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Angst Folge 132 · 18. August 2022 · 23 Min
Cover: Generalisierte Angststörung GAS

Generalisierte Angststörung GAS

0:00 23 Min

Worum geht's?

In Episode #132 widme ich mich dem Thema der Generalisierten Angststörung (GAS), einer zunehmend verbreiteten psychischen Erkrankung in unserer hektischen und anspruchsvollen Welt. Viele Menschen leiden unter den diffusen körperlichen Symptomen, die diese Angststörung mit sich bringt, und oft dauert es lange, bis Ärzte die richtige Diagnose stellen. In dieser Folge erkläre ich dir, wie du die Generalisierte Angststörung erkennen kannst, welche Symptome typisch sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Es ist wichtig, das Bewusstsein für diese ernstzunehmende Erkrankung zu schärfen und Wege aufzuzeigen, wie Betroffene Hilfe finden können. Mehr Informationen findest du auf www.sabinebimmler.de.

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 3.211 Wörter · etwa 16 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

hey hallo herzlich willkommen bei reif für die couch dem podcast für alle erschöpften deren leben leichter werden darf mein name ist sabine bimmler aus köln ich habe eine praxis im kölner westen bin psychotherapeutin systemischer coach und hostet diesen podcast heute gibt es eine neue neue Folge für dich und zwar geht die auf einen Zuhörerwunsch zurück und das Thema ist die generalisierte Angststörung. Also wieder einmal widmet sich eine Folge dem Thema Angst, denn Angst ist etwas, was wir alle kennen.

Wir kennen Ängste in unterschiedlichen Ausprägungen, wir kennen Ängste, die sich unterschiedliche Themen suchen, mit denen sie sich verbinden. Und wir kennen Ängste, die sehr in der Realität angesiedelt sind und Ängste, die eigentlich nur in unserem Kopfplatz haben. Also das Spektrum der Angststörung ist unendlich groß.

Und ihr wisst ja, das Thema ist jemand krank oder ist jemand gesund, ist auch kein duales Prinzip, sondern wir alle bewegen uns ja mit unserer Ängstlichkeit auf einer Skala. Und die Frage ist ja, ab wo auf dieser Skala spricht man eigentlich von einer Störung? Und da versuchen wir uns natürlich mit dem Krankheitskatalog, dem ICD-10, bald ICD-11, eine Hilfe zu bauen, die uns erkennen lässt, wann ist es eine Störung und wann nicht.

Aber wir müssen uns klar sein, wir alle bewegen uns auf diesem Kontinuum und die Grenze, ab wann ist es eine Störung und wo ist es noch keine Störung, ist relativ willkürlich gesetzt. Will sagen, das Thema Ängste beschäftigt uns alle. Und die Zuhörerin hat sich insbesondere etwas zum Thema generalisierte Angststörung gewünscht.

Und da würde ich dir gerne erstmal erklären, was ist denn das für eine Angststörung? Tatsächlich ist das eine Angststörung, wo die Ängste sich auf ganz unterschiedliche Themen setzen. Und zwar denken die Menschen darüber nach, dass sie schwer erkranken könnten.

Das Thema Gesundheit. Sie könnten darüber nachdenken, dass sie ihren Job verlieren könnten oder keinen Job finden könnten, wenn sie gerade keinen haben. Das Thema Arbeit.

Sie denken darüber nach, dass der Partner sie verlassen könnte oder dass die Kinder vielleicht sich eines Tages von Ihnen als Eltern abwenden könnten. Thema Familie. Sie haben immer die Sorge, gute Freunde zu verlieren, im Freundeskreis in ein komisches Licht gerückt zu werden, dass Freunde sich abwenden, dass Freunde aus der Wertschätzung rausgehen und in die Beleidigung, in den Angriff.

Also auch das Thema Beziehung ist ein großer Bereich. Finanzen, werde ich genug Geld in der Zukunft haben, werde ich mir mein Leben noch leisten können, ist auf jeden Fall bei der generalisierten Angststörung, GAS, auch oft ein Thema. Und das Thema Weltgeschehen im Allgemeinen, also was passiert, sind wir im Krieg, was ist mit dem Gas, wie ist das mit der Politik, wie ist das mit unserer Demokratie, all diese Themen werden auch angedacht.

Und noch viele kleine Alltagsthemen mehr. Und ihr werdet jetzt wahrscheinlich denken, ja, aber Sabine, das hat ja jeder. Also jeder macht sich ja Sorgen um die Gesundheit, um die Arbeit, um die Familie, um Beziehungen, um Finanzen und um das Weltgeschehen.

Und tatsächlich ist das auch so. Bei der generalisierten Angststörung jedoch haben wir es plötzlich mit dem Phänomen zu tun, dass jemand, der kerngesund ist, ich hatte eine junge Frau, 24 Jahre, in der Blüte ihres Lebens, gesund, fit, sportlich, ernährte sich gut, passte super gut auf sich auf, sodass man sagen kann, sie hat wirklich alles getan, um ihre Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Und trotzdem waren Gesundheitsängste ein Riesenthema.

Also und gar nicht konkret, dass sie jetzt gedacht hat, ich kriege das, ich kriege das, sondern immer hoffentlich bleibe ich gesund. Ich habe Angst, dass ich krank werde. Ich könnte erkranken.

Es ist wirklich, ich könnte eine schwere Krankheit kriegen. Ich könnte eine, also das Ganze, Und das ist das, woran man merkt, dass wir es hier eventuell bei dieser Patientin ganz sicher mit einer generalisierten Angststörung zu tun haben, ist, wenn man mit einem realistischen Blick extern da drauf schaut, dann wird man merken, es macht gar keinen Sinn, dass diese Frau sich gerade mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzt, weil die ist auf dem Kontinuum gesund so weit bei gesund, dass die Dauer und die Intensität der Ängste und die Dauer und die Intensität der Gedanken, die sie auf dieses Thema verschwendet, einfach viel zu groß ist.

und gleichzeitig ist es bei der generalisierten Angststörung so, dass eben nicht nur das Thema Gesundheit diesen übergroßen Raum in ängstlicher Form einnimmt, sondern bei ihr war es auch das Thema Partnerschaften. Also sie war fest davon überzeugt, dass ihr Partner sie auf jeden Fall verlassen wird, dass er eine andere Frau kennenlernen wird und war also immer in diesem Modus von er wird mich ganz bestimmt verlassen, die Frage ist eigentlich nur wann. und tats habe ich auch in einer Bezugspersonenstunde den jungen Mann mal kennengelernt von au betrachtet Der war aufrichtig bem seine Freundin zu st Der war interessiert, der war sicherlich auch verliebt im klassischen Sinne.

Also so wirkte das. Aber auch dieses Thema der Beziehung nahm bei der jungen Frau total viel Raum ein. Und sie hat immer wieder auch da angstbezogen darüber nachgedacht, wann es denn passieren würde, wie es denn passieren würde.

Auch hier der externe Blick, da steht man so und denkt, das kann eigentlich nicht sein, dass dieses Thema so viel Raum bei dieser Person einnimmt. Jetzt haben wir Gesundheit und Beziehung und dann gab es da die Beziehung zu ihren Eltern, also Familie eher und zu ihrem Bruder. Und auch das war total angstbezogen besetzt.

Und natürlich, dass sie trotz einer guten Ausbildung, einem guten Abschluss, einer soliden Berufswahl nie eine Arbeit finden würde. Auch das war ganz ängstlich besetzt. Und so könnt ihr euch vorstellen, dass sie tatsächlich in einer Art Dauerangstmodus gefangen war.

Also, wir haben jetzt schon mal einmal, es ist die Intensität, die fernab von der Realität, wie sie ist, sehr übertrieben wirkt. Dann haben wir unterschiedliche Lebensbereiche, die betroffen sind und wo diejenigen Betroffenen zwischen den einzelnen Lebensbereichen hin und her springen und eigentlich kaum einen existenziellen Lebensbereich haben, der nicht sorgenvoll ängstlich belastet ist. Und was dann bei der generalisierten Angststörung noch auffällt, die Leute denken zwar an das Angstszenario, aber sie denken es nie zu Ende.

Also das haben Studien ergeben, man hat sich damit beschäftigt, was passiert da eigentlich? Die denken doch so viel an die Angst, müssten die sich nicht daran gewöhnen? Im Bereich der Therapie setzen wir ja sehr oft auf einen Gewöhnungseffekt.

Aber hier gewöhnten die Leute sich nicht und man hat sich gefragt, warum gewöhnen sich diese Patienten eigentlich nicht daran, dass sie so viel Angst zu bestimmten Themen haben. Und dann hat man festgestellt, das hat etwas damit zu tun, dass sie zwar das Sorgenthema wälzen, aber es nie bis zu Ende denken. Also, ich nehme wieder das Beispiel meiner Patientin, die war sehr darum bedacht, sich die Frage zu stellen, ich könnte schwer erkranken, Da gibt es die Möglichkeit, dass ich eine schwere Krankheit bekomme, dass ich nicht mehr so gesund bin wie vorher.

Und die war die ganze Zeit in diesem Angstloop gefallen. Was sie aber nicht gemacht hat, ist, sich die Frage zu stellen, ja und dann? Was heißt das denn?

Was heißt das denn konkret? Nehmen wir jetzt mal an, ich bekomme eine Krebserkrankung. Was heißt denn das konkret?

Was mache ich denn da? Naja, ich gehe zum Arzt, ich gehe zum Onkologen, ich gehe vielleicht in die Klinik. Und was passiert dann?

Ich muss ein Stück weit mit der Arbeit aussetzen, ich muss vielleicht gucken, dass mir zu Hause geholfen wird. Also dieses Art von, ich denke mal, die Katastrophe so weit, dass ich schon mal wieder in die Handlung komme und anfange mir zu überlegen, wie würde ich es denn hinkriegen? Diesen Mechanismus haben die Leute häufig nicht.

Ähnlich war das bei ihrer Beziehung. Sie war ja davon überzeugt, dass ihr Freund sie irgendwann verlassen würde. Und hier auch dieses, ja was mache ich denn dann, wenn es passiert?

Muss ich mir dann eine neue Wohnung suchen? Wie ist das mit meinen Einkünften? Wo könnte ich vielleicht erstmal übergangsweise wohnen?

Wie werde ich meine Trauer und meinen Schmerz verarbeiten? Und es wird ja wehtun, das ist ja klar. Auch hier tatsächlich wurde nicht weitergedacht, sondern es bleibt immer nur auf dem Angstthema und bei dem Hinspingsen, so würde ich es nennen, auf die Katastrophe.

Also es ist so, man hat vor etwas Angst und man guckt nur so ganz kurz hin und denkt, oh Gott, oh Gott, ich möchte aber nicht, dass das passiert. Ich will das auf keinen Fall. Das ist ja ganz schrecklich, wenn mir das passieren würde.

Und man verweigert sozusagen den Blick dahin und sagt, okay, ja, das kann mir passieren. Und wenn mir das passiert, dann wird das so und so sein, es wird sich so und so anfühlen und ich werde das und das tun. Und ich werde mir die und die Hilfe holen und das wird notwendig sein.

Und dieses nur hinblinzeln auf die Themen und nicht wirklich sich die Frage zu stellen in dem Moment, ja, und wenn die Katastrophe eintritt, was mache ich denn dann eigentlich? Das führt nach dieser Theorie dazu, und ich kann das tatsächlich bestätigen, das führt nach dieser Theorie dazu, dass man eben nicht in diesen Gewöhnungs-Habituationsprozess kommt. Es ist wie eine Angstvermeidung.

Ich schaue auf ein Thema, was mich ängstigt und dann drehe ich mich ganz schnell wieder weg und tue so, als wäre es nicht da. Ganz schnell ist in diesem Fall relativ, weil die gucken immer wieder hin. Die gucken immer wieder hin.

Wenn ihr mich jetzt sehen könntet, würdet ihr sehen, mein Kopf geht immer so nach rechts, um das körperlich zu demonstrieren. Die gucken auf das Erschreckungsthema und gucken wieder weg. Aber dann ist eben nicht gut, könnten sie auch machen, sondern gucken sie wieder hin und wieder weg.

Und wieder hin und wieder weg. Aber ihr Blick bleibt nie auf dem schmerzbesetzten, angstbesetzten Thema und sie fangen an, da weiter zu denken. Das wäre also sozusagen im diagnostischen Bereich das dritte Thema, mit dem man sich auseinandersetzen würde.

Und zu gucken, wenn ihr jetzt euch fragt, Mensch, das klingt aber doch sehr nach mir und das hat doch viel mit mir zu tun, dann wäre das so der nächste Bereich, wo man hingucken würde. Ist das so dass ihr zwar Angst vor der Katastrophe habt aber immer nur in dieser Angst vor der Katastrophe bleibt und nie wirklich hinguckt und euch die Katastrophe vorstellt und da vielleicht auch sehr wildlich reingeht, wie das wäre und was ihr dann tun würdet. Die Welt da draußen, diese Woche sagte jemand zu mir, ist ja in einem apokalyptischen Zustand und tatsächlich empfinde ich das auch so, Also was die letzten zweieinhalb Jahre passiert ist, finde ich, hat schon solche Veränderungsausmaße, dass einem Angst und Bange werden kann im wahrsten Sinne des Wortes.

und aufgrund dieser sehr instabilen Situation im Außen, Gesundheitsthemen, politische Themen, ist es so, dass immer mehr Menschen durch diesen Stress, den sie damit erleben und durch diese Ängste, die natürlich auch durch Medien angetriggert werden, in die generalisierte Angststörung reinrutschen. Also neben, alle psychischen Erkrankungen sind auf dem Vormarsch, Aber diese ganze Corona- und Kriegsthematik, die im Augenblick im Raum ist, hat halt insbesondere Angst und Zwangsstörungen befeuert.

Und die generalisierte Angststörung eben auch. Es gibt immer mehr Menschen, die sich vorher noch, als ihre Welt im Großen, im Außen noch in Ordnung war, sich immer wieder stabilisieren konnten und sich diese Ängste, diese generalisierten Ängste, diese anhaltenden Ängste sozusagen immer wieder, ja, vom Hals halten ist der Begriff, der sich mir in den Mund legt. Das klingt irgendwie nicht so schön, aber man konnte sich trotzdem stabilisieren und man konnte mit diesen Ängsten weiterleben.

Mittlerweile ist es so, dass durch diese Instabilität im Außen eben ganz viele Menschen anfangen, sich immer mehr mit diesen Ängsten zu beschäftigen, weil es wächst sozusagen aus der Realität rüber. Also nehmen wir das Corona-Beispiel, also Angst vor dem Coronavirus, Angst davor, an Corona zu erkranken. und plötzlich bin ich bei diesem wabbernden Gesundheitsthema, ich könnte ja erkranken, dann ist es gar nicht mehr Corona, sondern es generalisiert sich und das Thema Gesundheit, was vorher relativ sorgenfrei war, ist plötzlich ein großes Angstthema geworden.

Jetzt als Betroffene, als Betroffener fragt man sich natürlich jetzt, ja so what, was mache ich denn, wenn ich betroffen bin? Tatsächlich gibt es einige ganz gute Bücher dazu, die ich dir empfehlen kann. Und eine Therapie, sofern du denn einen Therapieplatz findest, was im Augenblick ja nicht so einfach ist, ist hilfreich.

Also ich empfehle dir von Hugreve das Buch Meistern Sie Angst und Sorgen. Generalisierte Angststörung bewältigen. Das ist ein sogenanntes Manual, was das, was ein Psychotherapeut, eine Psychotherapeutin mit dem machen würde, einfach in einer Art Selbsthilfeprogramm in diesem Buch zusammengefasst hat.

Und vielleicht zur Erklärung, wo setzt DEM-Therapie an bei generalisierten Angststörungen? Ich hatte ja erklärt, dass ein Wesen dieser Angststörung ist, dass man nicht so richtig hinguckt auf die Katastrophe und das deswegen eben keine Gewöhnung, keine Habituation einsetzt. In der Therapie arbeiten wir tatsächlich häufig bei der generalisierten Angststörung so, dass wir sagen, okay, wir gucken da jetzt hin.

Wir denken das Ding einfach mal bis zum Ende durch. Wir überlegen mal, wie würden Sie denn vorgehen, wenn die Katastrophe eintritt. Das heißt, mit meiner jungen Patientin habe ich sehr konkret durchgesprochen, wie das denn wäre, wenn ihr Freund sie jetzt verlassen würde, was das für Probleme im Alltag mit sich bringen würde, gemeinsame Wohnung und so weiter, was denn alles geklärt werden müsste, wo sie dann erstmal hin könnte, wenn es passieren würde, wie sie den Liebeskummer erleben würde, wie sie bisher Liebeskummer erlebt hat, was da für Ressourcen da waren, dass sie damit klargekommen ist.

Das heißt, wir haben mal so einen ganz konkreten, lösungsorientierten Blick auf die Katastrophe geworfen und das Ding mal bis zum Ende durchdacht, sodass ich dann irgendwann bei ihr auch so langsam diese Erkenntnis und das damit verbundene Gefühl entwickelt hat, ich werde davon auch nicht sterben. Weil so fühlt es sich vorher an. Vorher ist es eine maximale Bedrohung, die den Körper so in Angst versetzt, dass man bis zur Panik hochgesteigert körperliche Symptome entwickelt.

Und diese Symptome, die gehen gerade bei der generalisierten Angststörung ähnlich wie bei der Panikattacke über Herzklopfen, Schwindeln, Kribbeln und Taubheitsgefühle, Hitzewallung, Muskelverspannung, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Schlafstörung, also das volle Programm. Und das macht einen ja zusätzlich noch mürbe. Und wenn man dann noch den Schlaf entbehrt und sich eigentlich die Kräfte braucht, um sich zu stabilisieren, wird es so ein Teufelskreis.

Man wird immer instabiler, die Ängste kriegen immer mehr Raum, sich auszubreiten. Und dann ist man irgendwann vielleicht an einem Punkt, wo man auch nicht mehr ohne externe Hilfe rauskommen kann. Also Behandlung war ich gerade Selbstbehandlung wie Fremdbehandlung Bei der generalisierten Angstst besteht darin dass man hinguckt sich die Katastrophe anguckt und l vornimmt Ja was passiert denn wenn ich meinen Job verliere Auch wenn das im Augenblick total unwahrscheinlich ist aber was passiert denn dann Gut, ich falle erstmal ins Sozialsystem, das heißt ich melde mich erstmal arbeitslos, ich gucke in Stellenportalen, ich suche mir einen neuen Job, ich muss Vorstellungsgespräche machen, ich muss vielleicht Jobangebote ablehnen, ich muss Gehaltsverhandlungen führen, ich muss mich umorientieren, ich muss diese Veränderung annehmen und akzeptieren.

Und vielleicht gelingt es mir sogar am Ende, das, was mich in meinem alten Job gestört hat, so zu fassen und mir einen neuen Job zu suchen, der vielleicht besser zu mir passt. Also all das ist möglich. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit kommt natürlich, und wer mich kennt, weiß, ich liebe die Akzeptanz- und Commitment-Therapie, kommt natürlich aus der Ecke Akzeptanz- und Commitment-Therapie.

Weil da geht es ja darum, sich von den eigenen Gedanken zu diffusionieren, sich zu distanzieren. Ihr kennt den Spruch, ich glaube mir nicht alles, was ich denke. Und tatsächlich ist das so.

Keiner von uns sollte sich alles glauben, was er oder sie denkt. Denn unser Verstand denkt über den Tag gesehen ziemlich viel Schwachsinn. Und bei der generalisierten Angststörung denkt er ja auf Themen rum, deren Gefahrenpotenzial extrem klein ist.

Und das zu trainieren, und dazu habe ich schon einige Podcast-Folgen draußen, dieses wie diffusioniere ich, wie löse ich mich von meinen Gedanken, wie rede ich mit meinem Verstand, wie trainiere ich meinen Verstand, damit er mir auch gefühlt wieder gehorcht und aus dieser Eigendynamik rauskommt. Und natürlich kann ich meinem Verstand hier sagen, und ich kann es trainieren, es ihm zu sagen, sodass er mir auch folgt, pass mal auf, das Thema Gesundheit, ich bin da total super aufgestellt und ich kann mir jetzt natürlich Gedanken machen, was wäre, wenn ich krank wäre, aber ich kann mir auch Gedanken darüber machen, was wäre, wenn ich morgen auf einer Bananenschale ausrutsche, und das tue ich ja auch nicht.

Also, da ist tatsächlich ein Training des Verstandes gefordert und dazu, wisst ihr, habe ich schon einige Podcastfolgen draußen und die würde ich auch in diesem Falle euch raten zu suchen und damit zu arbeiten. Zwei Möglichkeiten. mich aber nur hilfreich ist, weil all das ist tatsächlich nicht sehr wahrscheinlich aktuell, weil ich lebe zum Beispiel total gesund oder mein Partner ist mir total zugewandt und die Beziehung läuft gut.

Oft lohnt es sich dann noch mal eine Ebene tiefer zu gucken und zu gucken, warum dreht dein Verstand überhaupt diese Eskapaden? Ist da vielleicht irgendetwas anderes, was dich belastet, was dich dauerhaft unter Stress setzt, wo du vielleicht sehr unglücklich bist, sodass dein Verstand das als eine Art Ventil nutzt. Also gibt es dahinter vielleicht ein Thema, was du lösen musst, weil es dir regelmäßig Kräfte abgräbt, sodass die generalisierte Angststörung auch nur ein Symptom ist von etwas, was noch viel tiefer liegt.

Menschen, die in der Familie Vorbilder für ein solches Denken hatten, sind tatsächlich anfälliger für diese Art Eskapaden des Verstandes. Da scheint es auch eine genetische Komponente zu geben. Man weiß ja, dass das Thema Ängstlichkeit prinzipiell auch genetisch verankert ist.

Also wie groß ist meine Ängstlichkeit? Wie nah kommen mir Ängste? Bin ich dafür eher empfänglich, weniger empfänglich?

Dann gibt es das Vorbildverhalten. natürlich, wenn ich einen Erwachsenen, Sorgeberechtigten hatte, der ständig Ängste gedreht hat und mir ständig erzählt hat und das ist geil und hier und wir könnten ja, wir könnten den Job verlieren und der Papa könnte dies und die Mutti könnte und wahrscheinlich verlässt die Mutti mich bald. Und wenn ich natürlich so ein Vorbild hatte in der Familie, stehen mir diese Art zu denken sehr viel näher.

Und oft ist es eben tatsächlich nur, zeigt es, dass ich an anderer Stelle in meinem Leben vielleicht ein Thema habe, mit dem ich mich beschäftigen muss, weil ich destabilisiert bin. So, jetzt habe ich heute ganz schnell geredet, weil ich so viel in die Folge reinpacken wollte. Es sind jetzt auch schon 22 Minuten.

Ich höre jetzt an dieser Stelle tatsächlich auch auf. Ich hoffe, dass die Hintergrundgeräusche okay waren, weil in meinem Nachbarhaus wird gerade gearbeitet und die haben jetzt gerade die letzten fünf Minuten ziemlich angefangen, da irgendetwas abzuschlagen. Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag und ich sage einfach mal bis in zwei Wochen.

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