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Beziehungen Folge 62 · 5. Dezember 2019 · 25 Min
Cover: Schutz gegen (menschliche) Energieräuber

Schutz gegen (menschliche) Energieräuber

0:00 25 Min

Worum geht's?

Hilfe. Alle um mich herum sind so negativ und gestresst. Wie schütze ich mich? Wenn dir das öfter mal durch den Kopf geht, dann erfährst du hier, wie gehen kann. Wenn deine Schutzhülle oder dein Kraftfeld gestärkt werden, gelingt es dir viel besser dich zu schützen. Stoppe die Energievampire.

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Dieser Podcast Reif für die Couch? gibt Dir Ideen und Hilfe zu den folgenden Krankheitsbildern und Symptomen: Depression, Angst, Angststörung, Angstzustände, Soziale Phobie, Erschöpfung, Burnout, Burn-Out, Panik, Panikstörung, Panikattacken, Grübeln, Sorgen, Stress, Zwänge, Zwangsstörung, Achtsamkeit. 

Der Podcast Reif für die Couch? verknüpft Erkenntnisse aus der Psychotherapie, insbesondere der Verhaltenstherapie und der Psychologie. Inspiriert wurde ich durch großartige Vorreiter wie Laura Malina Seiler mit Happy Holy Confident, Tobias Beck mit Bewohnerfrei und dem Podcast von gedankenTanken.

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Vollständiges Transkript · 3.640 Wörter · etwa 18 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.

Hey, hallo. Herzlich willkommen bei Rei für die Couch, dem Podcast- und Youtube Kanal für alle Erschöpften, deren Leben besser werden darf. Mein Name ist Sabine Bimmler. Ich hoste diesen Podcast und den zugehörigen Youtube Kanal und ich freue mich, dass Du heute wieder da bist. Vielen Dank dafür.

Das Thema, was uns heute beschäftigen wird, ist das Thema Energieräuber, Energievampire. Und zwar geht dieses Thema auf eine ganz nette Zuhörerfrage zurück, die mich erreichte, wo jemand schrieb, Mensch Sabine, das ist so schwierig, gegen Menschen, die so negativ sind, abzugrenzen. Und gerade in Situationen, wo es demjenigen nicht so gut geht, erschien ihm das fast unüberwindlich und er ließ es zu, dass die anderen noch zusätzliche Energie von ihm absaugen. Deswegen ja auch das Bild Energievampire, dieses Absaugen von Energie, das kennst Du vielleicht, was einige Menschen mit uns ja, betreiben leider. In dieser Folge spreche ich erst mal darüber, welche Typen von Energieräubern es gibt und in einem zweiten Punkt natürlich darüber, was Du tun kannst, dich besser zu schützen.

Und ich bin sicher, dass für dich einige wichtige Impulse drin sind, weil Energieräuber treffen wir ja leider alle. Ja, wann ist dein Mensch überhaupt ein Energieräuber? Das kannst Du in erster Linie fühlen. Nach Gesprächen mit diesem Menschen fühlst Du dich erschöpft wie gelähmt, kraftlos, müde. Du bist angestrengt vielleicht schon im Gespräch, aber gerade wenn das Gespräch beendet ist, spätestens dann merkst Du, oh, hier ist irgendwas im Argen.

Das sind Energieräuber. Und es gibt unterschiedliche Typen von Menschen. Da gibt es zum Beispiel den Alleswisser und den Alleskönner. Du kennst diese Menschen vielleicht. Du bringst irgendein Thema auf oder Du stehst einfach dabei, das Ja, man Ja, man fühlt sich minderwertig, ne.

Man hat das Gefühl, die kriegen alles hin und ich, ich strauch dann so vielen Stellen und denke und reflektiere. Und deswegen ist man angenervt von denen. Weil die sich, und das ist tatsächlich ja auch das, was sie 'n Stück weit tun, sich aufwerten als Person, indem sie das Umfeld, in dem Fall auch dich oder mich, abwehren. Ganz unangenehm. Der 2.

Typ ist der sogenannte emotionale Erpresser. Das sind Menschen, die dir ständig ein schlechtes Gewissen machen, weil Du bestimmte Dinge hast, die sie nicht haben, weil dir Dinge leichtfallen, die ihnen schwerfallen, Weil sie weniger Freunde haben als Du, weniger Geld, weniger Erfolg im Beruf. Das heißt, ständig machen sie dir ein schlechtes Gewissen. Und natürlich bist Du nie genug. Das heißt, der emotionale Erpresser ist auch sehr gut darin, dir zu zeigen, was Du alles in eurer Freundschaft, Beziehung und auch im Gespräch nicht richtig machst und ja, überträgt dir immer wieder die Verantwortung und weckt dabei tatsächlich ein schlechtes Gewissen.

Die Erpressung funktioniert in der Regel. Wir können uns frei machen davon, dazu später mehr, aber erst mal funktioniert sie. Der nächste Typ von Energieräubern und ich bin sicher, den kennst Du, er ist relativ verbreitet, das sind die Pessimisten oder die Klagenden. Menschen, die immer nur alles negativ sehen, die Zukunft negativ sehen, die sich ständig in Klagen über wie schlecht die anderen sind, wie schlecht die Welt ist, wie schlecht die Umstände sind, ergehen. Und das ist ein ja, Du siehst das schon bei mir auch.

Mich gruselt das, weil die Gespräche sind wahnsinnig anstrengend. Weil ich bin so gelangweilt und es ist so schwer für mich, meinen Fokus auf angenehmes, Positives, Interessantes zu richten, weil mich dieser Sumpf Wasserfall an Klagen und Pessimismus je runterzieht. Jetzt hast Du schon 3 Typen kennengelernt, alles Könner, alles Wisser, die emotionalen Erpresser. Und hier in diesem Fall hatten wir jetzt die Pessimisten und die Klagenden. Und dann gibt es noch die sogenannten Ich Menschen.

Da hab ich mal früher, das war ganz süß, mal einen Ausdruck zugehört, den ich überhaupt nicht kannte. Da war ich so 25, als ich das das 1. Mal gehört hab. Da sagt jemand, die sind vom Stamme oder zu 1 bestimmten Person, der ist vom Stamme nimm. Hab ich gedacht, vom Stamme nimm?

Was ist das denn? Ja, es kommt natürlich von nehmen und das sind Menschen, die Ich Menschen, die ganz häufig ganz viel fordern und alles nur haben wollen und immer ich, ich, ich, mein, mein, ich, ich, ich. Auch das ist unglaublich langweilig für mich in Gesprächen. Jemand, der nur über sich redet, der überhaupt nicht am Austausch interessiert ist, sondern der einfach nur die Bühne unseres Gespräches nutzt, sich zu profilieren und sich aufzubauen, das ist wirklich für mich kaum zu ertragen. Und wenn ich jetzt so davon rede, kannst Du sicher sein, dass ich nicht vom Therapieraum rede übrigens, weil da tret ich meinen Menschen natürlich mit 'ner ganz anderen therapeutischen Haltung entgegen, dass diese Äußerung, dass mich solche Leute langweilen und nerven, trifft jetzt tatsächlich auf mich als Mensch zu, ja?

Also dann gibt es die Ich Ich Ich Menschen vom Stamme nimmt. Sie fordern viel und geben wenig. Mir geht's nicht drum, hier anzuklagen oder mich lustig zu machen. Energievampire sind keine schlechten Menschen. Meiner Meinung nach haben sie aber ein Defizit im Bereich der sozialen Kompetenz.

Sie haben nicht gelernt, wie man Menschen in wirklicher, tiefer Art und Weise begegnet, wie man Menschen mit Interesse, Mitgefühl und auf Augenhöhe gegenübertritt. Irgendetwas in ihnen spielt sich ab, sodass sie diesen wahren Kontakt, diese wahre Begebenheit vermeiden, dass sie der ausweichen oder sie haben vielleicht einfach nicht die Fähigkeiten, so in Kontakt zu kommen. Stattdessen dominieren sie, spielen manchmal etwas, polieren sich auf in der Gegenwart der anderen. Das heißt aber auch, sie sind nicht in ihrer Mitte und das ist das, was sozusagen bei uns als Gegenübertragung, als Reaktion darauf passiert, sie bringen auch uns aus unserer Mitte. Und das fühlt sich so energie- und kräfteaubend an, weil wir müssen uns sozusagen wieder kalibrieren, unsere Mitte wieder finden, wenn wir mit solchen Menschen dann aus dem Kontakt gehen.

Aber wir haben hier tatsächlich ein Defizit im Bereich der sozialen Kompetenzen. Diese Menschen könnten lernen, diese Menschen könnten sich weiterentwickeln, Diese Menschen könnten verstehen, was wahre Begegnung zwischen Menschen eigentlich meint. Und sie könnten ihre Bedürfnisse nach Anerkennung und so weiter, nach Sicherheit vielleicht zurückstellen an dieser Stelle. Nur wir können Sie dazu nicht zwingen. Wir können Sie einladen, das zu tun, indem wir Ihnen ein Feedback geben.

Aber die Frage ist natürlich, was machen Sie mit diesem Feedback? Trotzdem bin ich ein großer Freund von Klärung. Also wenn ich natürlich einem Energievampir ausweichen kann. Das heißt, ich treffe auf einen Menschen, den ich gar nicht unbedingt treffen muss, vielleicht weil meine Freundin den auch zu einem Treffen eingeladen hat oder vielleicht weil er nebenan wohnt in einem Haus, in der Nachbarschaft und mich ständig auf der Straße abfängt. Hier kann ich natürlich Mittel und Wege finden, dem Energie Vampir auszuweichen.

Und das ist auch das, was ich dir raten würde. Wenn Du ausweichen kannst, weiche aus. Es ist nicht deine Aufgabe, denjenigen zu entwickeln, ihm zu helfen, ihm zu unterstützen, sondern da geht es jetzt in erster Linie drum, schütze dich und spare deine Energien für die wichtigen Themen in deinem Leben. Jetzt gibt es aber den Themenbereich Familie, Kollegen und ja, vielleicht sogar Partner, Partnerschaft, Partner, die Du dir ausgesucht hast. Und hier können wir ja nicht so einfach weg.

Das heißt, da gibt es immer wieder Situationen, wo wir hineingezwungen werden in Gespräche mit diesen Menschen. Hier brauchen wir andere Strategien, uns zu schützen. Und aus meiner Sicht ist Feedback, Rückmeldung der Person spiegeln, was sie mit uns macht, ein ganz, ganz wichtiges Mittel, über das wir verfügen. Und so kannst Du zum Beispiel dem Alleswisser und dem Alleskönner einfach mal mitgeben in Form 1 wertschätzenden Ich Botschaft natürlich und sagen, Du, pass mal auf, ich wollte dir mal was sagen. Ich hab das Gefühl in Gesprächen, egal worüber wir reden, dass Du ganz viel weißt und immer eine Lösung parat hast und die aber auch dann aus meiner Sicht sehr dominant vortrickst.

Das macht irgendwas mit mir. Also ich hab oft das Gefühl, dass ich nach Gesprächen mit dir sehr angestrengt bin und bringt mich auch in son ganz komisches Gefühl, weil Du dann auch so viel Raum einnimmst mit dem, was Du alles kannst und was Du alles weißt. Und ich find halt, zu einem echten Gespräch würde für mich deutlich mehr Austausch gehören und es würde auch dazu gehören, dass Du dich für mich interessiert. Eine gute Möglichkeit, das zurückzuspiegeln. Im beruflichen Kontext wäre das vielleicht anders, ne.

Da könnte man vielleicht formulieren, Du, pass mal auf, mir ist aufgefallen in Meetings und ich erlebe das so, dass Du das Geschehen ganz oft dominierst, dass Du sehr schnell in die Lösung gehst und versuchst, mit deinen Vorschlägen hier immer zu punkten und die sehr massiv einbringst. Ich finde, wenn wir zusammensitzen zu Thema, dann geht's hier auch erst mal sone Art Brainstorming und da würde ich gerne mit dir zusammen mal überlegen, ohne dass Du sone ja dominante, treibende Rolle da einnimmst. Wir brauchen da einfach 'n bisschen mehr Zeit. Ich brauch mehr Zeit und ich würde mir da einen anderen Prozess wünschen. Wie kann das denn aussehen?

Also eher ein berufliches Beispiel dafür, anders formuliert, aber es ist erst mal eine Rückmeldung. Das ist die sanfte Form der Rückmeldung. Und Du weißt, Feedback ist steigerungsfähig. Das heißt, ich kann beim nächsten Mal noch etwas deutlicher werden und kann zum Beispiel sagen, Du pass auf, die Meetings mit dir, die bringen für mich persönlich gar nichts, weil Du mit deiner Art, die Dinge zu dominieren und vorzutragen, so wirkt es zumindest auf mich, meine Gedankenprozesse erheblich störst. Das heißt, ich bin hinterher eigentlich kein Stück klarer als vorher und das find ich ganz schwierig.

Also können wir da was ändern oder wir müssen uns wirklich überlegen, wann es überhaupt sinnvoll ist, dass wir uns zu Themen zusammensetzen? Schon eine Stufe deutlicher. Trotzdem ist es immer noch ein Feedback. Und Du weißt, Feedback hat, ja, es liegt beim Empfänger, was er mit dem Feedback macht. Es kann sein, dass er dich hört oder dass er dich nicht hört.

Es kann sein, dass er dich ignoriert, dass er das Feedback, was ja als Geschenk übergeben wird, ablehnt. Und dann kannst Du noch deutlicher werden und kannst dein Verhalten verändern. Kannst die Person versuchen, im Kontext weniger zu fragen oder in Gesprächen zu sagen, na ja, komm, ich hab Du hast hier schon 3 Vorträge Vorschläge vorgetragen. Jetzt reicht das auch mal. Jetzt würd ich gerne auch mal was vortragen oder ich würd mal gern den Vorschlag von x y hören.

Also auch hier kann ich deutlich steuernder eingreifen und mich immer mehr positionieren. Wenn der Energievampir dein Vorgesetzter ist, rat ich dir an dieser Stelle zu äußerster Vorsicht. Ja, der emotionale Erpresser, auch hier kann ich Feedback geben und kann sagen, Mensch, ich hab, irgendwie ist mir aufgefallen, so wie Du die Dinge formulierst, machen die mit mir was ganz Komisches. Also wenn Du, jetzt wär's schön, wenn ihr 'n Beispiel hättet dafür, ne, wenn Du das und das sagst, dann merke ich, das macht mir fast 'n schlechtes Gewissen. Aber ehrlich gesagt, ich muss ja kein schlechtes Gewissen haben, weil bloß weil mein Job anders ist als deiner oder weil in meiner Familie Dinge anders gehandhabt werden als in deiner Familie, brauch ich ja kein schlechtes Gewissen empfinden.

Aber tatsächlich ist mir aufgefallen, die Art, wie Du's formulierst, die macht was mit mir. Und das find ich eigentlich schade. Sollen wir da mal genauer hingucken? Also auch hier hast Du die Möglichkeit, natürlich dieses Thema der emotionalen Erpressung am besten an einem konkreten Beispiel sehr transparent zu machen. Auch der Pessimist und der Klagende kann man wunderbar feedback und sagen, Du, pass mal auf, Du hast heut schon über so viele Themen so negativ geredet aus meiner Sicht.

Du hast zu dem Thema das gesagt, zu dem Thema das. Und da ist immer son negativer Unterton drin. Ich frag mich, was macht das eigentlich mit unserem Gespräch? Das ist immer wie so, oh, es geht dann immer runter. Ich würd total gerne mal mit dir über was Erfreuliches reden, ne.

Also auch hier Feedback und natürlich auch bei den Ich Menschen, bei denen man oft relativ deutlich sein muss, kann man mit Feedback und Rückmeldung jede Menge erreichen. Ich möchte dich da noch mal das Konzept der gewaltfreien Kommunikation erinnern. Das hatt ich schon mal in 1 Podcastfolge vorgestellt und das eignet sich hier sehr gut. Es geht über die Ich Botschaft noch etwas hinaus, weil Du auf deine Wünsche und Bedürfnisse Bezug nimmst und demjenigen klarmachst, wo deine Wünsche und Bedürfnisse tatsächlich in der Kommunikation, in der Beziehung unerfüllt bleiben. Und so kannst Du auch noch mal diesen Zustand mehr Rechnung tragen.

Und deine innere Haltung ist natürlich auch entscheidend. Du bist wichtig. Eine Interaktion, eine Kommunikation, auch kollegialer Natur geht nur auf ungefähre Augenhöhe. 50, 50. Auch wenn 1 vielleicht in Beziehung mal eine Zeit lang dominiert oder mal in einem Gespräch dominiert, muss das Ganze immer einen Ausgleich haben.

Ich persönlich finde, auch in der Rolle Führungskraft Mitarbeiter sollte das so sein. Ich weiß aber, dass in diesem Lande noch anders geführt wird, teilweise sehr hierarchisch, ja, was sich mit meinen Werten überhaupt nicht deckt. Aber da ist das Konzept etwas weniger anwendbar. Hier passiert zum Glück jede Menge Entwicklung. Ich finde, Führungskräfte sollten sich Feedback von Mitarbeitern einholen und Mitarbeiter sollten sagen dürfen, was ihnen ja, nicht gefällt.

Das war jetzt erst mal die Möglichkeit, Feedback zu geben, Einfluss zu nehmen. Du bist nicht hilflos und Du bist der Kommunikation und dem anderen nicht ausgeliefert. Du kannst aufstehen und für deine Bedürfnisse und für deine Anliegen vehement eintreten. Wenn dir das schwerfällt in Gesprächen, dann sagt das natürlich jede Menge über deine Glaubenssätze aus. Bist Du gleich wichtig wie der andere?

Empfindest Du dich als ebenbürtig, als ebenso wichtig, als ebenso schlau, als ebenso liebenswert? Ja? Also hier kommen wir schon wieder in die Thematik der Glaubenssätze. Glaubenssätze bezogen auf Beziehungen würde ich dir dann vielleicht als einen Arbeitspunkt empfehlen, wenn Energievampire immer wieder in dein Leben kommen und Du öfter das Gefühl hast, dass ausgesaugt wirst, ohne dass Du eigentlich dich wehren konntest. Also deine Glaubenssätze, bin ich anderen ebenbürtig?

Bin ich ebenso wichtig? Bin ich ebenso schlau? Bin ich ebenso liebenswert? Hab ich das Recht, in der Kommunikation so zu sein, in der Beziehung so zu sein, wie ich bin? Darf ich aus meiner Mitte heraus, aus meinem stabilen Selbstwertgefühl heraus agieren?

Ja, das darfst Du, das solltest Du. Wenn dieses Selbstwertgefühl beschädigt ist und Du dich nicht in deiner inneren Mitte fühlst, dann hast Du tatsächlich noch eine ganze Menge Entwicklungsarbeit zu leisten, dies dir viel leichter macht, dich gegen Energievampire durchzusetzen, abzugrenzen, sie in ihre Grenzen zurückzuschicken. Ich hatte schon gesagt, ein ganz pragmatischer Tipp ist, wenn Du ihn aus dem Weg gehen kannst, geh ihn bitte aus dem Weg. Ein anderer Schlüssel, den ich auch ganz interessant finde, ist, bewusst in die Gespräche reinzugehen, wenn Du sie nicht vermeiden kannst und das Mut zu suchen. Man könnte auch sagen, dem Energieräuber mit 1 Haltung von Liebe, Güte und Mitgefühl entgegenzutreten.

Was ist eigentlich mit diesem Menschen los, dass der es nötig hat, in der Kommunikation mit dir so zu reagieren, sich so zu positionieren und sich so zu verhalten? Der oder die Arme, da stimmt ja irgendwas nicht. Wenn derjenige in seiner inneren Mitte wäre, dann würde der ganz anders reagieren. Das heißt, auch hier kannst Du mal schauen, was ist hier eigentlich das Thema und was ist hier los aus soner Distanz Distanz heraus und könntest vielleicht Mitgefühl Liebe, Güte für die Person entwickeln am anderen Ende. Und selbst damit setzt Du einen Impuls, obwohl Du vielleicht verbal überhaupt nichts ausspricht.

Wenn Du deine Haltung gegenüber diesem Menschen veränderst, dann passiert was auf der anderen Seite. Das klingt jetzt vielleicht 'n bisschen esoterisch und abgefahren, ist es aber nicht. Ich hab's im eigenen Leib erlebt und es wäre eine Möglichkeit, es einfach mal zu versuchen. Etwas geringer, esoterisch vielleicht, ist die Möglichkeit, nach dem Guten zu suchen, nach der guten Überraschung im Gespräch, nach etwas, womit Du so nicht gerechnet hättest. Also mit der Idee von, hey, überrascht mich Energieräuber.

Gib mir an irgendeiner Stelle einen wichtigen, für mich interessanten Impuls. Auch das verändert jede Menge, wenn Du so deine Haltung veränderst. Also das ist einmal, ja, so ganz eine andere Haltung. Und ein ganz pragmatischer Tipp ist natürlich auch, triff den Energievampir nicht alleine und gebe dich mit Menschen, die dir guttun. So funktioniert's ja häufig im familiären Kreis.

Da gibt es ja häufig auch Unterstützer und Menschen, die man sehr mag. Und man umgibt sich, weil man natürlich, wenn man einen Schutzring aus mehreren Personen bildet, ganz anders mit demjenigen, ja, man kann sich ganz anders vor dessen Einfluss schützen. Was ich auch sehr mag, kommt aus einem Harry Potter Film und die Idee dazu kam letztens in einem Depressionsseminar, was ich gebe, auf. Da ging es den Patronus. Du erinnerst dich vielleicht, da kommen diese schaurigen Gestalten, heißen die, glaub ich.

Die wollen ja die Seele der Menschen rauben, die wollen die auch aussaugen. Also ein sehr krasses Bild, wer den Film gesehen hat, des Energieräumers. Und es gibt den sogenannten Patronus, den Schutzzauber, mit dem man sich schützen kann. Und das wäre eher eine kreative Möglichkeit für dich, mal drüber nachzudenken, was könnte mein Patronus sein, sodass Du in dem Gespräch in die Haltung kommst, hey, ich bin geschützt und derjenige kann mir im Augenblick überhaupt nichts anhaben. Also ein ganz kreatives Bild.

Ich fand die Idee super. Wir haben das bezogen auf Depressive und auf Angstpatienten diskutiert. Und ich kannte das noch nicht, halt das aber für alle Patienten, Klienten, Menschen, die mit Harry Potter viel anfangen können, für eine unheimlich gute Idee. Und hier kannst Du dir wieder deine Vorstellungskraft zunutze machen. Also Du musst den Patronus und die dich umgebende Schützhülle, Du musst sie regelrecht visualisieren in deinem Inneren.

Das Gute ist, Du willst ja nicht zuhören, was der Energieror über dir erzählt. Das heißt, Du hast die Kapazität, einen Teil deines Hirns, deines Verstandes in die Imagination zu schicken. Und das hilft ungemein, sich sicherer und geschützter diesem Menschen gegenüber zu fühlen. Also eine ganz andere kreative Idee, zu der ich vielleicht auch im Januar mal eine Übung aufspreche, wo wir das vielleicht einfach mal machen. Das halt ich Ich überleg jetzt grade, Du merkst, ich stocke, weil ich denke, ob ich das vielleicht auch als Übung mal auf Facebook oder Instagram veröffentliche und eine Folge dazu machen.

Ich kann ja alles machen. Das ist ja das Gute. Jetzt schau ich mal eben auf meinen Spickzettel, der unter der Kamera hängt, zu gucken, ob ich auch alles habe. Und ich sehe, dass ich ein letztes ganz wichtiges Thema vergessen habe. Und das kann dir auch sehr helfen in diesen Situationen, wo Du drohst, ausgesaugt zu werden.

Und zwar geht es das Thema der Achtsamkeit. Achtsamkeit ist ja hier schon viel gesprochen und hat ja unterschiedliche Facetten. Und ich würde gern insbesondere auf die Facette beschreibend nicht bewerten kommen im Rahmen der Achtsamkeit. Also wenn wir in 1 solchen Kommunikationssituation feststecken und wir natürlich ständig in die Bewertung gehen, die Bewertung des Menschen, dass wir vielleicht da stehen und sagen, boah, das ist vielleicht also 'n Lavakorb oder boah, geht der mir auf die Nerven. Nein, ist das ätzend, dass ich hier feststecke.

Das sind natürlich alles Bewertungen, die zusätzlich viel unangenehme Gefühle in die Situation mit reinbringen. Beschreibend heißt, Du gehst wirklich zurück und nimmst die Bewertung aus deiner Sprache und sagst, ah, okay, er hat einen Redeanteil von 80 Prozent. Oh, okay, er hat mich jetzt das 3. Mal unterbrochen. Okay, er hat schon wieder einen Themenwechsel eingeleitet, eben ging's eigentlich noch was ganz anderes.

Und jetzt gehst es schon wieder ihn und Du deckst sozusagen seine Mechanismen auf wie son Sherlock Holmes Detektiv und schaust dir an, was da passiert und gehst aber nicht in die Bewertung. Weil die Bewertung befeuert sozusagen deine unangenehmen Gefühle. Und das öffnet die Ventile, dass deine Energie so richtig freigesetzt und abgegeben wird, dass die so ins Umfeld rein diffundiert und Du dich kraftlos fühlst. Du sammelst dich viel stärker, wenn Du im beschriebenenden neutralen Modus bleibst und nicht in diese Bewertung von, ist das schrecklich? Ist das scheiße?

Geht der mehr auf die Nerven? Wenn Du da reingehst, dann fühlt sich das direkt ganz anders an. Also analysier die Situation, geh 2, 3 Schritt zurück, sag okay, ich geh in die Beschreibung, ich bewerte es nicht. Und versuche so, deine Energien zu schützen, damit sie nicht aus dir rausfließen oder sich absaugen lassen. Das Thema Achtsamkeit hilft dir ungemein, weil es natürlich auch darum geht, sich in den Moment zu fokussieren, sich nicht an all die schrecklichen Gespräche mit diesen Menschen schon zurückzuerinnern, also all das Ungute aus der Vergangenheit zu wecken, sondern es geht darum, jetzt im Moment hier zu bleiben in diesem Gespräch.

Und am besten, und das knüpft wir dann den Anfang an, in diesem Gespräch aktiv zu werden über eine Rückmeldung, über einen Vorschlag zur Vorgehensweise. Du wirst aktiv und steuerst das Gespräch mit, damit es sich mehr in deine Richtung entwickelt und Du dir weniger Energie absaugen lässt. Ja, und das waren meine Tipps. Tatsächlich ist es jetzt so, wenn ich auf meinen Spickzettel schaue, dass ich all die Punkte, die mir wichtig waren, hier angesprochen habe. Ich hoffe, dass für dich was Wichtiges dabei war.

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