Kritik verletzt und beschämt dich häufig? Du kommst sehr unter Druck und rechtfertigst dich? Du fragst dich, wieso du so empfindlich reagierst und wieso du dich nicht besser schützen kannst? In dieser Folge gebe ich dir dazu Antworten und zwar anhand meiner persönlichen Geschichte. Erfahre wieso ich heute mit Kritik souveräner und gelassener umgehen kann. Und übertrage die passenden Teile dafür auf deine persönliche Situation.
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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit.
Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.
Vollständiges Transkript · 3.520 Wörter · etwa 18 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Hey, hallo. Herzlich willkommen bei Reif für die Couch, dem Podcast ist Sabine Bimmler. Ich hoste diesen Podcast, bin Psychotherapeutin mit Praxis in Köln systemischer Coach und wenn Du diesen Podcast länger verfolgst, weißt Du das hier schon. Schon. Ich möchte mich erst mal für eure vielen Nachrichten bedanken, die in letzter Zeit reingekommen sind und viele Themenwünsche und auch ja, die heutige Folge geht auf einen Zuhörerwunsch zurück, wobei ich das Thema selbst unglaublich wichtig finde.
Das Thema ist, wie geh ich mit Kritik Sei es gut gemeinte Kritik, konstruktive Kritik, aber auch Kritik, die verletzend und ja, fast attackierend vorgetragen wird. Und ich dachte am Anfang, ja, ich fass mal so die wichtigsten Tipps zusammen zu dem Thema und geborene euch so ganz konkrete Hacks, sagt man ja, glaube ich, dafür, wie ihr damit umgehen könnt Und hab dann festgestellt, dass das Thema mich tatsächlich tiefer berührt, weil es auch lange Zeit mein eigenes Thema war. Und ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als ich, ja stets sehr verletzt war, wenn ich kritisiert wurde. Und heute ist das tatsächlich gar nicht mehr der Fall und ich würde dich gerne son bisschen mitnehmen auf meine Geschichte und was der Unterschied ist zwischen mir vor 10, 15 Jahren und zwischen mir heute und warum ich Kritik heute mit 1 ganz anderen Gelassenheit und Ruhe entgegennehme und Kritik mich eben nicht mehr so verletzt. Dann würde ich sagen, legen wir los, wenn das dein Thema ist.
In der Kindheit und der Jugend entwickeln wir ja alle unseren Selbstwert. Das war bei mir so und das war auch bei dir so. Da bekommen wir Bestätigung für bestimmte Dinge. Wir werden kritisiert für andere Dinge. Und so bildet sich ein eigenes Bild, ein Bild davon, wer bin ich?
Was kann ich? Was kann ich nicht? Heraus. Und bei mir war es so, dass ich immer wahnsinnig viel positive Bestätigung für gute Schulleistung bekommen habe. Und immer, wenn ich mich an irgendeiner Stelle besonders schlau oder klug angestellt habe, dann war das etwas, was meine Eltern mit sehr viel Freude erfüllt hat.
Und so wuchs auch schnell eine Erwartungshaltung für sehr gute Schulnoten. Und dann kam es auch zu etwas, ja, eher unglücklichen Zufällen, sodass meine Eltern sich entschieden haben, mich nicht auf das Gymnasium die Ecke zu schicken, sondern sie haben aufgrund ja 1 Connection, die es da gab, ein entferntes Gymnasium gewählt am anderen Ende der Stadt. Und auf dem Gymnasium war ich ja, also relativ allein mit 1 Freundin, die eben auch der Grund war, warum ich da hingeschickt wurde. Und ich kam tatsächlich aus ganz anderen Verhältnissen, so würde man das heute sagen, als der Rest der meisten Schüler auf dieser Schule. Wir reden hier von einem Publikum, was aus Akademikerfamilien kommt, die Väter Ärzte, Anwälte und so weiter.
Ich komme aus 1 eher einfachen Familie, Arbeiterfamilie würde man heute sagen, sodass ich schon schnell gemerkt habe, ich bin irgendwie anders als die anderen. Und das hat natürlich wiederum was mit meinem Selbstwert gemacht. Also neben der Bestätigung für gute Noten klug und schlau hab ich halt auch gemerkt, na ja, meine Ausstattung, meine Klamotten, ich halt auch gemerkt, na ja, meine Ausstattung, meine Klamotten, die Unterstützung, die ich aus dem Elternhaus kriege, was so das Thema Hausaufgaben und Lernen betrifft, ist weniger. Ich hab nicht die Urlaube gemacht, die die anderen machten. Die wohnten alle in großen Häusern.
Ich kam aus 1 relativ kleinen Mietswohnung. Also in Geld gedacht hab ich das als Kind so empfunden, als wär ich weniger wert. Und ich empfand das durchaus oft als belastend, weil dieser Vergleich halt ständig in der Schule irgendwie präsent war. Zudem wohnte ich recht weit weg von dem Gymnasium, so schnelle Verabredung, 5., 6., 7. Klasse waren gar nicht möglich.
Und so erlebte ich mich auch sozial isoliert. Also nicht, dass ich keine Freunde hatte, dass ich in der Schule nicht eingebunden war, aber ich war schon irgendwie 'n Stück weit draußen. Außenseiter wäre mir zu viel gesagt, so hab ich mich nicht gefühlt, aber für mich war vieles komplizierter als für die anderen. Das wurde besser, als ich älter wurde. Das Thema mit den Noten blieb allerdings.
Zu Hause wurde das auch eingefordert, weil man das Gefühl hatte, sie kann das ja. Und dementsprechend wurde ich für gute Noten immer noch gefeiert. Und wenn ich schlechte Noten nach Hause gebracht habe, dann wurde das Ganze entsprechend, ja, kritisch gesehen, teilweise auch sanktioniert. Ich durfte halt dann bestimmte Dinge nicht. Also hm.
Mein heutiges Fazit dazu ist, ich machte meinen persönlichen Selbstwert von diesen Dingen abhängig. Positiv könnte ich sagen, es waren meine Antreiber, die sich daraus gebildet haben. Was ich aber heute sehr kritisch sehe, ist, dass für mich, für meinen Wert als Mensch die Bestätigung fehlte. Anders gefragt, wer hatte mich einfach nur lieb, weil ich so war, wie ich war? Und versteh mich nicht falsch, meine Eltern haben mich durchaus geliebt auf ihre Art oder lieben mich auch heute noch auf ihre Art, aber da wurde nicht drüber geredet.
Also meine Eltern sind beide nicht so nah an ihren Gefühlen und dieser, tja, diese uneingeschränkte Sicherheit, dass ich geliebt werde, auch wenn ich nicht gute Noten schreibe, wenn ich nicht so schlau war, der hat sich in dieser Zeit bei mir nicht herausgebildet. Wir reden ja auch so von den Siebziger-, Achtzigerjahren ist noch eine andere Zeit. Meine Eltern, Nachkriegsgeneration, beide den Weltkrieg noch miterlebt. Da sind sie geboren worden quasi beide kurz vorher oder mittendrin eigentlich, wenn ich richtig darüber nachdenke. Also das ist auch eine bestimmte Generation.
Da hab ich mich mittlerweile auch sehr viel mit beschäftigt, was die eigentlich für Themen hatten, auch die Nachkriegszeit und wie die erzogen wurden. Also das mit den Gefühlen, das war nicht so richtig ausgeprägt. Das Ganze führte dazu, und jetzt komme ich zurück zum Thema, dass sich eine hohe Kritikempfindlichkeit entwickelte. Also wann immer ich schlechte Noten bekam, eine schlechte Klassenarbeit schrieb, ein Lehrer mich kritisierte oder ein Mitschüler mich kritisierte, hat mich das sehr verletzt in meinem Wert. Weil dieser grundlegende diese grundlegende Sicherheit, dass ich als Mensch wertvoll bin, die hatte ich bis dahin noch nicht entwickeln können.
Und das machte mich wirklich sehr empfindlich für Kritik. Das war jetzt die Herleitung von mir selber. Warum bin ich eigentlich sehr kritikempfindlich gewesen in 1 bestimmten Zeit meines Lebens? Und Du weißt, das geht ja hier gar nicht so sehr mich, sondern eher dich und deswegen ist meine Frage, was ist mit deiner Kritikempfindlichkeit? Wie hat sich dein Selbstwert gebildet?
Worüber hast Du dich in Kindheit und Jugend definiert? Wofür wurdest Du bestätigt, geliebt und wofür eben nicht? Ich kann auch anders formulieren, es entstehen natürlich bestimmte Glaubenssätze in diesen Zeiten, bestimmte Antreiber. Vielleicht hast Du dich, wenn Du auch schon länger Hörerin, Hörer dieses Podcasts bist, damit schon beschäftigt. Hier wär's noch mal wichtig zu verstehen und diese Glaubenssätze deiner Antreiber in Bezug zu setzen zu deiner Kritikfähigkeit.
Meine Hypothese und die möchte ich hier schon mal sehr deutlich sagen, ist, wenn Du einen stabilen Selbstwert entwickeln konntest und wenn Du weißt, dass Du einfach als Mensch so wie Du bist, ohne dass Du etwas dafür tust, geliebt wirst, anerkannt, geschätzt wirst, dann ist es für dich viel einfacher, mit Kritik umzugehen, als wenn Du deinen Selbstwert im Laufe des Lebens in einem Lernprozess an irgendetwas gekoppelt hast. Also ich, meine Kopplung, habe ich eben offenbart. Die machte mich hochempfindlich, wenn ich kritisiert wurde. Ich suchte also Beweise dafür, dass ich wertvoll bin, dass ich gut bin, dass ich einen hohen Selbstwert habe im Außen. Und wann immer ich kritische Rückmeldungen bekam, dann tat das sehr weh.
Das setzte sich auch gerade im Studium und zu Beginn des beruflichen Daseins noch fort. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wenn mein Chef mich manchmal zur Seite genommen hat und mit bestimmten Themen, wie ich sie bearbeitet hatte, nicht ganz so einverstanden war. Sie also in irgendeiner Form infrage gestellt hat, mir eine Rückmeldung dazu gegeben hat, die nicht uneingeschränkt positiv war. Das war für mich so beschämend und verletzend und das hat mich auch so wütend gemacht. Und da kommen wir jetzt schon in Abwehrmechanismen hinein.
Es griff meinen Selbstwert auf fundamentale Weise an. Und ich bin entweder sofort in eine Rechtfertigung gegangen, ne, so der hat doch keine Ahnung, der spinnt doch, was soll das denn? Oder ich hab den abgewertet, ne, der ist doch sowieso bescheuert, der kann doch nix und guck mal an, was der so macht, ne. Ich hab natürlich aber auch zusätzlich meine Anstrengung verdoppelt. Also es gab Phasen in meinem Leben und ich fall da heute auch ganz gerne immer mal wieder rein, wo ich 'n richtiger Workaholic war, ja, wo ich ganz, ganz viel gearbeitet habe.
Und diese Anstrengung hab ich natürlich aufgebracht und investiert, weil ich danach wieder uneingeschränkt positive Rückmeldung wollt. Ich wollte aus dem Status, man kritisiert mich rauskommen. Was ich auch unheimlich gerne gemacht hab, war ja, Hochrisikoprojekte, Hochrisikoaufträge anzunehmen. Also Aufträge, die mich immer an meine ja, absolute Leistungsgrenze geführt haben, sei es zeitlich, sei es aber auch von den Ansprechpartnern, mit denen ich zu tun hatte. Also in soner Unternehmensberatung, die ja im Bereich Personal, Human Resource unterwegs ist, im internationalen Umfeld, da findet man schon sehr, sehr spannende Sachen.
Und die können einen als junger Mensch schon ziemlich nah ja, an den Nervenzusammenbruch bringen. Ich überzieh's mal 'n bisschen, aber ich hab schon 'n Händchen dafür gehabt, gerade in jungen Jahren, mir Projekte zu nehmen, die ein hohes Risiko des Scheiterns hatten. Warum? Wenn ich Sie natürlich gewuppt habe, dann gab es jede Menge positive Bestätigung, Anerkennung. Ich konnte mir selber auf die Schulter klopfen, weil ich ja ach so toll bin, dass ich das geschafft habe.
Das Ganze geht leider immer noch auf diesen Selbstwertmangel aus sich heraus zurück. Und Du siehst schon, das hat 2 Komponenten. Ich habe einen relativ guten Job gemacht und ich habe Karriere gemacht, weil das auch meine Antreiber waren. Aber und das ist so die Kehrseite des Ganzen, es war zu viel und es hat mich irgendwann wirklich an meine Grenzen der Erschöpfung geführt. Es war immer spannend und es war manchmal aber auch einfach überanstrengend.
Du siehst also, und das find ich ganz wichtig als Botschaft an dieser Stelle, meine Empfindlichkeit gegenüber Kritik hatte gar nichts mit den anderen zu tun. Es lag an mir, an meinem Selbstwert, wie der ausgebildet war, an meiner Haltung gegenüber mir selbst, dass ich so wahnsinnig empfindlich gegen die Rückmeldung der anderen war. Heute muss ich sagen, ich weiß, dass mein Chef das damals gar nicht so, ja, wenig wertschätzend vorgetragen hat und dass der mit vielen Themen auch recht hatte, weil er natürlich über viel mehr Berufserfahrung und eine andere Perspektive verfügte als ich. Also der meinte, es ist wirklich gut mit mir und trotzdem konnte ich das damals einfach nicht annehmen. Und für dich heißt es jetzt, nachdem Du verstanden hast, wie empfindlich bist Du gegen Kritik und wo sind die Ursachen suchen?
Also wenn Du dich auf diesen Weg gemacht hast, das ist 'n Prozess, das zu verstehen, ne. Es geht auch nicht drum, dass Du jetzt ganz schnell begreifst, was da Sache ist und das dann ablegen kannst. Aber man versteht sehr viel über sich selber. Also schau auf dich und erst mal nicht auf die anderen, die Kritik üben. Das kommt im zweiten Schritt.
Erst mal geht es darum, festzustellen, was macht dich so empfindlich gegen Kritik? Und natürlich auch lösungsorientiert, was kannst Du für deinen Selbstwert tun? Wie kannst Du mit dir umgehen, sodass Du diesen Selbstwert, den wir alle brauchen, nämlich das Thema, ich als Mensch bin wertvoll so wie ich bin. Wie kannst Du diese Komponente in dir stärken und damit automatisch mit Kritik der anderen besser umgehen? Ich weiß heute, dass ich als Mensch wertvoll bin.
Ich hab Menschen in meinem Umfeld, die mich mögen, weil ich bin, wie ich bin und dafür muss ich gar nichts tun. Da zählt natürlich mein Mann zu, da zählen auch meine Kinder zu. Also vielleicht machen wir das mal an dem Beispiel der Kinder. Meine Kinder finden nicht, dass ich eine tolle Mutter bin, weil ich sie bei den Hausaufgaben unterstütze und leckeres Essen für sie koche. Sondern zwischen meinen Kindern und mir ist einfach ein Band, das wir uns als Menschen gegenseitig lieben und akzeptieren.
Und ich mag meine Kinder nicht, weil sie tolle Schulnoten nach Hause bringen oder weil sie toll Fußball spielen können, sondern ich mag meine Kinder als Mensch uneingeschränkt. Ich liebe sie so, wie sie sind mit all ihren Facetten, die sie haben. Und das versuch ich Ihnen zu sagen, zu spiegeln, zu zeigen, im Zusammenleben das erlebbar zu machen. Es geht natürlich über Umarmung, über Bestätigung, über Gespräche, über Blickkontakt, über Miteinander sein. Ja, und ich versuche meinen Kindern deswegen natürlich, weil ich es selbst erlebt hab, ein andere Einstellung zu sich 1 anderen Selbstwert mitzugeben.
Ja, ich habe dieses Thema für mich sozusagen bearbeitet im Laufe vieler Jahre mit vielen Grenzen, an die ich gestoßen bin und jetzt ist ja die spannende Frage, wie gehe ich heute mit Kritik Und ich krieg natürlich auch heute Kritik. Also nicht jeder mag das, was ich tue, wie ich bin, uneingeschränkt, aber das ist okay, weil ich hab auch viele Menschen da draußen, da draußen, die ich treffe im Alltäglichen, die ich erst mal nicht besonders sympathisch finde, die ich nicht mag oder die Art und Weise, wie sie sich verhalten, ist so, dass ich denke, nee, das ist aber jetzt irgendwie nicht mein Weg. Ihr wisst ja, ich hab schon mal eine Folge zu dem Wertethema gemacht. Häufig sind das Personen, die andere Werte haben als ich. Und mit denen kann ich nicht in in Einklang kommen.
Also, wenn ich jetzt mit Kritik konfrontiert werde von jemandem, dann hör ich erst mal zu. Ich hör mir das an ganz offen und überlege mir, okay, was steckt da drin? Was steckt da sachlich drin an Kritik? Was will derjenige mir sagen? Und in einem nächsten Schritt tret ich son bisschen zurück und frag mich relativ schnell, was bezweckt der damit?
Was ist sein Ziel? Und ich unterscheide sehr stark zwischen Menschen, die's gut mit mir meinen, wo ich weiß, aha, die melden mir das zurück aus einem aufrichtigen Interesse, weil sie glauben, dass es wichtig für mich ist. Und es gibt Menschen, die melden mir Dinge zurück und ich kann sagen, das hat gar nicht so viel mit mir zu tun. Eigentlich spiegeln die mir mehr über sich. Die geben etwas über ihre Themen, ihre Unsicherheiten, ihre Ziele preis und ich werde ein Stück weit Teil des Ganzen, aber es hat gar nichts mit mir zu tun.
Für mich ist auch ganz wichtig, wie Kritik vorgebracht wird. Wenn mir jemanden auf Augenhöhe wertschätzend, konstruktiv begegnet, freu ich mich über Kritik, weil ich sie wirklich als Lernmöglichkeiten betrachte, als Möglichkeiten, weiterzukommen. Wenn jemand aber Kritik in 1 Art und Weise vorträgt, dass er mich verletzt, vielleicht sogar attackiert, dann kriegt das eine ganz andere Tonation und dann geh ich relativ schnell aus dem Kontakt und kläre erst mal das Wie. Und das würd ich dir auch empfehlen, dann zu sagen, hey, stopp. Du redest in 1 Art und Weise mit mir, die finde ich nicht angemessen.
Ja, so möchte ich nicht, dass Du mit mir sprichst, also hör auf damit. Stopp das bitte. Wenn Du mir was zu sagen hast, gerne, aber in 'ner anderen Art und Weise. Und ja, manchmal sind Menschen aufgrund ihrer Lebenssituation eher destruktiv, vielleicht auch egoistisch unterwegs Und das sagt mir etwas über unsere Beziehung, über die Beziehung, die ich zu dem Menschen stehe. Und wenn das kein Mensch aus meinem Inner Circle ist, dann kann ich mir überlegen, was ich damit mache.
Ich frage mich auch, in welcher Rolle der mich wahrnimmt. Also es gibt Menschen, die kritisieren mich als Therapeutin. Es gibt Menschen, die mögen nicht, wie ich mit meinen Kindern umgehe. Es gibt Menschen, die mögen nicht, wie ich mit meinem Hund umgehe. Und es gibt Menschen, die mögen nicht, wie ich koche.
Also die stellen aber nicht mich, mein menschliches Fundament, infrage, deswegen berührt das meinen inneren Selbstwert gar nicht, sondern die beziehen sich auf die Art und Weise, wie ich handle. Die mögen bestimmte Facetten von mir nicht. Die mögen mich vielleicht auch in bestimmten Rollen nicht. Und das ist ihr gutes Recht, weil so geht es mir ja auch. Das darf sein.
Jeder darf mich nicht mögen. Das ist okay. Und wenn er mir eine Kritik, ein 1 Feed and Feedback, eine Rückmeldung gibt und ich schau mir die an und denke, und trotzdem sagt der mir was, was für mich hilfreich ist. In 1 Art und Weise, die mit der ich was anfangen kann. Dann nehm ich das Ganze.
Wenn jemand aber versucht, mich zu verletzen, destruktiv mit mir umgeht, dann trifft mich das vielleicht doch im ersten Moment, weil ich meinen meinen Schutzmechanismus noch nicht laufen habe. Und dann, und jetzt kommt auch die Empfehlung für dich, trete ich 3 Schritte zurück, bestätige mir erst mal, dass ich als Mensch weiß, dass ich wertvoll bin, weil mein Inner Circle meine engsten Personen mich so lieben, wie ich bin. Und dann schaue ich mir an, warum sagt diese Person mir das? Warum sagt sie mir das in dieser Art und Weise? Was ist die Sache, die da drin besprochen wird?
Was sagt uns das über die Beziehung, die zwischen dieser Person und mir besteht? Was sagt mir das auch über die eigene Person? Und wenn Du das Modell kennst, wirst Du schon merken, ich bin jetzt ganz nah an Schulz von Thun und dem 4 Ohren Modell, ja? Das heißt, ich höre auf dem Beziehungsohr, ich höre auf der Selbstkundgabe, ich höre auf der Sachebene und vielleicht hör ich auch auf der Appellebene. Ja, wenn jemand möchte, dass ich bestimmte Dinge anders tue.
Und dann gehe ich sozusagen mit meinem Verständnis, mit dem, was ich gehört habe, in den Prozess und überlege mir ganz bewusst, was ich damit mache. Und ich lasse es aber nicht ungefiltert auf meinen Selbstwert durchschlagen, weil mein Selbstwert dafür nicht mehr zur Verfügung steht, denn mein Selbstwert definiere und speise ich aus anderen Quellen. Und wenn mir jetzt jemand spiegelt, ein Kunde, ein Auftraggeber, ich bin ja nicht nur Psychotherapeutin, ich bin ja auch noch in der Wirtschaft unterwegs, mach da Coachings, gebe Kurse, bin Dozentin. Wenn mir da jemand begegnet und mich in 1 Art und Weise kritisiert für das, was ich da tue, dann freu ich mich auch sehr häufig, weil ich wirklich glaube, dass es, ja, für mich eine Möglichkeit ist, zu lernen. Ich verstehe, wie der andere mich sieht und wenn ich verstanden hab, wie der andere mich sieht, dann hab ich eine gute Möglichkeit, das für mich auszuwerten und zu schauen, was ich damit mache.
Feedback, Rückmeldung, Kritik ist eigentlich ein Geschenk und ein Geschenk kann man auch ablehnen. So, jetzt hab ich dich sehr stark in meinen persönlichen Entwicklungsprozess mit Kritik genommen, weil ich dir aufzeigen wollte, wie so ein Weg sein kann. Die Quellen, woraus Du deinen Selbstwert speisen wirst, sind natürlich individuell. Das ist sehr unterschiedlich. Da musst Du in deinen Prozess kommen.
Aber ich kann dir nur Mut machen, weil ich fühle mich heute so viel freier und so viel selbstbestimmter als zu anderen Zeiten in meinem Leben und seh jetzt auch mit Schmunzeln meine Anteile daran, die ich hatte. Und hier haben wir wieder den ja lebenden Beweis dafür, dass es nicht die Art und Weise, also dass es nicht die Dinge sind, die uns quälen, die uns beschäftigen, sondern dass es die Art und Weise ist, wie wir darüber denken und wie wir damit umgehen. Und da war mein Appell drin, wenn Du sehr kritikempfindlich bist, dann solltest Du genau das ändern, nämlich die Art und Weise, wie Du über Kritik denkst, wie Du mit Kritik umgehst und den Prozess, wie Du Kritik empfängt, angefangen bei dir, bei deinem Selbstwert, bei deiner Einstellung, dann über die Prüfung des anderen, was denen dazu bringt, dir diese Rückmeldung zu geben. Und so, glaub ich, kannst Du in einen viel konstruktiveren Entwicklungsprozess eintreten und dein ja, die Scham, den Schmerz und all die anderen Dinge, die jetzt vielleicht noch da sind, kannst Du damit deutlich reduzieren. Und in diesem Sinne würde ich sagen, hab ich zum Thema Kritik alles gesagt, was mir wichtig war und was mir eingefallen ist.
Und Du weißt ja, dass Du wieder die Möglichkeit hast, mir zu schreiben, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben. Du findest mich auf Instagram, Facebook, meine E-Mail-Adresse findest Du auch im Internet auf meiner Homepage Sabine Bimler Punkt d e. Ich würd mich freuen, wenn Du in Kontakt trittst und ja, mich natürlich auch, wenn Du mir hier eine positive Bewertung bei iTunes oder in den anderen Podcast App gibst. Und ja, ich sag dann mal, bis nächste Woche.
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