Du findest dich hässlich? Bestimmte Körpermerkmal entstellen dich geradezu- so empfindest du das zumindest? Du vergleichst deinen Körper ständig mit dem von anderen? Und kommst nie gut dabei weg? Die meisten Menschen kennen das. Ich erkläre dir, was genau da los ist und wie du lernen kannst, dieses selbstschädigende Verhalten aufzugeben. Wenn es nämlich überhand nimmt, entwickelt sich eine körperdysmorphe Störung, auch Schamkrankheit genannt.
Termine kannst du unter sabine@bimmler.com mit mir abstimmen und all deine Fragen zu meinem Angebot mit mir klären. Meine Website: https://www.sabinebimmler.de
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
Vollständiges Transkript · 2.993 Wörter · etwa 15 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo, herzlich willkommen bei Reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Und dem Youtube Kanal, der das Gleiche für dich tun möchte. Wenn Du das Gefühl hast, dein Leben darf leichter, freudvoller, ja, vielleicht auch glücklicher werden, dann bist Du hier richtig. Denn dazu möcht ich dir Impulse geben. Mein Name ist Sabine, ich bin Psychotherapeutin, lebe in Köln.
Ich bin auch systemischer Coach, hab Psychologie studiert. Ja, und ein gutes Leben führen, das ist sozusagen mein Thema in der Zusammenarbeit ganz lange mit anderen Menschen, aber natürlich auch für mich selber. Denn auch mein Ziel ist es natürlich, ein freudvolles, gutes Leben zu führen. Die der Podcast und meine Social Media Präsenz sind relativ neue Dinge für mich. Und da auch eine Ankündigung, heute Abend werde ich das 1.
Facebook live starten. Das ist etwas, was für mich ein großer Schritt ist, weil ich immer das Gefühl hab, wer will eigentlich, dass ich mein Gesicht so in die Kamera zeige. Und ja, anscheinend ist da draußen ein Bedarf dafür, den Menschen zu sehen, der diesen Podcast und diese Inhalte vermittelt. Und heute Abend kannst Du dabei sein 19 Uhr 30 bei Facebook. Dort findest Du mich unter der Seite reif für die Couch und da kannst Du dich gerne einloggen.
Ich freue mich. Das Thema, was ich gewählt habe, ist son bisschen oder nicht 'n bisschen. Es heißt, gut durch den durch das Endjahr, das Jahr 2019 in Ruhe und Frieden ausklingen lassen. Oder anders formuliert, entsage den Weihnachtsstress. So könnte man's eigentlich auch sagen.
Ich würd dir gern helfen, dich gut dabei einzustimmen, dass Du dich nicht von den nächsten Wochen vereinnahmen lässt, dann unterm Weihnachtsbaum quasi zusammenzubrechen und keine Kraft mehr zu haben. Unser Thema heute ist aber ein anderes, denn das ist das Thema Angst vor der Hässlichkeit. Und ja, das ist ein Thema, was tatsächlich ganz, ganz viele Menschen beschäftigt. Denn ich kenne kaum jemanden, der mit seinem Körper und ja, seinem Aussehen zu einhundert Prozent zufrieden ist. Und ich glaube tatsächlich, dass selbst eine Heidi Klum das nicht ist, weil selbst bei der eine Delle am Oberschenkel, ein Pickel im Gesicht zu 1, ja, Katastrophe mutieren, weil sie ja ihr Geld mit diesem perfekten Äußeren verdient.
Wir sind nicht Heidi Klum, vermut ich jetzt zumindest mal, also ich bin es nicht. Und ich würde gerne mit dir über dieses Kontinuum sprechen von Menschen, die ja, sich über bestimmte Dinge ärgern, die sie an ihrem Körper nicht mögen, die bestimmte Dinge auch ablehnen bis hin zu, das kann in 1 sehr leichten Form stattfinden und es kann halt auf dem Kontinuum immer schwieriger werden. Und in letzter Instanz kann es heißen, dass Menschen sich völlig auf etwas versteifen, auf ein Körpermerkmal, zum Beispiel ihre Nase oder ihre Ohren. Und diese Dinge so ablehnen und das Gefühl haben, dass die so ihr Leben zerstören, dass sie eine psychische Störung entwickeln. Und dann sprechen wir von der Körperdyysmorfen Störung.
So heißt das. Das ist eine ja eine Störungskategorie in dem ICD 10, was sozusagen der Krankheitskatalog für Psychotherapeuten und Ärzte ist. Es ist wie bei jeder psychischen Erkrankung. Es gibt immer dieses Kontinuum, wie bei Angst auch. Du weißt das.
Es gibt Menschen, jeder Mensch hat Angst. Manche Menschen haben etwas mehr Angst, manche Menschen sind sehr ängstlich und manche Menschen entwickeln eine Angststörung. Und so ist das auch mit der Hässlichkeit und mit der Angst vor der Hässlichkeit. Manche Menschen mögen Dinge an ihrem Körper nicht, manche Menschen hassen Dinge an ihrem Körper und manche Menschen fokussieren sich so stark darauf, dass sie das Gefühl haben, dieser eine Körperteil macht mein Leben kaputt. Ich würd dir da gern ein Beispiel geben.
Und zwar hatt ich mal einen Patienten, der extrem stark unter seinen Ohren gelitten hat. Der kam zu mir in die Praxis und er hatte das Gefühl, dass seine Ohren so dermaßen hässlich und entstellend sind, dass er deswegen keinen Erfolg im Job hat, deswegen keine Frau bekommen wollte oder konnte. Und dass er deswegen auch im Sozialen immer wieder angestarrt wird, weil die Leute seine Ohren als so hässlich entfernen. Wenn Du ihn gesehen hättest, hättest Du's dir nicht vorstellen können, weil er hatte ich hasse das Wort zwar, aber ich benutze es hier mal normale Ohren. So wie Ohren halt sind.
Aber für ihn hatte das etwas ja, viel Stärkeres. Und es hat begonnen und das ist ganz typisch für diese ausufernde Angst vor der Hässlichkeit in der Pubertät, weil er da von einigen Jungs in der Schule gehänselt wurde für seine Ohren. Warum die sich die Ohren ausgesucht hatten, ist heute, glaub ich, nicht mehr zu beantworten, weil es offensichtlich nicht an seinen besonderen Ohren lag, weil die Ohren waren nicht besonders. Aber es hatten sich einige aus soner Gegenklicke da drauf gesetzt und hatten ihn dafür gehänselt, hatten ihm Spitznamen gegeben, hatten ihm immer wieder Sachen wie Dumbo, Blumenkohlohr hinterhergerufen. Ja, und das hat sich bei ihm gesetzt.
Und deswegen hat er diese ja, diese Fokussierung, diesen Tunnelblick auf seine Ohren entwickelt. Und tatsächlich ist es so, wenn Menschen auf diesem Kontinuum relativ weit rechts angesiedelt sind, große Probleme mit ihrem Äußeren haben, mit bestimmten Teilen ihres Äußeren, dann beginnt das ganz häufig in der Jugend. Wenn die Untersuchungen zu den körperdyysmorfen Störungen sagen, 80 Prozent dieser Störungen haben ihren Ursprung. Die Ursprungssituation, in der es begann, in der Jugend. Es sind übrigens Männer und Frauen gleich häufig betroffen von der Angst vor Hässlichkeit.
Es sind nur die Themen anderer. Bei den Männern ist es tatsächlich die Körpergröße, die Form der Genitalien und die Körperbehaarung, die denen am meisten Sorgen macht und wo Männer sich grade auch auf dem Kontinuum weiter rechts sehr stark drauf fokussieren. Bei Frauen sind es tatsächlich eher Dinge, die im Gesicht sind. Dazu kommen natürlich der Busen oder die Brust und die Körpersilhouette. Und bei der Körpersilhouette, da kannst Du dir schon vorstellen, dass die Grenze zu Essstörungen hier sehr, sehr fließend ist.
Also Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Das Ganze beginnt in der Regel in der Jugend häufig durch eine Mobbing- und Hänsel Erfahrung, die stattgefunden hat. Und man entwickelt für ein bestimmtes Körperteil fast eine Art von Wahn, weil man sich nur noch damit beschäftigt. So wie dieser Mensch nur noch über seine Ohren nachgedacht hat. Bei anderen Menschen ist es vielleicht die Nase, bei anderen ist es die Körpergröße, es dreht sich alles darum.
Und Du merkst das, weil es in Gesprächen immer wieder Thema wird und Du das Gefühl kriegst Du am anderen Ende, jetzt fängt der schon wieder damit an. Das kann's doch nicht sein. Und das zeigt schon, dass Du jemand vor dir hast, der auf dem Kontinuum eher belastet ist und relativ weit rechts steht. Was erstaunlicherweise dazukommt, ist, dass das gar keine Störung ist, die Menschen trifft, die tatsächlich irgendwie entstellt sind oder die in besonderer Weise unattraktiv sind. Sondern es sind tatsächlich eher die attraktiven Menschen.
Menschen, die für ihr Äußeres sehr viel Anerkennung bekommen, sehr viel Lob und bei denen dann was einsetzt, wo jemand sich auf ein Körperteil fokussiert und eben diese Hänseleien beginnen. Diese Menschen sehen sich verzerrt. Es macht keinen Sinn, denen zu sagen, mit deinen Ohren ist doch alles in Ordnung. Was hast Du denn? Das bringt die Menschen nicht weiter, weil sie eine andere Wahrheit in ihrem Spiegel sehen.
Du kannst dir das wirklich vorstellen, wenn Du in den Spiegel guckst, dann siehst Du ein Spiegelbild von dir. Und dieses Spiegelbild entspricht nicht unbedingt der Wahrheit, die jemand anders sieht, der dich anguckt. Natürlich kannst Du bestimmte Dinge in Zentimetern messen. Du kannst den Abstand deiner Augen messen und so weiter. Das sind alles natürlich Dinge, ob das Ganze schön hässlich ist, ob Du die Form magst oder nicht magst, das sind ja Bewertungen, die in dir drin stattfinden.
Und wenn Du in den Spiegel guckst und bestimmte Dinge an dir verabscheust und hässlich findest, dann hilft dir das gar nicht, wenn dir jemand sagt, aber deine Nase ist doch völlig in Ordnung. Deswegen also, wenn ihr so jemanden im Umfeld habt oder wenn Du selbst betroffen bist, diese Art von Hilfe und Hilfsangebot kannst Du tatsächlich ablehnen. Wobei ihr könnt euch vorstellen, wir haben es damit zu tun, dass wir eigentlich tendenziell sehr attraktive Menschen haben, die sich dann plötzlich auf einen Körperbereich, auf einen Körperteil sehr stark fokussieren. Die bekommen natürlich viel Kopfschütteln und Unglauben und Unverständnis in ihrem Umfeld. Und genau das führt aber dazu, dass die Störung umso weiter Fahrt aufnimmt, weil sie sich natürlich unverstanden fühlen an dieser Stelle.
Weil niemand sagt, hä, Du hast 'n Problem mit deinen Ohren? Erzähl doch mal. Was genau treibt sich denn da Und seit wann hast Du das denn? Und wie ist das denn passiert? Und hast Du eigentlich selber auch das Gefühl, dass das vielleicht 'n bisschen übertrieben ist, was Du da machst?
Also so könnte man sich dem Ganzen ja auch nähern. Aber das passiert Menschen, die da in diesem Leid feststecken, relativ selten. Und das sind sehr leidvolle Erfahrungen. Weil die wirklich einen Tunnelblick entwickeln und das Gefühl haben, es dreht sich alles nur dieses hässliche Merkmal, die Entstellung. Wieso entsteht so etwas überhaupt?
Interessante Frage, die Du dir vielleicht stellst. Also es hat natürlich etwas mit dem Selbstwertgefühl zu tun. Etwas mit dem Selbstwertgefühl dieser Person ist grundlegend nicht in Ordnung. Das heißt, derjenige kann sich aus sich heraus nicht so stärken für das, was er ist, dass ihm diese, ja, Rückmeldung von außen etwas, dass die an ihm abprallt, dass dass er die verarbeiten kann, dass er die ad acta legen kann. Also in der Therapie arbeiten wir sehr stark am Selbstwertgefühl, an dem ich bin okay, ich bin, wie ich bin.
Und was denjenigen häufig auch fehlt, ist die Fähigkeit, in Konflikte zu gehen. Konflikte auszuhalten und Konflikte zu lösen. Weil wenn die in der Jugend angegriffen werden für ihr Körperteil, wäre es ja wunderbar, wenn sie sich wehren könnten und sagen würden, ey Alter spinnst Du, ne? Was erzählst Du hier? Lass mich zufrieden, kümmer dich deinen eigenen Mist.
Und was willst Du eigentlich? Willst Du dich jetzt hier auf meine Kosten, ja, profilieren oder was ist hier dein Ansinnen? Wenn Sie die Möglichkeit hätten, sich in dem Moment zu wehren, dann würde das ganze Störungsbild sich ja überhaupt nicht so weit entwickeln. Sondern dann würde das ja wirklich viel, viel eher sich auflösen. Aber hier kommen die Dinge zusammen.
Derjenige kann sich nicht wehren und es geht ein mangelndes Selbstwertgefühl. Diesen tief verankerten Glaubenssatz, ich bin nicht okay, der hier unterfüttert wird mit, ich bin hässlich, ich bin entstellt. Das heißt, hier haben wir schon 2 Möglichkeiten, wie wir arbeiten können. Wir können das Selbstwertgefühl stärken über Affirmation, über, ja, den Fokus darauf zu legen, was an dem Körper okay ist, was derjenige mag, worauf er stolz ist. Und wir können natürlich auch die Fähigkeit stärken in 1 Art Kompetenztraining, Konflikte zu lösen, sich zu wehren.
Und letztendlich nennt man die Körper dysmorphische Störung Schamerkrankung. Weil es geht darum, dass Situationen zu vermeiden, indem ich mich beschämt fühle. Weil was machen diejenigen, die das Gefühl haben, sie sind hässlich und sie sind entstellt? Entweder sie versuchen sich so zu kleiden, dass dieses Körperteil verdeckt wird, bedeckt wird oder sie versuchen sich's vielleicht sogar operieren zu lassen. Die eine Variante, also Sie unternehmen aktiv etwas, das Ding unter Kontrolle zu kriegen.
Oder die andere Variante, wie bei der Angst auch, Sie vermeiden. Das heißt, Sie gehen nicht mehr vor die Tür. Sie verstecken sich geradezu, damit niemand sie darauf ansprechen kann, dass mit ihnen und dem Körperteil irgendetwas nicht in Ordnung ist. Sie versuchen, die schamhafte Situation zu vermeiden. Für sie sehr schamhafte Situation, die sie sich vorstellen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass mein Patient von jemandem auf seine Ohren angesprochen wurde, die ist 0 gewesen.
Weil diese Ohren in keinster Weise auffällig waren. Aber das sieht der Betroffene, der Mensch in dem Moment anders. Und dann geht es natürlich sehr stark Exposition. Exposition meint ja im therapeutischen Kontext immer, ich setze mich der Situation aus. Das heißt, für meinen Patienten war ein in die Welt und sich Rückmeldungen zu seinen Ohren zu holen.
Aktiv mit Menschen das Gespräch über seine Ohren zu suchen. Was ja gar nicht so einfach ist, weil wie fängt man damit an? Das gilt es natürlich zu entwickeln, Ideen zu entwickeln, erst mal im engeren Freundeskreis zu beginnen, sich zu öffnen, zu sagen, hey, ich hab mich da verlaufen an der Stelle. Ich bin in therapeutischer Behandlung und Du kannst dir nicht vorstellen, was mich da hingebracht hat. Ich hab wie eine Fixierung entwickelt, einen Zwang immer wieder über ein Körperteil nachdenken zu müssen, weil ich an dieser Stelle mal tief verletzt worden bin.
Und dann geht es los in Gespräche, wo derjenige sich dem die Rückmeldung der anderen geradezu einholt und sich dem auch aussetzt in der Exposition und sich daran gewöhnt, dass seine Ohren Teil 1 Kommunikation mit Menschen sind. Und er lebt, dass da gar nichts Schlimmes passiert. Ja, das hört sich jetzt tatsächlich, wenn ich das so erzähle, 'n bisschen abgefahren an. Der therapeutische Prozess war natürlich gemeinsam erarbeitet und das dauerte auch 'n paar Wochen, bis wir an den Punkt gegangen sind. Aber es ist letztendlich der Lösungsansatz, irgendwohin zu gehen und zu sagen, pass mal auf, ich hab da mit einem meiner Körperteile echt 'n Problem.
Und da geht es nicht drum, immer wieder darüber zu reden, wie Du das vielleicht jetzt schon machst, ne. Also Du hast vielleicht auch son Thema wie, ich bin zu dick. Es gibt Leute, die immer, ich bin zu dick, ich bin zu dick, ich bin zu dick. Ich hab auch so jemanden im privaten Umfeld eher. Sie redet ständig davon, dass sie zu dick ist.
Alle sie rum sind schon angenervt, weil die können's nicht mehr hören, weil jeder denkt, ja Gott, nimm doch ab. Es geht aber tatsächlich gar nicht das Abnehmen, sondern eigentlich geht es darum, für diese, ja Frau in dem Fall, einen Weg zu finden, sich damit anzufreunden, dass ihr Gewicht so ist, wie es ist. Und jetzt, wenn Du meinen Podcast kennst, weißt Du schon, was kommt, weil es geht natürlich in Richtung Akzeptanz. Dein Körper ist, wie er ist. Dein Gewicht ist grade jetzt so im Moment, wie es ist.
Und deine Nase und deine Ohren sind so, wie sie sind. Und das gilt es erst einmal anzunehmen und zu akzeptieren. Das ist deine Körperhülle, mit der Du geboren wurdest. Die wurde dir so gegeben. Die hast Du dir nicht ausgesucht, die hast Du dir nicht zusammengestellt, sondern das ist einfach so.
Und dann, wenn Du wirklich für dich identifiziert hast, was mag ich an meinem Körper, weil irgendwas wird es geben an deinem Körper, was Du magst, kannst Du dem gegenüber stellen und was mag ich eben nicht so gerne an meinem Körper? Und wenn Du da hinkommst, was Du nicht so gerne an deinem Körper magst, dann ist das vielleicht auch für dich die wunderbare Möglichkeit zu überlegen, kann ich denn da aktiv was gegen tun? Bin ich denn bereit, an dieser Stelle Gewicht abzubauen, mehr Sport zu machen, meinen Körper zu straffen? Wenn es eine Verformung deiner Ohren ist, wirst Du nichts tun kann können. Weil auch kein plastischer Chirurg dir das irgendwie operiert.
Und ich würde dir das auch nicht empfehlen, ich jetzt an meinen Patienten denke, der hatte ja völlig normale Ohren. Und ich glaube tatsächlich auch, dass eine kosmetische Operation ihm nicht geholfen hätte. Weil das Problem in seinem Verstand, in seinem Gehirn saß. Und das Problem war nicht wirklich die Ohr. Ja?
Also Akzeptanz und Achtsamkeit. Rausgehen aus der Bewertung, hingehen zu dem Mantra, hier in Köln so schön, es ist, wie es ist. Ich bin, wie ich bin. Und da gibt's wunderschöne Kinderbücher zu, die ich auch mit meinen Kindern gelesen hab, als die noch kleiner waren. Ich bin ich zum Beispiel.
Oder es gibt ein Buch, das heißt Irgendwie anders. Das sind Kinderbücher, wo man Kindern schon versucht, dieses Selbstvertrauen zu vermitteln, dass sie gut so sind, wie sie sind. Und dass sie an manchen Stellen anders sind als andere, aber dass das gar kein Thema ist, sondern dass jeder Jeck anders ist. Ich komm immer wieder aufs kölsche Grundgesetz zurück, weil da so viele Wahrheiten drinstecken. Das heißt, im Selbsttherapieprozess oder auch im therapeutischen Prozess geht es darum, eine Akzeptanz aufzubauen und das Vermeidungsverhalten abzubauen.
Kosmetische Maßnahmen sind dann anzuraten, wenn es wirkliche Entstellungen gibt, ja. Also ich bin insofern ein Freund der plastischen Chirurgie, als dass wenn jemand wirklich Entstellung hat, wenn Ohren deformiert sind oder wenn die Haut großflächig beschädigt ist, dass man da schon viel tun kann und viel unterstützen kann. Aber das ist nicht das Thema, über das wir heute hier in der Folge reden, sondern es geht darum, wie Du dich bewertest und welche innere Einstellung Du zu dir, deinem Körper und zu bestimmten Körperteilen findest. Und ja, ich glaube, da lass ich's jetzt auch an dieser Stelle mal. Ich freue mich auf eure Fragen, vielleicht hab ich auch noch irgendetwas Wichtiges vergessen.
Aber das Thema Selbstliebe, Selbstwert, sich selber mögen und sich so akzeptieren, wie man ist mit allen Dingen, die eher nicht so sind, wie man sie gerne hätte, aber auch mit Fokus auf den Dingen, die man schätzt. Das ist die Lösung, wie wir uns diesem Gefühl, dieser Angst vor der Hässlichkeit entgegenstellen können. Und dabei wünsch ich dir, wenn das dein Thema ist, ganz viel Erfolg. Wenn Du anderen dabei hilfst, damit klarzukommen, auch dann wünsch ich dir ganz viel Erfolg. Und ich freu mich über deine Fragen und Bewertungen, sei es bei Apple Podcasts, sei es auf Youtube oder auf den anderen Social Media Kanälen.
Also einen wunderschönen Tag dir. Deine Sabine.
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