Janine Utsch, Moderatorin und Sprecherin, war bei mir zu Gast. Sie erzählt in dieser Folge, wie ihr Körper sie zu einer dringend notwendigen Auszeit gezwungen hat. Psychosomatik, Burn-out, Gesichtslähmung. Wie auch immer: Es war auch eine Chance. Eine Chance zur persönlichen Entwicklung und dazu, eine gesündere Haltung zu sich selber einzunehmen. Ihre Einsichten teilt sie mit uns. Ein Erfahrungsbericht. Vielen Dank. https://janine-utsch.de
Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Infos zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
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Hey, hallo. Herzlich willkommen bei reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich bin Psychotherapeutin und Coach in Köln. Und heute freue ich mich sehr darauf, dir wieder eine Podcastfolge zu präsentieren, die aus einem Interview steht, ein Erfahrungsbericht.
Ich hatte Janine Uttsch bei mir in der Praxis, die bereit war, über ihre Erlebnisse ja aus dem März 2019 zu berichten. Janine, eine sehr emotionale, quirlige, offene Moderatorin und Sprecherin, mit der ich unter anderem den Gefühlssache Kanal auf Youtube mache, wurde ziemlich aus der Bahn geschmissen, als sie ein massives körperliches Symptom entwickelt hat, nämlich eine Gesichtslähmung. Janine sagt selber von sich, sie geht sehr oft hart mit sich ins Gericht. Was ihr Stress, das harte mit sich ins Gericht gehen, mit ihrer Gesichtslähmung zu tun hat, was sie über den Prozess gelernt hat, was sie verstanden hat, wie viel besser sie sich jetzt kennt und was sie jetzt anders macht als noch vor anderthalb Jahren, das teilt sie mit uns in diesem Interview. Dafür danke ich ihr und freue mich sehr darauf und ich wünsche dir viele Erkenntnisse beim Hören.
So Janine, da sitzen wir in meiner Praxis zu dem Interview. Ich freue mich total, dass Du hier bist. Vielen lieben Dank dafür. Ja, gerne und ich hab uns auch was mitgebracht. Ich weiß ja, Du magst Schokolade gerne.
Ja. Marzipanriegel oder Marzipankriege hier. Ja. Antwort dich und an für mich. Und Du hast uns Tee vorbereitet.
Genau. Es gibt den guten Lebensfeuertee vom ja, Jogi Tee mit Weisheiten dazu. Das heißt, wir haben's uns hier schön gemacht, gemütlich gemacht, weil das soll es sein. Es ist ein schön gemacht, gemütlich gemacht, weil das soll es sein. Es ist ein Interview, wo wir über schwierige Zeiten in deinem Leben sprechen und die Du aber überwunden hast.
Und Du erklärst, was sie immer noch für dich bedeuten gleich. Und wir machen's uns aber grad deswegen so besonders schön, weil's auch schwierige Themen sind, die zur Sprache kommen. Absolut, ja. Also 1 meiner schwierigsten Themen in meinem Leben kann man so sagen, ja. Ja, ich hatte dich vorhin schon im Trailer kurz vorgestellt, hab den Leuten erklärt, wer sitzt denn hier bei mir, auch woher wir uns kennen.
Und vielleicht fängst Du erst mal zu erzählen von dieser Zeit. Es es wird ja heut sone Art Erfahrungsbericht im Sinne 1 Interviews. Vielleicht erzählst Du uns mal von der Zeit. Was was war denn da los? Was war denn so schwierig?
Letztes Jahr hab ich von meinem Körper meine Grenzen aufgezeigt bekommen. Ich hab 2017 angefangen mit der Moderation und hab mich selbstständig gemacht. Und an dem Tag, an dem ich da diesen Knopf gedrückt hab und meine Website online gegangen ist, bin ich irgendwie son ganz krassen Modus gefallen oder reingekommen in son ganz komischen Arbeitsmodus, wo ich ja, wenn ich das jetzt so rückblickend beobachte, nur noch gearbeitet habe, immer 120 Prozent geben wollte. Mhm. Was ja auch son bisschen zu meinem Charakter gehört, weil ich einfach 'n sehr selbstkritischer Mensch bin und sehr hohe Ansprüche habe, ja.
Ja, dürft ich dürft ich auch schon erfahren in der Zusammenarbeit. Also ich lern ja ganz viel von dir, aber ich seh halt auch, wie kritisch Du oft mit dir bist. Und Du hast selber son schönen Satz gesagt, Du gehst sehr oft mit dir ins Gericht, find ich. Das ist eine schöne Metapher dafür, ne. Alles sehr kritisch zu sehen, zu hinterfragen, zu gucken, was war richtig, was war falsch, was war gut, was war schlecht.
Son Ansatz, der bestimmt in diesem Modus, in dieser Zeit deines Lebens an war. Ja, vor allen Dingen, weil jetzt hab ich gelernt, mir zum Beispiel auch von anderen Menschen Feedback geben zu lassen, dass die Sachen doch mal beurteilen, die die eben, weil sie ja meine Adressaten sind, meine meine Zuschauer sind, dass die das noch mal ausm anderen Blickwinkel beleuchten und ich son bisschen Ruhe bekomme und son bisschen, ja, nicht mehr so so hart mit mir dann eben ins Gericht gehe. Genau, weil wenn Du dein eigenes Gericht aufmachst, dein Richter, der da in dir ist, dieser Anteil, der ist relativ streng und sehr, ja, gnadenlos. Kann man das so sagen? Der ist ja gnadenlos.
Mittlerweile bin ich aber nicht mehr so hart mit mir. Was natürlich auch der ganze Erfahrungsprozess in der letzten Zeit so ausgelöst hat oder was ich dann so ja ergeben hat oder was ich mir erarbeitet hab. Weil das ist klar, da da musst Du einfach dran arbeiten, finde ich persönlich. Also ich hab gelernt, wenn ich so weitermache, dann kann das eben ja, nicht mal so gut funktionieren. Also wie auch in diesem Prozess, musst dir vorstellen, wenn Du als Moderatorin startest, gibt es viele Agenten, die sich darum kümmern, dass Du eben 'n Job bekommst und viele Anfragen kommen rein.
Und für mich war das dann sehr klar, eine Anfrage heißt auch automatisch eine Buchung, heißt auch automatisch, ich hab den Job. Und dann hab ich eine Anfrage für eine Englischmoderation bekommen. Und hab von jetzt, von Sekunde an, wo ich diese Anfrage bekommen habe, Englisch noch mal wieder aufgefrischt. Und es war für die Automobilbranche. Und dann hab ich mir das ganze Vokabular runtergezogen irgendwie ausm Internet und hab angefangen zu lernen, zu lernen, zu lernen, zu lernen ohne Pause.
Keine Pause gemacht. Und dann hab ich einen guten Freund von meinem Freund, den hab ich angerufen und hab ihn damit beauftragt, hey, wie ist denn so meine Englisch? Kannst Du mir mal 'n Feedback dazu geben? Und dann hab ich mit ihm telefoniert und wir haben sone kurze Präsentation von mir gemacht. Dann hat er mir Verbesserungsvorschläge mit aufn Weg gegeben und dann sitz ich in der Küche.
Wir haben 'n Glastisch, der war voll mit Unterlagen und dann hab ich in die rechte Hand mein Handy genommen und hab dann da diese Präsentation von mir einsprechen wollen und merkte schon als ich den ersten Satz sagen wollte, dass es 'n Kribbeln oben, überhalb meiner Oberlippe gab. Ich so, oh, das ist ja komisch. Ich hab also das Handy zur Seite gelegt, da war nix mit sprechen. Und meinte so, boah, das fühlt sich an, so wär ich vom Zahnarzt gewesen. Was ist denn los?
Und bin zu meinem Freund rübergegangen ins Arbeitszimmer und dann sagt der so, wow, sieht aus wie dein Gesicht eingefroren. Und dann war wirklich die rechte Seite wurde innerhalb von kurzer Zeit richtig taub und ich konnte nichts mehr bewegen, gar nix mehr. Und dann war natürlich die nächste Idee, was machen wir jetzt? Ah ja, gut, da kommen ja mehr die unterschiedlichsten Ideen, könnt ja auch 'n Schlaganfall sein bei der Symptomatik. Genau, das war jetzt die 1.
Die 1. Frage und deswegen haben wir sofort gegoogelt und irgendwas hat hatten wir dann ausgeschlossen, warum's da keiner sein könnte. Und wenn ich das jetzt noch mal so wirklich in die Emotion reingehe, war mein mein erster Gedanke, ja, ich geh zum Arzt Montag nach der Arbeit. Und dann hat man von zu mir gesagt, wie Montag nach der Arbeit? Du willst doch nicht so ins Coaching.
Also ich hab zu dem Zeitpunkt noch gecoacht für 'n Bildungsinstitut, Sozialcoaching hab ich da gemacht. Also Menschen für 'n Arbeitsmarkt wieder fit gemacht und denen erklärt, wie sie sich präsentieren und ne, wie sie ihre Lebensqualität verbessert. Also genau das, was ich ja eigentlich für mich selber auch wissen müsste. Und der Satz war tatsächlich, nee, das machen wir Montag nach Arbeit. Und dann sagt er, mhm, bis dahin haben wir, glaub ich, nicht mehr so viel Zeit.
Geh noch mal und guck dich noch mal 'n Spiegel an. Und das ist ja jetzt sozusagen dann ein Jahr nach Selbstständigkeit gewesen, ne. Du hast gesagt, Du hast dich an Anfang 2 17 als Moderatorin selbstständig gemacht. Dann ging das alles los. Dann kamen sozusagen Buchungsanfragen rein.
Und insbesondere dann dieses Projekt mit der englischen Moderation, was Du vorhin erzählt hast, hat dann noch mal diesen Druck aufgebaut. Und da hat es sich ja, diese Gesichtslähmung begann ja im letzten Frühjahr, ne. So, ne, sodass wir 'n gutes Jahr Selbstständigkeitserprobung dazwischen hatten, wo Du in diesem Arbeits-, Funktion-, Akquise-, Leistungsmodus warst. Ja. So ungefähr, also vielleicht war's so Mitte 2017, dass so die ersten Agentinnen dann Agentinnen dann auf mich aufmerksam wurden.
Mhm. Also voll war eher sone ja Einfindungsphase, erst mal überhaupt den Markt zu verstehen. Aber ja, das ist Und tatsächlich, ich find noch mal so spannend an der Sache, das ist ja dein Herzensprojekt. Du hast dich ja ganz bewusst entschieden, noch mal dich beruflich zu verändern, in diese Moderatorenrolle reinzugehen. Das war jetzt nichts, was dir aufoktroyiert wurde, sondern das war dein Herzensprojekt, mit dem Du dich so identifiziert hast und mit voller Energie da reingestürzt hast, also was ganz, ganz Grundpositives eigentlich.
Mhm. Und deswegen klingt es son bisschen so, vielleicht sogar grade deswegen, hat sich dein Selbstschutzmechanismus, dieser ich pass auf mich auf Mechanismus irgendwo unterwegs verabschiedet. Ja, ich ich brauch jetzt mal 'n bisschen Genau, greif mal zur Schokolade. Bis hin zu dem Moment, wo Du da stehst, wo die Symptomatik voll auftritt. Du wusstest ja zu dem Zeitpunkt noch nicht genau, was es ist, aber trotzdem die Überlegung, ich geh dann erst noch arbeiten und dann geh ich zum Arzt.
Also das ist ja auch eine Aushebelung von Selbstschutzmechanismen. Wie schön, dass dein Freund da war und die Hand gehoben hat und gesagt hat, nein, tun wir nicht zu. Das braucht dringend ärztliche Begutachtung. Ich hatte halt gar keine emotionale Distanzierung mehr zu diesem Projekt. Normalerweise ist ja Arbeiten, auch wenn man das gerne macht, ist ja eine Arbeit.
Und ich hab das nie als Arbeit gesehen. Also für mich hat so dieser Punkt gefehlt, wo ich sage, das ist halt dein Job. Und was mir immer geholfen hat, durch diesen kompletten Prozess, den ich da durchgemacht hab, dass meine Freundin mir das auch spiegeln. Die sagen dann auch, ich find das halt schön, dass Du mir Videos zeigst. Aber ich zeig dir ja auch nicht jeden Tag meine Präsentation, die ich auf der Arbeit gemacht hab.
Es ist halt nur Arbeit. So und das hat mir son bisschen auch noch mal eine andere Perspektive gegeben, wo ich dann ja damit jetzt auch besser klarkommen konnte. Aber in diesem Moment, wo mir das Gesicht eingefroren ist, waren all diese Gedanken überhaupt nicht da. Also das ist tatsächlich so, Du hängst so tief drin in dieser Situation, in deiner Perspektive und deiner Wahrnehmung, dass Du von außen gar nichts anderes mehr zulassen kannst. Zu dem Zeitpunkt war's so.
Also ich konnte nichts zulassen. Und dann ging's ja wirklich sehr krass. Also bin ich ja ins Krankenhaus und musste im Krankenhaus und im Abend da bleiben. Und dann kamen ja die wildesten Diagnosen. Was kann das sein?
Könnte ja sein, dass 'n Gehirntumor ist? Damit rechnest Du nicht, ne. Wenn Du dich grade vorbereitest auf eine Moderation, Du willst eine Pizza holen gehen danach, dass Du dann doch da bleiben musst. Dass Du abends im Krankenhaus bist, die Untersuchungen anfangen und dir jemand sagt, oh, scheint doch kein Hirntumor zu sein. So sagen Ärzte das ja dann häufig, ne.
Sie haben Glück gehabt, es ist kein Tumor. Ja. Die Untersuchungen konnten ja auch erst mal 2 am Sonntagabend an dem Tag darauf gemacht werden. Also die Frage stand noch offen im Raum, ob es vielleicht einen Tumor Wir müssen nachschauen, ob es nicht. Ja.
Mhm. Okay. Und das oder so genau formuliert, aber da bleibt halt nur Tumor hängen, ja, egal in welcher. Und Du denkst dir so, oh mein Gott, was hab ich mir denn jetzt hier angetan? Was oder was macht der Körper?
Oder warum funktioniert der Körper nicht? Und dann schon der Körper, nicht mehr mein Körper, nicht mehr ich, sondern so als fremd, also so richtig distanziert von mir selber. Und dann war ich da im Krankenhaus und das Interessante ist, dass da eine Dame mir gegenüber Gürtelhose im Ohr. Und die hat sich gewunden vor Schmerzen. Das war richtig, richtig schlimm.
Und die wurde immer son bisschen ja, mitleidig beäugt und manchmal auch son bisschen von oben herab, weil sich keiner vorstellen konnte, wie schlimm diese Schmerzen von ihr sein können. Ich teße das schon mal 'n bisschen an. Also ich hab mich dann da in dieser genau derselben Situation wie sie auch gefunden. Das wusst ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Und trotzdem war sie auch immer ganz viel am Telefonieren, weil sie auch bei 'nem Bildungsinstitut gearbeitet hat und wollte gern ihr Seminar noch durchführen, was aber gar nicht dazu passte, weil sie Gleichgewichtsstörungen hatte.
Ich dachte mir so gut, bin's denn jetzt hier reingekommen? Okay. Mhm. Und dann haben die am nächsten Tag immer Tests gemacht, dann hab ich 'n Kopfhörer aufbekommen und Wasser in meinem Ohr und eine Taucherbrille auf und wurde auch Wasser reingespritzt und ob ich Gleichgewichtsstörungen hätte und also alles sehr seltsam. Aber konnte nichts finden.
Ja, dann haben die mich, dann hab ich hier, was bekommt man dann noch mal im Krankenhaus? Ich weiß nicht, was meinst Du? An 'n Tropf, da wird man an 'n Tropf gehangen und dann bekommt Ja, eigentlich Flüssigkeit, ne. Eine Kochsalzlösung. Eine Kochsalzlösung.
Und eben Medikamente, wenn Sie's für nötig kriegen haben. Genau, aber ich hab dann wirklich nur diese reine Kochsalzlösung bekommen. Das war's dann. Wenn man gedacht hat, dehydriert vielleicht. Mhm.
Genau und dann bin ich 3 Tage später wieder nach Hause. Immer noch mit der Gesichtslähmung oder war das zurückgekommen? Nee, das war alles eingefroren und dann hat man davon 1, es gibt da 2 verschiedene Arten von Gesichtslähmung und die, die wohl ohne einen Grund auftritt und sich aber selbst wieder zurückentwickelt. So wurd ich nach Hause gelassen. Aha, okay.
Und ich geh zum Beispiel. Ja, geh zum Tee ein. Ja und ich war sehr verwundert, weil ich dachte so okay, das ist jetzt irgendwie, das ist jetzt so die Situation und es wird dann irgendwann wahrscheinlich von selbst wieder zurückgehen. Ja. Und dann war ich noch in der Behandlung beim Hals Nasen Ohren Arzt bei der Ärztin und hab dann gesagt, so, das ist irgendwie total seltsam mit dem Gesicht und so.
Das da tut sich gar nix und es muss doch 'n Auslöser geben dafür und Ursache und ja. Und dann irgendwann merkte ich im Ohr, dass es richtig geschmerzt hat. Jetzt war die Ärztin noch eine sehr junge Ärztin und die hat das, obwohl ich das jetzt mehr male, dann Aber ich hab doch hier 'n Pickelchen im Ohr. Nee, ich grade mal nix sehen, aber doch, ich spüre den und irgendwas stimmt nicht. Hatte sie das noch nicht so schnell erkannt.
Und dann bin ich 2 Tage mit 'nem Ohr. Das war so groß wie ein. Meine Mutter würde sagen, Rhabarberblatt. Mhm. Son Elefantenohr dann dahin geschwollen.
Und dann kam eben raus, dass das eine Gürtelhose ist. Also der Zostervirus, der im Ohr aufgetreten ist und der meine kompletten Nervenbahnen dann langte, Mitpatient hatte, von der Du eben erzählt hast. Ex Sektamente. Ah, okay. Und als ich gesehen hab, also die ist mit Morphium, also mit Morphin heißt er so, Opiaten eben zugedröhnt worden, weil sie die Schmerzen eben nicht ausgehalten hat.
Und ich hab dann, ich hab ja noch nichts von Schmerztherapie gewusst. Ich wusste nicht, was sind nervige Schmerzen. Keine Ahnung. Na ja, als sich diese Gürtelrose dann weiter ausgebreitet hat, hab ich dann auch so was gegen den Zostervirus bekommen, son Medikament. Das Ding ist aber, warum man dann ins Krankenhaus geht eigentlich, das ist nicht wegen des Zoster Medikaments, sondern die Schmerztherapie, die Schmerzbehandlung.
Das war mir so nicht klar. Dass das, dass die da spezielle Mittel haben. Ich hab immer nur diese Dame da gesehen, die da im Bett neben mir lag und wollte partout nicht ins Krankenhaus, weil ich dachte, vielleicht kann, wenn ich das jetzt Soll ich dir sagen? Vielleicht kannst Du ja noch coachen gehen. Mhm.
Hab ich begonnen. Okay, das heißt, Du warst sozusagen immer noch, ich nenn das mir jetzt mal im Funktionstunnel, ja? Ja, voll. Weil das ist ja das, was häufig passiert. Der Körper streikt schon, es sind massive Symptome im Raum.
Und trotzdem sind diese Menschen, die dann so in diesem Funktionstunnel drin sind, die hören nicht auf, ne. Die es geht immer noch. Das sind dann auch die, die sagen, ja, ich nehm auch meinen Laptop und die sich nehmen das auf jeden Fall mit ins Krankenhaus, weil ich muss noch, ne, meine Mails abfragen und noch 'n Artikel schreiben und Da bin ich jetzt schon so auf der anderen Band, dass ich hier schon wild gestikuliere, denn da mag ich ganz kurz einhaken. Das genau hab ich nämlich auch gemacht. Ich hab meinen Rechner mit ins Krankenhaus genommen und ich hab das zu 'nem kompletten Sketch verarbeitet, also zu 1 Karikatur meiner selbst.
Ich saß da im Durchgang, habe mir einen Büchertisch genommen, hab die Bücher darunter, ich mein, Du Du guckst schon so, oh was kommt jetzt? Ja. Ja, absolut. Wenn ich darüber nachdenke, tatsächlich. Hab mir den dahin gezogen, mein Laptop aufgebaut, mein Handy und konnte ja auch nicht richtig reden.
Also ich konnte weder mein Auge schließen, man muss das wirklich so vorstellen, der Saba lief rechts raus. Ich hab bei Tonstudios angerufen, weil ich gedacht hab, ich kann ja die Zeit jetzt effektiv nutzen, wo ich hier im Krankenhaus bin und kann eine Krise für mich machen. Und dann sind die Ärzt*innen an mir vorbeigelaufen und haben dann immer die, das war son automatischer Türöffner, jetzt mach ich die Tür auf und wieder Gelächter. Ich hab da 'n kompletten Spaß draus gemacht, weil ich das nicht erkannt hab, diesen Ernst der Lage, das war mir nicht bewusst, warum mein Körper Wie krass ist das bitte? Dein Gesicht funktioniert nicht mehr.
So, was braucht man denn noch bitteschön? Ja, tatsächlich, ich mir fallen jetzt zig Patienten ein, die ich begleiten durfte in ähnlichen Prozessen, ne. Und ich bin dann auch ganz häufig immer bei der Aussage, ja, seien Sie mal froh, also in deinem Fall, dass es nur der Zostervirus im Ohrva mit der Gesichtslähmung, weil schlimmer wär der Herzinfarkt, den hätten sie nämlich vielleicht nicht überlebt. Mhm. Und dass der Körper sozusagen Vorstufen schaltet.
Ich nehme sogar an, dass wahrscheinlich auch bei dir in diesem Arbeitswutmodus, so nenn ich ihn mal, indem Du unterwegs warst, dein Körper wird vorher wahrscheinlich auch schon Signale geschickt haben, oder? Ja, ich hab das jetzt in der Analyse und das war nicht die Phase, die kurz danach war, wo ich dachte, yeah, alles ist wieder überstanden, sondern nachdem ich das Thema noch mal aufn Tisch geholt hab, weil da können wir auch gleich noch mal son bisschen drüber sprechen, ähnlich wie Mechanismen wiedergegriffen haben bei mir. Und denkt sie so, ja, jetzt hab ich's einmal überstanden, wow. Nee, war nicht so. Und dann hab ich wirklich eine Analyse gemacht, also wie ging's mir davor und dann ist halt dabei rausgekommen, also ich hatte lange Zeit 'n Augenzucken, was immer wieder aufgetreten ist.
Im linken Auge, ja, immer dann, wenn's, glaub ich, zu viel war, ne, wenn ich zu viel Druck hatte innerlich, Mhm. Der aber auch natürlich durch außen bedingt war. Dann hatte ich Tinnitus, wie man so etwas, ne, also Fiepen abends im Ohr. Es ist Tinnitus. Nee, ich hab ab und an mein kleines Fiepen, aber wenn ich mich auf die linke Seite lege, ja, ist nicht so stark.
Überleg dir das mal, ne. Ja, das auch das, ich schließ das mal wieder an meine Praxiserfahrung hier an. Das hab ich ganz häufig, wenn ich die Leute dann Das hab ich ganz häufig, wenn ich die Leute dann beim Kennenlernen mal ne ausfrage, was ist denn und was gibt's denn alles noch und so ne, dann kommt irgendwann so ganz am Ende meist, ja und ich hab da auch noch 'n Tinnitus. Und ich sag dann, ah ja, seit wann? Ach teilweise sind die Antworten dann ja, ach so seit 5 Jahren.
Boah, krass. Wo ich dann sage, ja, okay, haben Sie behandeln lassen, waren Sie beim ASE? Wahnsinn, ne? Wo, das ist genauso dieses, dann lege ich mich halt auf die linke Seite. Also man gewöhnt sich daran, dass das Ohr kontinuierlich fiept.
Und das ist vielleicht auch schon eine wichtige Botschaft. Wir sind leider, wenn wir zu diesen Menschen gehören, die in diesen Arbeitswutenmodus reinfallen, gerne und ich kenn ihn gut, weil ich kenn ihn selber auch sehr gut. Wir sind nicht gut darin, Zeichen unseres Körpers wahrzunehmen. Also beim einen ist es der Tinnitus, beim nächsten ist es eine chronische Magenreizung, beim Dritten ist es 'n gereizter Darm, beim vierten sind es Rückenschmerzen, Verspannungen. Wir gewöhnen uns sehr schnell an so unangenehme Dinge und akzeptieren sie als einen normalen Teil.
Mhm. Aber tatsächlich, ein Tinnitus ist kein normaler Zustand 1 Ohres, sondern es ist ein Warnsignal des Körpers. Ja. Und das sind Rückenschmerzen und andere Beschwerden, auch Herzrhythmusbeschwerden auch häufig. Aber wenn man erst mal Und Du, ich find, Du hast das so schön beschrieben, wenn man in diesem Tunnel ist, ja, dann ist das irgendwie in 'ner Wahrnehmung so ganz in der Peripherie irgendwo im Außen.
Man nimmt wahr, ach ja, guck mal, da ist irgendwas, aber weiter geht's. Weil ich hab ja noch so viel zu erledigen und es muss ja noch so viel passieren, ne. Also das find ich, ist ja sehr schön, dass Du das auch mal schilderst aus Sicht von jemandem, der das so massiv erlebt hat. Weil mir das sehr geholfen hat, zu heilen oder den Weg der Heilung einzuschlagen. Ich hab ja dann, das waren die 3 schlimmsten Wochen meines Lebens.
Ich hab da wirklich im Bett gelegen und nach der 3 Wochen war mein Gesicht immer noch nicht okay, ne. Also wir reden wirklich von 3 Wochen Nährtenschmerzen, die ich mit harten Medikamenten, die ich mir bei der Hals-, Nasen- Ohrenärztin erkämpfen musste, son bisschen unter Kontrolle bekommen. Das heißt, die traten dann zeitverzögert auf, ja. Es kam die Gesichtslähmung, Du warst im Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt hattest Du die Schmerzen noch nicht, ne.
Da hast Du die bei deiner Bettnachbarin sozusagen gesehen, aber hast das noch nicht mit dir in Verbindung gebracht. Und nach dem Rhabarberblattohr hast Du's vorhin genannt, dann kam irgendwann der Schmerz. Ja. Und der Schmerz war Ich weiß nicht, hast Du mal 'n Nervenschmerz gehabt? Ja, ich das tatsächlich.
Ich hatte ja mal eine Entzündung im Rippenbereich, wo ein 1 Nervenstrang, der an der unteren Rippe entlangläuft, entzündet war. Da bin ich zum Arzt gegangen und hab gedacht, ich hätt den Herzinfarkt, erst? Ja. Weil ich gedacht hab, das hier geht irgendwas gar nicht. Ich sterbe gleich.
Das ist so schlimm. Ja. Und ich finde, wenn ich mir jetzt vorstelle, dass so was im Ohr stattfindet, was ja ein hochempfindliches, sensibles Organ ist, ich kann mir vorstellen, dass das heftig, heftigst war. Das mal zu beschreiben, also ich bin eigentlich ein eigentlich ein 1 emotionaler, ruhiger, harmoniebedürftiger Mensch. Bin so der in die Praxis und hat gesagt, wenn Sie mir nicht sofort irgendwas verschreibt, was diese Schmerzen, denn da zerhack ich das komplette Zimmer.
Ich war so wütend. Das war so schlimm. Das hat das war gut. Das wünsch ich, also wenn ich einen Feind hätte, ich würde es niemandem auf der Welt wünschen. Also das ist, oh mein Gott.
Und diese 3 Wochen, die waren ja, waren auf und ab und der Körper hat sich ganz einfach das geholt, was er brauchte. Der hat mir, weil Du brauchst ja als Moderatorin brauchst Du dein Gesicht. Also es hätte ja auch alles andere sein können. Ja, genau. Aber wenn Du eine Lähmung im Fuß oder in der Hand gehabt, hätt das halt sehr womöglich weitergearbeitet, ne?
Das find ich jetzt. Es ist also deswegen, ich bin ja ein großer Freund unseres Körpers und ich glaube, dass unser Körper über sehr viele gute Frühwarnsysteme verfügt, Mhm. Die wir dann aber eben nicht sehen, wenn wir in diesem Tunnel sind. Und ich glaube auch, dass solche Dinge dann, dass es bei dir die Gesichtslähmung war, das ist aus deinem Körper heraus so gemacht. Also dein Gesamtsystem und dazu gehört ja neben dem Körper auch deine Psyche, deine Seele, wie auch immer wir das nennen.
Man weiß ja, wie man dich stilllegen kann. Also Du bist es ja letztendlich so Silber. Ja, absolut. Und in dem Fall 'ner Moderatorin sozusagen die Hälfte ihres Gesichtes weg zunehmen. Das ist arbeitsunfähig, Punkt.
Absolut. Und in der Zeit, also klar, ich konnte wegen der Schmerzen, irgendwann ging das dann, dass ich sogar auf sonem guten Level eingestellt war, wo ich irgendwie nur noch vor mich hin gegrinst hab. Nur war ich so wirklich high von den Medikamenten, weil dann dann ging das Ganze. Und dann war irgendwann die medikamentöse Behandlung sozusagen vorbei, die Schmerztherapie. Ja, aber dann musst ich halt, ne, dann Du musst dich halt mit dir auseinandersetzen.
Du musst dich im Spiegel angucken und Du musst deine rechte Gesichtshälfte trainieren, die nicht funktioniert. Du bekommst halt wirklich Übungen mit aufn Weg, wo sie sagen, okay, dann die rechte Seite nach Mundwinkel nach oben ziehen, das rechte Auge versuchen zu schließen und es geht einfach nicht. Und Du fängst an, wirklich deine Gesichtsmushöhlen, deine Nerven wieder zu trainieren, dass die funktionieren. Und Du guckst dich dabei jedes Mal an. Du guckst dich an, wie Du nicht funktionierst.
Das ist 'n richtig schlimmes Gefühl. Vor allen Dingen für jemand, für den das Funktionieren eine hohe Bedeutung hat, ne, im eigenen Anspruch. Also wir hatten das ja vorhin schon mal angedeutet, Du Du bist jemand, der sehr streng mit dir ist, der sehr hohe Ansprüche hat, der die Sachen, die er übernimmt, die Verantwortung, die er übernimmt, der's gut machen will, ne. Und ich glaub, insbesondere mit dieser hohen Ausprägung da ist dieses Sich angucken und Sehen, dass man nicht funktionieren kann, natürlich, na ja, eine besonders große Lernerfahrung, wir müssen mal positiv ausdrücken oder halt eine total ja belastende, beschissene Situation. Was ich aber da auch wirklich draus gelernt habe und das hab ich danach immer gedacht, ich hätte hätte es jetzt gelernt, ne, weil dann langsam ist so diese verschwindet ja diese Gesichtslähmung mit der Zeit und dein Gesicht wird wieder normaler.
Und da war mir auch immer, wenn ich das jetzt noch mal betrachte, ich wollte das nicht haben. Also ich wollte diese nicht gut funktionierende Janine nicht haben. Und ich habe trainiert, sie wegzubekommen, die Gesichtslähmung, das Kaputte weg zu bekommen, das wegzudrängen von mir, das nicht sehen zu wollen. Das darf so nicht sein, weil bei mir als Souveräne ne in Anführungsstrichen ist jetzt mein Eindruck, Moderatorin hat sone Unsicherheit keinen Platz, ja. Also Du vermittelst halt Sicherheit.
Und wenn Du auf einmal so mit meiner Stimme sogar 'n bisschen leiser grade, ich ja auch wieder merke, ich muss sie zulassen. Sie darf da sein. Alles cool. Na, sie ist ein Teil von mir. Sie ist ein Teil von mir.
Genau. Es gibt die verwundbare, vielleicht auch kranke Janine, ne, also eine von gesundheitlichen, die ihre Wehwehchen hat und das ist völlig gut und auch wichtig. Ja, und das das bringt mich zu einem Gedanken zurück, den ich vorhin hatte, als ich dir zugehört habe. Ich hab vorhin gedacht, als Du so beschrieben hast, Du bist dann so in dieses Herzensprojekt eingestiegen. Es war jetzt klar, Du zettelst dich als Moderatorin.
Du fängst an, die Angebote zu sichten, bewirbst dich auf unterschiedliche Projekte. Da hat sozusagen ein Teil aus deinem inneren Team die totale Dominanz übernommen, nämlich die Janine, die Moderatorin ist. Und die war dann, das Du hast ja vorhin beschrieben, ich hab meine Freundin dann auch immer die Sachen gezeigt. Es war ganz viel Moderatorin Janine mit hohen Ansprüchen, mit Fokus auf Arbeit und so. Und die anderen Teile, zum Beispiel auch dieser verletzliche Teil, dieser Teil, der eben nicht perfekt ist, der manchmal auch verletzlich ist und der durfte nicht sein, ne.
Der war sozusagen weit weggeschoben. Und das, find ich, sind immer Zustände, wo man, wenn man sich selber reflektiert, aufpassen sollte, wenn's einen bestimmten Anteil gibt aus dem inneren Team, der so die Vorherrschaft übernimmt. Das war ja auch so, dass ich gar nicht mehr Partnerin Janine war. Ne, also bei uns zu Hause gab's ja auch nur noch Moderatorin Janine. Ganz, ganz viel.
Also ich hab den kompletten Raum, der so diese, hä, der hört sich, ich bin an so wie Schizophrenie und da haben wir jetzt einen Teil, der übernimmt alles. Aber nee, das gehört Nee, Du hast immer Ach so. Genau, in diesem Es gibt diesen Teil in dir. Die Moderatorin Janine, die in dieser professionellen Rolle ist, die in 'ner bestimmten Art formuliert, die Augen offen hat, interagiert. Und der war halt immer da.
Und diese Einseitigkeit, das ist oft das, was ich in solchen ja Erschöpfungszuständen oft wahrnehme. Dass da plötzlich, das wird total einseitig. Und wie Du sagst, die anderen Teile sind überhaupt nicht mehr da. So der Spaßvogel, der die Partnerin und eben auch diese schwachen, verletzlicheren Anteile, die haben da einfach keinen Platz, weil Du wirst gebucht für 'n Tag oder für 3 Tage und Du hast so performen. Du hast dahin zu gehen, oder strahlend auszusehen, Du hast in die Kamera zu lächeln, Du hast deinen Text zu können, fertig.
Ja. Der der Punkt war dann, also mich bekommt man ja immer bei Sport, ich surfe ja gerne und mache auch Yoga. Es hat sich dann auch da danach so entwickelt. Dann hat mir auch eine Dame 'n Rat gegeben und meinte zu mir, das ist ja wie Sport. Also wenn Du jetzt für 'n Marathon trainierst, dann trainierst Du ja auch keine 5 Tage am Stück, ist doch klar, dann werden deine wird deine Muskulatur ja lahm und erschöpft.
So ist das mit dem Geist eben auch. Das fand ich sehr schön und das hat mich auch total gekommen. Und so hab ich dann geschafft, mich selber ja an den Haaren auf dem Loch zu ziehen. Mhm. Und war danach, nachdem diese Krankheit überstanden war, total voller Lebensfreude, Energie.
Also ich konnte Bäume ausreißen, ne. Mhm. Also ey, Du hast das geschafft. Dich kriegt sone Krankheit nicht unter. Und siehst Du, ne, die Sprache wieder schön nach hinten und hab dann auch mit mit Yoga wieder gestartet.
Jetzt hab ich, ich find so, jetzt hab ich's verstanden. Jetzt weiß ich, wie's geht. Genau. Ne, so dieses Gefühl. Jetzt Genau.
Jetzt hab ich aber richtig was gelernt, das passiert mir nicht noch mal. Das ist ja Genau, absolut. Also auch fest vorgenommen und so. Und es hat nicht lange gedauert und ich bin tatsächlich, als wär ich wieder ins Auto eingestiegen und genau die gleiche Richtung weitergefahren. Mhm.
Genau, aber Wieder Mar ich hab doch jetzt die Energie. Ja, ich hab dann zwischendurch noch Yoga gemacht, ja. Mhm. Klar, aber das ist dann auch ausgeartet zu dreimal die Woche Yoga, entspannen zu können, müssen, müssen, müssen. Klar, ich hab dann auch meine meine Arbeitszeiten son bisschen anders gelegt, aber ich hab dann gemerkt, dass ich wieder an meine Grenzen komme.
Und dann war der interessante Wendepunkt, wo ich dann wirklich anfing, das son bisschen zu begreifen, was da passiert ist. Weil die Krankheit ist die Krankheit, die Krankheit hast Du überstanden, jetzt beginnt dein neues Leben ohne die Krankheit. Wieder der Punkt, ne, Du lässt die Krankheit halt nicht zu. Du schiebst es weg, so. Ja und ich find, lass mich noch ergänzen, ich find diese Krankheit bietet sich ja son bisschen auch grade dafür an, 'n Ausweg zu suchen, weil man am Ende ja weiß, ach komm, es ist 'n Virus, ne.
Wer weiß, also vielleicht hatte das was damit zu tun, dass ich zu viel gearbeitet hab, dass der mich geholt hat sozusagen oder getroffen hat, weil mein Immunsystem unten war. Aber es ist ja nicht so klar ableitbar zu sagen, weil ich so viel gearbeitet hab, hab ich diesen Sousavirus im Ohr bekommen. Wir beide wissen mittlerweile, dass es genauso war, dass da auch gar kein Zweifel dran ist. Aber ich finde gerade beim ersten Mal, wenn man diesen diese Krankheitsgeschichte noch son bisschen den Easy Way out zu sagen, na ja, da gab's vielleicht auch 'n doofen Zufall noch drin. Was natürlich auch immer wieder, da geborene ich dir recht, unterstützt wurde durch die Ärzte, Ärztinnen, ne.
Also die dann gesagt haben, hm, da seh ich keinen genauen Zusammenhang mit Stress. Stress ist nicht wirklich sone greifbare Krankheit, Ursache für uns, ne. Wir sehen das Immunsystem ist geschwächt. Das kann verschiedene Ursachen haben und eine Ärztin hat dann mal mit mir sehr offen gesprochen und hat gesagt, hier of the Records irgendwie unter uns, gucken Sie da mal. Das hat ganz viel mit Ihrem Leben zu tun, mit Ihrer Struktur, setzen Sie sich viel unter Druck, was ich dann irgendwie total toll fand, das Gespräch, wo ich wo ich auch mit sonem mit diesen Fragezeichen noch wieder erst mal nach Hause gegangen bin.
Aber ja, tatsächlich ist es so, dass man das auch gut wegschieben kann, als, ja, das ist jetzt hab ich mir eingefangen, ja. Du müsstest dein Mikro genau einmal son bisschen das reibt in deiner Haut und das könnte ein unangenehmes Geräusch geben. Das hat sich nach hinten gemogelt. Ja, das wolltest Du mir. Das wolltest Du dir.
Ja und ich find das ja ganz interessant, weil die Ärzte ja tatsächlich dieses psychische Thema immer genau dann rausholen, wenn sie wissen, also wenn sie nicht weiter wissen, ne. Ich hab ganz viele Menschen, die kommen zu mir, die sagen, ich hab alle Untersuchungen durchlaufen. Es ist nichts zu finden. Du hast es irgendwie erklärt. Mhm.
Und jetzt sagen die Ärzte, also es muss die Psyche sein. Und die Patienten sind oft beleidigt. Und das ist son bisschen, bei dir hatte man ja tatsächlich was, was man gefunden hat, nämlich eine Gürtelrose und dieses Virus. Und dementsprechend war das für die, also das ist jetzt auch 'n bisschen Vorteil gegen Ärzte, ne. Aber leider ist das meine Erfahrung, dass, solange sie noch was Organisches finden, blenden sie son bisschen aus, wie viel Wirkung unser Leben, unsere Psyche, unser Stresslevel auf all diese Dinge hat, obwohl man das ja weiß.
Es ist ja tausend-, millionenfach untersucht. Aber der Virus ist irgendwie anscheinend noch mehr im Fokus. Ja, genau das hab ich mich dann auch gefragt. Eigentlich ist es doch so klar. Also für mich war das total klar, dass Du das mit Stress zu tun haben, also irgendwann dann, ne, nicht in dem Moment, aber dann saß ich da in den Gesprächen und dachte mir so, hm, okay, oder bin ich jetzt falsch und dann zeige ich's Du ja wieder oder war's vielleicht doch gar nicht der Stress oder war's vielleicht, boah, ne, bist Du sehr, sehr alleine mit deinen ganzen Fragen, die dann unbeantwortet bleiben erst mal.
Und jetzt sag mal, ich hatte dich unterbrochen bei, als Du erzählen wolltest, dann ist es ja sozusagen wieder passiert. Und dann wolltest Du eben sagen, und dann bin ich an einem Punkt aber hellhörig geworden. Mhm. Was war denn sozusagen der der 2. Lernloop, den Du gelaufen bist?
Wenn man, ich hab festgestellt, bei mir zu bleiben, in dem Moment, womit das passiert ist, hatt ich 'n ganz krassen Mitteilungsdrang und wollte allen Leuten irgendwie davon erzählen, so nach außen, irgendwie gucken, was mir passiert ist und son bisschen nach, Du Du Du Zeigefinger und damit dir das nicht passiert. Und dann war ich bei 'nem Mädel, die hat in Köln son Mental Health Evening gegeben, auch Moderatorin und ist eine Borderline Persönlichkeits, wie sagt man das, Typ? Genau, ein Mensch mit 1 Borderline Persönlichkeitsstörung, so würd ich's immer ausdrücken. Und sie hat davon sehr offen berichtet und ich fand das toll und hab dann irgendwie gesagt, so ey, weißt Du, ich wär auch mal gern 'n Teil und würde auch mal 'n Erfahrungsbericht teilen vor der kleinen Gruppe hier. Das waren irgendwie so 30 Leute, als das noch möglich war.
Und dann meinte sie, ja klar, dann hatten wir auch 'n Vorgespräch, saßen da zusammen. Ist auch interessant, weil es war 'n ganz anderes Gespräch als wir jetzt hier zum Beispiel führen. Und dann hat mir das auch irgendwie aufgeteilt und der Mittelpunkt war dann, erzähl mal 'n bisschen was von von den Momenten und dann, wie hast Du da rausgefunden? Und dann saß ich da und dann hab ich gedacht, okay, ich muss mal die die die Fotos mitbringen. Ich wollt dir ja irgendwann mal was zeigen, wie da mein mein rechter Mund so runterhing.
Also wie das dann tatsächlich aussah, hier ist so mal eine Zusammenstellung. Hier siehst Du, hier hab ich unten 'n Urglasverband, weil ich mein Auge nicht schließen konnte, da unten. Ja, ja, ich seh das. Und hier sieht man das natürlich auch total krass. Das Auge nicht mehr schließbar und irgendwie die Seite hängt runter, ne.
Mein Freund hat, das find ich auch total toll, Fotos davon gemacht. Wir haben das jeden Tag hingesetzt und haben das dokumentiert jeden Tag. Das ist aber auch wirklich Ja, das Und Und diese Fotos hab ich mitgenommen. Und als ich dann diese Fotos ausgedruckt hab und meinen Freunden mir die gegeben hat, kam ein emotionaler Schwall hoch, den ich nicht erwartet hatte. Mhm.
Ich ich aber am Heulen. Ich war so Heulen. Ich hab die Fotos gesehen und ich denk so, Moment mal. Das ist so bis, sagen wir mal, Juni, Juli, August waren so die letzten, wo dann das Gesicht langsam wieder ging. Und wir hatten, glaub ich, auch Tober.
Und dann stellt sie mir und ich sitze da in 'nem Stuhl und auf einmal stellt sie mir die Frage, wann war 'n das noch mal? Und ich erzähle, ja, lass mich überlegen so bis Ende August. Wow, das ist ja ganz schön kurz her. Also es war doch jetzt. Und ich guck dieses Foto und ich fange an, Vordergangen zu heulen.
Mhm. Und ich merke, wie sehr ich das überhaupt noch nicht verarbeitet habe. Und sie fragt mich immer nach denen, was ich denn für Strukturen mir überlegt hab, dass ich da rauskomme. Und ich kann immer nur sagen, ja, ich mach auch Yoga. Ich hab mir Kalender gekauft und da trag ich jetzt alle strukturiert ein.
Und komme immer wieder auf all das Schlimme, was passiert ist und merke in diesem Reflexionsprozess, Mhm. Dass er noch gar nichts verarbeitet ist und dass ich da noch jede Menge zu tun hab. Und dann ist dieser Abend, das war natürlich auch alles 'n bisschen durcheinanderchaotisch, weil ich halt so aufgelöst war und dass ich überhaupt gar nicht verstehen konnte, was da jetzt passiert ist. Mhm. Und dann hab ich dann mit ihr da hinterher noch mal gesprochen und sie hat mir dann erzählt, Du, das sind dann Situationen, die ja scheinbar noch nicht verarbeitet worden sind.
Und dann kamen wir so langsam oder kam ich so langsam auch. Ich hab dann noch mal 'n Coaching gemacht mit 'ner Dame, die mir halt unglaublich weitergeholfen hat, weil ich noch mal eine andere Perspektive brauchte. Deswegen find ich das auch so wichtig zu sagen, hey, Coaching oder Therapie oder sämtliche Formen, wo man eben noch mal eine andere Sichtweise bekommt von jemandem, der eben nicht involviert ist, ne, der dir nicht nach dem Mond redet, weil ich glaube, man weiß ja genau von vornherein, wen ruf ich in soner Situation an? Meine Mama würd eher mir den Kopf streicheln. Meine Schwester würd mich eher zur Saison rufen, ne.
Das da weiß man schon von vornherein. Und wenn man da eben hinkommt und dann bekommt man Feedback auf einmal und eine andere Perspektive von jemand, der einen überhaupt nicht kennt. Und Du weißt zu 100 Prozent, das ist einfach so unparteiisch. Genau, das ist eine ganz frische Wahrnehmung von jemand, der es auch sagen darf, weil er keine Aktien drin hat irgendwie, ne? Genau, absolut.
Und dann kam schon langsam heraus, dass die Janine, also ich, dass ich ja verschiedene Teile in mir trage, also so verschiedene, könntest Du mir am besten sagen, ja Persönlichkeiten habe oder so verschiedene Anteile? Ich ich nenn die ich nenn das ja Anteile des inneren Teams, ne. Ich bin da ganz bei Schulz von Thun, so ganz basic. Ich find das Modell so einfach, wie es ist, so schön ist es. Ja, gut, das kenn ich aus der Kommunikation auch, ne.
Finde ich immer sehr schön. Und dass ich in dieser Zeit, wo ich eben die Krankheit hatte, auch trotzdem die zerbrechliche, kranke, verletzliche Janine wegdrücken wollte und immer bekämpfen wollte. Und dadurch, dass ich ja dann wie verrückt die, das spielt ja son Punkt, ne, verrückt diese Übung gemacht habe, danach versucht habe, wie verrückt mich zu entspannen Und dass mir das unglaublich geholfen hat, die Janine zuzulassen, also Krankheit zuzulassen, mich selber zu akzeptieren, dass ich vielleicht ab und zu Wehwehchen habe, oder? Ja, lass mich mal innehalten, weil das so wichtig ist. Ist.
Du hast das vorhin auch schon mal gesagt und ich verknüpf das noch mal. Du hast vorhin gesagt, da war ich und auf der anderen Seite war mein Körper und wieso funktioniert der nicht? Und das ist ja immer noch sozusagen diese Denke, ne. Da bin ich und da ist mein Körper und ich trainiere meinen Körper ganz wild, damit er wieder funktioniert, so wie ich das will auf der anderen Seite. Mhm.
Tatsächlich ist ja aber und mittlerweile weiß ich ja aus unseren Gesprächen auch, dass dass Du da ja viel weiter bist, also Du bist dein Körper. Mhm. Das Ganze kann nur funktionieren, wenn das ineinandergreift, ne. Aber ich höre, zu diesem Zeitpunkt war das sozusagen noch was Getrenntes. Und das erleb ich auch so häufig, ich selber übrigens auch, aber auch hier im im Therapieraum, dass man das Gefühl hat, okay, dieser Körper ist anscheinend nur ein 1, na ja, wie sone Maschine, die einem hilft, bestimmte Dinge umzusetzen und die muss wieder heil werden.
Mhm. Und darum geht es nicht. Sondern ohne den Körper sind wir nichts, Aber wirklich gar nichts. Und sozusagen ganz eng mit ihm verbunden zu sein, ihn wahrzunehmen, seine Signale wahrzunehmen, ihm was Gutes zu tun, wenn er uns signalisiert, dass er vielleicht was anderes braucht, zum Beispiel Entspannung. Also es macht keinen Sinn, Yoga zu machen, zu entspannen, wenn dein Körper dir signalisiert und das kennen, glaub ich, alle, die solche Techniken anwenden, das ist grad noch nicht dran.
Das geht grad noch gar nicht. Ich komm da überhaupt nicht hin. Ich komm nicht. Ich komm da überhaupt nicht hin. Ich komm überhaupt nicht an in diesem Yogaraum, in dieser Yogastunde, weil mein Kopf ist noch ganz so anders.
Und das funktioniert ja dann nicht. Und dann ist die Enttäuschung oft zu groß, weil die Leute dann sagen, ja, aber ich mach ja schon so viel. Ja, ja, aber es ist diese innere Verbindung ist einfach mit dem Körper, die die geht verloren. Ja, total. Und was mir dabei jetzt immer hilft und wenn ich jetzt an die Zeit zurückdenke, die da gewesen ist, wo ich so hart zu mir war, wo ich mich perfektionieren wollte, wo ich wollte, dass mein Körper funktioniert.
Ich habe jetzt das innere Bedürfnis, diese diese diese Janine von damals zu nehmen, sie immer richtig zu knuddeln und zu sagen, oh Mann, was hast Du denn da gemacht? Komm mal her. Komm mal her. So, kriegen wir wieder hin. So, das das ist jetzt so mein Gefühl.
Ich liebe meinen Körper und ich liebe ich liebe alles an dem. Auch was krumm und buckelig ist und was ich vielleicht heute nicht mag, irgendwie ist trotzdem, das das bin ich, das das komplett ich. Und ich bin wirklich sehr, sehr dankbar dafür, dass ich das lernen durfte. Das hört sich total krass an. Aber vielleicht, wie Du's eben schon mal gesagt hast, wäre irgendwas Schlimmes passiert ansonsten.
Ich hätte genauso weitergemacht. Und was jetzt zum Beispiel so ist, ich hab ich hab Wochenende. Kannst Du das vorstellen? Ein freiberuflland Wochenende? Ja, ich habe meinen Samstag und meinen Sonntag zu meinem Wochenende erklärt und dann nehme ich einfach keine Anfragen an.
Also ich beantworte die am Montag und vorher dieser Gedanke, ja oh nein, wen Du das jetzt nicht? Also ich war ich war im Urlaub mit meinem Freund im Auto am Meer, wollten gerade ins Wasser und ich krieg'ne Anfrage und gesagt, Moment, ich muss die grad noch bearbeiten und tippe da aufm Handy ganz klein, wie krieg ich denn jetzt den Anhang da rein, so noch voll gestresst irgendwie anstatt in dem Moment zu sein und den Moment zu genießen? Nee, Ende, ich hab Wochenende, mach ich Montag. Und wenn's dann zu spät sein sollte, ja, dann ist er zu spät. So, es wird immer irgendwas kommen, so.
Genau. Also diese anderen Anteile, deine Surferin sozusagen, ne, die ja für für für Freiheit, ich das ist ja son Sport, Du bist in diesem Element Wasser und Du bist dem ja so ausgeliefert. Also das ist ja so was, das ist ja so was ganz Ursprüngliches, was da zum Vorschein kommt, ne. Und da gibt es Teile in dir, die brauchen das. Und wenn Du denen das wegnimmst und auch deinen Samstag, Sonntag, wo Du dich nicht mit der Moderation beschäftigst, wenn Du immer arbeitest, dann verhungern bestimmte Anteile in dir.
Und das macht auf Dauer ja, Gefühle, Gefühle sind auch Signale unseres Körpers, nichts anderes. Und deswegen wachsen auf Dauer dann Gefühle an, die eher ja, sehr unangenehm sind. Also vielleicht eine Traurigkeit, die sich anschliegt, eine Erschöpfung, ne, vielleicht so was Resigniertes. Von daher ja, diese Einteilung bei Freiberuflern und Selbstständigen zu sagen, es gibt Phasen, da arbeite ich. Und es gibt Phasen, da ist aus.
Dann bin ich wer ganz anders und da beschäftig ich mich gar nicht. Die sind so wichtig. Und es geht nicht darum, dass man das aus irgendwelchen strukturierten mechanischen Gründen tut, sondern es geht darum, seine Persönlichkeitsanteile alle zu versorgen. Dafür muss man aber auch erst mal wissen, dass es die dass es die gibt. Also dafür musst Du auch, find ich persönlich, immer auf die Suche gehen.
Also für mich war der Prozess sehr wichtig, überhaupt mal zu überlegen, was für Anteile sind das denn? Dann hab ich mich hingestellt und dann die Tochter. Okay, wie ist denn die Tochter? Als Tochter bin ich die Vernünftige. Okay, dann haben wir die Partnerin.
Wie bin ich denn als Partnerin? Da bin ich, seh ich mich sehr, ja, haben wir das genug. Da oben die Liebevolle, ja. Als als Freundin bin ich die die Verrückte, die crazy Tante irgendwie, mit der man alles machen kann, ne? Und und die sich mal bewusst hinzustellen und mal zu sagen, alles klar, wer ist denn, ne?
Ich bin aber auch die Ängstliche. Ich bin 'n Hosenscheißer bei vielen Dingen, ja? So und dann denk ich mir so und und die einfach mal, auch wenn sie einem im ersten Moment nicht gefallen, ja, oder ich bin vielleicht der Hypochonder, keine Ahnung. Vielleicht bin ich aber auch oft krank und dann ist es eben so, die gräbliche Wie wie, also ich find, das ist ja eher, ich seh das ja so positiv, ne. Wie schön, dass jeder Mensch und in diesem Fall Du, so facettenreich ist.
Das ist ja 1 1 1 totaler, ja, eine 1 Ressourcenflut oder eine 1 Ressourcenhaufen, mir fällt keine andere Metapher ein. Weil davon ziehst Du ja ganz viel Energie, dass diese unterschiedlichen Teile da sind und dass die versorgt werden und dass die dich manchmal eher warnen und aufhalten und manchmal eher aktivieren. Und dieses Zusammenspiel, wenn das funktioniert, das sorgt ja dafür, dass Du am Ende dieses Gefühl hast, ich führ 'n für mich erfülltes Leben. Und da sind dann 'n ganz wichtigen Punkt, den wir heute, glaub ich, alle wieder lernen müssen, ist diese Achtsamkeit, diese Wachsamkeit, diese Bewusstheit, dass es die gibt. Mir war das nicht bewusst, dass ich diese verschiedenen Anteile in mir habe.
Mir war das Ich hatte es vergessen. Ich hatte es durch durch den Alltag. Ich hab es durch, ja, durch die eine Seite, die sich da mehr in den Mittelpunkt gedrängt hat tatsächlich. Es gehört ja auch zur Moderation dazu. Übrigens ist wie eine Stunde.
Mhm. Gehört auf Benno fällt Der Mittelpunkt von solchen Events, Selbst Du's natürlich nicht bist, weil Du rollst ja nur den Leuten den roten Teppich aus, das zur Vollständigkeit noch mal zu sagen. Aber dennoch, all Ice sind dann auf einen, ne. Und das ist das, diese diesen Moment, sich zu nehmen und wirklich zu erforschen, das reicht ja nur 10 Minuten. Allein dieses das aufzuschreiben, irgendwie zu verbildlichen, das laut auszusprechen, sich selber zu beobachten dabei, in welche Stimmlagen man fällt.
Mhm. Und welche verschiedenen Anteile man in sich hat und dass die verdammt noch mal gut sind, dass man die hat. Mhm. Dass sie mich ausmachen so in meiner Gesamtheit meiner Anteile. Und hey, ich hab so viel Anteile, wo ich sag, gut, komm, dann ziehen wir doch diese Anteile, wo ich halt nicht mit zufrieden bin.
Das ist doch 'n ist doch 'n Croissett. Das das stützt sich doch alles, ne. Ne. Ja, und das zeichnet noch mal schön sozusagen, ne. Ich fand, was an der Geschichte, die Du heute mit uns geteilt hast, so bemerkenswert ist, ist, Du bist ja ganz positiv eingestiegen, weil der Eintritt in die Moderation war ja sozusagen dein Herzensprojekt.
Ja. Und dann, es war ein Herzensprojekt. Und was passiert ist, ist, dein Leben ist an der Stelle sehr einseitig geworden, weil die Moderatorin Janine diesen Riesenraum genommen hat, ne. Und dann hat dein Körper sich gemeldet. Es hat nicht so gut funktioniert, dass Du dieses wahrnehmen konntest, weil Du in diesem Arbeitswutunnel warst.
Und dann hat er die Symptome geschickt und irgendwann sehr massiv dich ausm Verkehr genommen über diese Gesichtslähmung. Und was Du jetzt ja beschreiben kannst, ist, Du hast über diesen Prozess und dass Du auch 'n zweites Mal wieder in diese Arbeitswutrolle gefallen bist und so, Du hast so viel gelernt und so viel verstanden über dich. Und das ist auch meine Erfahrung. Wir lernen nicht, wenn wir uns im Rahmen von Easy und Komfortzone bewegen, dann lernen wir nicht über uns. Dann denken wir auch nicht über uns nach, warum denn auch so alles super?
Mhm. Und deswegen sind diese Krisen, die eigenen Grenzen zu erreichen, die sind so hilfreich für all die Lebensjahre, die danach kommen. Weil mit jedem Mal, wo Du sozusagen vielleicht wieder an diese Grenze stößt und das ist mehr deine Hypothese, die ich da aufnehme, ne. Du sagst ja, ich bin halt, wie hast Du gesagt, ich bin der Burn out Typ, so. Ja, genau.
Ich werd wohl immer der Burn out Typ bleiben. Also das, das hört sich immer son bisschen negativ an, find ich. Aber für mich beschreibt es so das Wesentliche, diese Krankheit oder diese Symptomatiken, das das ist nicht weg. Mhm. Das ist nicht weg.
Ja, und ich glaube, dass, wenn Du jetzt beruflich ganz viele Anfragen bekommst, bist und wo ich dir auch hoffe, weil ich ja weiß, dass Du das gerne möchtest, noch mehr Erfolg wünsche, ja, dass diese Träume, die Du hast und die Vision wahr werden. Aber dieser Anteil wird immer wieder schreien, super, hier bin ich. Ich übernehm die Bühne. Wir haben so viel zu tun, das ist ja toll, ne. So, ich mach's jetzt wieder 120 Prozent.
Der wird immer so hinter dem Vorhang hervorspringen und versuchen, dieses Ding, also dich sozusagen wieder voll einzunehmen und das Geschehen zu dominieren. Und dieses Bewusstsein, diese Achtsamkeit dafür, das zu merken und zu sagen, nee, ich weiß, in dieser Einseitigkeit kann es nicht funktionieren. Sondern ich muss surfen gehen. Ich brauch 'n freies Wochenende und ich muss halt auch Aufträge ablehnen. Nee oder ich ich ich kann.
Nicht ich muss. Ich kann. Ich kann das. Ja oder ich, genau oder ich seh da über sprachlich recht oder genau. Weißt Du, was ich meine?
Ich kann mir das. Oder ich bin es mir wert, dass ich nein sage, ne? Ja, kriege ich schon wieder Gänsehaut. Ja, aber ich bin's bewährt. Ne, weil ich weiß, dass es andere 'n Risiko und eine Gefahr für mich und mein Wohlergehen bedeutet und Absolut, ja.
Ja, stimmt. Da war ich muss nicht schön gewählt sprachlich. Und das find ich, das zeigt diese Geschichte so schön von diesem sehr Herzensprojekt hin zu dieser Lernkurve und zu dem, wo Du heute stehst. Und ich find's hochinteressant. Ich hab vorhin noch mal so gedacht, wenn wir zusammenarbeiten bei diesen Drehs für den Youtube Kanal, ich, unsere Autofahrten, die wir haben, da ne, sind wir ja immer ganz eng im Gespräch und tauschen uns aus und was beschäftigt uns grade und was bewegt uns?
Und wenn wir dann diese Treppe hochgehen in dieses Studio, find ich, da merkt man schon, dass Du eine andere wirst. Du bist plötzlich in 'nem anderen, ich nenn das Modus, ne? Ja. In 'nem anderen Modus. Da bist Du dann eher in dieser Moderatorenrolle drin.
Und wenn wir dann abends wieder rausgehen, dann kippt das wieder. Das wird wieder anders. Ja. Oder Du hast vorhin gesagt, Tonlage, Stimmfall, da gehören so verschiedenste Sachen zu. Die verändern sich tatsächlich, wenn wir diese Treppe hochgehen.
Das kann ich spüren. Ach, voll interessant, dass Du das mir so jetzt als Feedback gibst. Ja. Da werd ich noch drauf achten. Wo das nächste Mal wieder die Treppe hochstampfen.
Ja, und das ist ja auch, ich find das, ne, total nachvollziehbar, aber man merkt diesen Rollenwechsel auch von außen. Also auch bei anderen Personen kann man das bemerken, in welcher Art von Modus die grade unterwegs sind. Ich mein, wenn Du das auf der Arbeit hast, dann hast Du, Du wirst dich ja auf der Arbeit in deinem Rahmen nie so bewegen. Also wenn Du jetzt zum Beispiel in 'nem Unternehmen arbeitest, in der Personalabteilung, wirst Du ja auch nicht erzählen hier mit dem Grillen gestern und dann hab ich hier 'n leckeres Barbie, whatever. Und damit kriegt man dich aber so nicht so krass krass mit, weil das bei mir zum Beispiel so ist.
Ich hab dieser Wechsel ist ganz krass von, Moment, was ist 'n jetzt hier persönlich? Und das ist so, verschwimmt dann zur Moderation rüber, weil das jetzt kein, das ist ja kein abgetrenntes Gebäude. Das ist ja kein abgetrennter Raum oder keine abgetränkte Uhrzeit, wo ich auch mal son bisschen mit Schwierigkeiten hatte. Von 8 bis 16 Uhr verlässt Du jetzt die, keine Ahnung, das Bankcenter und dann ziehst Du halt deine deine Rolle aus mit dem Anzug. Ja, genau.
Manchmal ist Dienstkleidung natürlich eine feine Sache, ne, weil so lange, wie ich in Dienstkleidung x unterwegs bin, bin ich in der Rolle. Und wenn ich mich dann umziehen gehe, kann ich sozusagen diesen Teil meiner Persönlichkeit, der da dominiert hat, in dem Moment auch ablegen. Aber wenn Es gibt viele Arbeitssettings, wo das so fließend ist, ne. Da geh ich irgendwie als Privatmensch hin. Dann hat man ja häufig die Situation, man ist noch mit Arbeitskollegen sehr befreundet irgendwie.
Dann vermischt sich so dieses Private, Berufliche, ne? Und dann ist es dann wird das alles so 1. Und das ist oft nicht hilfreich, zumindest für das persönliche Wohlbefinden. Bei der Arbeit ganz offensichtlich, dann kannst Du Konflikte vielleicht auch nicht so austragen, wie Du sie mit nur Arbeitskollegen würdest. Wenn man sich kennt und wenn man sich mag und wenn man 'ne Freundschaft hat, dann lässt man vielleicht doch manche Dinge eher ungesagt oder lässt die laufen, obwohl sie für den beruflichen Erfolg auf den gemeinsamen gar nicht so sinnvoll sind.
Ja, ihr könnt ewig mit dir weiterreden. Ja, genau. Aber wenn wir auf die Uhr schauen, wir hatten Du hast gar nichts. Nee, wir Wir hatten uns 45 Minuten vorgenommen. Jetzt sind wir tatsächlich schon 'n bisschen drüber, ne.
Sagt man, aus dem ganzen Learning, also wenn Du am Ende noch mal so eine Botschaft sendest an die Leute, die das hören, was kannst Du die in Mhm. Ein bis 2 wenigen oder wenige Sätze, ein bis 2 finde ich blöd, wenige Sätzen zusammenfassen. Also erst mal sei lieb zu dir. So, sei einfach lieb zu dir. Ja, Selbstdialog, so wichtig.
Wie spreche ich mit mir, ne? Natürlich. Mein Gott. Welche Haltung hab ich mir gegenüber? Warum können wir nicht freundlich mit uns sein?
Ja. So, Du Du bist gut so. Ich bin gut so. Also ich glaube, so Affirmationen sind sehr wichtig, dass ich mir eben selber sage, ja, wie gesagt, Du bist Du bist gut oder ich mag mich oder so, ne. Das das ist Genau und die Affirmation an sich, ne, weil ich auch, ich ich diskutier auch, ich hab nicht so viele Psychotherapeuten im Freundeskreis, ne, die sagen mir, die Affirmation, scheiß.
Find ich immer ganz lustig, wo ich sage, Leute, es geht nicht diesen Satz. Mhm. Dieser Satz ist dafür da, dass man sich gegenüber eine bestimmte Haltung einnimmt. Das heißt, es geht nicht drum, dass Du 'n doofen Satz sagst. Der Satz ist nur das Hilfsmittel, in diese Haltung zu kommen, die vielleicht lautet, ich mag mich.
Oder ich bin im Mitgefühl mit mir, weil ich grad in 'ner schwierigen Phase bin. Oder ich tröste mich, weil ich grad in 'ner schwierigen Phase bin, was auch immer. Also die Affirmation ist sozusagen nur der ist nur die Technik, die den Haltungswechsel anstoßen soll. Absolut. Ach, ich hab dein dein Fazit unterbrochen, entschuldige.
Das ist das ist es, ja genau. Und dann versuche dich wahrzunehmen. Halte inne in Momenten, schreibe dir Sachen auf. Also diese Haltung, die versuchen in den Tag zu implementieren oder in den Lebensalltag eben und dann zu sagen, kommt das denn noch an? Also wie ist es denn?
Wie geht es mir denn jetzt, ne? Und das sind so, das hat mir immer wahnsinnig geholfen, wenn ich dann noch mal eine Woche zurückgeblickt habe und ich hab gedacht, ich hab nix geschafft oder so. Ne, also diese dieses wirklich Wahrnehmen von Dingen, dieses Ausschreiben von Dingen und dieses Gutsein zu sich. Also ich glaube, es beginnt alles damit, dass Du dich selber lieb hast und dass Du sagen kannst, ich hab mich lieb, ich habe mich wirklich lieb. Und ich meine das wirklich zu 100 Prozent.
Diese Facetten, all die mir jetzt noch mal aufgezeigt worden sind, diese Anteile meines inneren Teams, ich habe sie verdammt noch mal lieb. Und das sollte so der Beginn 1 Freundschaft sein, die Du, die ich, die wir alle mit uns selber haben sollten. Nee, war schön. Genau. Wenn ich das so höre.
Ach, das ist ein schönes Schlusswort, da möcht ich tatsächlich gar nichts mehr ergänzen. Außer ein ganz dickes und herzliches Dankeschön, dass Du uns mitgenommen hast auf deine persönliche Reise. Das ist ja auch nicht selbstverständlich, dass man damit nach außen geht. Viele Menschen zeigen gerne die glorreichen, erfolgreichen Superseiten von sich und tun sich schwer damit. Und dass Du uns mitgenommen hast, das war eine ganz besondere Ehre für mich und ganz lieben herzlichen Dank dafür.
So jetzt ist aber dann Matika. Das mach ich. Also tschüs. Tschüs.
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