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Angst Folge 119 · 3. Juni 2021 · 11 Min
Cover: Keine Angst. Keine Panik.

Keine Angst. Keine Panik.

0:00 11 Min

Worum geht's?

Du kämpfst gegen Angst und Panik? Dann erfahre hier, wieso du unbedingt damit aufhören solltest. Kampf ist nicht die Lösung. Nutze die Kraft innere Bilder, positiver Zielbilder, um mit deiner Angst anders umzugehen. Wie? Das erkläre ich kurz und knackig in dieser Folge.

Auf meiner Homepage findest du alle Folgen des Podcasts und noch mehr www.sabinebimmler.de

Zum Nachlesen

Vollständiges Transkript · 1.504 Wörter · etwa 8 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo, herzlich willkommen bei Reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine Bimmler, ich bin Psychotherapeutin, systemischer Coach aus Köln und ich freue mich, dass Du heute wieder zuhörst. Ein brandaktuelles Thema, das Thema Ängste. Tatsächlich begegnet es mir im Therapieraum im Augenblick relativ häufig. Die Coronazeit scheint die Ängste der Menschen befeuert zu haben, und zwar ganz unterschiedliche Ängste.

Die Krankheitsangst steht natürlich im Vordergrund im Augenblick, aber viele Menschen erleben gerade jetzt, wo das Leben wieder anspringt, dass ihre sozialen Ängste zugenommen haben. Dadurch, dass wir alle doch recht zurückgezogen und isoliert gelebt haben, springt jetzt plötzlich bei Menschen, die Angst haben vor anderen Menschen, vor Gruppen zu sprechen, mit Menschen in Kontakt zu treten, die Angst haben vor Ablehnung, da ganz viel wieder an. Und auch ansonsten scheint das Leben jede Menge Situationen parat zu haben, wo man mit seinen eigenen Ängsten konfrontiert wird. Ich hab dazu schon einige Folgen gemacht und hab mich aber entschlossen, hier und heute noch mal sehr knackig auf das Thema Ängste einzugehen, wie sone Art Reminder und Ermutigung, jetzt auf die Angst zuzugehen und es endlich anzupacken. Also, wir legen los.

Der Kampf gegen unangenehme Gefühle wie Ängste ist ein Kampf, den Du eigentlich schon verloren hast, bevor er angefangen hast, hat. Ganz viele Menschen tun unglaublich viel, ihre Ängste wegzukriegen, auch ihre Panik wegzukriegen. Und tatsächlich glaube ich, dass genau das nicht funktioniert. Wir können es nicht durch Anstrengung wegkriegen, dieses Gefühl der Angst und auch die Panik nicht. Dieser Kampfmodus gegen das Gefühl darf aufhören und Du darfst deinen Fokus ändern.

Es geht nicht so sehr darum, gegen etwas zu arbeiten. Das tun viele Leute intuitiv, weil Angst und Panik so unangenehm sind und man sie loshaben will. Aber es geht nicht darum, gegen etwas zu arbeiten, sondern es geht darum, für etwas zu arbeiten. Für Ruhe, für Gelassenheit, für Stabilität zum Beispiel. Die klassische Panikattacke ist extrem unangenehm.

Und ich verstehe, dass Du in die Haltung kommst, dass Du sie nicht mehr erleben wirst. Auch Angst ist ein sehr unangenehmes Körpergefühl. Das Herz rast, man fängt an zu schwitzen, man fängt an zu zittern, man fühlt sich nicht mehr stabil. Ich kann verstehen, dass man das vermeiden möchte, da hinzukommen. Nur weiß ich aus meiner Arbeit, dass grade dieses Thema zu vermeiden, diesen Zustand erhält.

Das heißt, ich empfehle dir ab sofort die Anstrengung loszulassen, die Waffen niederzulegen und den Kampf gegen deine Angst und auch den Kampf gegen deine Panik einfach zu stoppen. Und stattdessen ein Zielbild zu entwerfen, wie möchtest Du dich denn stattdessen fühlen? Wo willst Du hin? Und da kannst Du je nach individueller Situation unterschiedliche Zielzustände haben. Hab eben schon gesagt, ruhig in bestimmten Situationen zu bleiben, gelassen auf bestimmte Dinge zu reagieren, eher in eine nehmende, akzeptierende, annehmende Haltung zu kommen.

Vielleicht verbindest Du aber auch mit deinem Zielzustand eher Worte wie Stabilität, sich geerdet fühlen, sich fest fühlen, in der eigenen Mitte, in der eigenen Kraft bleiben. Auch das können Zielbilder sein, die dem Thema der Angst positiv entgegenstehen. Und diese Zielbilder gilt es, immer wieder gedanklich durchzuspielen. Sich an Momente zu erinnern, wo Du dich so gefühlt hast, wie dieser Endzustand ist. Dir klarzumachen, wie dein Körper sich anfühlt, wenn er in diesem Zustand ist.

Wie Du stehst, dass Du einen aufrechten Stand hast, dass dein Kinn gehoben ist, dass deine Brust geöffnet ist, deine Schultern nach hinten zum Beispiel. Und diese Position auch regelmäßig einzunehmen, grade wenn Du merkst, dass da Anflüge von Angst und Panik kommen, zu sagen, okay, da ist sie wieder die Angst. Sie gehört ja zu mir, sie ist wieder da. Ich gebe ihr zwar einen Raum, sie darf bleiben, aber ich nehme mit meinem Körper eine andere Position ein. Ich richte mich auf, ich nehme meine Schultern nach unten hinten, ich atme besonders ruhig.

Und ganz wichtig und vielleicht ist manchmal gar nicht so klar, wie wichtig das ist, es geht nicht darum, die Panikattacke in dem Moment oder die Angstattacke zu unterdrücken. Genau darum geht es nicht, sondern es geht eher darum, positiv diesen Zielzustand der Stabilität, der Gelassenheit, der inneren Ruhe herzustellen. Vielleicht denkst Du, aber das ist doch irgendwie das Gleiche, Sabine. Das ist doch egal, ob ich es jetzt tue, Angst zu vermeiden oder ob ich es tue, den positiven Zielzustand zu erreichen. Und psychologisch ist es eben nicht das Gleiche.

Ich bemühe es sehr oft, aber ich nehm noch mal das Beispiel mit dem Elfmeterschützen. Es ist nicht das Gleiche, wenn der Elfmeterschütze denkt, ich will nicht daneben schießen oder wenn der Elfmeterschütze denkt, der Ball geht ins Tor. Yes, ja, er ist drin. Das sind psychologisch 2 ganz andere Zielbilder und über diese Zielbilder, ich hatte das in der Folge mit dem Manifestieren, mit der Ulla auch rausgearbeitet, geht es darum, dein Unterbewusstes mit in diesen Prozess einfließen zu lassen, sodass er dich bei deiner Zielerreichung unterstützt. Und deswegen ist es keine Wortklauberei oder keine Kleinigkeit, sondern es ist ein fundamentaler Unterschied, ob ich etwas tue, aus einem bestimmten Zustand auszusteigen und etwas Unangenehmes zu vermeiden oder ob ich aktiv und sehr fokussiert darauf hinarbeite, einen für mich attraktiven Zielzustand, angenehmen Zielzustand zu erreichen.

Und dabei darf sogar das Angstgefühl bei dir bleiben. Es geht nicht drum, es sofort wegzudrücken. Es geht nur drum, einen anderen Anker zu setzen, körperlich, mit dem Zielbild in den Kontakt zu kommen und dich auch daran zu erinnern und dich darauf einzustimmen. Da will ich hin. Ich will in die Ruhe.

Ich will in die Gelassenheit. Ich will in die Stabilität. Ich will in meine Mitte. Ich will in meine Kraft. Das wird wie vieles andere, was ich in diesem Podcast bespreche, nicht auf Anhieb klappen.

Deswegen sei mitfühlend mit dir. Sei, ja, tröstend und unterstützend mit dir. Setze Affirmationen, die da heißen, auch wenn ich derzeit mit Panikattacken zu tun habe, liebe und respektiere ich mich selbst. Auch wenn ich derzeit viele Ängste habe, erlebe, liebe und respektiere ich mich selbst. Das heißt, die Annahme der eigenen Person mit den vermeintlichen Schwächen, mit eben der Angst, die im Augenblick eine große Rolle spielt in deinem Leben, ist als Grundunterstützung, als Fundament für deine persönliche Entwicklung extrem wichtig.

Und da hör ich ganz oft im Therapieraum, das kann ich nicht. Aha, okay. Ne, ja, das interessante Aussage, können Sie nicht, ne. Spannend. Und wenn das jetzt eine gute Freundin wäre, die dir vielleicht davon erzählen würde, dass sie grad viel mit Ängsten zu tun hat und sogar ganz oft Panikattacken erlebt, Könntest Du der denn sagen, dass Du die natürlich immer noch respektierst, obwohl sie Panikattacken hat?

Ja, das geht. Ah, interessant. Okay, also für deine Freundin gilt die Regel, aber für dich selber gilt diese Regel nicht. Hm. Warum denn nicht?

Also diese Verwunderung, die tue ich ganz oft im Therapieraum genauso kund, weil ich mich immer frage, warum legen Menschen sich strengere Regeln für sich selber auf, als sie an andere Menschen jemals stellen würden? Immer wieder eine Irritation und auch sich selbst. Gegenüber darf man die Erlaubnis, das Zugeständnis von vermeintlichen Schwächen, von Problemen, die man vielleicht nicht auf Anhieb gelöst kriegt. Man darf sich das zugestehen. Und man darf sich trotzdem lieben und man darf sich trotzdem respektieren.

Also die Panik ist natürlich aus einem guten Grund da, keine Frage. Es lohnt sich, hinzugucken und wie bei jedem unangenehmen Gefühl zu hinterfragen, warum kommt die grade jetzt? Warum nehmen meine Ängste grade jetzt wieder Fahrt auf? Was bringt mich vielleicht in meinem Leben grade aus dem Gleichgewicht? Wo muss ich hinschauen?

Wo muss ich vielleicht doch eine Veränderung vornehmen? Die Panik und die Angst selbst, da hab ich aber immer wieder dieses Bild Arm in Arm mit dem Monster. Nicht gegen das Monster ankämpfen, sondern eher Arm in Arm dich anfreunden mit diesem unangenehmen Gefühl und gemeinsam mit dem unangenehmen Gefühl den Weg weitergehen. Und zwar den Weg weitergehen zu deinen Zielen, die Du erreichen willst, zu deinen Werten, für die Du leben willst. Und der Fokus weg vom Monster, hin zu deinen Zielen, hin auf deinen Zielzustand kann dir sehr helfen, weil es dir erlaubt, all dein Unbewusstes mit in diesen Prozess einzubinden, was ihn unglaublich viel kraftvoller macht, als wenn Du die ganze Zeit im Kampfmodus gegen etwas bist.

Und so schließe ich die Folge auch heute schon nach ungewohnten 10 Minuten sehr kurz und knackig. Ich hab schon einige Folgen zum Thema Ängste und Panik aufgenommen. Hör dort gerne noch mal rein, weil da wird es etwas ausführlicher erklärt. Heute war mein Ziel, es wirklich mal knackig auf den Punkt zu bringen, dir mitzugeben, einen Impuls zu setzen und dich zu ermutigen, diesen Weg zu gehen für dich, für dein Wohlbefinden und für deine Gelassenheit. In diesem Sinne wünsch ich dir eine wunderbare, ja, ein wunderbares langes Wochenende steht vor der Tür.

Morgen ist Feiertag oder heute, wenn diese Folge rauskommt. Und in diesem Sinne, tschüs, deine Sabine.

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