das Gespräch nicht, aber es ist hilfreich. Und auch wenn Du 'n E-Mail-Coaching zum Beispiel in Anspruch nehmen würdest, wär das gut, wenn Du das alles, was in Folge 1 besprochen wurde, niedergeschrieben hättest.

So, jetzt sitzt Du mir aber gegenüber, sagst, Du hast eine Depression und ich sag, was ist denn los? Erzähl doch mal. Und dann würde ich mir anhören, was hast Du für Symptome? Weil ich muss eine Symptombeschreibung machen, ja, die Auflagen der Krankenkasse zu erfüllen. Und bei der Depression ist es so, dass es 3 sogenannte Kernsymptome gibt.

Das 1. Ist die sogenannte depressive Stimmung. Und die ist auch in einem Katalog, dem sogenannten ICD 10, genau erklärt. Auf das ICD 10 beziehungsweise auf die amerikanische Version, das DSM greifen alle Ärzte zurück und auch die Therapeuten, weil das ist sozusagen das Buch, in dem alle Krankheiten auf der Symptomebene beschrieben sind. Und im ICD 10 steht zur Depression Folgendes.

Erstes Kernsymptom depressive Stimmung. Das heißt, Du solltest die meiste Zeit des Tages und fast jeden Tag der Woche des Monats eine deutliche ja, Traurigkeit oder Leere in dir fühlen. Und andere Menschen, die mit dir zusammen sind, sollten das auch wahrnehmen. Die sollten das Gefühl haben, Du bist ständig den Tränen nah. Und wenn das der Fall ist, wenn Du sagst, ja, so ist das bei mir, so ist das in den letzten Wochen gewesen.

Ich bin jeden Tag völlig unbeeinflusst von dem, was mir an dem Tag passiert, sehr traurig und fühle so eine innere Leere und das ändert sich auch gar nicht. Das ist morgens, mittags, abends so und selbst wenn mir irgendetwas passiert, was früher mal schön für mich war, diese Stimmung bleibt. Ich fühl da fast gar nichts mehr. Wenn es so ist, hättest Du das 1. Kernsymptom der Depression erfüllt.

Dann würden wir über das 2. Kernsymptom sprechen. Du hättest mir ja bestimmte Dinge schon erzählt und ich würde anknüpfen und sagen, wie ist das denn mit deinem Interesse und deiner Freude? Ne, es gibt ja Dinge, die dir früher vielleicht mal oder die dir normalerweise sehr angenehm sind, die dir Freude machen, für die Du dich interessierst, denen Du nachgehst. Wie ist denn das?

Wirklich vermindertes Interesse und eine verminderte Freude hast an allen Tätigkeiten oder zumindest an fast allen. Ich sag das so, weil manchmal ist es so, dass die Leute sagen, ja, aber mein kleines Kind, wenn das mich anlacht und so, dann erleb ich noch son bisschen positives Gefühl. Aber an ganz vielen anderen Dingen, die früher Freude gemacht haben, entsteht keine Freude mehr. Das wäre das 2. Kriterium, zu entscheiden, ob eine Depression im Sinne der Krankenkasse vorliegt oder nicht.

Das 3. Kernsymptom der Depression ist der verminderte Antrieb oder die gesteigerte Ermüdbarkeit. Gibt es ein Energieverlust oder eine Müdigkeit an fast allen Tagen, die ungewöhnlich ist, in für dich ungewöhnlichem Ausmaß? Wenn wir dieser Frage nachgegangen sind und die sozusagen bejaht hätten, dann wäre das 3. Kernsymptom der Depression erfüllt.

Das ICD 10 sagt nun sehr klar, wir brauchen nicht alle 3, aber 2 dieser Symptome sollten erfüllt sein. Mhm, okay, schon mal gut. Dann gibt es aber noch sogenannte Nebensysteme, Nebensymptome. Das heißt, ihr merkt schon, das ist echt relativ umfangreich, weil das wird natürlich für jede Störung genauso auseinandergedröselt. Also in den Nebensymptomen finden sich Dinge wie Konzentrationsstörung.

Hast Du eine verminderte Fähigkeit zu denken, sich zu konzentrieren oder vielleicht Entscheidungen zu treffen? Was ist mit deiner Psychomotorik? Bist Du psychomotorisch unruhig? Das heißt, ist dein Körper unruhig, obwohl eigentlich gar keinen Grund für Unruhe vorliegt? Oder bist Du vielleicht eher psychomotorisch gehemmt?

Das heißt, Du bist schlaft, dein dein Körper, alle deine Gliedmaßen hängen und Du bewegst dich sehr wenig? Was ist mit deinem Schlaf? Hast Du Schlafstörungen irgendwelcher Art? Was ist mit deinem Appetit? Hat der sich verändert?

Hat der sich sehr stark gesteigert oder ist er vielleicht sogar verloren gegangen? Was ist mit deinem Selbstwert? Was denkst Du über dich selber? Was ist mit deinem Selbstvertrauen? Nächstes Nebensymptom Schuldgefühle.

Was ist damit? Gibt es unbegründete Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle? Und wir würden uns sozusagen durch diese Liste durcharbeiten und am Ende sollten auch von den Nebensymptomen einige erfüllt sein. Und wenn wir sozusagen die Häkchen gemacht haben, ich sag Gott ständig sozusagen, ne, egal. Also wenn wir wie unsere Häkchen gemacht haben, können wir hinterher sehen, ja, im Sinne des Krankenkassensystems ist das eine Depression.

Ja, so funktioniert das. So arbeitet ein Therapeut sich mit dir durch. Manchmal fühlt sich das für dich gar nicht so strukturiert an, weil der Therapeut erst mal sehr offen rangeht und sagt, erklär doch erst mal, erzähl doch mal, was los ist. Und der hakt es sozusagen im Hintergrund ab und kommt dann irgendwann und sagt, ich glaube, dass bei Ihnen eine Depression vorliegt, ne. Jetzt bin ich wieder ins Sie gerutscht, weil in der Therapie das Sie ja häufiger vorkommt als das Du.

Wenn wir aber festgestellt haben bei dir zum Beispiel, nee, da treffen nicht genug Symptome zu, dann können wir überlegen, was kann es denn noch sein? Kann es zum Beispiel eine Dystemie sein? Das ist eine ja, also das sind Symptome ähnlicher Natur, die aber nicht für die Depressionsdiagnose ausreichen. Das heißt, über ein Jahr bist Du immer traurig, niedergestimmt, aber nicht ganz so freudlos. Konzentration geht noch gut, Schlaf ist getrübt zum Beispiel.

Das ist also sozusagen eine schwache Form der Depression. Dann würde man sagen, mhm, okay, das könnte eher eine Dystemie sein. Und dann würden wir den Katalog für Dystemie aufmachen und würden da wiederum gucken, trifft das zu, was dasteht? Oder wir kommen eher zu der Idee, dass das in die Schublade Anpassungsstörung im Krankenkassensystem gehört. Das ist vor allen Dingen und das musst Du dir immer wieder klarmachen, etwas, was die Krankenkasse für sich gebaut hat.

Das hilft dir natürlich und gibt die Orientierung, weil Du kannst dich an den Symptomen entlanghangeln, aber am Ende weißt nur Du, wie groß dein Leid ist. Und die Entscheidung, ob Du dir Hilfe holst oder nicht, kannst erst einmal nur Du treffen, ja? Deswegen ist die Standortbestimmung so wichtig und diese Symptom Checkliste, so wie ich sie hier dargestellt habe, hilft, ja, ist 'n weiteres Puzzlestück dabei oder dafür, dir diese Frage, brauche ich Psychotherapie oder nicht, zu beantworten. So, das war jetzt am Beispiel der Depression. Das Gleiche gibt es natürlich auch für das Thema Angst.

Angst wird im ICD 10 in 2 Bereiche unterteilt. Es gibt die sogenannten phobischen Störungen. Da gibt es eine eindeutig definierte Situation, die Angst auslöst. Also Spinnenphobie, Phobie vor engen Räumen, Phobie vor großen Menschenmassen. Und diese Also Du kommst in einen engen Raum, zum Beispiel einen Fahrstuhl und sofort geht die Angstreaktion los.

Das ist eine phobische Störung, ne. Ist wie die Angst vorm Fliegen. Du gehst auf ein Flugzeug zu und eigentlich kannst Du kaum noch einsteigen, weil die Angstreaktion so stark ist. Das ist die eine Gruppe von Angststörungen, die behandlungsbedürftig sein kann. Und auch hier gibt's wieder diese Symptomchecklisten.

Dann gibt es noch die anderen Angststörungen, zum Beispiel die generalisierte Angststörung. Das sind Menschen, die kommen aus dem Grübeln nicht mehr raus. Die Ängste setzen sich, die die wabbern sozusagen und setzen sich auf berufliche Themen, auf Gesundheitsthemen, auf jobliche Themen, auf alles Mögliche. Das heißt, diese Personen, die grübeln eigentlich den ganzen Tag, aber wenn sie nicht über das eine Thema grübeln, grübeln sie über das andere. Also wenn Du dich da jetzt angesprochen fühlst, dann könntest Du sozusagen mal die Symptome von der generalisierten Angststörung lesen.

Und ich gebe dir in den Shownotes ein paar Dokumente rein, zum Beispiel zur Depression und zur Angst. Aber selbst wenn Du im Internet einfach diese Schlagworte googelst, findest Du Symptomchecklisten. Du findest auch das ICD 10 online. Jeder kann auf das ICD 10 zugreifen und kann sich für die einzelnen Krankheitsbilder die Symptome angucken. Ich weiß nicht, ob ich dir das empfehlen soll, weil ehrlich gesagt, es ist alles andere als übersichtlich, ne.

Aber Du findest im F-Bereich die ganzen psychischen Erkrankungen. Ich hab mich hier erst mal auf Angst und Depressionen konzentriert, weil das die häufigsten Dinge sind. Anpassungsstörung, Zwangsstörung, Essstörungen ist auch was, was wir in der ambulanten Therapie relativ häufig finden. Ambulante Therapie ist quasi das, was einmal die Woche bei einem Therapeuten stattfindet, ist das Gegenstück zur stationären Therapie, wo Du einfach in eine Klinik gehst und erst mal ja sozusagen aus dem Leben raus bist für eine Zeit. Dann gibt es noch die Somatoform Störung.

Also alles, wo man eigentlich das Gefühl hat, ich leide an 1 körperlichen Symptomatik, die Ärzte aber nichts finden und dann irgendwann meistens sagen, das könnte psychosomatisch sein. Gehen Sie doch mal zu einem Therapeuten. Das wird von vielen Menschen ja oft als stigmatisierend oder als beleidigend empfunden. Das ist gar nicht so gemeint, sondern unsere Psyche kann wirklich, wirklich deutliche körperliche Symptome machen. Deswegen macht das in einem Suchprozess, ne, was hat derjenige durchaus Sinn, auch die Experten für die Psyche mit einzubinden, ja?

Ich würd jetzt noch einmal gerne sagen, die Punkte ansprechen, wo ich denke, hey, wenn das dein Thema ist, dann suchst Du dir auf jeden Fall ärztliche und vermutlich auch psychotherapeutische Hilfe, ja, diese Themenbereiche einmal genannt zu haben. Wenn Du unter irgendwelchen Arten von demenziellen Erkrankungen leidest, ja, Du das Gefühl hast, das hat was mit Demenz zu tun, ich vergesse ganz viel und ach, da will ich gar nicht weiter reingehen. Also wenn es in die Richtung geht, gehörst Du eindeutig in ärztliche Betreuung. Wenn Du Abhängigkeit oder wenn Abhängigkeit Sucht dein Thema ist, das heißt, Du immer wieder Substanzen konsumierst, von denen Du weißt, dass sie eigentlich schädlich für dich sind und Du möchtest gerne aufhören, aber Du schaffst es nicht. Du greifst immer wieder zu.

Das ist eine Suchterkrankung und eine Suchterkrankung alleine zu bewältigen, das ist eine wirklich, wirklich schwierige Aufgabe. Deswegen, wenn das dein Thema ist, bitte hol dir ärztliche Hilfe und wahrscheinlich auch psychotherapeutische Hilfe. Wenn Du das Gefühl hast, dass dein Gehirn dir Geschichten erzählt, die eigentlich gar nicht wahr sind, wir nennen das sogenannte Wahnvorstellung, beziehungsweise oft merken das die Betroffenen gar nicht selber, aber andere Leute sagen dir, hey, Du spinnst dir da was zurecht. Das gibt's überhaupt nicht. Du hast dann Verfolgungswahn entwickelt, das ist überhaupt nicht so.

Dann wäre es auf jeden Fall wichtig, sich auch in psychiatrische Behandlung zu begeben und vermutlich auch in therapeutische. Es gibt Trauma. Immer wenn Menschen etwas Schreckliches erlebt haben und wenn Du etwas Schreckliches erlebt hast und Du die Bilder nicht mehr aus dem Kopf bekommst, das können Autounfälle sein. Das kann sein, dass Du bei einem Menschen dabei warst, der verstorben ist. Also Situationen, die für dich extreme Ängste und Bedrohlichkeit mitgebracht haben.

Ja, ein Überfall. Du warst Teil 1 Überfalls. Ja, 'n Klassiker, wisst ihr vielleicht, sind die ganzen Zugschaffner, ja. Die die wo sich Menschen vor den Zug werfen und die brauchen auch in der Regel eine Traumabehandlung. Also wenn Du belästigt wirst durch ganz viele Bilder, die immer wieder kommen und die Du alleine nicht loswirst, hol dir Hilfe bitte.

Es gibt Möglichkeiten, das zu behandeln. Ja, und das Thema Persönlichkeitsstörung, das ist 'n ganz eigenes Thema, was überhaupt eine Persönlichkeitsstörung ist. Solltest Du schon eine solche Diagnose haben, hoffe ich, dass Du grade in Behandlung bist. Also ihr seht, dieser Podcast ist natürlich für Menschen in Ausnahmesituationen geschaffen, hat aber eindeutig Grenzen. Er ist keine psychotherapeutische Behandlung und es gibt Störungsbilder, die gehören in ärztliche, psychiatrische, psychotherapeutische Behandlung.

Da führt kein Weg dran vorbei. Mit dem Podcast wend ich mich zu allen vor allen Dingen erst mal an Menschen, die aus massiven Erschöpfungszuständen kommen, die in Lebenssituationen feststecken und da Hilfe suchen. Für die ist dieser Podcast gemacht. Alle anderen kann er begleiten, kann zusätzliche Ideen geben, aber er ersetzt keine Behandlung. Du findest natürlich auch im System Hilfe.

Also einfacher haben es hier die Privatversicherten und die Beihilfeversicherten, weil die können sich frei in ihrer Umgebung einen Therapeuten suchen mit und ohne Kassenzulassung. Die können da anrufen, können fragen, ob 'n Therapieplatz frei ist und können dann in Rücksprache mit ihrer Krankenkasse oder der Beihilfestelle direkt eine Psychotherapie beginnen. Und je nach Beihilfestelle, je nach Krankenkasse gibt es da Formalitäten zu beachten. Aber jeder hat die Möglichkeit, erst mal bis zu 4, 5 Stunden Psychotherapie zu machen und mit dem Therapeuten gemeinsam zu erarbeiten, ob eine Psychotherapie nötig und sinnvoll ist und hilfreich sein kann, ne. Für die ist das System sehr einfach.

Für alle gesetzlich Versicherten ist es so, dass eine psychotherapeutische Sprechstunde seit diesem Jahr verpflichtend ist. Das heißt, man ruft, bei der kastenärztlichen Versorgungsstelle gibt es zentrale Vermittlungsstellen dafür, Findet ihr im Internet alle Telefonnummern, guckt jeweils bei eurer k v, kassenärztliche Versorgungsstelle. Da gibt es Vermittlung für psychotherapeutische Sprechstundentermine. Die sind dazu verpflichtet, euch innerhalb von 4 Wochen einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu besorgen und das ist nicht unbedingt der Therapeut, bei dem ihr hinterher die Therapie macht, aber das ist erst mal 1, mit dem ihr in der Sprechstunde erörtern könnt, was euch eigentlich bedrückt und der relativ kurz dann sagen kann, ja, das klingt schon nach 'ner behandlungsbedürftigen Störung oder nee, das ist eher was anderes. Also das kann jeder erst mal unkompliziert über diese Online Vermittlungsstelle machen.

Ihr solltest Du gesetzlich versichert sein, kannst Du dir auch das Telefonbuch nehmen und Psychotherapeuten in deiner Umgebung anrufen und nach einem solchen Sprechstundentermin fragen. In den meisten Regionen ist es aber wahnsinnig schwierig und frustrierend, weil Therapeuten in der Regel voll sind. Therapeuten haben in der Regel keine Sprechstundenhilfe. Das heißt, Du kommst auf ein AB, Du wirst vielleicht gar nicht zurückgerufen. Vielleicht erreichst Du jemanden und hörst dem mehrfach an, nein, keinen Platz, kein Platz, kein Platz.

Deswegen ist die Online Vermittlungsstelle, finde ich, der einfachere Weg. Diese Online Vermittlungsstelle soll später auch einmal freie Therapieplätze vermitteln. So weit sind die noch nicht. Von der Idee her aber wirklich schön, dass es eine Onlinevermittlungsstelle geben soll, die hilft, freie Therapieplätze zu finden. Weil sonst bleibt dir nichts anderes übrig, als wieder alle Therapeuten in deiner Umgebung anzurufen und zu fragen, ob die 'n freien Platz haben.

Und wie frustrierend das ist, das hab ich ja eben schon erklärt. Lass dich, wenn Du das tust, überall auf die Wartelisten setzen bitte. Das ist ganz, ganz wichtig. Und ruf bei deiner Krankenkasse an und bitte Hilfe, wenn Du niemanden findest. Weil eigentlich hat die Krankenkasse den Auftrag, dir zu helfen, einen Facharzt und als dieser ist der Psychotherapeut zu betrachten, zu vermitteln, wenn Du eine krankheitswertige Störung hast.

Und dass Du die hast, hast Du hoffentlich nach Ende der psychotherapeutischen Sprechstunde, nach dieser Einsitzung auf einem Formular attestiert. Das war jetzt son bisschen Einblick in dieses System, wo Du auch noch mal Hilfe finden kannst und Gespräche mit anderen Menschen helfen natürlich auch, vielleicht auch mit Menschen, die schon mal eine Therapie gemacht haben. Zum Glück gibt es da eine gesellschaftliche Entwicklung. Das wird immer einfacher, mit Menschen darüber zu reden, weil Menschen offener werden. Diese Stigmatisierung im Sinne von, ich bin doch nicht verrückt, ich war in 1 Psychotherapie, aber ich bin nicht verrückt, Die löst sich grade son bisschen auf.

Es wird mehr und mehr Usus, dass man, wenn man in eine Notlage gekommen ist, einen Psychotherapeuten zu Hilfe nehmen darf und das ist gut so. Also sprich über deine Problematik. Geh nach außen, wenn Du noch Menschen in deinem Umfeld hast, denen Du vertraust und versuch, eine Idee zu kriegen, ob Psychotherapie das Richtige für dich ist. Geh in die Sprechstunde oder geh direkt zum Psychotherapeuten, wenn Du die Möglichkeit hast und nutze die ersten 4 bis 5 Stunden, mit dem abzuklären, ob eine solche Krankheit vorliegt. Und verschaff dir vielleicht selber über diese Checklisten und über Onlinentests gibt's da auch jede Menge, wenn Du die mal googelst, dir einen Überblick zu verschaffen anhand dieser Symptomchecklisten, ist das eigentlich schon krankheitswertig oder würde die Krankenkasse jetzt eher noch sagen, nee, das reicht für uns noch nicht?

Und am Ende sag ich das noch mal und Du bist die allerwichtigste Größe in diesem Spiel. Wenn Du sagst, mein Leid ist so groß und ich schaff es alleine nicht und ich brauche Hilfe und ich bin vielleicht sogar noch in einem Abwärtstrend im Augenblick, dann bitte geh los, werde aktiv, hol dir Hilfe. Es gibt so viele Patienten, die zu mir sagen, ich hab mich ewig lange gequält mit der Entscheidung in ein in Therapie zu gehen oder nicht. Und jetzt, ne, nach 12 Stunden, es geht mir so viel besser, ich hab so viel verstanden, wär ich doch nur eher gekommen. Bitte, lass diesen Fehler aus.

Hol dir frühzeitig Hilfe und Du hast ja eigentlich nichts zu verlieren. Es gibt ja nur mehr zu verstehen und mehr zu lernen über dich. Ja, mit dem Appell schließ ich für heute auch. Meine 20 Minuten Deadline, die ich mir ja selber für den Podcast gegeben habe, hab ich jetzt auch schon etwas überschritten. Ich hoffe, dass die Folge hilfreich für dich war.

Wenn weitere Fragen entstanden sind, kannst Du mich jederzeit über die sozialen Medien kontaktieren. Lass mich wissen, wo ich vielleicht unklargebieten bin, wo Du noch mehr Infos brauchst. Das erklär ich gerne. Wenn Du die Folge hilfreich fandest, like sie bitte, teil sie mit Menschen, von denen Du weißt, dass die sich auch mit dieser Frage rumschlagen. Ich würde mich freuen, wenn mehr Menschen Ideen kriegen, wie sie den Prozess angehen können.

Und für dich heute wünsch ich dir, dass Du den Rest des Tages eher auf schöne Dinge schaust. Lass dir die kleinen Glücksfälle, die dir über den Weg laufen, nicht entgehen, sondern erfreue dich daran. Weil unser Gesamtzustand, wie's uns geht, von vielen kleinen Momenten am Tag beeinflusst wird und nicht von den großen Glücksfällen. Deswegen mach die Augen auf und nimm die positiven Dinge, die dir heute begegnen, wahr. Und in diesem Sinne sag ich für heute tschüs und bis zum nächsten Mal.

Weitere Folgen

Passend dazu

Mehr aus Nervensystem →
Resilienz: Was sie wirklich bedeutet (und was nicht)
Nervensystem Resilienz: Was sie wirklich bedeutet (und was nicht)
Gefühle benennen: Wie Worte dein Nervensystem beruhigen
Nervensystem Gefühle benennen: Wie Worte dein Nervensystem beruhigen
Selbstmitgefühl: Wie du dein aufgewühltes Nervensystem beruhigst
Nervensystem Selbstmitgefühl: Wie du dein aufgewühltes Nervensystem beruhigst
Werbung

Die folgenden Empfehlungen enthalten Partner-Links. Kaufst du darüber, erhält der Podcast eine kleine Provision — für dich bleibt der Preis derselbe.

Meine Empfehlungen

Ausgesucht von Sabine — weil sie gut zu dieser Folge passen.

📖
Act bei Trauma

ACT-Ansatz bei belastenden Erfahrungen

Zum Produkt →
📖
Buch angst vor Krankheiten überwinden

Ratgeber: Umgang mit Krankheitsängsten

Zum Produkt →
Die Glückspost

Ein ruhiger Gedanke.
Jeden Sonntag.

Ein kurzer, fundierter Impuls zum Innehalten — kostenlos in dein Postfach. Kein Spam, nur Substanz.

Fast geschafft: Wir haben dir eine Bestätigungsmail geschickt. Klick den Link darin, dann bist du dabei.

Jederzeit mit einem Klick abbestellbar.