Du bist mehr als deine Gefühle. Das gibt dir die Möglichkeit mit ihnen zu reden und so positiv auf deine Ängste einzuwirken. Hier zeige ich dir anhand verschiedener Beispiele, wie genau das aussehen kann. Und natürlich erkläre ich dir auch, wieso das überhaupt sinnvoll ist. Die meisten von uns führen insbesondere in stressreichen Situationen keinen sehr hilfreichen Selbstdialog. Da können kleine Veränderungen Großes bewirken.
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
Vollständiges Transkript · 2.899 Wörter · etwa 14 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, herzlich willkommen bei reif für die Couch, dem Podcast für alle Erschöpften, deren Leben leichter werden darf. Ich freue mich, dass Du heute wieder dabei bist. Das Thema ist mal wieder das Thema der Angst. Und wieder geht die Folge auf einen Zuhörerwunsch zurück. Ich bedanke mich übrigens ganz herzlich für alle eure Zuschriften und Kontaktaufnahmen und insbesondere natürlich auch für diese E-Mail, die mich erreichte.
Hier schrieb mir jemand, der sehr aufmerksam die anderen Folgen zum Thema Angst gehört hat und bat mich, mal zu erklären, wie ich denn genau mit meiner Angst sprechen würde. Wenn Du also schon einige Folgen gehört hast, dann weißt Du, dass ich mich der Akzeptanz- und Commitmentherapie ja, sehr begeistert zuwende. Und da geht es darum, unangenehme Gefühle auszuhalten, Ängste auszuhalten. Und trotz der Ängste so zu handeln, als hätte man keine Angst. Also das unangenehme Gefühl, nicht handlungsleidend zu machen, sondern dieses Gefühl, einfach anzunehmen, es sein zu lassen.
Dieses Gefühl darf einfach sein. Und trotzdem tue ich das, was ich gerne tun möchte. Das, was die Angst mir eigentlich versucht, zu untersagen. Und heute würde ich dir gerne Beispiele dafür geben, wie sich das anhört, wenn ich mit meiner Angst rede. Ich hab aber auch ein Patientenbeispiel für dich vorbereitet, wo ich ja, oder indem ich schildere, wie ich meinen Klienten beibringe, mit ihrer Angst zu reden.
Also ganz wichtig in diesem ja, Lösungsansatz für den Umgang mit Ängsten ist das Thema, dass wir mehr sind als unsere Gefühle, Gedanken und unser Körper. Ja, das klingt jetzt so einfach daher gesagt, ich würd dich aber bitten, das noch mal auf dich wirken zu lassen. Wir sind mehr als unsere Gefühle, unser Gedanken und unser Körper. Manche sprechen hier vom sogenannten. Andere nennen es das selbst.
Man kann auch sagen, die Seele, der Wesenskern. Was macht mich eigentlich so sicher, dass wir mehr sind? Das kann ich dir relativ einfach erklären und das ist auch relativ einfach erlebbar. Ich kann mich in die Position des Beobachters begeben. Und ich kann mir zuschauen, wie ich fühle.
Ich kann mir beim Denken zuschauen und ich kann auch meinen Körperreaktionen zuschauen. Irgendwas in uns gibt es, was sozusagen sich neben uns stellen kann und in eine Form der Beobachtung gehen kann. Das heißt, ich muss mehr sein als die Kombination von Gefühl, Gedanken und Körpern, sonst wäre mir dieser Prozess überhaupt nicht möglich. Und wer das schon mal versucht hat, trainiert hat, geübt hat, der weiß, dass das sehr gut geht, dass wir aus uns heraustreten können und uns bei all diesen Dingen zuschauen können. Und diese Fähigkeit zu trainieren, das ist ein Teil der Akzeptanz- und Commitmentherapie.
Und das ist, wie ich finde, ein enormes Instrument, was wir da haben. Weil es gibt uns die Möglichkeit, mit unseren Gefühlen, mit unseren Gedanken und unseren Körperreaktionen noch mal ganz anders umzugehen, uns ja, zu diffusionieren, so nennt es die ACT. Und somit eröffnen sich viel mehr Handlungsmöglichkeiten, weil wir nicht mehr Teil des Ganzen sind. Also zurück zur Zuhörerfrage. Wie sprech ich denn nun mit meiner Angst?
Ich geborene dir ein konkretes Beispiel, was mich eigentlich fast täglich einholt. Es ist ja so, dass wir alle täglich mit Ängsten konfrontiert sind in ganz vielen Alltagssituationen. Bei mir ist es klassischerweise die Situation, ich bin irgendwo unterwegs, meine Kinder, mein Mann sind nicht bei mir und ich höre einen Krankenwagen, eine Polizeisirene, irgendeine Art von Martinshorn. Und sofort in einem Automatismus wirft mein Verstand einen Gedanken raus, der da heißt, da wird doch niemandem was passiert sein. Und mit niemandem ist in dem Fall sind meine tatsächlich 4 Familienangehörigen gemeint, die gerade nicht bei mir sind, meine Kinder und mein Mann.
Häufig scannt mein Verstand dann auch sofort, wer ist grade wo, ja? Wer ist in der Schule? Wann ist derjenige losgefahren? Mich sozusagen zu beruhigen und mir deutlich zu machen, das kann eigentlich gar nicht sein. Es kann nichts mit deinen Liebsten zu tun haben.
Dieser Gedanke, dieser Angstgedanke, der mich immer wieder anfliegt, geht natürlich darauf zurück, wie wertvoll mir diese Personen sind. Und diese Angst möchte mich sozusagen alarmieren, mich mich aktivieren, zu überprüfen, dass alles okay ist. Das kann aber natürlich nicht sein, dass ich mich ständig rückversicher muss, wenn ich ein Martinshorn höre, dass mit meinen Leuten alles okay ist. Ich kann ja nicht jeden Einzelnen anrufen und nachfragen. Das heißt, ich muss meinen Weg finden, weiter durch den Tag zu gehen.
Das heißt, der Dialog lautet, ach so, nee, ich komm erst noch mal anders. Ich stell mich dann mittlerweile steh steh ich wie neben mir und guck mir dabei zu und schüttel fast son bisschen ja mitm Lachen den Kopf und sage, hey, Angst. Okay, da bist Du wieder. Du bist wirklich, wirklich zuverlässig, weil bei jedem Martinshorn meldest Du dich. Mit dem Gedanken, da wird doch nichts passiert sein und direkt in Sekundenschnelle auch mit 'ner Körperreaktion.
Also ich merk sofort, mein Blutdruck geht hoch, mein Puls beschleunigt sich, mein Körper reagiert. Mir wird wahr. Und dann sprech ich mit meiner Angst weiter und sage, okay, Du willst also nicht, dass dein Liebsten was passiert ist, alles klar. Du hast dich schon oft gemeldet, es ist bisher nichts passiert. Ich möchte dir diesen Gedanken dieser Körperreaktion, ich möchte dir nicht weiter nachgehen.
Ich hab dich wahrgenommen und Du darfst aber gehen. Ich möchte nichts mit dir tun im Augenblick. Und Du siehst, das ist relativ relaxt, aber auch, weil ich das schon so lange kenne und so oft trainiert habe. Und trotzdem geh ich nicht davon aus, dass das irgendwann mal anders sein wird, sondern immer, wenn ich ein Martinshorn höre hier irgendwie in der Nähe von unserem Haus und meine Familie nicht bei mir ist, wird Kurz die Sorge anspringen. Und trotzdem geh ich nicht weiter in diese Sorge hinein.
Ich mach mich nicht verrückt. Ich fang mich an, die anzurufen. Ich spinn mir nicht aus, was alles passieren könnte. Ich gehe dem Gedanken nicht weiter nach. Ich sage der Angst, ich habe sie wahrgenommen und sie darf einfach weiterziehen mit den dazugehörigen Gedanken- und Körperempfindung.
Das geht relativ schnell. Das ist eine Sache von unter 1 Minute. Und trotzdem und das find ich so wichtig auch für dich, wenn Du dich mit deinen Ängsten beschäftigst. Es hört nicht auf. Ich hab es mindestens schon 14 Jahre.
Es hört nicht auf. Ich geborene dir ein weiteres Beispiel. Ich habe wahnsinnige Angst vor Spinnen. Und diese Angst ist deutlich körperlicher als die Angst vor dem Martinshorn. Das heißt, sone körperliche Spinnenangst, wenn ich eine Spinne entsprechender Größe sehe, dass sie für mich angsteinflößend ist, die schlägt gewaltig durch, ja.
Die macht was mit meinem System. Es ruckt so richtig und ich merke, wie ich erstarre, wie ich einfriere. Daran sieht man schon, hier arbeitet mein Reptiliengehirn. So nennen wir diesen Gehirnbereich, die Amygdala, die dafür zuständig ist, die ja schon dem Steinzeitmenschen zur Verfügung stand und die ihn wirklich geschützt hat davor, in ja, gefährliche Situationen hineinzustolpern. Also die Spinne löst eine starke körperliche Angstreaktion aus.
Auch damit verbunden treten Gedanken auf. Gedanken, die eindeutig irrational sind wie, diese Spinne ist hochgefährlich, sie könnte dich töten, sie könnte dich anspringen. Wer Angst vor Spinnen oder vor Mäusen hat, der weiß, dass einen da Gedanken anfliegen, von denen man sehr genau weiß, dass sie so nicht eintreten, aber sie sind trotzdem da. Und es gibt diese massive Körperreaktion. Es läuft ähnlich ab wie mit dem Martinshorn.
Es erfordert aber deutlich mehr ja, Kraft ist eigentlich das falsche Wort, weil es geht nicht Kraft, aber es erfordert deutlich mehr innere Ruhe, diese Angst einfach sein zu lassen, weil sie so viel stärker als körperliches Gefühl ist. Aber auch hier geht es los mit, hallo Angst, da bist Du ja wieder. Okay, die Spinne ist groß und bei dieser Art von Spinne meldest Du dich sehr zuverlässig. Ich weiß, wie Du zustande gekommen bist. Ich weiß, den das menschliche, die Epigenetik, das menschliche Erbe, was da drin steckt.
Und es gab Zeiten, da warst Du sehr gefährlich. Heute ist es anders. Diese Angstreaktion, die sich hier grade ja abspielt, entzieht sich ein Stück meiner Kontrolle. Und das ist okay. Ich kann diese Angst sein lassen.
Ich nehme sie an, ich akzeptiere sie und ich werde trotzdem ein Glas holen, was ich über die Spinne setze. Auch wenn mein ganzer Körper immer noch in einem ich streube mich Modus ist, werd ich es tun, weil die Angst kann mich nicht davor abhalten. Trotz meiner Angst kann ich die freie Entscheidung treffen, mich diesem Tier zu nähern und ein Glas drüberzusetzen und die Spinne rauszubringen. Das ist, verglichen mit dem Martinshorn, was jeden Tag trainiert ist, ein für mich sehr viel größerer Aufwand. Und natürlich als Psychotherapeutin könnt ich mich auch endlich mal 'ner antifobischen Behandlung für Spinnen stellen, da werd ich das Thema auch los.
Ehrlich gesagt hab ich bisher noch keine Zeit für gehabt, wäre sicherlich mal sinnvoll. Aber im Rahmen der Akzeptanz- und Commitmentherapie kann ich mit dieser Angst sein und ich kann trotzdem etwas gegen diese Spinne unternehmen und sie macht mir keine schlaflosen Nächte mehr und ich geh nicht damit in in die Angstgedanken rein, was diese Spinne alles tun könnte. Weil ich die Angst einfach sein lasse und weil ich freundlich und zugewandt mit dir umgehe und rede. Im Augenblick hab ich einen Patienten, der kann nicht mehr gut auf die Autobahn fahren. Es gab eine Situation, da ist ihm im Auto schlecht geworden.
Er hatte wahrscheinlich Kreislauf oder einen Infekt, wir wissen's nicht genau. Und er ist trotzdem weitergefahren und er hat sich sehr gequält beim Autobahnfahren und hatte eigentlich das Gefühl, ich bin gar nicht so richtig ja ansprechbar. Und als es ihm sozusagen immer schlechter wurde, ist er in den Kampf reingegangen. Es darf mir hier nicht schlecht werden, es darf nichts passieren. Und dann kam noch eine Baustelle dazu und das Gefühl von, ich kann nicht anhalten, ich komm hier nicht weg.
Und da gab es eine Panikattacke. Er ist dann nach der Baustelle rechts rangefahren, hat sein Auto abgestellt, konnte erst mal nicht weiterfahren. So, vergleichbar ist das Ganze mit Flugangst. Wer von euch mit Flugangst zu tun hat, kennt das auch. Das sind oft Geräusche im Flugzeug, die plötzlich diese Gedanken auslösen.
Da ist was Schlimmes passiert, da ist was nicht in Ordnung, wir werden abstürzen, ich werde sterben. All diese Gedanken tauchen auf, ausgelöst durch den Reiz von irgendeinem Geräusch oder von 1 Bewegung, die das Flugzeug gemacht hat. Was wir häufig in solchen Momenten tun, ist, wir erklären uns ein bisschen für verrückt und wollen diese Angst unbedingt weghaben. Wir wollen sie wegdrücken versuchen, sie wegzuschieben. Und das ist genau das, ja, woran ich jetzt mit diesen Patienten arbeite, was wir versuchen, ganz anders zu machen.
Es beginnt wieder, Du kannst es dir vorstellen mit dem Dialog, ah Angst, da bist Du ja wieder. Ne, er fängt an, mit seiner Angst zu sprechen und sagt, okay, ah, Du bringst folgende Gedanken mit. Aha, okay. Du erinnerst dich an die Situation von damals im Auto. Ja, das war schlimm.
Okay, Du machst Körpersymptome. Du merkst, mhm, mein Herz fängt an zu schlagen. Mein Blutdruck geht hoch. Ich fang an zu schwitzen. Mir wird warm.
Der Rücken wird feucht. Die Hände werden feucht. Alles klar, Angst. Okay, Du spurst dein Programm ab. Dein Programm, was so jeder Mensch im Rahmen der Amygdala Programmierung hat.
Alles klar. Und ich habe Angst und ich kann weiterfahren. Also die Gedanken, die damit verbunden sind, ich schaff das hier nicht, ich muss sofort anhalten, ich muss hier raus, denen gehe ich nicht nach. Ich erkenne an, dass Sie da sind. Ich fühle mich nicht gut, weil Sie da sind.
Und ich kann weiterfahren. Das beides schließt sich nicht aus. Und das ist so wichtig im Rahmen der Akzeptanz- und Commitmentherapie. Und das ist auch so wichtig, dass Du das mit deiner Angst besprichst, dass Du sagst, ja, Du bist da Angst. Ich spür dich.
Ich merk's an den Gedanken. Ich merk's an den Körpersymptomen. Ich kann dich fühlen. Und trotzdem kann ich so handeln, wie ich es möchte. Ich mache dich nicht handlungsleitend für mich.
Weil Du bist nur eine Körperreaktion. Du versuchst mich vor etwas zu warnen, was Du als sehr gefährlich einstufst. Und da gibt es Teile in mir, die wissen, so gefährlich wie Du es einschätzt, ist es nicht. Das heißt, da ist grad eine Fehlfunktion unterwegs. Und all die Gedanken, die Du auf Basis dieser Fehlfunktion produzierst, die lass ich grad nicht an mich ran, weil sie sind nicht wahr.
Dabei helfen verschiedene Techniken. Also was zum Beispiel bei diesen Patienten geholfen hat, ist, dass er anfängt, diese Gedanken mit 1 veränderten Stimme auszusprechen. Also in dem Fall sone ganz piepzige Stimme, ja? Die so sagt, Du wirst einen schlimmen Unfrüh bauen. So.
Das macht deutlich, dass es erst mal nur Gedanken sind, nicht mehr und nicht weniger. Und es zieht natürlich diese Gedanken ein wenig ins Lächerliche, sie zu entschärfen, ihnen die Kraft und die Power zu nehmen. Und wenn der Verstand sagst, Du schaffst das nicht, Du kannst nicht mehr weiterfahren, Dann übt der Klient zu sagen und er übt es und er tut es auch zu sagen, lieber Verstand, ich höre, was Du sagst. Aber dies ist ein Gedanke, den ich nicht, dem ich nicht nachgeben werde. Ich werde mit diesen Gedanken nicht verschmelzen, ich werde ihn nicht für wahrnehmen.
Ich habe Angst und ich schaffe es, weiterzufahren. Du siehst, ich nehm bewusst immer und anstatt das aber, weil ich die Angst nicht entwerten möchte, sondern die Angst darf sein. Du kannst auch die Angst mit 1 Schallplatte vergleichen, auch das kennst Du aus 1 Podcastfolge. Ah, Verstand, da bist Du wieder. Du spielst die Angstschalplatte.
Die kenne ich schon. Die hast Du mir schon oft vorgespielt. Liebe Angst, Du möchtest mich schützen, damit nichts Schlimmes passiert hier auf der Autobahn. Okay, dein Ansinnen verstehe ich, allerdings ist die Art, wie Du mich hier berätst, nicht wirklich hilfreich für mich. Ja, ich hätte mich damals fast ins Auto übergeben.
Das war nicht schön und vielleicht war es auch ein bisschen gefährlich, aber ich hätte das Auto reinigen lassen können und wir haben ja gesehen, ich hab es ja auch geschafft weiterzufahren. Und mittlerweile frage ich mich auch zu Beginn, wenn ich mich nicht gut fühle, dass ich die Autofahrt vielleicht liebe. Ja? Du kannst bei mir sein hier auf der Autobahn und ich bin dann besonders aufmerksam. Und wir beide erleben mal, dass da etwas falsch einsortiert wurde von dir.
Denn ich bin ja schon 25 Jahre unfallfrei gefahren. Also liebe Angst, komm her mit mir in meinen Wohlfühlort des Autos. Du darfst hier mit mir sein, aber Du sitzt hier nicht am Steuer, sondern ich sitz am Steuer. So konkret ungefähr lief der Dialog, den wir eingeübt haben und der dem Patienten geholfen hat, endlich wieder längere Stücke Autobahn zu fahren. Und wir sind auch nicht von 0 auf 100 gegangen, sondern die Autobahnstücke wurden gesteigert.
Er ist immer wieder ein Stück weitergefahren und hat immer wieder seine Lernerfahrung auch gefeiert, ja. Und immer wieder gesagt, guck, ich hatte Angst und ich bin gefahren. Du kannst dir vorstellen, wenn jemand Fallschirm springt, niemand steht oben im Flugzeug und hat keine Angst und wartet erst auf den angstfreien Moment, bis er springt, sondern auch der Fallschirmspringer hat Angst und er springt. Das schließt sich nicht aus. Und so kannst Du lernen, mit deinen Ängsten in dieser Art und Weise zu reden.
Und ich bin sicher, Du tust das schon grade bei den geringer ausgeprägten Ängsten, die dir nicht ganz so dringend sind. Ich glaube, dass Du das da wahrscheinlich schon automatisiert tust und schon einen Dialog gefunden hast. Nur wir haben alle sone Schwelle von ja, 1 Intensität an Angst, wo wir plötzlich das Gefühl haben, das halten wir nicht mehr aus und da müssen wir anders vorgehen. Aber im Prinzip müssen wir genau bei der gleichen Haltung bleiben, nämlich dass wir Angst haben und dass wir trotzdem das tun können, was wir tun wollen. Ich weiß aus eigener Erfahrung und Du hast das vielleicht an meinem Spinnenbericht gehört, ich weiß, wie mächtig dieses Gefühl ist, ja.
Also mir ist schon klar, wie mächtig und kraftvoll Angst ist. Und trotzdem weiß ich, dass Angst nur ein Gefühl ist und mich nicht davon abhalten kann, das zu tun, was ich eigentlich tun möchte. Ich hoffe, diese Folge hat dir einen Einblick gegeben, wie Du mit deiner Angst arbeiten, reden, dich in Einklang begeben kannst. Und ich hoffe auch, wenn Du das tust, dass Du den positiven Effekt spüren wirst und dass Du spüren wirst, dass Angst gar nicht so mächtig ist, wie sie sich erst mal präsentiert. Wenn Du Fragen hast zu diesem Thema oder weitere Anregungen, würd ich mich natürlich freuen, wenn Du Kontakt zu mir aufnimmst.
Du findest mich bei Instagram, bei Facebook und ja, per E-Mail kannst Du mir auch gerne bestimmte Sachen zuschicken, was immer Du willst. Tritt in Kontakt, ich freu mich drüber und ich wünsche dir heute einen ausgesprochen schönen Tag, ja, mit möglichst mit Angst, damit Du erleben kannst, dass Du trotz deiner Angst einen schönen Tag haben kannst. Und in diesem Sinne sag ich für heute, tschüs, deine Sabine.
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