Du leidest an Angstanfällen oder Panikattacken? Dann hole dir hier hilfreiche Ideen, wie du konkret darauf reagieren kannst. Und – im Sinne der Akzeptanz- und Commitment-therapie, wie du eine ganz andere Haltung deiner Angst bzw. Panik gegenüber einnehmen kannst. Auch wenn deine Angstanfälle noch klein sind, aber schon etwas „unkontrolliertes" haben, findest du hier wichtige Anregungen.
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
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Deine Sabine
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Hey, hallo, herzlich willkommen bei reif für die Couch, dem Psychologiepodcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Als Psychotherapeutin vermittle ich dir Wissen rund die Themen Depression, Angst, Burn out. Dazu gebe ich dir Tools an die Hand, damit Du den Weg für deine Veränderung freimachen kannst. So erlebst Du weniger Stress, mehr Freude am Leben und innere Ruhe und das ohne, dass Du dein Leben gleich komplett auf den Kopf stellen musst. Bevor wir heute mit dem Thema Panikattacken starten, würde ich gern noch eine Ankündigung in eigener Sache machen.
Es ist so, dass dieser Podcast im Augenblick seit Januar diesen Jahres wöchentlich erscheint. Und ich hab festgestellt, dass ja, einen wöchentlichen Podcast zu befüllen mit sinnvollen Themen, die helfen und ihn parallel noch in die Welt zu bringen, ihn zu bewerben, in den Social Media Kanälen bekannt zu machen, doch wahnsinnig viel Arbeit ist. Das hab ich etwas unterschätzt, sodass ich mich jetzt ein Stück weit auf meinen bereits 41 Folgen erst mal ausruhe und mich entschieden hab, nur noch alle 2 Wochen eine Folge zu veröffentlichen. Das Angebot, das Du mitgestaltest und mich wissen lässt, welche Themen ich hier besprechen soll, für dich zusammenfassen soll, das gilt immer noch. Und daher würd ich mich sehr freuen, wenn Du mit mir Kontakt aufnimmst und einfach deine Wünsche an mich handträgst.
Das soll's gewesen sein in eigener Sache und jetzt kommen wir zu der Folge mit dem vielversprechenden Titel Tipps, die bei Panikattacken sofort helfen. Angst und Panik sind sehr verwandte Gefühle. Und viele Menschen sagen ja auch schnell, ich hatte richtige Panik. Aber was ist Panik überhaupt? Vielleicht schauen wir uns das erst mal an.
Menschen, die unter Stress leiden, die psychischen Belastungen ausgesetzt sind, bekommen leider relativ häufig Panikattacken. Und die fühlen sich für jeden Menschen etwas anders an, aber doch sind die Symptome oft dieselben. Meistens ist dabei plötzliches Herzrasen zu spüren, der Schweiß bricht aus und die Brust schnürt sich zu. Die Atmung wird eng. Möglicherweise treten dazu Schwindel oder Übelkeit auf.
Und diese körperlichen Symptome werden von bestimmten Gedanken begleitet, Und zwar von sehr angstvollen Gedanken, ja, katastrophisierenden Gedanken. Man hat die Befürchtung, jetzt in der Situation die Kontrolle zu verlieren oder es geht bis hin zu der Angst, zu der Befürchtung, zu sterben, zum Beispiel einem Herzinfarkt zu erleiden. Manchmal hat man nur eine Panikattacke und danach taucht es nie wieder auf, aber meist entwickeln sich Panikattacken doch ja weiter und treten gehäuft auf, sodass wir irgendwann, wir Therapeuten davon sprechen, dass es sich eine Panikstörung handelt, die natürlich unter den Angststörungen einsortiert ist. Das Problem ist die Angst vor der Panik. So, Du kennst das vielleicht schon aus meiner Folge, die Angst vor der Angst ein Problem ist.
Betroffene Menschen beginnen, sich vor der nächsten Attacke zu fürchten und die Angst vor der Panik hält die Panikstörung regelrecht aufrecht, weil man vermeidet und man in diesen Teufelskreis steckt, dass man schon so angespannt ist. Ja, dann braucht man eben eine professionelle Behandlung, zum Beispiel eine Verhaltenstherapie, wie ich sie in meiner Praxis anbiete. Aber auch andere Therapieformen sind möglich und hilfreich. Der Teufelskreis der Angst ist auch der Teufelskreis der Panik. Ich erklär noch mal kurz für dich zusammenfassend, was das ist.
Und das mach ich wieder an einem Beispiel. Ich habe einen Patienten in meiner Praxis, der Panik entwickelt, wenn er ja, bei der Arbeit wirklich, wirklich, wirklich viel Stress hat. Und dann tauchen plötzlich wie aus den Nichts in Situationen, die eigentlich sehr entspannt sind, Panikattacken auf. Als Erstes nimmt er dann zum Beispiel ein Stolpern seines Herz Herzens wahr. Also so ein kleines Gefühl, Du kennst das vielleicht, wenn es mal eben so kurz hopst in der Brust.
Das ist was, das fühlen wir alle immer mal wieder und wir gehen da eigentlich drüber hinweg. Bei ihm ist das anders. Wenn diese Körpersensation auftritt, dann kommt er sofort in eine negative Gedanken- und Bewertungsspirale, weil er denkt, oh mein Gott, was ist das? Ich hab was am Herzen. Und diese Angstgedanken ja, aktivieren natürlich auch sofort das Angstgefühl.
Das heißt, es kommen immer mehr Körpersensationen dazu. Wie vorhin gesagt, das Herz fängt an zu rasen, was für ihn natürlich ein weiterer Beleg ist, dass mit seinem Herzen was nicht stimmt. Er bekommt keine Luft mehr, weil die Atmung wird bei Angst enger, für ihn wieder ein Beleg, dass etwas nicht stimmt. Also jedes Körpersymptom bestätigt sozusagen seine Angst, dass mit dem Herzen etwas nicht in Ordnung ist. Obwohl diese Körpersymptome völlig für sich genommen bei jeder Art von Angst auftreten.
Das überfällt ihn zum Beispiel auch abends im Bett oder nachts im Bett. Also vorm Einschlafen passiert noch mal irgendwas, sei es ein 1 Körpersensation wie das Herzstolpern oder ein Herzstich. Oder es kommt vielleicht auch zuerst ein Gedanke. Auch das kann sein, dass der Gedanke an den morgigen Tag, an den Terminkalender, der proppe voll ist, dazu führt, dass das Angstsystem, das Stresssystem aktiviert wird. Und in dem Moment, wo das passiert, geht die ganze Maschinerie wieder los.
Das Problem bei der Angst, das kennst Du schon, das ist aber ganz wichtig, ist, dass die Wahrnehmung sich verengt. Der Fokus wird ganz klein, weil die Wahrnehmung plötzlich nur noch auf den Körper gerichtet ist wie so ein Intensivscheinwerfer. Und alles, was man in diesem grellhellen Scheinwerferlicht sieht, nimmt man umso stärker wahr. Noch mehr Körpersensationen, noch mehr Angstsymptome und damit wird das Angstgefühl immer weiter befeuert bis zu der Idee in, dass man stirbt. Ich weiß nicht, ob Du jemals in deinem Leben eine Panikattacke hattest oder ob's vielleicht Menschen in deiner näheren Umgebung gibt, deinen Partner, der darunter leidet.
Das ist kaum vorstellbar. Das Ganze passiert hoch automatisiert und führt von 1 kleinen Körpersensation hin bis zur Überzeugung, dass man jede Minute sterben wird. Es ist noch nie jemand an 1 Panikattacke gestorben, aber so ist eben auch noch nie jemand gestorben, weil eine Spinne hier in Deutschland seinen Weg gekreuzt hat. Angst ist etwas Irrationales und das ist Panik letztendlich auch. Es ist ein Symptom, das in ein Leben tritt, weil es dem Menschen eine Botschaft mitbringt, nämlich es ist eine Veränderung fällig.
Und bei meinem Patienten, das könnt ihr euch denken, geht es Entschleunigung, Entstressung des Lebens, weil er die Panikattacken immer dann entwickelt hat, wenn er komplett am Anschlag. Das erst mal zu dem Thema, was Panik ist und ja, wie es wie es in dein Leben kommt. Ganz akut und diese Tipps hatt ich dir versprochen und die sollst Du jetzt auch bekommen, wenn Du eine akute Panikattacke bekommst, schlage ich dir als Erstes 1 vor. Und das ist, bitte konzentriere dich auf deine Atmung und verlange. Die Atmung wird schneller gehen, wenn die Panik kommt.
Das passiert automatisch und der Atem beschleunigt sich in diesem Moment. Und es ist ganz wichtig für dich, dass Du dich irgendwohin setzt, irgendwohin stellst, deine Augen schließt und auf die Atmung einwirgst. Ganz langsam atmest. Ich weiß, dass dein Körper genau das andere von dir verlangt und genau das andere machen will, aber Du bist nicht dein Körper. Da gibt es eine Instanz in dir, die kann auf deinen Körper Einfluss nehmen, auch wenn der in so einem Automatismus ist.
Und die gilt es zu trainieren und zu wecken. Und die sollte in diesem Fall dafür sorgen, dass Du deinen Atem akut verlangsamst. Das geht, indem Du zum Beispiel auf dein Ausatmen zählst mit 1 relativ etwas ja, was was heißt länger, aber zum Beispiel auf 5. Also wenn Du in 'ner Panikattacke ausatmest, dann geht das ja wirklich Es ist eine ganz kurze Atmung, die da stattfindet. Und hier zwingst Du dich beim Ausatmen, 1, 2, 3, 4, 5.
Luft holen. Und dann wieder 1, 2, 3, 4, 5. Es signalisiert deinem Stresssystem sofort, Gefahr ist vorüber, Du kannst dich entspannen. Deswegen funktioniert das so gut. Dann könntest Du genauso gut eine Tüte zur Hilfe nehmen.
Viele Panikpatienten arbeiten mit so kleinen Mutterbrotstüten und atmen in diese Tüte hinein. Und sie dürfen nur so viel Luft in die Tüte hineinatmen, wie sie auch aus der Tüte entnommen haben. Das heißt, die ja verarbeitete Luft im Rahmen der Atmung wird begrenzt. Und auch das führt zu 1 Beruhigung des Atems und zu 1 Beruhigung des Systems. Ein weiterer sehr knackiger Tipp ist das Trinken von Flüssigkeit, die Du bei dir hast, in kleinen Schlucken.
Auch hier geht es klein und langsam. Du entnimmst aus der Wasserflasche zum Beispiel, die Du bei dir hast, immer nur ein ganz bisschen, schluckst das runter, holst wieder Luft, nimmst den nächsten Schluck, schluckst das runter, holst wieder Luft. Auch über das Trinken übst Du Einfluss auf den Atem aus. Es geht darum, die Dinge langsam zu machen. Die Angst und Panik ist da.
Und wenn Du dich in dem Ziel verstrickst, sie auf der Stelle wegzukriegen, dann wird sie noch länger bei dir bleiben. Also akzeptiere von der inneren Haltung her, und das ist der 3. Tipp, dass die Angst und Panik grade bei dir ist. Wenn Du den Podcast schon länger verfolgst, dann kennst Du den Unterschied zwischen sekundärem und primärem Leid oder schmutziges und sauberes Leid, wie ich es in 1 Folge genannt habe. Wenn Du nicht willst, dass die Panikattacke bei dir ist, wenn Du versuchst, die Panik so schnell wie möglich loszuwerden, dann vertrau mir, wird sie nur länger bleiben.
Es ist das Psychologiegesetz, was ich schon so oft zitiert habe, wenn wir etwas partout nicht wollen, dann haftet es umso mehr an uns an. Also 3 Tipps, die Du schon bekommen hast, verlangsamen deine Atmung, zum Beispiel mithilfe 1 Tüte oder mit der Zählmethodik. Trink in kleinen Schlucken und nimm so wiederum Einfluss auf deine Atmung. Und akzeptiere, dass Angst und Panik grade da ist. Du kannst es nicht ändern, lass das Gefühl einfach sein.
Es darf bei dir sein. Gefühle sind dein Kompass, es bringt eine Botschaft mit, es darf sein. Ich bin ja Verfechter der Akzeptanz- und Commitmentherapie. Und die hat einen anderen Ansatz bei Angst und Panik, als diese loszuwerden. Gemäß dieser Therapieform, ich nenn die von jetzt ab kurz ACT, ja, das ist einfacher.
Die ACT sagt, ich habe Angst und Panik und ich lebe ein lebenswertes Leben. Es schließt sich nicht aus, ein lebenswertes Leben zu haben und Angst und Panik zu haben. Die ACT ist sehr klar in ihrer Behandlungsweise. Es macht keinen Sinn, gegen Gefühle anzukämpfen. Weil je mehr wir kämpfen, desto mehr bleiben die Gefühle erhalten.
Es ist wie ein Paradoxon, was wir da kreieren. Also nehmen wir Gefühle einfach so an, wie sie grade sind und lassen sie sein. Angst und Panik ist eine unserer wichtigsten Emotionen. Angst gehört zum Leben dazu. Angst rettet unser Leben und Panik auch.
Panik ist für mich die übersteigerte Form der Angst. Die ACT sagt auch, Gefühle kommen und gehen. Ein Gefühl hat keine Macht über dich. Es ist nur ein Bündel an Körpersensationen, verbunden mit einem Bündel von Gedanken. Das ist das Angstmuster.
Und dieses Muster, wenn man das erst mal verstanden hat, ist fast ein bisschen langweilig, weil es sich immer sehr stereotyp wiederholt. Wenn Du also akzeptierst, dass die Angst und Panik da ist und dadurch Kapazitätenfrei werden, dann kannst Du dir mal anschauen, wie ein Detektiv in der Panikattacke, wie sie eigentlich genau abläuft. Stell dir vor, Du bist der Sherlock Holmes mit der Lupe in der Hand und guckst dir dieses seltsame Wesen an, was da grade eine Panikattacke erleidet. Und Du wirst sehen, diese Panikattacke läuft immer gleich ab. Sie kommt zwar unerwartet, aber das, was dann passiert, ist sehr vorhersehbar.
Sie bringt nämlich immer die gleichen Körpersensation und immer die gleichen Gefühle mit. Und dass es immer so gleich ist, das kann an sich schon beruhigend sein, weil wenn Du sie einfach lässt, dann weißt Du, was kommt. Dagegen anzugehen, macht sowieso keinen Sinn. Also ein Gefühl ist nur ein Gefühl und ein Gefühl hat keine Macht. Gefühle kommen und gehen, wie es ihn beliebt.
Wenn Du das Gefühl nicht bekämpfst, sondern einfach sein lässt, verschwindet es langsam von ganz allein, denn das ist das Wesen der Gefühle. Alle Versuche, die Angst wegzukriegen, führen dazu, dass sie weiterhin aktiviert bleibt und dass sie sich sogar ausdehnt. Lebe dein Leben also so, wie Du willst. Tue das, was dir wichtig ist mit deiner mit deiner Panik. Du siehst schon, es geht in diesem Therapieansatz überhaupt nicht mehr darum, die Angst loszuwerden, sondern es geht darum, dass Du dich viel weniger mit der Angst beschäftigst.
Aber dafür beschäftigst Du dich an ihrer Stelle mit Werten und Lebenszielen, die dir wichtig sind. Es geht ein erfülltes Leben trotz und mit der Angst. Ein Wort noch zur Vermeidung. Zur Vermeidung von Panikattacken. Auch hier kannst Du dir vorstellen, Du versuchst Kontrolle zu gewinnen, indem Du versuchst, Auslöser zu verstehen.
Wann was aktiviert die Panikattacke? Wann kommt die? Wann kommt die Angstattacke? Und manchmal kannst Du das vielleicht sogar greifen, wobei das Wesen der Panikstörung eigentlich ist, dass die Angst wie aus heiterem Himmel auftritt oder die Panik. Diese Vermeidung ist sowieso keine Lösung.
Wenn Du wirklich weißt, was diese Attacken auslöst und Du vermeidest das, dann fütterst Du die Angst. Sondern es geht darum, die Angst zuzulassen, wenn Du Angst vor etwas entwickelst, was an sich eigentlich gar nicht gefährlich ist. Weil dadurch entziehst Du ihr den Nährboden und die Angst bleibt auf einem ganz ja, normalem Level, was für immer für dich auch ein normales Angstlevel ist. Jeder ist ja mehr oder weniger ängstlich vorm Grund naturell. Angst geht nicht weg, aber Angst kann sich durch diese Haltung und dadurch, dass Du nicht vermeidest, auf ein angemessenes Maß reduzieren.
Ich kann mir vorstellen, dass Du zweifelst und dass Du mir vielleicht nicht glaubst. Ja. Ich kann dazu sagen, Du kämpfst vermutlich schon lange mit deinen Ängsten. Du hast wahrscheinlich schon viel ausprobiert und Du hast schon viel Anstrengung reingegeben, sie in den Griff zu bekommen. Vielleicht hattest Du auch kurzzeitig Erfolge, aber langfristig eher nicht.
Deswegen ist das vielleicht das beste Argument, was dich dieser besonderen Therapieart öffnen kann, weil mit Disziplin und sich zusammenreißen hast Du's schon lange genug versucht. Jetzt braucht es neue Tools, neue Haltung, neue Ideen. Und ja, ich hoffe, dass Du dich darauf einlässt. Ich lege dir 3 Übungen ans Herz in dieser Podcast Folge und es gibt noch jede Menge mehr, weil eine Angsttherapie doch relativ lange dauern kann. Trotzdem 3 Übungen, von denen ich glaube, dass sie sehr, sehr wichtig für dich sein können.
Die 1. Übung ist eine Frage, die es zu beantworten gilt. Und diese Frage lautet, was habe ich heute für meine Ängste aufgegeben? Also, was hättest Du heute gerne getan, konntest es aber nicht wegen deiner Angst? Nimm dir Stift und Papier.
Schreib deine Antworten auf. Es ist wichtig für deinen Entwicklungsprozess, dass Du immer mal wieder an diese Stelle hier zurückgehen kannst. Was hast Du für deine Ängste aufgegeben? Weil sollte sich die Angst über den neuen Ansatz auf ein angemessenes Maß reduzieren, wirst Du sehen, was Du alles zurückgewinnst, was Du alles ja wieder bekommst, was Du vielleicht jetzt aufgegeben hast. Deswegen schreib einfach mal am Ende des Tages auf, was hab ich heute für meine Ängste aufgegeben?
Und das machst Du morgen wieder. Stift und Papier oder in deinem Smartphone, was auch immer. Und am dritten Tag wieder und am vierten Tag wieder, damit dir erst mal vor Augen geführt wird, was diese Angst und die damit verbundene Vermeidungsstrategie dir eigentlich alles wegnimmt. Und die 2. Übung, das ist ein Text, den ich dir gerne vorlesen würde.
Es handelt sich eine Metapher, die ich dir vorstellen möchte. Und zwar ist die Rede vom sogenannten Angstnachrichtenradio. Das ist von 1 Patientin entwickelt worden, nicht von meiner, sondern die Geschichte stammt aus einem Buch von, ich glaub, dem Herrn Eifert. Die Patientin hatte auch das Gefühl, wie ich das vorhin beschrieb, dass diese Angstgedanken sehr langweilig langweilig sind, weil sie immer wieder auftauchen, weil sie immer wieder gleich sind. Und die hat sich das wie son Radiosender vorgestellt, der den ganzen Tag in ihrem Kopf läuft, das sogenannte Angstnachrichtenradio.
Und da hat sie einen Text zugeschrieben wie so eine Moderationskarte und die würd ich dir jetzt gerne vorlesen. Hier ist Angstnachrichtenradio ANR. Wir senden jeden Tag 24 Stunden in Ihrem Kopf, 7 Tage die Woche. Wo immer Sie sind, unser Signal wird Sie erreichen. Wenn Sie in den frühen Morgenstunden aufwachen, werden wir Sie auf all die unglücklichen Aspekte Ihres Lebens aufmerksam machen, noch bevor Sie aus dem Bett sind.
Lassen Sie uns mal machen und wir werden Ihr Leben schon kontrollieren. Angst, Nachrichtenradio zu hören, ist zwingend notwendig und raten Sie mal, warum. Es ist der Nachrichtensender, mit dem Sie aufgewachsen sind. Und jetzt kommt er automatisch zu Ihnen, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Passen Sie auf, Angstnachrichtenradio weiß genau, was am besten für Sie ist.
Und wir wollen, dass Sie unsere Produkte kaufen. Wir senden Ihnen nur das, was für Sie persönlich am verstörendsten und und stressigsten ist. Also vergessen Sie das nicht und denken Sie immer daran, wir werden umso lauter senden, wenn Sie uns mal vergessen und entsprechend der ACT handeln sollten, ohne Erlaubnis zu fragen. Was Sie denken und fühlen können, kann wirklich schrecklich sein. Deswegen sollten Sie auf jeden Fall Angstnachrichtenradio zugeschaltet bleiben, zu wissen, wie Sie das, was Sie denken und fühlen, am besten kontrollieren können.
Ja. Die ACT arbeitet eben auch mit Metaphern, die 'n bisschen überzogen dargestellt sind. Und der letzte Satz macht es sehr deutlich. Bisher waren alle Therapieansätze und auch die von Patienten selbst entwickelten Ansätze auf Kontrolle ausgerichtet. Nur Kontrolle ist nicht die Lösung, sondern das führt eher dazu, dass Gefühle sich noch verstärken.
Es geht eher ums Loslassen. Ich würd dir gerne aber auch noch den positiven Nachrichtensender vorspielen, das Nur so Radio. Das kommt jetzt. Wachen Sie auf. Angstnachrichtenradio ist nur ein Sender.
Sie können ihn an- oder abschalten. 1 ist allerdings garantiert, zu jeder Tageszeit werden Sie von ANR das gleiche alte Zeug hören. Wenn das für Sie wirklich hilfreich war, dann machen Sie weiter. Schalten Sie ein, bleiben Sie dabei. Das wäre sinnvoll.
Wenn es Ihnen jedoch nicht geholfen hat, dann schalten Sie doch öfter nur so Radio ein. Wir bringen Ihnen die Nachrichten über aktuelle Erfahrungen jetzt im Moment und immer live. Aktualität ist unsere Spezialität. Wir liefern Ihnen Ihre Erfahrung grade heraus, so wie Sie sind, nicht wie Ihnen Ihr Kopf sagt, wie Sie sind. Im Kontakt mit der Welt außerhalb und innerhalb Ihres Körpers können Sie erfahren, wie es ist, Mensch zu sein und das alles völlig kostenlos.
Wir können Ihnen garantieren, dass diese Erfahrung, so wie sie ist, Ihnen niemals schaden wird und Ihnen vielleicht sogar Freude bringt. Nur so Radio liefert ihnen Informationen darüber, wie die Dinge sind, nicht wie sie fürchten, wie sie sein könnten. Nur so Radio lädt sie ein, vorzutreten und die Welt zu berühren, wie sie ist und Ihr Leben zu erfahren, einfach so, wie es ist. Unser Signal wird lauter und deutlicher, je mehr Sie uns zuhören. Also bleiben Sie dran.
Geben Sie uns eine faire Chance, wenn Sie nicht von Ihrer eigenen Erfahrung überzeugt sind. Klammer auf, bitte nehmen Sie uns da nicht beim Wort, Klammer zu Komma. Dann bleibt Ihnen nur noch ANR. Angstnachrichtenradio, dem Sender können Sie jederzeit wieder zuhören. Ja, ein Plädoyer für das Loslassen der Kontrolle, für die Achtsamkeit im Augenblick zu bleiben und zu der Erfahrung, wie's ist, ein Mensch zu sein, Einfach nur ein Mensch mit all seinen Gefühlen angenehm wie unangenehm.
Und die 3. Übung, die ich dir ans Herz legen werde oder würde, möchte, möchte eigentlich, ist das Thema Akzeptanz von Angst. Das ist eine meditative Übung, wo Du dich, wenn die Angst kommt, hinsetzt und der Angst einfach mal nachspürst, wie in 1 Meditation. Du schaust sie an, Du betrachtest sie und ich werde tatsächlich diese Übung, weil die Folge jetzt schon so lang ist, gesondert aussprechen. Ja?
Also Folgendes. Das Idee ist mir jetzt grade gekommen. Du weißt ja, wie schwierig es ist, diesen Podcast in die Welt zu bringen. Und ich würde gerne den Leuten, die mir eine Bewertung schreiben, bei iTunes etwas Besonderes zukommen lassen. Und da wäre es ganz toll, wenn Du mir eine Bewertung bei iTunes schreibst, eine ehrliche, mir ganz kurz eine E-Mail schickst Sabine at Punkt com und mir mitteilst, dass Du mich bewertet hast.
Und dafür würde ich dir dann im Umkehrschluss eine Audiodatei von der ja Selbstreflektions-, Imaginationsübung, Akzeptanz der Angst als Audio zu schicken. Ich glaub, das ist 'n guter Kompromiss, so wird diese Folge nicht zu lang. Und so kann ich dich hoffentlich motivieren, dich mit daran zu beteiligen, dass dieser Podcast für mehr Menschen zugänglich gemacht wird. Das war's dann für heute. Tipps, die bei Panikattacken sofort helfen.
Das war mein Input, sehr konkrete Tipps und dann aber ganz viel aus der ACT, eine andere Haltung der Angst gegenüber zu entwickeln, ganz anders mit ihr umzugehen und sie zu erfahren. Ich hoffe, dir hat die Folge gefallen. Ich hoffe, dir werden diese Tipps helfen. Und solltest Du weitere Fragen zum Thema Angst und Panik haben, bitte schick mir auch eine E-Mail und frag einfach nach. In diesem Sinne sag ich für heute tschüs, deine Sabine.
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