In Episode #128 spreche ich mit der inspirierenden Juli Stockheim, Gründerin der FAIL IN LOVE NIGHTS, über das Thema Scheitern – insbesondere in der Liebe. In ihrer Veranstaltung werden Geschichten über Misserfolge, Rückschläge und die daraus gewonnenen Erkenntnisse geteilt. Wir beide sind fest davon überzeugt, dass Gespräche über Scheitern zu tiefgehenden und bedeutungsvollen Dialogen führen können. In diesem Interview tauschen wir uns intensiv über die Bewältigung von persönlichen Rückschlägen und die daraus resultierende Entwicklung aus. Diese Folge lädt dich ein, über das Scheitern nachzudenken und darüber zu sprechen, um daraus neue Kraft und Bedeutung zu schöpfen. Erfahre mehr über Juli und ihr Projekt unter https://www.failinlovenights.de.
Vollständiges Transkript · 11.395 Wörter · etwa 57 Minuten. Automatisch aus der Audio erstellt — kleine Fehler sind möglich.
Ja, ich würde gerne damit anfangen, dass du dich selber kurz vorstellst, bevor ich das hier mache und ja gar nicht so richtig im Fokus habe, wer du bist und was dich zu der Fail in Love Night gebracht hat. Mach du das doch bitte. Ja, sehr gerne.
Also vielen lieben Dank, dass ich hier sein darf. Vielen Dank für die Einladung auch zu deinem Podcast. Ich bin Juli Stockheim, die Gründerin der Fail in Love Nights, Stories vom Scheitern in der Liebe.
Ja genau und wie ist es dazu gekommen, dass ich eine Show gegründet habe, bei der Leute eben über ihre Geschichten erzählen und was sie daraus gelernt haben, wie man sich wahrscheinlich schon denken kann, natürlich aus einer eigenen Erfahrung heraus. Also auch ich habe eine Trennung hinter mir nach zehn Jahren Beziehung, also wenn man so sagen will nach meiner Jugendliebe. Wir sind nämlich mit 18 zusammengekommen und waren dann eben zehn Jahre zusammen, also ich und meine Ex-Freundin.
Und ja, aus dieser Trennungserfahrung heraus, die sehr lebensverändernd für mich war, würde ich schon so sagen, war ich eben sehr traurig und saß an einem Novembernachmittag unter anderem in der Straßenbahn in Köln und das Wetter war grau und ich habe in der Bahn um mich herum geguckt und in die Gesichter der Leute geguckt und auch die Gesichter waren alle grau und jeder sah irgendwie ein bisschen trüb aus. Dann habe ich mich gefragt, ob denn nicht jemand anderes vielleicht, der gerade um mich rum ist, von diesen 100 Leuten in diesem Waggon, nicht auch gerade so etwas ähnliches erlebt wie ich, also auch einen Liebeskummer erlebt oder den vielleicht gerade überwunden hat und mir Tipps geben kann, wie diese Person das überstanden hat und mir damit auch Orientierung geben kann.
Und dann ist so mein Blick weiter geschwiffen an so eine Werbung in der Straßenbahn für die Cologne Fail Days, wo es um Studienabbrüche ging. Also wie geht mein Leben weiter, nachdem ich mein Studium abgebrochen habe. Und dann sind mir noch die Fuck Up Nights eingefallen.
Das sind Veranstaltungen, da treten Leute auf, die sind mit einem Start-up gescheitert. Und dann dachte ich, Mensch, es muss doch oder es sollte doch auch Veranstaltungen geben, in denen es um Scheitern in der Liebe geht. Einfach, weil wir das alle erleben und es mir in dieser Phase sehr gut getan hat, mich viel mit Leuten auszutauschen und von den anderen zu lernen und halt einfach darüber zu reden.
Genau, und so kam das, dass ich das Konzept entwickelt habe, dass dann eben noch ein Comedian mit dabei ist, damit man auch gemeinsam lachen kann. und eben zu guter Letzt auch immer jemand auftritt aus dem Bereich Paartherapie und Psychologie, der oder die dann nochmal professionelle Tipps auch geben kann, wie es vielleicht beim nächsten Mal besser klappt. Und deswegen freue ich mich auch sehr, dass du bei der letzten Show dabei warst.
Ja, es war total schön. Es hat super viel Spaß gemacht hier in Köln. Es war so eine kleine, sehr heimelige Location, so würde ich das fast sagen.
das war für mich auch das erste Mal, dass ich in so einem Kontext aufgetreten bin und ich fand die Idee sehr schön und die Atmosphäre, die sich da entwickelt hat. Weil an dem Abend, oder das wird wahrscheinlich nicht nur an dem so sein, bei der Veranstaltung Fail in Love Nights, da passiert richtig was. Was ist so deine Erfahrung, warum kommen die Leute da hin und was macht die Atmosphäre eines solchen Abends aus?
Spannende Frage, warum die Leute kommen. Ich glaube, es ist ein Mix. Ich habe jetzt schon häufiger gehört, dass einige Gäste gar keine Erwartungen an den Abend hatten und sich überraschen lassen wollten.
Andere haben eher gedacht, es geht nur um Comedy. Wiederum andere haben die Befürchtung gehabt, das wird nur ein total trauriger Abend. Problemabend.
Genau, ein Problemabend. Und mir ist ja gerade wichtig, dass es alles ist, dass wir gemeinsam, also dass man mitfühlen kann, dass man Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdeckt, dass man lacht und auch noch Aha-Erlebnisse hat. Und ja, wenn ich mich mit dem Publikum unterhalte, im Anschluss sind sie immer sehr happy, dass sie diese Erfahrung jetzt gemacht haben.
Ob sie damit gerechnet haben im Vorfeld, das kann ich ehrlich gesagt gar nicht beurteilen. Nichtsdestotrotz finde ich es immer sehr, sehr schön, wenn zum Beispiel in der letzten Show in Jena sind dann auch tatsächlich Menschen auf mich zugekommen im Nachhinein und haben erzählt, sie sind jetzt zum ersten Mal, sie sind eigentlich nur Kollegen, sie waren hier zusammen aus einem anderen Grund und haben jetzt zum ersten Mal auch so ein tiefgründiges, bedeutungsvolles Gespräch geführt.
und das wäre ja so toll. Und ein anderer hat gesagt, genau mir das erzählt, er hat eigentlich gedacht, nee, also gerade so als Mann, so eine Veranstaltung über irgendwie Liebe oder Liebeskummer, das wird gar nichts für ihn sein. Und war dann total baff und auch überrascht eben davon, dass es dann doch super spannend auch für ihn war, weil es ja ein Thema ist, was uns ja alle betrifft.
Genau, durch die Bank, egal von wo wir kommen, wie alt wir sind. Also spätestens, wenn du in die Kneipe reinkommst, mit 16 hast du eigentlich schon deinen ersten Liebeskummer hinter dir. Und auch egal, wen du geliebt hast und welcher Beziehungsabbruch es war, der dahinter stand, die Erfahrung eint ja alle, die da sitzen.
Und das macht sich auch bemerkbar. Also ich finde auch immer toll, was da für eine familiäre Atmosphäre entsteht und auch ein gewisser intimer Rahmen. und dass das Publikum das auch sehr dankbar annimmt und auch sehr zum Teil vorsichtig auch umgeht mit den StorytellerInnen, die da erzählen.
Und manche trauen sich nicht so ganz, dann nochmal nachzuhaken, andere schon. Also das variiert auch total. Aber es ist vor allem wirklich ein sehr herzlicher Rahmen, eine familiäre Atmosphäre, die da entsteht.
Und das finde ich echt jedes Mal total bereichernd. Und ich fand diese Einladung, die du ja auch an dem Abend mehrfach ausgesprochen hast, zu diesen bedeutungsvollen Gesprächen, die finde ich auch so wichtig, weil ich oft das Gefühl habe, dass wir uns in so einer Oberflächenwelt fast auch verlieren. Also alle erzählen gerne davon, welche beruflichen Erfolge sie haben, wie toll es gerade in der Beziehung mit dem neuen Partner ist und wo man gerade im Urlaub war.
Und da entstehen ganz oft keine bedeutungsvollen Gespräche, weil das irgendwie sehr oberflächlich ist. Und auch unter Kollegen, man kommt dann gar nicht zu den wichtigen Themen. Und deine Veranstaltung, finde ich, ist so eine Einladung plötzlich über das eigene, scheitern ist ein hartes Wort, ehrlich gesagt.
Aber ja, über die eigene schwierige Erfahrung zu sprechen. Und das, finde ich, war sehr spürbar an dem Abend. Und das, finde ich, hat mich auch für den Podcast jetzt gereizt, weil dieses Thema Scheitern, dieses Thema Misserfolg, dieses Thema schwierige Erfahrung und so weiter, das dürfte immer mehr Raum einnehmen.
Hier im Therapieraum ist das üblich. Die Leute kommen ja, um darüber zu erzählen, dass sie jetzt gerade an eine Grenze gestoßen sind, wo sie alleine nicht mehr klarkommen. Aber ganz oft sagen sie auch, da draußen ist niemand, mit dem sie drüber reden wollen, zumindest zu dem Zeitpunkt.
Von daher finde ich diesen Trend, Fuck-up-Nights eher im Business-Kontext und jetzt Fail-in-Love-Nights, ich finde, das ist eine ganz, ganz schöne Bewegung, damit wir von diesem Perfektionismus und von dieser Außendarstellung ein Stück weit wegkommen. Ja, absolut. Du sagst das auch gerade, Scheitern ist ein hartes Wort.
Das ist natürlich der Aufhänger, Fail in Love Night ist eingängig, aber es geht um viel mehr. Es geht nicht darum, beschämt eine Buße zu tun oder so etwas, sondern ganz im Gegenteil, eben diesen Perfektionsdrang zu durchbrechen und sich auf dieser Ebene menschlich näher zu kommen und eben zu sehen, wir haben alle unsere Probleme und unsere Herausforderungen, das eint uns ja, wohingegen Perfektionismus uns ja voneinander wegtränt, weil es eher in einen Wettbewerb führt, in der es irgendwie um besser und schlechter geht.
Aber ich glaube, für die sozialen Zusammenhänge, wie groß auch immer man sie jetzt drehen will, ist das viel gewinnbringender, wenn man dann doch auch sich mal traut, sich da zu öffnen. Und ich fand, das war ja auch sehr spürbar. Wir hatten an dem Abend, als ich dabei war, ja auch jemanden, der von einer sehr schwierigen Biografie berichtet hat mit traumatischen Erlebnissen und was das heute noch mit ihrem Beziehungsverhalten macht und wie sich das in der Partnerschaft auswirkt und wie die Partner auch darauf reagieren und so weiter.
Oder das fand ich, das war auch nochmal so, es ging viel um Bewältigungsstrategien, fand ich. Weil sie hat total viel auch geteilt, was sie sich wünschen würde, wie es vor ein paar Jahren war, an welchem Punkt sie jetzt ist und wie viel sie schon gearbeitet hat. Auch, sodass sie überhaupt auftreten konnte, dass sie sich das getraut hat, das in einem größeren Kontext auch zu erzählen.
Das heißt, es war tatsächlich nicht nur die Geschichte des Scheiterns, will ich nochmal sagen, sondern eigentlich war es wie so eine Geschichte von, wie habe ich das denn bewältigt und welchen Umgang habe ich damit schon ausprobiert und wo bin ich jetzt und was war so mein Entwicklungsprozess. Ja, und das Auftreten selber war ja auch eine Art von Bewältigungsprozess, weil es einem ja auch die Möglichkeit gibt, seine Wahrheit zu sprechen, wie ich ja auch bei der Show gesagt habe.
und es lädt auch nochmal dazu ein, die Vorbereitung auf dieses Storytelling, sich nochmal zu vergegenwärtigen, was ist passiert, wie bin ich damit umgegangen, das zu strukturieren und auch nochmal diese Leitfrage für sich selber durchzugehen, was habe ich daraus gelernt, was kann ich anderen mitgeben. Und das finde ich hat sie auch sehr, sehr schön gemacht, weil für das Publikum selbst wenn man jetzt nicht zu dieser betroffenen Gruppe gehört war es spannend zu hören so eine Inneneinsicht zu bekommen ja wie ist das so mit welchen Problemen hat man zu kämpfen auf dieser Seite wie kann ich vielleicht auch meine Hilfe anbieten genau und ja dann auch noch hoffnungsgebend und orientierung gebend für eben die betroffenen seite dass man sieht hier hat es eine geschafft sozusagen und hier kann mir jemand sagen wie ich selber meinen weg vielleicht gehen kann ja hat sich seit und die fail in love nights machst oder seit und diese idee verfolgt dein eigener Umgang zum Thema schwierige Herausforderungen, die ich bewältigen muss, nochmal verändert?
Ja, definitiv. Also ich habe mich mit den Failing Love Nights, sage ich jetzt mal, selber sehr stark in solche Themen eingelesen und habe mich ganz, ganz viel damit beschäftigt und dadurch natürlich auch wahnsinnig viel gelernt für meinen eigenen Umgang mit so persönlichen Krisen. Ich hatte ja eingangs schon erzählt, das Ganze hat ja selber mit einer persönlichen Krise gestartet, aus der ich mich ja selber erstmal irgendwie so rauskämpfen musste.
Und deswegen war das für mich auch ein guter Anlass, mich eben mehr mit verschiedenen Strategien, Bewältigungsstrategien auseinanderzusetzen und aber auch die Shows selber, die Stories, die ich da höre und genauso natürlich auch eben die Paartherapeuten und Psychologinnen, die bisher aufgetreten sind, da habe ich jedes Mal auch so viel daraus mitgenommen, weil es tatsächlich einfach total verrückt ist, wie wie ähnlich man sich dann doch jemanden fühlen kann, den man vorher noch gar nicht kannte.
Und das habe ich ganz oft erlebt, also auch in den Vorgesprächen mit den StorytellerInnen, dass ich die vorher gar nicht kannte. Und dann reden wir eine Stunde und springen ja sofort in so einen Deep Talk rein. Und dann hat man das Gefühl, man ist irgendwie schon seit Längerem befreundet und hat auch dann darüber hinaus eine ganz andere Ebene.
Naja, aber auf jeden Fall durch dieses Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken, auch jetzt bei der Show, konnte ich viel mitnehmen und vor allem konnte ich viel in der Retrospektive verstehen. Und ich glaube, das ist auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt, oder? Wie siehst du das?
Ja, auf jeden Fall. Ja, also das Bedürfnis ist ja auch oft da. Selbst wenn Dinge schon lange her sind, tragen wir ja manchmal noch die Warum-Frage mit uns.
Hier im Therapieraum sage ich ganz oft, bitte, die Warum-Frage gehört hier nicht her und ich möchte sie auch nicht diskutieren, weil es wird höchstwahrscheinlich nie eine zufriedenstellende Antwort drauf geben. Aber trotzdem, wie du sagst, ist es so, dass viele Menschen die Warum-Frage mit sich tragen und dann kommen so im Laufe der Erfahrung einzelne Puzzlestücke dazu oder man hört mal einen Vortrag, man liest mal ein Buch und plötzlich denkt man, ah, okay. und dann geht es zumindest bei der warum frage ein stück voran und das ist oft erleichternd total das kann ich absolut unterschreiben und die momente habe ich selber eben auch wie gerade beschrieben und ich hoffe dass es den gästen auch so geht du hast auch so ein was tolles gesagt irgendwie so richtig schön auf den punkt gebracht bei der show da ging es aber um schuld Was war das nochmal?
Magst du es nochmal sagen? Puh, ich weiß nicht, ob ich das jetzt erinnere, was die Stelle war. Aber für mich ist, wenn ein Paar auseinander geht, ist die Schuld nie nur bei einem zu suchen, sondern für mich ist es immer ein Phänomen der Passung.
Also Menschen passen vielleicht. Ihr seid, wenn ich dich und deine Ex-Freundin nehme, die dich zu dem Konzept gebracht hat, ihr seid zehn Jahre miteinander gegangen. Und ihr habt gute Zeiten gehabt und ihr habt wahrscheinlich auch schwierige Zeiten gehabt.
Und irgendwann entwickelt man sich weiter und dann passt es nicht mehr. Und das hat nichts damit zu tun, dass der eine Schuld hat, weil der irgendwas falsch gemacht hat oder so, sondern es ist so eine ganz normale Entwicklung. Und selbst ich komme ja aus einer langjährigen Ehe oder bin da noch drin.
Aber auch da merkt man, es gibt Phasen, wo wir ganz eng zusammen sind und dann treibt es uns immer wieder weiter auseinander und dann kommen wir wieder zusammen. Das ist so ein Prozess. Aber wenn es weiter auseinander geht, ist es nie Schuld.
Sondern es ist immer so, jeder ist auf seinem Weg und man verliert sich so ein bisschen aus den Augen und schafft es vielleicht wieder zusammen oder schafft es nicht zusammen. Viele Paare diskutieren sehr stark die Schuldfrage. Warum haben wir jetzt einen Streit oder warum steht die Trennung bevor?
Ach, wenn du doch nur anders oder viele Frauen sind auch sehr bei sich. Ich habe vielleicht viel falsch gemacht und gehen in die Selbstvorwürfe. und das ist das versuche ich den paaren hier zu nehmen aber auch den einzelnen menschen die ich treffe ja das war's aber du hast es noch mal schön auf den punkt gebracht das ist nämlich zu dieser schuldfrage warum überhaupt warum überhaupt diese schuldfrage stellen ist ja auch egal und das war so banal aber in dem moment dachte ich auch so stimmt weil so gerade so diese Diese Schuldfrage, also ich tendiere dazu, mir so Schuld irgendwie da aufzuladen, auch mehr als nötig, vielleicht an der einen oder anderen Stelle.
Und das fand ich sehr hilfreich. Ja, und ich würde immer analysieren, was ist mein Beitrag, wenn irgendwas nicht so läuft, wie ich das gerne hätte. Ich sage ja nicht, keine Selbstreflexion.
Aber Schuld ist überhaupt ein schreckliches Wort. Für mich kommt das aus der Kirche und das hat was mit Buße und Reue zu tun und Sünde. Und das kommt für mich alles so bei dem Schuldthema mit hoch.
Und deswegen kann ich dieses ganze Konzept, ehrlich gesagt, überhaupt nicht leiden. Also ich mag das Wort Verantwortung. Ich finde es deutlich neutraler.
Und beide Teile haben in einer Beziehung eine Verantwortung, wenn die Beziehung auseinander geht. Die tragen beide ihren Teil dazu bei. Ja, das fand ich auch eine sehr spannende Erkenntnis, die ich so durchlebt habe in meinem Prozess, dass ja beide Partner 50 Prozent der Beziehung sind.
Also nicht die eine Person ist 90 Prozent und die andere 10 oder irgendwie sowas, sondern 50-50. das was du jetzt auch gerade gesagt hast das hat auch was erleichterndes also je nachdem von welcher position aus man das sieht also wenn man jetzt eher die person ist die die schuld bei der anderen person sehen will dann ist vielleicht nicht so angenehm dass man doch auch irgendwie 50 prozent von dem ganzen übernehmen sollte selber auch aber eben wenn es von der anderen ecke ist dann ja ist ist das auch eine gute Erkenntnis.
Genau, ich finde es ein schönes Bild zu sagen, das ist 50-50 geteilt, die Verantwortung. Und einer kann sich noch so sehr anstrengen, der andere hat halt immer noch 50 Prozent und dann kann es eben trotzdem schief gehen oder sich auseinander dividieren. Ich habe letzte oder vorletzte Woche irgendwann so ein ganz schönes Zitat gelesen, das passt in das Gesamtthema so schön rein.
Der Satz war, wenn ich mein Ziel nicht erreiche, nee, warte, wie ging das denn? Jetzt muss ich mich mal wirklich kurz sammeln. Wie war das denn?
Also entweder ich erreiche mein Ziel oder ich habe was gelernt Toll Genau den finde ich auch der ist so auf den Punkt Und wenn du diese Betrachtung hast dann ist Schuld zum Beispiel auch gar kein Thema mehr Absolut. Und dann finde ich, wenn Beziehungen auseinander gehen, natürlich geht dieser Selbstreflexionsprozess los, der heißt, was war denn mein Anteil daran, was hatte das mit mir zu tun und was hatte das vielleicht auch mit der Passung von mir mit dem Partner, der Partnerin zu tun.
Aber nicht Schuld, Selbstreflexion. verantworten ja ja ich habe auch von einer storytellerin mal den schönen satz gehört scheitern ist das neue wachsen ja das ist auch schön den klaue ich sozusagen übernehme ich in meinem repertoire ja weil ich total treffend finde und ich mag es halt auch wenn es kurz ist das sehe ich genauso das ist scheitern ist das neue wachsen ja und du trägst eben dazu bei dass das reden über das Wachsen, nicht über das Scheitern, sondern über das Wachsen an Rückschlägen sozusagen bei dem Thema Liebe in die Welt kommt.
Ganz genau, das ist mir auch wichtig, dass auch nach den Stories immer erzählt wird, das habe ich daraus gelernt, dass dieser Wachstumsaspekt viel Raum bekommt und daher ja auch die Rolle der Paartherapeutin am Ende, dass man Impulse kriegt, wie man an der ganzen misere wachsen kann was du tust das ja nebenberuflich im augenblick du hast noch einen anderen job und du gehst da ganz schön aufwand was ist dein ziel was treibt dich da an hast du vielleicht eine vision wo du hin willst mit dem fail in love nights vielleicht hört ja jemand zu, der für die Verwirklichung hilfreich ist?
Ja, also ich habe das gestartet, weil ich dachte, Mensch, das ist einfach eine gute Idee. Also ich möchte einfach vielen Menschen dieses Angebot machen können und es ist angewachsen zu einer Vision, mehr bedeutungsvolle Gespräche in den Alltag zu integrieren. Also dass ich die Menschen eben dazu anregen möchte, damit wir uns näher kommen, damit wir mehr die Gemeinsamkeiten entdecken als die Unterschiede.
Dass wir Gespräche eingehen, die uns verbinden, anstatt uns auseinander zu dividieren. Und das finde ich auch immer ganz toll, wenn das sich auch realisiert bei den Shows. Und ich finde, das ist jetzt nach den letzten zwei Jahren wichtiger denn je geworden.
Also ich finde dafür, ich sage das manchmal so, ich habe ja immer, ich lebe immer noch gerne in Köln, aber ich war auch immer sehr stolz auf diese Stadt, weil die für Toleranz stand und so weiter, für Weltoffenheit und jeder Jäck ist anders und jeder kann, wie er will und so. Das sind so Sätze oder so zumindest Werte, hinter denen ich gut stehen kann. Und tatsächlich ist es eher so, was ich in den letzten zwei Jahren erlebt habe, ist, dass das geschrumpft ist, dass das schwieriger wird, Andersartigkeit zu lassen, dass Diskussionen manchmal schärfer und rauer werden im Ton.
Und das ist so eine Entwicklung, wo ich finde, da kann man gerade jetzt, genau jetzt mehr bedeutungsvolle Gespräche brauchen, wo es darum geht, den anderen zu verstehen und vom anderen zu lernen. Absolut. Nicht in die Bewertung zu gehen, was jemand tut und wie hat der das gemacht und das hätte man doch ganz anders machen müssen.
Ja, ich glaube, das ist ein guter Weg, um mehr Menschlichkeit auch in der Gesellschaft, also der Menschlichkeit einfach mehr Raum zu geben. wo du Corona sagst, was da ja auch ein wichtiger Faktor war, aber auch schon vorher, war das Thema Einsamkeit. Also es gibt Erhebungen, also je nachdem, welche Erhebung man da nimmt, zwischen, ach Gott, wie viel waren es denn, so 5 bis 10 Prozent der Menschen angeben, sie sind sehr einsam und interessanterweise nicht nur ältere Menschen, sondern sogar zu einem höheren Prozentzahl jüngere Menschen, weil sie sich isoliert fühlen, weil sie diesem Perfektionismus ausgeliefert sind in den sozialen Medien und da das Gefühl haben, dass sie da nicht irgendwie dran anknüpfen können und vielleicht lieber nicht mit anderen Leuten darüber reden, dass sie dann noch unperfekter rüberkommen oder so.
Naja, auf jeden Fall zu diesem Thema Einsamkeit, da schließt das ja auch an, also wenn man es gesamtgesellschaftlich jetzt betrachten will, dass man eben nicht einsam ist oder nicht alleine ist mit seinen Gefühlen. Und das war auch eben etwas, was ich dann an Erfahrung gemacht habe, als ich in der U-Bahn saß und dachte, ach Gott, es sollte doch eine Show geben und ich fühle mich so alleine, ich würde gerne mit Leuten irgendwie sprechen und hallo, kann mir jemand helfen in der Art?
und wo ich dann eben mit Menschen darüber geredet habe und gemerkt habe, die haben etwas Ähnliches erlebt, die können mir was von sich erzählen, ich kann was von mir erzählen, ich kann selber Tipps geben und wir haben da eine geteilte Erfahrung. Da habe ich mich weniger alleine gefühlt mit dem Thema. Und jetzt kommen wir wieder auf das Thema Heimelicht zurück, weil ich fand, das hat die Atmosphäre an dem Abend ja ausgemacht.
Also du kannst ja in einer Kneipe sitzen oder in einer Bahn mit 100 Leuten und kannst dich massiv einsam fühlen. Und dadurch, dass sozusagen die Veranstaltung durch so persönliche Themen getragen war, waren so, es waren ja alle dabei. Ich saß vorne ja sozusagen immer hinter den Speakern und konnte ja auch in das Publikum sehr gut reingucken.
Die Leute waren einfach dabei. Das heißt, man hatte nicht das Gefühl, ich bin hier sozusagen quasi allein in einer Kneipe, sondern es war eher ein Gefühl von, hey, wir reden alle miteinander über ein Thema. Auch wenn ein paar Menschen jetzt auf der Bühne da eher federführend waren.
Und das kann ich mir gut vorstellen, dass das dieses Einsamkeitsgefühl aufhebt. Und ich finde es auch, ich finde es erschreckend, wie viele Menschen sich einsam fühlen, obwohl sie in einem Freundeskreis sind, obwohl sie in einem Team arbeiten. Aber einfach, es scheint schwieriger zu werden, den Kontakt zwischen Menschen herzustellen und ihn irgendwie persönlicher und näher werden zu lassen.
Was denkst du, woran liegt das? also ich sehe hier wahnsinnig viele menschen natürlich die die auswahl therapeutische sichtfenster die angst geangst haben nicht interessant genug zu sein nicht gut genug zu sein nicht genug zu bieten zu haben für den anderen und wenn es dann ein bisschen weiter geht nennen wir das ja sozialphobisch, also fast Angst haben vor anderen Menschen, vor der Ablehnung. Und ich verstehe manchmal gar nicht, warum das so eine große Entwicklung ist, dass Menschen das so vermehrt in sich tragen.
Ich meine, es liegt schon an den sozialen Medien. und einfach deswegen, weil man dann, also jeder hat so sein Schaufenster und man sieht von so vielen Menschen das Schaufenster, das schön glitzert, wo dann irgendwie zehn Filter drüber gelegt sind und wo wir mimen, dass wir eben perfekt sind. Also dass unsere Körper perfekt sind, dass unsere Beziehungen super glücklich sind und es nie irgendwelche Probleme gibt, dass wir, weiß ich auch nicht, eine tolle Einrichtung haben oder so.
Und man sieht dann natürlich nur die strahlenden Aspekte, so wie man eben gerne wahrgenommen werden möchte. Und man sieht aber nicht von seinen Freunden, von irgendwelchen Stars oder von irgendwelchen anderen Persönlichkeiten, denen man eben folgt, von denen sieht man nicht, welche Probleme die vielleicht dann doch auch haben. Und dass die dann doch auch eben vielleicht auch was ähnliches mit etwas ähnlichem zu kämpfen haben wie ich aber wenn ich das eben nicht sehe und nur sehe glanz und gloria ich selber aber mich an einem anderen punkt fühle da kommt glaube ich das gefühl was ja eben einsamkeit genannt wird genau weil ich das gefühl hat mein schaufenster oder mein leben ist nicht wie deren schaufenster ich finde also das können wir unseren kindern und jugendlichen gar nicht früh genug beibringen und zum glück öffnet sich da ja auch ein bisschen was also wenn ich jetzt mal so gucke wie viele berühmte persönlichkeiten sich mittlerweile auch öffnen und mitteilen dass sie eine depression haben oder dass sie eine angsterkrankung haben es wird mehr das lässt mich so ein bisschen hoffen ja es wird akzeptierter dass ich finde der torsten streeter ist ein schönes beispiel der macht wahnsinnig viel für die ganzen für die deutsche depressions liga und so ne weil der ist ein comedian und er hat wie ganz viele andere comedians übrigens auch schon lange mit depression zu tun weil die witzige Seite sehr stark aus der sehr dunklen Seite genährt wird.
Und beides kann miteinander sein. Und man sieht ihn dann auftreten und man sieht den Erfolg und man lacht, aber der geht halt raus und öffnet sozusagen hinter seinem Schaufenster die Fassade, sodass man weiter durchgucken kann und feststellt, oh ja, glitzert gar nicht immer alles. Ist auch nicht immer alles lustig, sondern eher sogar ziemlich genau das Gegenteil davon.
Ja, es ist interessant, dass vor allem Comedians sich dazu auch äußern zum Thema Depression und da viele eben auch damit zu kämpfen haben, beziehungsweise dass eben Menschen, die mit Depressionen zu kämpfen haben, dann Comedians werden. Ja, also es hört sich erstmal irgendwie gegenteilig an, aber ist dann doch auch bei der genauen Betrachtung total klar, weil es ja auch einem einfach ein Erleichterungsgefühl gibt. Und eben dann auch, da sind wir wieder bei den Bewältigungsstrategien, eine Bewältigungsstrategie.
Genau, ist Humor. Humor ist eine Ressource und kann einem helfen. Ich finde aber, neben denen gibt es zum Beispiel auch immer mehr Spitzensportler, die halt damit rausrücken, wie überfordernd, würde ich das beschreiben, deren Leben eigentlich ist.
Also man sieht ja auch, man sieht hinterher, die stehen bei Olympia auf dem Treppchen und das sieht ja alles ganz toll aus. Aber wie viel Leid die erlebt haben bis zu dem Moment, wo die da stehen und auch wie viel Leben die verzichtet haben dahin, das war ja lange Zeit, zumindest ist es mir nicht so begegnet. Und jetzt mittlerweile gibt es auch da immer mehr, die ja irgendwann vielleicht auch sagen, ich mache es einfach nicht mehr.
Ich mache es nicht mehr, weil es ist mir auch nicht wert, das zu tun. Oder ich habe jetzt schon so viele Jahre meines Lebens da rein investiert, ich habe einfach keinen Bock mehr. Ich würde gerne auch mal leicht leben, wäre ja auch mal schön.
Also da gehen zumindest zarte Pflänzlein auf langsam, so erlebe ich das. Und das ist so ein bisschen auch wie die Geschichten von, ich habe mich da an der Stelle einfach einem Leben hingegeben und das will ich so nicht mehr, weil das tut mir eigentlich nicht gut. Du hast aber recht mit dem Schaufenster, das ist schon so.
Wahrscheinlich ist das das, was die Leute so beeindruckt, weil die anderen alle so toll glitzern und man selber das Gefühl hat, ja, aber ich mache irgendwas falsch, weil ich bin ja überwiegend sorgenvoll, unglücklich, angstvoll, selbstzweifelnd, keine Ahnung. Ja, ich denke, da sind vor allem Jugendliche sehr vulnerable, wie man ja so schön sagt, weil man ja das auch erstmal aufbauen muss. So eine Resilienz auch gegen, ich würde jetzt nicht sagen gegen, aber eine Resilienz gegenüber Selbstzweifeln und dem Gefühl, andere sind irgendwie besser als ich oder irgendwie sowas.
und ja, ich glaube, da braucht es auch ein bisschen Persönlichkeitsentwicklung, um da sich auch abgrenzen zu können von. Und das fand ich auch schön, die beiden Storyteller in der Failing Love Night, wo wir uns getroffen haben, waren ja beide sozusagen schon in ihrem Reifungsprozess da relativ weit unterwegs, weil ich finde, bis du dich auf eine Bühne stellst und darüber redest, musst du schon selber mit dir sehr in der Verarbeitung im Reinen sein, damit du einfach auch dich hinstellen kannst und sagen kannst, ja, so war das, so ist das passiert und das waren meine Lösungsstrategien.
Ich fand, die hatten beide in ihren Geschichten eine schöne Reife drin. Also die waren jetzt ja keine 15 mehr, ich weiß gar nicht, er war etwas über 40 und sie weiß ich auch, so um die 40. Ja, manche Dinge brauchen halt auch.
Hast du sonst jüngere Storyteller? War das außergewöhnlich oder ist es oft so, dass die eher in der Altersrange irgendwo um die 40 sind? Tatsächlich im Durchschnitt sind bisher die Storyteller ein bisschen jünger gewesen.
Aber ich stimme dir trotzdem total zu. Also man muss natürlich schon zumindest die Story, die man erzählen möchte, ein Stück weit verarbeitet haben. Aber das war beispielsweise auch der Fall bei einem Storyteller, der war oder ist also Anfang 20 auf jeden Fall.
Und der hat wiederum von einer Geschichte erzählt, da war er 16 von seiner ersten großen Liebe in Aserbaidschan, ein Junge. Und dann hat dann so eben seine queere Ader entdeckt oder seine Queerness eben. Und da hatte das dann auch nochmal eine Komponente.
in Aserbaidschan, kann man sich vorstellen, ist nicht so offen dafür. Und dementsprechend war es dann auch noch ein Stück weit traumatisierend, dass er dann auch damit alleine gelassen wurde von diesem Jungen, mit dem er dann auch eine Beziehung geführt hat. Und er hat das aber auch sehr, sehr reflektiert erzählt.
Da hat man gemerkt, er hat auch sehr viel vielleicht auch Lebenserfahrung gesammelt, schon in diesem jungen Alter, auch durch dann eben den Umzug von Aserbaidschan alleine nach Deutschland. Das macht ja auch was mit einem. Also insofern, ich würde nicht sagen, dass es eine Frage des Alters ist, sondern eben von dem Verarbeitungsprozess der gewissen Geschichte, die man da erzählen möchte.
Genau, das finde ich, das ist noch mal ein schönes Beispiel dafür, dass sich ja auch die eigene identität an verschiedenen stellen im leben ausbildet und die sexuelle identität bildet sich ja häufig in der pubertät aus wo man ja ganz oft erst mal in zweifel kommt wen liebe ich wer bin ich was ist denn überhaupt hier gerade dieser orientierungsprozess findet dann statt und wenn du dann in einem umfeld ist was extrem reglementiert dann und du stellst fest ich entspreche leider hier aber gerade mal nicht der gesellschaftlichen erwartung erwartung dann hast du ja ein echtes identitätsthema an dem du dann dich erst mal weiter entwickeln muss bist du irgendwann soweit bist und sagen kannst aber das ist so völlig egal was hier für eine erwartungshaltung herrscht ich habe mich jetzt entdeckt ich weiß jetzt wer ich bin wenig liebe wie ich beziehung führen will und das ist vielleicht außerhalb der norm aber es ist so dann ist es manchmal auch zeit zu gehen das land zu verlassen und sich einen Ort zu suchen, wo man das Leben kann.
Ja, ja. Ich wollte noch ergänzen, es braucht an dieser Stelle natürlich auch dann viel Kompetenz, sich eben abzugrenzen. Und dann, das kann man auch, finde ich, auf viele andere Situationen übertragen, sich nicht einreden zu lassen, man ist jetzt schlechter als jemand anderes.
Also das kann ja auch eine Beziehung sein, wo, also auch eine hetero Beziehung, wo die Eltern aber was dagegen haben aus irgendwelchen Gründen. Ja, und da glaube ich, ist es sehr hilfreich, wenn man sich selbst reflektiert in dieser Rolle und sich auch da auch wirklich unabhängig machen kann. Ja, ich komme da immer wieder auf zwei meiner absoluten einfachen Lieblingssätze zurück.
stammt nicht von mir, stammt aus der Transaktionsanalyse. Ich bin okay, du bist okay. Also dieses ich bin okay, auch wenn die mich nicht wollen in deren Familie oder wenn ich in einem Land bin, wo ich mit meiner Sexualität nicht gewollt werde.
Ich bin trotzdem okay als Mensch, als Wesen, als Person. Und das finde ich, dieses Gefühl auszubilden, auch dabei müssten wir unseren Jugendlichen, finde ich, noch viel mehr helfen, weil wir in einem, also wir schicken die in den Kontext Schule, wo ich habe jetzt ja drei da drin, ich finde, sie kriegen den ganzen Tag signalisiert, dass sie nicht okay sind. Das ist die Hauptbotschaft in der Schule, die die Kinder kriegen, weil du bist zu laut, du bist zu unruhig, du bist nicht schlau genug, du machst Fehler, es hagelt ja Botschaften, die immer darauf gehen, du bist nicht okay, du bist nicht okay, wie du bist.
Doch, ja, ich bin okay, ich kann vielleicht nicht alles und ich kann vielleicht nicht still sitzen und ich kann vielleicht nicht allen Leistungsanforderungen entsprechen, aber ich bin trotzdem okay als Person. Total. Also ich finde, das ist auch so ein Schritt, der gehört auch so in dieses junge Erwachsenenalter spätestens rein, dass man irgendwann das auch vielleicht ein Stück weit abperlen lässt, was einem da in der Institution Schule begegnet ist und sagt, egal wie, welche Erfahrung ich da gesammelt habe, ich komme ins Erwachsenenalter und weiß, ich bin okay als Mensch, so wie ich bin.
Ja, sehe ich genauso. Also ich finde auch, der Ruf nach einem Schulfach, der kommt immer ganz schnell, aber ich fände es schon gut platziert, wenn man eben auch schon Kindern und Jugendlichen emotionale Kompetenz beibringt. eben wie du sagst dann doch zu wissen und es auch wirklich zu f ich bin okay Und da wollte ich dich jetzt auch gerade nochmal fragen weil das ja auch so ein Thema ist was jetzt an mehreren Stellen schon angeklungen ist in unserem Gespr Was w du denn sagen wie kommt man denn an den Punkt an dem man das auch dann selber glaubt Weil sich das sagen ist ja das eine, aber wie fange ich an, es mir wirklich zu glauben?
Egal in welcher Situation das irgendwie auftaucht. Also ich kann erstmal, das erste was mir einfällt ist, wie ich versuche das häufig in den therapeutischen Situationen deutlich zu machen. Also ganz viele Leute fahren ja total ab auf Babys.
Also so ein Kind wird neu geboren, wird in die Welt geworfen von wem auch immer, kann auch fremdes Kind sein und man guckt dieses Kind an und die Natur hat es uns ja irgendwie auch in die Gene gelegt dass wir auf dieses ganze kindchen schematische reagieren also man denkt so und man würde diesen kind ja nie ein vorwurf machen sondern man nimmt es ja einfach so wie es ist und so sind wir ja alle mal geboren worden also wir sind auf die welt geworfen worden geboren worden wie auch immer in diesem zustand wo alle die uns angeguckt haben gedacht haben toll toll dass du da bist so und das geht dann verloren weil plötzlich irgendwann fängt der einer zu erzählen du bist nicht groß genug du bist nicht hübsch genug du läufst nicht schnell genug du kannst nicht gerade genug schreiben die anderen schreiben alle viel besser es geht ja so häufig dann ganz defizitär diese botschaften elterlicherseits aber auch vom sozialen umfeld dann auch in der schule kommt plötzlich so diese ganzen defizit botschaften und eigentlich ist es so einfach wir müssen unseren kindern also jedem kleinen menschen so viel mehr sagen du bist toll du kannst dass du schaffst das versuchst doch ist doch nicht schlimm wenn es nicht klappt hast du was gelernt.
Also wenn wir diese Botschaften viel mehr senden würden, dann wäre es einfacher. Und so versuche ich erstmal, ja, meine Klienten dafür zu gewinnen, zu sagen, sie waren halt dieses kleine Wesen, was einfach auf die Welt gekommen ist und was in diesem Moment einfach da war. So völlig unbefleckt und da war die Welt in Ordnung, weil dieses Kind hat auch nur gefühlt, dass es okay ist in dem Moment.
Ja. Und an dieses Gefühl wieder anzuknüpfen und sich das auch zu erlauben, wieder in diesen Zustand zurückzugehen, diesen Zustand, wo man einfach sagt, okay, ich bin ja geboren. Ich habe ja ein Recht zu leben und ich habe auch ein Recht, so zu sein, wie ich bin.
Es hat viel auch mit innerer Erlaubnis zu tun. dann haben wir oft so bilder wie das einem im laufe des lebens ganz viel in den rucksack gelegt wird oder ganz viel um den hals gehangen wird und man trägt häufig sehr schwer an diesen themen die einem umgehangen wurden und es ist manchmal auch zeit diesen rucksack aufzuräumen oder bestimmte dinge einfach wieder abzulegen weil sie gar nicht sie helfen überhaupt nicht beim leben sondern sie belasten eigentlich nur und treiben einmal weiter von dem weg was man eigentlich will da gibt es doch auch so affirmationen dass man das habe ich mal in einem anderen podcast gehört das fand ich ganz spannend dass man sagt wenn ich jetzt so viele sachen in meinem rucksack habe haben wir vielleicht meine eltern aufgeladen oder irgendwer anders dass man diese dinge wirklich viel sozusagen in die hand nehmen wieder zurück und sagt nee ich nehme das jetzt nicht an sondern ich gebe es dir zurück diese dieses paket was ich jetzt für dich getragen habe ich gebe es dir zurück damit du damit deine also wie soll man sagen also ich gebe es dir für dich zurück damit du dieses problem für dich lösen kannst und sich selber kompletieren kannst ich kriege sie mir ganz zusammen vielleicht weiß was ich meine genau das ist das hat ja die idee dahinter und das ist ja oft so, dass die Themen, die unsere Eltern uns in den Rucksack oder um den Hals legen, das sind ja oft deren Themen, also eigentlich deren Entwicklungsaufgaben, wo die sich hätten mit beschäftigen dürfen oder deren Mangel erleben.
Und plötzlich müssen die Kinder sozusagen herhalten dafür und kriegen das Thema übergeben, damit die es lösen. Das passiert ja alles nicht bewusst, aber es gibt eben diese aus den einzelnen generationen diese sachen die die die weiter gegeben werden und tatsächlich gehören sie oft an die ursprungs person zurück weil die kann sie am besten lösen wobei ich auch glaube dass wenn derjenige der es gerade hat eine gute lösung dafür findet der auch familiären strang sozusagen mit heilen kann das geht oft auch bei traumata die weitergegeben werden in der Familie.
Also einer ist halt der, großes Wort, aber der Erlöser. Der ist dann der, der das Thema knackt und davon dann heilen die anderen sozusagen mit. Aber manche Dinge muss man einfach zurückgeben, weil es auch nicht, also ich habe auch diese Themen, das sind nicht meine.
Das kann ich auch fühlen, also das hat im Laufe des Lebens auch ein paar Erkenntnisprozesse gedauert aber irgendwann habe ich gewusst das ist nicht mein thema ja das hat man mir sozusagen auferlegt und ich möchte das nicht wie erkennt man so was was ist mein thema wirklich um was wurde mir von den eltern irgendwie so mitgegeben ich finde wenn du also fragen kommst wie also man spürt ich würde das auch so formulieren ich bin ja ich bin eher ein fühler ich bin nicht so und denke ich komme er ich spüre dinge und ich habe ganz oft zu dieses gefühl gehabt ich will so auch gar nicht sein also ich finde mich in seiner verhaltensweise wieder die die das überhaupt nicht nein und trotzdem habe ich sie relativ automatisiert abgespult weil sie angelegt war sozusagen mit sehr strikten erwartungen in der kindheit das war ich war gut trainiert an der stelle würde ich heute sagen und habe aber immer wieder gemerkt ich bin das nicht das entspricht mir überhaupt nicht und darüber bin ich sozusagen dann in die erkenntnisse reingegangen und habe irgendwann festgestellt das ist ja jetzt also in einem fall zum beispiel eindeutig das thema meines vaters das ist nicht meins und dann kann man ich finde man kann es dann sehr kreativ zurückgeben weil man muss es noch nicht mal mit der person klären es reicht oft wenn man selber ist wieder übergibt das kann man immer generativ machen oder das meinte ich auch genau also in der form von von so einer imagination oder tatsächlich finde ich funktioniert für viele menschen auch gut wenn die leute schon verstorben sind auf dem friedhof zu gehen und so eine besprechung am grab zu machen und dann noch mal zu sagen jetzt bist du zwar nicht mehr da aber das thema ist immer noch da und es ist ein thema das ist nicht meins und ich lasse es dir jetzt sozusagen hier ich liege hier wieder weil ich ich will es nicht also ich komme er über das spüren wie ist das bei dir ja das habe ich nämlich auch gerade überlegt ich glaube ich bin ach gott nicht ihren denker ich weiß es gar nicht beides spannende frage muss ich jetzt länger darüber nachdenken ja also natürlich werden du gehst hast habe ich dann auch überlegt was sind die themen meiner eltern und wie hat es sich auf mich übertragen da sind wir schon zwei sachen eingefallen aber dann war eben jetzt jetzt die große frage was davon führe ich weiter oder was kompensiere ich also meistens ist ja dann eher so oder korrigiere mich wenn ich falsch liege dass man das dann versucht irgendwie zu lösen also nicht dass man das oder nee es gibt also ist bei alles mögliche passiert genau da werde ich mache es genau gleich oder ich versuche es zu lösen und arbeite mich da irgendwie mein ganzes leben ab aber wird irgendwie total verrückt dabei genau das erschöpft dich irgendwann also wenn du es zu deinem thema machst und du es lösen möchtest und daran arbeitet und ich des themas annimmens und merkt es bringt mich irgendwie weiter und das macht mich vielleicht sogar ein stück weit zufrieden also wenn du sagst sie diese lernaufgabe ist irgendwie auch meine und auch wenn sie manchmal anstrengend ist irgendwie will ich sie das ist was anderes als wenn du merkst du erschöpft dich immer wieder an einer stelle wo du denkst es kann sein ja ja ist aber interessante denk oder fühle aufgabe wie auch immer man es jetzt betrachten will das dann auseinander zu klamüsern weil das geht ja auch ineinander über oder auf jeden fall also ich mit mir fallen jetzt gerade direkt verschiedenste beispiele eine ich habe so jemanden im augenblick der von zu hause mitgekriegt hat das thema ich darf nicht schwach sein ich darf nicht schwach sein schwäche war nicht erlaubt dazu gehörte krankheit dazu gehörte was nicht aushalten was abbrechen was nicht zu ende mache ich darf nicht schwach sein und tatsächlich die person ist eigentlich hat die formuliert die dazu eine andere Haltung.
Weil sie erlaubt es auch allen anderen Menschen um sich herum. Also der Partner darf schwach sein, die Schwester darf schwach sein, alle dürfen schwach sein. Nur für sie gilt das irgendwie nicht.
Und das ist ja schon strange. Wo man dann denkt, nee, also das ist ja komisch. Für alle auf dem Planeten gelten die Regeln, aber für dich ausgerechnet nicht.
Und es führt sie in die totale Erschöpfung immer wieder. Weil sie kann irgendwie nicht um Hilfe bitten, weil sie hat das Gefühl, sie muss alles alleine stemmen und so. Da entwickeln sich dann so Gewächs raus.
Und da spürt man deutlich, das ist ein antrainiertes Thema. Das ist eigentlich nicht ihrs. Das ist auch nicht ihr Wertekonstrukt, was dahinter liegt.
Ah, okay. Also das heißt, da entdeckt man dann diese Unterscheidung, was ist jetzt mein Thema, was ist mein Wertekonstrukt und was wurde mir von meinen Eltern, Vater, Mutter, wie auch immer, übergeben. Das heißt, dieser Kontrast zu meinem Wertesystem und dem der Eltern, würdest du das so unterschreiben?
Ja, ich würde zumindest, also stutzig werden würde ich, wenn ich feststelle, ich gebe allen anderen die Erlaubnis für ganz viel, aber mir selber kann ich die Erlaubnis nicht geben. Und dann komme ich sozusagen zurück, wieso kann ich mir die Erlaubnis nicht geben? Und dann stelle ich fest, bei uns in der Familie gab es bestimmte Regeln.
Unausgesprochen häufig, also nie direkt als Regeln formuliert, aber als Erwartung immer im Raum. also ich habe noch so ein anderes Beispiel gerade vor Augen das ist so ein Thema ich habe mir auch viel mit Burnout-Patienten also Pause und Freizeit machen nur faule Leute der ist auch schön und alle anderen dürfen natürlich Pause machen natürlich weiß man, dass Pause zum Leben dazugehört und bei der Arbeit machen die anderen alle Mittagspause und man freut sich auch für die und die gehen alle schön essen aber man selber arbeitet immer durch also das würde mich schon misstrauisch machen wo ich denke aha interessant okay also für alle sind pausen wichtig nur für dich interessant das musste ich mir tatsächlich auch beibringen genau auch auf pausen zu achten tatsächlich ja ja und vermutlich hast du familiäre vorbilder die sehr fleißig sind, die sehr, also vermute ich jetzt einfach mal, das musst du gar nicht sagen, aber da gibt es wahrscheinlich jemanden, der das mindestens vorgelebt hat, wenn nicht von dir eingefordert hat.
Ja, beides. Das ist eher das Interessante. Also wo du den Satz sagtest, Pausen machen irgendwie nur faul, da muss ich lachen.
Ich hatte eben eine Figur, sag ich jetzt mal, in einer Familie, die sehr, sehr stark durchs Leben gegangen ist und einiges gerockt hat. und ja, Personen, wo das ein bisschen gemütlicher lief. Und diese Dualität, die war, ja, also wenn ich so darauf zurückblicke, schon interessant.
Und ich würde mich dann aber auch eher so dem Lager zuordnen, ja, machen und so. Also ich meine, ich habe ja auch meinen Hauptjob, dann habe ich hier noch die Nebentätigkeit, also eben hier die Show, die ich als Nebentätigkeit mache. und bin auch immer irgendwie am Machen und Tun.
Und da steht ja dann auch wieder so ein Wertesystem dahinter und so, womit man dann auch manchmal hadert und so. Also da spannt sich dann auch wieder irgendwie relativ viele Themen so für einen auf. Dann finde ich das Schönste, wenn du so zwei, also wenn du so beide Modelle irgendwie in der Familie erkennen lernen durftest, dann ist es jetzt vielleicht sogar relativ leicht zu sagen, okay, ich fange irgendwann an zu entscheiden, ich brauche mehr Pausen und ich muss mir das zwar erst ein bisschen antrainieren und das holpert, aber prinzipiell ist das möglich.
Und da finde ich, ist es, also ich wünsche Kindern immer vielfältige Elternhäuser. Ich finde es immer gut, wenn Eltern sehr unterschiedlich unterwegs sind, weil die Kinder dann sozusagen ein Angebot haben, einen recht flexiblen Baukasten kriegen, in dem sie sich bewegen können. Als wenn beide Eltern so, also ich habe viel bei den Burnout-Patienten, habe ich ganz oft beide Eltern arbeiten in einer Firma, beide Eltern selbstständig, beide Eltern haben eigentlich immer gearbeitet und auch am Wochenende wurde im Betrieb immer durchgearbeitet, weil es gab immer was zu tun.
Und da gibt es überhaupt kein anderes Bild von, dass Erwachsene auch mal im Liegestuhl sitzen und Gänseblümchen die Blätter abreißen und nichts weiter tun als das. Das gibt es gar nicht in der Welt. Deswegen, wie schön, dass du wenigstens unterschiedliche Angebote hattest, wo du dich hin entwickeln kannst.
Ja, schon. Aber es ist auch spannend, wie sich dann sowas halt auch auf Beziehungen auswirken kann. Also wenn man dann eher so sozialisiert ist oder das eben so in sich trägt, machen und viel unternehmen und bloß nicht irgendwie mal rasten, kann das ja auch in der Beziehung zum Problem werden.
Was sagst du denn eigentlich Paaren, bei denen das so ist? Der eine Partner will ständig was unternehmen, der andere Partner nicht. Kann das funktionieren aus deiner Sicht?
Wenn beide kompromisswillig sind, ja. Also ich glaube, es kann ganz viel funktionieren, wenn beide wirklich für die Andersartigkeit des anderen ganz viel Respekt haben. und das als anders betrachten, aber eben nicht als schlechter.
Ganz häufig hast du ja so eine Abwertung drin, dass der eine sagt, langweilig, doof, guckt irgendwie immer nur doofe Sendungen im Fernsehen, bleibt die ganze Zeit zu Hause, wie blöd ist das? Das geht natürlich nicht. Man muss schon sagen, okay, da sind wir wieder bei, ich bin okay, du bist okay.
Und je unterschiedlicher man aber ist, desto mehr fordert das auf der Toleranz, der andersartigkeit ebene einfach ab und das kann sehr wohl funktionieren ja je einfacher wir uns aber also je näher man sich ist es so einfacher ist es zumindest auf der oberflächen ebene so würde ich es formulieren im alltag ich weiß aber bei der mal bock haben was zu unternehmen dann ja ich habe das so zugespitzt gefragt ob das funktionieren kann also wie du auch das funktioniert ja alles wenn man möchte was ich ganz interessant auch fand bei der show in jena bei der letzten bin ich dann mit einem gast ins gespräch gekommen der sagte also nachdem er das jetzt hier gehört hat, muss er echt über seine Beziehung nochmal nachdenken.
Weil er sehr viel wie so Schutz sucht im Büro und eigentlich das Büro mittlerweile so sein safe place ist. Und wenn er dann nach Hause geht, er eben in so eine Unwohlzone geht. Weil ja, so ganz genau hat er es nicht erzählt, aber ich hatte es so verstanden, summa summarum, dass er eben eher so der agile Typ ist und das Gegenüber eben nicht.
Also das wird sicherlich nicht der einzige Grund gewesen sein, aber das ist mir da jetzt auch gerade zu eingefallen. Also da war es auch ganz schwer, da habe ich ihn gefragt, hast du denn noch die Kraft, das Ruder rumzureißen? Weil das ist ja häufig dann das, wo es dann tricky wird und wo es dann Richtung Trennung geht, habe ich noch die Kraft darin zu investieren, dass es sich ändert?
Oder habe ich schon so viel versucht und von einer Person wurde es nicht richtig gehört oder ich habe es auf eine Weise gemacht, die eben nicht angenommen werden konnte oder irgendwie sowas? Genau, die konnte vielleicht einfach nicht mit. Ja, das ist ein totales Warnzeichen natürlich, wenn man feststellt, oh man ist lieber arbeiten als zu Hause.
Ich meine, das ist ja krass, das ist ein wahnzeichen von daher finde ich den schluss den er gezogen hat nämlich zu sagen ich muss das noch mal überdenken ja würde ich an seiner stelle auch tun und dann gucken wie lange geht das schon so was haben wir schon versucht macht das sind habe ich den nicht nur die kraft sondern habe ich auch den optimismus dass da was passieren wird und dann kann man anfangen zu arbeiten. Würdest du sagen, dass das die Zauberwaffe ist, noch den Optimismus zu haben?
Weil Probleme in Beziehungen gibt es ja immer wieder, auch in jeder Beziehung. Ja also die Frage kann man sich ja manchmal nicht so ehrlich beantworten aber es ist nat eine wichtige Frage in sich reinzuhorchen und einmal mit der Frage zu gehen glaube ich dass das Ding wieder funktionieren wird Vorausgesetzt, beide fangen an, daran zu arbeiten. Also ich finde, Beziehung ist immer Arbeit, das muss man sich auch klar machen.
Beziehung funktioniert nicht einfach so, sondern Beziehung ist Arbeit. Und wenn ich davon ausgehe, beide sind bereit zu arbeiten, wird es dann funktionieren. Und für Menschen wie mich würde die Antwort eher im Herz liegen.
Ich würde denken, man kann es spüren, wie optimistisch man an der Stelle ist. Also ich finde den Punkt, wenn man einige Trennungen hinter sich hat, den Punkt kennt man ja, wo man weiß, okay ist ist durch ist einfach durch brauchen wir jetzt nicht mehr selbst wenn die trennung dann nicht direkt erfolgt aber man fühlt es eigentlich und dann ist wahrscheinlich auch unumkehrbar oder was sagt deine erfahrung als therapeutin die kommen nicht mehr wenn die also oder wenn die erkennen wenn die erkennen dass der punkt erreicht ist dann treffe ich die hier gar nicht also zu mir kommen ja tatsächlich in der regel die die noch nicht an dem punkt sind dass sie denken das kann nicht mehr funktionieren die die hier kommen sind in der regel noch optimistisch und ich versuche aber auch relativ schnell beide einmal auf dieses commitment also dieses commitment zu erfragen ob sie das glauben und dann oft zeigt sich schon dass manchmal der andere nur noch mit der weiß eigentlich dass das vorbei ist und ist nur noch mitgekommen und es ist schön wenn an der also schön in anführungsstrichen es ist für den prozess sehr hilfreich wenn das dann an der stelle auch gesprochen wird weil das ist eigentlich wichtig wenn einer da sitzt und sagt ja klar wir gehen zur therapie aber im prinzip ist die schon weg aus der beziehung oder hat vielleicht sogar schon eine neue beziehung das gibt es ja auch das spürt man häufig wenn man dann noch mal fragt okay wie zuversichtlich sind sie dass diese paar therapie und die nächsten wochen wenn sie an ihrer beziehung arbeiten ihnen helfen werden das ding wieder zu kitten kann man schon ganz viel sehen hattest du schon mal ein paar als klienten hier bei dem du anfänglich gedacht hast oh je das wird nichts mehr und dann ist es doch noch was geworden oder auch andersrum rum oder du dachtest ja das kriegen wir hin und dann ist es eben nicht so gekommen das ist ein beispiel vielleicht also was ich häufiger erlebe ist dass ich denke das wird das wird nicht mehr so lange gut gehen also das ist wirklich eine schwierige konstellation und was ich dann fest ist das tatsächlich und das ist eigentlich das ist noch mal ein ganz interessanter punkt auf den du da kommst auch für mich weil im prinzip melden die sich dann erstaunlicherweise nach zwei jahren wieder die sind immer noch zusammen aber es ist nicht wirklich besser geworden das ist halt auch krass wo ich dann denke also menschen sind ja unglaublich leidensfähige wesen oder sind manchmal sehr veränderungsresistenten man weiß eigentlich ich will es so nicht mehr haben und plötzlich zwei jahre später kommt man und alle stellen fest ich habe ich habe meine notizen immer auf und dann gucke ich vorher bevor die kommen wenn meine notizen und denke ist ja krass ist ja eigentlich das gleiche gespräch das vor zwei jahren hatten und unterwegs waren sie dann aber natürlich nicht da dann gab es unterbrechungen und so path therapie macht man jetzt auch keine keinen endlosen prozess raus das sind in der regel ein paar sitzungen und dann macht das paar erstmal alleine weiter und dann stellt man fest dass es gar nichts passiert und dann stellt man das so zu dritt im raum fest ich habe eigentlich gleicher punkt wie vor zwei jahren aber auch erstaunlich sie sind immer noch zusammen weil damals war ist ja dann oft so dieses wenn wir das nicht in griff kriegen müssen wir uns trennen das ist eine prämisse die gestellt wird und das ist das was ich glaube ich am häufigsten sehe und ich habe glaube ich habe es an dem abend auch gesagt und das ist so also ich muss ein ausreichend optimistisches gefühl haben um ein paar begleiten zu können ich merke jetzt fehlt mir aber wirklich der optimismus dass das noch irgendwie gehen kann vielleicht auch weil ich spüre dass einer schon seit längerem eine Außenbeziehung hat, weil der das auch durch die Blume signalisiert.
Also da gibt es so ganz unterschwellige Geschichten, dass man wirklich auch Signale empfängt, die eigentlich sehr klar lauten, ich bin eigentlich schon in einer anderen Beziehung, ich will das hier auch nicht mehr. Aber derjenige kann es da nicht. Also ich habe einen interessanten Job.
Ja, das ist total schwierig, das dann rauszukitzeln, weil es muss ja eigentlich auf den Tisch. Es ist ja verrückt, dass jemand das subtil als Botschaft sendet, aber irgendwie verweigert es offen auszusprechen und irgendwie alle im raum wissen es aber alle tanzen um diesen elefanten rum und ist das so dass du dann versuchst das zu erreichen dass die person ist dann auch wirklich sagt oder wie gehst du da vor ich sage ganz oft ich habe ein komisches gefühl ich für mich ist hier irgendwas ganz irritierendes im raum ich habe das gefühl es gibt eine wichtige informationen die ist nicht ausgesprochen gehen sie doch beide noch mal in sich jetzt auch es wäre jetzt ein guter moment wenn es irgendwas gibt was sie bisher noch nicht sagen konnten ist wirklich zu sagen und wenn dann aber nichts kommt dann gebe ich sozusagen beiden auch noch mal die aufgabe mit zu sagen das kann ja hier nur funktionieren wenn diese ungesagten dinge auf den tisch kommen und dann gibt es die möglichkeit sozusagen im einzelgespräch erst mal anzurufen und zu sagen ich habe da was ich will das aber nicht sagen also man nähert sich dann so auf unterschiedliche art und weise aber ich kann auch kaum weiter arbeiten wenn ich weiß dass da ist irgendwas aber es kommt es kommt nicht raus ich weiß ja auch manchmal nicht was es ist also es muss ja nicht immer eine außenbeziehung sein aber irgendwas ist da manchmal sind es auch biografische Themen, wo jemand sagt, ich kann damit aber nicht raus, wie wir das in der Veranstaltung hatten.
Also von daher auch so individuell, wie jedes Paar miteinander lebt, so individuell ist tatsächlich auch die paartherapeutische Begleitung und so unterschiedlich ist das auch, wie man Paaren hilft, in ihrem Prozess weiterzukommen. Wie viele Paare hast du schon begleitet? Kannst du das beziffern?
Nee, ich mache das ja nicht nur, also ich müsste das überschlagen. 50, 60? So, weil ich auch im Einzel arbeite, also so.
ja und was kriegst du da so für resonanzen dort ist ja gefragt wie ist so das publikum bei den fällen in love nights wie was kriegst du denn so von den paaren an ja so erzählungen irgendwie nachdem sie dann bei dir waren oder auch währenddessen weiß nicht meine also ich Es ist wie mit einer Einzeltherapeutin. Ich passe nicht für jedes Paar. Das heißt, es gibt auch Paare, die kommen einmal und kommen dann nicht wieder.
Und das ist auch okay, weil die einfach das Gefühl hatten, nee, ich mit meiner Art war für die nicht hilfreich. dann habe ich Paare, die begleite ich schon länger, die kommen regelmäßig in regelmäßigen Abständen und sagen das tut total gut, weil das ist total hilfreich, weil hier reden wir in einer Art und Weise miteinander, wie wir es zu Hause einfach nicht hinkriegen und wir arbeiten dann immer an dem Transfer. Also auch da ist eine unglaubliche Unterschiedlichkeit drin.
Ja Mensch, man hilft es ja auch einfach so eine Moderation zu haben. Also gerade wenn man ein Paar hat, bei dem es beiden schwerfällt, über ihre Gefühle zu reden, sag ich jetzt mal, oder eben Themen anzusprechen, kann ich mir vorstellen, dass es gerade denen besonders hilft, da so ein bisschen eine Begleitung zu haben durch jetzt in dem Fall dann dich, oder? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Das heißt auch, wie wir als Paar miteinander agieren, wenn wir schon lange zusammen sind, ist ein sehr eingespieltes gewohnheitsmuster also auch wie wir streiten der eine sagt was der andere das sind häufig ganz sich wiederholende kommunikationsmuster die sich da abspielen und tatsächlich der charme eines dritten der das der dabei ist und der das mit kriegt ist der kann ja sagt nee so so schreiten sie zu hause das ist ein satz den sage ich ganz oft nur das ist jetzt so das was sie beschrieben haben das ist ihr typisches streitmuster von zu hause richtig okay aber wir sind ja genau hier damit wir mal anders in dieser Kommunikationssituation agieren.
Und dann gucken wir eben, was könnte man denn jetzt stattdessen machen, anstatt dieses eingespielte Eskalationsmuster abzurufen. Oft verliert man sich in Details, das ist so ein Klassiker. Dass die vom eigentlichen Thema wegkommen und plötzlich an irgendeiner Detailstelle sich verlieren und da aber dann doch recht energisch diskutieren.
Und darum geht es eigentlich gerade gar nicht. Würdest du sagen, es ist dein Ziel, bei so einer Session Muster aufzubrechen oder eben so zu Irritation zu sorgen? Oder wie würdest du das formulieren?
Ja, ich würde wahrscheinlich sagen, mehr Bewusstsein in den Paaralltag und in die Paarkommunikation zu bringen. Und das meint ja Muster, erstmal zu verstehen, welche Muster sind überhaupt da und dann, wie kann ich es schaffen, aus diesen Mustern auszubrechen. Ja, das mache ich nämlich auch gerne oder diesen Effekt erziele ich gerne durch die Show, dass man erkennt, dass man vielleicht durch die Story von jemandem, der da aufgetreten ist, sich selber drin erkennt und irritiert wird vielleicht auch mal.
Und dann eben in den Selbstreflexionsprozess geht und da eine Veränderung angestoßen wird auf diese Art und Weise. Ja, und das fand ich, also A, so was du gerade erzählt hast, von dem Menschen, der jetzt gesagt hat, ich arbeite eigentlich lieber, als dass ich zu Hause bin, ich muss da mal hingucken, das hat ja super funktioniert. Und ich fand bei uns in der Failure in Love Night war ja auch eine Person, die so beschrieben hat, dass sie sich gerade schneller entwickelt als der Partner und dass sie den Partner so gerne auf diesem Entwicklungspfad auch in ihrer Geschwindigkeit mitnehmen würde.
das fand ich ja auch ganz schön weil die es war ja sehr klar die hat sich ja die frage gestellt ja wie weit macht das überhaupt sinn dass ich den irgendwie mitziehe oder antreibe oder muss ich den eigentlich lassen so bei mir ging es ja nicht schnell genug also ich fand da war ja auch sofort klar jemand hat da was gehört und hat das auf seine eigene gar nicht im scheitern befindliche sondern eher erst mal auf die klassische Beziehung, die man gerade hat, zurückgeführt und hat sich gefragt, wie mache ich das denn jetzt?
Und dann haben wir wieder Bewusstsein da drin. Das fand ich auch so ein schöner Moment, dass es war einfach eine Frau aus dem Publikum, dass sie dann auch sich so geöffnet hat und auch an dieser Stelle, es gehört natürlich auch Mut dazu, dass so ein Publikum dann auch, wenn man selber im Publikum sitzt, zu erzählen, Und sich da so zu öffnen. Und ich fand, das war auch so eine Situation, die unterstrichen hat, dass eben so eine schöne heimelige Atmosphäre dann entsteht.
Dass man sich irgendwie plötzlich wie so unter Freunden fühlt. Ach, das liebe ich. Genau.
Und es entsteht eine bedeutungsvolle Kommunikation für die Person. Die beschäftigt sich mit für sie relevanten Themen, hat die Möglichkeit, sozusagen so eine Frage in den Raum zu geben, eine Resonanz darauf zu kriegen. ich fand das auch echt total schön.
Ja, war echt eine tolle Situation. So, was nehmen wir denn jetzt so als Abschluss? Was ist denn sozusagen zum Thema Fail, Herausforderung?
Was ist dein wichtigstes Credo? Ja, wow, das ist jetzt eine schwere Frage. Genau, deswegen, ich gebe ja vorher nie Fragen raus.
Aber das fände ich nochmal so. Und das wird ja auch vielleicht in einem Jahr ein anderes Credo sein. Aber aktuell, wenn du so über das Thema Fail nachdenkst, was ist aktuell für dich so ein wichtiges Leitmotiv, ein Leitgedanke?
Ja, gar nicht so einfach. Also grundsätzlich würde ich eben sagen, dass Scheitern gar nicht Scheitern ist, sondern eine Einladung zu lernen und zu wachsen. und wir da vielleicht auch so ein bisschen unsere Fehlerkultur, besonders in Deutschland, mal hinterfragen können, dass es gar nicht schlimm ist, auch mal so, im Englischen sagt man ja so mit so Setbacks, also mit Rückschlägen umzugehen und dass das eher einen weiterbringt, weil es einen in einem Reifungsprozess voranbringt.
Das ist auf jeden Fall ein Credo, sozusagen ein Fazit, was ich allgemein aus dem Scheitern ziehen würde. Für einen persönlich ist es nicht immer einfach, also scheitern meistens nicht. Das ist ja meistens nicht schön.
Aber ich finde irgendwie auch, also zum Leben gehört halt beides dazu. Die die guten Seiten und auch so die Herausforderungen, auch die Momente, wo man denkt, scheiße, jetzt ist aber auch wirklich hier ein Scherbenhaufen vor mir. Aber es ist trotzdem Lebenserfahrung.
Und klar möchte man vielleicht lieber die negativen Erfahrungen vermeiden. Und je negativer, desto natürlich eher will man sie wirklich auch gar nicht. Aber in diesem Kosmos, in dem wir uns eben bewegen, was jetzt Beziehungen angeht, glaube ich, dass eben viele Erfahrungen, auch wenn sie nicht nur positiv sind, einfach einen auch doch bereichern können.
Also wenn man jetzt Gewalterfahrungen ausschließt. Aber ich sehe das auch so, wenn wir immer nur sozusagen das erreichen würden, was wir uns vorgenommen haben, dann gleicht das ja einem Stillstand. Es geht ja nichts mehr weiter.
Wir brauchen diese unangenehmen Erfahrungen, unangenehme Gefühle, um weiterzulernen und um zu reifen, um uns weiterzuentwickeln. Wir brauchen das. Deswegen macht dieses Streben nach Perfektionismus gar keinen Sinn.
Weil das würde heißen, ich entwickle mich null weiter. Ich bleibe genau da stehen, wo ich schon bin. Und manchmal ist ja auch ein Scheitern ein Signal an einen selbst.
dass man vielleicht dann doch auch mal stärker auf sich aufpassen sollte. Also manchmal scheitert man ja nicht, weil man es nicht kann, sondern weil es irgendwie zu viel auf einmal war oder ähnliches. Und ja, da glaube ich, kann man schon für sich persönlich was rausziehen in der Art, dass man lernt, Pausen zu machen, dass man lernt, eine Grenze zu setzen, dass man lernt, seiner inneren Stimme zuzuhören.
und zu merken, oh, guck mal, hier komme ich jetzt in den roten Bereich, ich sollte vielleicht kürzer treten, wie beispielsweise, wenn man beim Thema Burnout ist. Ja, genau. Und beim Thema Beziehung auch irgendwann an den Punkt kommt, wenn man versucht hat, gearbeitet hat, reflektiert hat, gesprochen hat, gemacht hat, irgendwann vielleicht auch mal an den Punkt zu kommen, zu sagen, Nein, es geht halt nicht.
Wir zwei Menschen miteinander in dieser Konstellation. Und dann kommt man zu den Fällen Love Nights und wird wärmstens empfangen. Genau, wird wärmstens empfangen, kriegt Anregungen, bedeutungsvolle Gespräche und geht nach so einem Abend ganz zufrieden, angefüllt.
Und was ist denn das Gegenteil von einsam? Verbunden mit der Welt. Verbunden mit der Welt nach Hause.
Ja und hat noch gelacht. Wann ist denn die nächste Fade in Love Night? Sag mal kurz, damit die Leute Bescheid wissen.
Ja, also die nächste, die ist am 14. Mai in Stuttgart und am 22. Mai sind wir in Mainz.
Und für die Kölnerinnen und Kölner, die hier zuhören, ist auch der 9. Juni vielleicht interessanter. Da sind wir nämlich in Köln im Odonien.
Und das ist selbst für die Leute, die den Podcast relativ schnell hören, wenn er rauskommt. Und dauerhaft kann man sich über die Termine auf welcher Homepage informieren? Unter www.
failinloveknights. de am besten. Super.
Die packe ich natürlich auch in die Shownotes, dass die Leute das finden können. Es war ganz wunderbar, Juli, dich hier gehabt zu haben im Interview und über das Scheitern und den Umgang und das Lernen und die Weiterentwicklung und über die Bewältigungsstrategien zu reden. Es war mir eine große Freude.
Mir auch. Also mir hat es auch große Freude gemacht. Sehr gewinnbringend, dieses Gespräch. Vielen Dank, wie gesagt, für die Einladung und bis hoffentlich bald. Genau, bis hoffentlich bald. Vielen Dank.
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